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7.3 Amman – Aqaba auf dem Desert Highway

Der stark frequentierte Desert Highway (Vorsicht, Radarkontrollen) von Amman nach Aqaba (310 km) stellt die schnellste, aber auch eine langweiligere und gefährlichere (starker Lkw-Verkehr) Strecke als die landschaftlich und historisch interessante King’s Road dar. Andererseits ist die Königsstraße, die sich durch jedes Wadi winden und um jeden Hügel herumführen muss, langsam und etwas mühseliger zu fahren. Wenn Sie keinen Wert auf vierspurigen Ausbau legen und dennoch schnell nach Aqaba kommen wollen, bietet sich von Amman aus die Reise zum Toten Meer an, dann an dessen Ostküste und durch das Wadi Araba nach Süden; Aqaba liegt auf dieser Route ca. 320 km entfernt.

Sehenswertes

**Qasr Bushir, römisches Subkastell, abseits in der Wüste gelegen, S. 291
Lejjun, römisches Hauptlager am Limes, S. 292
Ma’an, kleines, untouristisches Städtchen am Rand der Wüste, S. 292

Der Desert Highway folgt mehr oder weniger zwei historischen Routen: zum einen dem Verlauf des römischen Limes, zum anderen dem mühseligen Weg der Pilgerroute nach Mekka, wenn sie nicht die King’s Road vorgezogen hatten. Wenn Sie unterwegs auf der Autobahn die Langeweile plagt, versuchen Sie, sich einfach die Mühsal und Gefahren vorzustellen, die Ihre einstigen “Vorgänger” auf dieser Strecke zu bewältigen hatten: kein Wasser, weil die Brunnen von Beduinen vergiftet oder zugeschüttet worden waren, Beduinenüberfälle, wenig zu essen, wundgelaufene Füße, Krankheiten etc.

Der Desert Highway ist auch die Rennstrecke der Busse/Minibusse/Service-Taxis, die Amman mit Kerak, Petra und Aqaba nahezu nonstop verbinden. Daher ist es schwierig, der King’s Road per Bus zu folgen. Man kann immer nur von größerer zu größerer Stadt vorwärtskommen und muss unterwegs jeweils auf den nächsten Anschluss warten.

Verlassen Sie Amman, am Flughafen vorbei, nach Süden (s. S. 154). 30 km nach dem Queen Alia Airport

Nach weiteren knapp 30 km ist Qatrana erreicht. Dort führt die Autobahn direkt (rechter Hand) an der osmanischen Festung und Zisterne vorbei, fast am Ortsende zweigt rechts eine Zufahrt ab. Beim Besuch überrascht, wie klein doch die Anlage war, abgesehen vom großen Wasserbecken.

Kurz vor Qatrana bietet sich für den Interessierten ein Abstecher zu einem der besterhaltenen römischen Subkastelle des östlichen Limes an:

*Qasr Bushir

Die Strecke ist per Pkw befahrbar, wenn man Weichsandstellen und größeren Stein- oder Felsbrocken aus­weicht. Etwa 600 m nördlich vom Resthouse PETRA, also in Richtung Amman, führt eine schmale asphaltierte Straße schnurgerade nach Westen in die Wüste...

61WT IMG 5827 Qasr Bushir

Sehr einsam in der Wüste, selten besucht: Qasr Bushir

Nach 18 km: Abzweig, rechts 3 km nach

Lejjun (auch Lajun)

Es handelt sich um eines der beiden Hauptlager des römischen Limes, der hier die Ostgrenze des Römischen Reiches befestigte. Das andere, heute stark zerstörte Hauptlager lag bei Odruh, östlich von Wadi Musa.

Kurz vor dem Fort sieht man links, auf einem Hügelrücken, eine osmanische Kaserne, die zum großen Teil aus den Steinen des römischen Lagers gebaut wurde. Dieses aber liegt rechts am Wadi, neben einer neu gebauten, hausartigen Moschee. Konnte man in Bushir noch das Kastell mit etwas Fantasie „nachbauen“, so muss man hier zweimal hinschauen, um die Trümmerlandschaft zu erkennen.

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Nach etwa 130 km

Ma’an

Ma’an gehört schon seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten im Süden. Fast alle öffentlichen Verkehrsmittel legen einen Stopp hier ein. Denn an diesem Platz steigt um, wer vom oder zum Desert Highway, von oder nach Wadi Musa/Petra, Shaubak, Tafila oder Kerak reisen will. Außerdem zählt es zu den wichtigen Stationen für Mekkapilger aus Syrien und Jordanien.

35 000 Menschen leben in der Kleinstadt in der Wüste, die immer noch die zweitgrößte nach Aqaba im südlichen Jordanien und der Sitz der Regionalverwaltung, z.B. auch für Petra zuständig, und einer Universität ist. An Touristen denkt hier allerdings weit und breit niemand. Die Hotels sind äußerst bescheiden, die Restaurants stimmen ihre Küche auf die Einheimischen ab.

Weiter auf dem Desert Highway nach Aqaba am Roten Meer.

 

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