Ein paar Vor-Worte zum besseren Verständnis der hier folgenden Auszüge aus dem Reiseführer JORDANIEN.

  • Die folgenden Auszüge aus den Buchkapiteln sollen Ihnen einen ausführlicheren Eindruck sowohl von Jordanien als auch von unserem Reiseführer bieten, als es sonst bei Reiseführer-Auszügen der Fall ist
  • Grundsätzlich ist der Buchinhalt für ein Buch zwischen zwei Einbanddeckeln geschrieben und nicht als EBook oder Blog konzipiert - das zeigt sich hier
  • Dieser Text enthält keine praktischen Informationen wie Hotels, Restaurants, Busverbindungen etc., sie stehen sehr ausführlich im Buch
  • Alle bei „Sehenswertes“ angegebenen Seitenzahlen (S. xx) beziehen sich natürlich auf die Seiten im Buch
  • Die Hinweise „MEHR im Reiseführer ab Seite …“ beziehen sich ausschließlich auf die aktuelle 8. Auflage, 2018
  • Die Fotos stellen Christa Epe, Amelie Epe, Tomas Micek und Wil Tondok zur Verfügung

 

Deutsche, die sich - auch nur vorübergehend - in Jordanien aufhalten, können sich online auf der Krisenvorsorgeliste der Deutschen Botschaft in Amman registrieren lassen (https://elefand.diplo.de/elefandextern/home/login!form.action). Vor und während der Reise wird geraten, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Internetseiten der Botschaft zu konsultieren.

Touristische Informationen

Jordan Toursim Board, die Vertretung für den deutschsprachigen Raum wurde 2017 geschlossen.

Königlich-Jordanische Botschaften

D-13595 Berlin, Heerstraße 201
Tel 030 3699 600, Fax 030 3699 6011,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
www.jordanembassy.de

A-1030, Wien, Rennweg 17/4
Tel 01 405 1025, Fax 01 405 1031,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.jordanembassy.at

CH-3074 Muri bei Bern,
Thorackerstr. 3
Tel 031 384 04 04, Fax 031 384 04 05,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.jordanembassy.ch (Site under construction)

Jordanien bietet sich dem Besucher manchmal ziemlich extrem dar: Von der brütenden Hitze in Aqaba oder am Toten Meer fährt man nur eine halbe Stunde ins Hochland hinauf – und muss in der kühleren Luft u.U. einen Pullover überziehen. Die Straßen zwischen Hochland und Jordan, aber auch im Hochland selbst gleichen häufig Achterbahnen: steil hinauf, ebenso steil hinunter, um gleich wieder senkrecht in den Himmel zu führen.

Jordanien ist ein ziemlich baumloses Land. So sucht man denn auch schattige Rastplätze meist vergebens. Hat man schließlich einen idyllischen Platz gefunden, scheint man – zumindest nach Feiertagen – auf einer Art Müllhalde gelandet zu sein. Denn viel zu viele Jordanier lassen jeglichen Picknick- und sonstigen Abfall dort liegen, wo er hinfällt – einer der wenigen äußerlichen Makel, den man diesem aufstrebenden und sympathischen Land ankreiden muss. Andererseits sind Toiletten oder sonstige öffentliche Einrichtungen in der Regel ähnlich sauber wie in Europa.

Erstaunlich ist, dass man auf wenige Analphabeten und viele Englisch sprechende Menschen trifft. Insgesamt ist das Bildungsniveau der Jordanier höher als das arabischer Nachbarländer.

Öffentliche Verkehrsmittel

Den etwa 4 km südlich des Römischen Theaters Richtung Zarqa liegenden alten Flughafen Marka fliegen neben kleineren Privat- und Charterflugzeugen auch Maschinen von Royal Wings an. Vor dem Abflug muss man also herausfinden, ob der Flieger hier oder auf dem Queen Alia Flughafen startet.

Das Busunternehmen Jordan Express Tourist Transport JETT bedient die Verbindungen zwischen Amman und Aqaba, Petra, Hammamat Ma’in sowie King Hussein Bridge (Allenby Bridge). Die Busse sind einigermaßen pünktlich. Auf Langstrecken wie Amman – Aqaba gehen sogenannte Luxusbusse auf die Reise, in denen die Fahrgäste mit lauten Videos bombardiert werden.

Land und Leute

Kurzfassung

Im Eilgang durch die Geschichte

Wir wollen unseren Streifzug mit den frühesten Zeugnissen menschlicher Siedlungsaktivität beginnen, die in Jericho im unteren Jordantal ab dem 9. Jahrtausend vC belegt ist. Sicher strahlten ihre Errungenschaften auch über den Jordan nach Osten aus. In Ain Ghazal, einem Vorort von Amman, konnte eine komplette Siedlung aus dem 8. Jahrtausend vC ausgegraben werden. Ab 7000 vC lässt sich in El Beidha bei Petra Siedlungstätigkeit nachweisen. Ab 3000 vC tauchen in der Geschichte Palästinas die Kanaaniter auf, die bis etwa 1200 vC das Land besiedeln. Sie werden im Laufe der Jahrhunderte von den vielen Neuankömmlingen verdrängt, vernichtet oder assimiliert. Etwas später lassen sich östlich des Jordantals die Ammoniter, südlich von ihnen – zwischen Wadi Hasa und Wadi Mujib – die Moabiter und, wiederum südlich angrenzend bis zum Golf von Aqaba, die Edomiter nieder.

Eine erste Invasion und Landnahme findet durch die Amoriter statt, die von Osten kommend Jordanien bedrängen. Aber auch Abraham mit seinem Gefolge sorgt für Unruhe. Er bricht etwa im 18. Jh vC in Ur in Mesopotamien auf, um sich schließlich im Westjordanland festzusetzen.

Amman und Umgebung

4.1 Amman – Stadt auf vielen Hügeln

Amman entstand auf sieben Hügeln, heute breitet sich die Stadt über mindestens neunzehn dieser Jebels aus. Das schnelle Wachstum der letzten Jahrzehnte erzeugte ein Stadtbild, das den Charme des Orients, der ja meist aus liebenswürdigem Chaos besteht, eher vermissen lässt. Vielmehr breitet sich ein Konglomerat aus unterschiedlichen, architektonisch nicht sonderlich anspruchsvollen Gebäuden aus, deren Höhe im zentralen Bereich auf vier Stockwerke begrenzt ist. Abseits des Zentrums wurden und werden immer mehr und immer schneller Hochhäuser in modernster Architektur hochgezogen.

Direkte Touristische Informationen

MEHR im Reiseführer ab Seite 157

Verkehrsverbindungen

Innerstädtische Busverbindungen

Serviestaxis

(Volkstümlich heißen sie Servies, unter diesem Begriff führen wir sie zur besseren Unterscheidung im Folgenden auf.) Sie verkehren auf festen Routen, sind preiswert und in der Regel schnell verfügbar. Wer arabische Schriftzeichen nicht beherrscht, hat Schwierigkeiten, das Fahrtziel herauszufinden, das in Arabisch auf der Tür steht. Aber auf Nachfrage ist sicher immer jemand bereit, Ihnen weiterzuhelfen.

Taxis

Gelbe Taxen sind allgegenwärtig. Bestehen Sie darauf, dass der Taxameter (Addad) beim Start eingeschaltet wird, andernfalls aussteigen und das nächste nehmen.
MEHR im Reiseführer ab Seite 160, auch für die folgenden Abschnitte:

  • Bus-Stationen für außerstädtische Ziele
  • Flugverbindungen
  • Schiffsverbindungen
  • Sich im Straßennetz von Amman zurechtfinden
  • Nützliche Adressen von A bis Z

  • Aufenthaltsgenehmigung verlängern
  • Allgemeines; Notfall

Der Norden

6.1 Jerash - Ajlun - Irbid - Um el Jimal

Alle folgenden Ausflüge sind so konzipiert, dass man Amman als Standort beibehält und abends in sein Hotel zurückkehrt. Das kann für den stressig werden, der gern mit Muße unterwegs ist. Dann lohnt es sich, nach Irbid umzuziehen und sternförmig von dort auf Erkundung zu gehen. Irbid bietet einen weiteren, vielleicht für manchen auch nicht so bedeutenden Vorteil: Das Universitätsviertel bzw. die Shafiq Arshaydat Straße ist abends fast kosmopolitisch lebendig.

Sehenswertes

****Jerash (Gerasa), sehr gut erhaltene, sehr beeindruckende römische Ruinenstadt, die viel von ihrer Geschichte und vom römischen Leben vor 2000 Jahren preisgibt, S. 184 im Reiseführer

****Irbid, drittgrößte Stadt Jordaniens, quicklebendig, mit großen Universitäten und interessantem Museum of Jordanian Heritage, S. 201

   **Ajlun mit Burg Qala’at ar Rabad, hoch über dem Ort gelegene mamlukische Festung, guter Ausblick, S. 195

   **Umm el Jimal, stark zerstörte, schwarze Ruinenstadt in der Basaltwüste, interessant sind Bautechnik und Wasserversorgung, S. 205

     *Dibbin Forest Reserve, ziemlich dicht bewaldeter Picknick-Park mit Restaurant und Hotel-Bungalows, S. 195

****Jerash (Gerasa) 

Jerash ist gleichbedeutend mit dem antiken Gerasa, einer einst wohlsituierten römischen Provinzstadt, und gleichbedeutend mit einer der Hauptsehenswürdigkeiten Jordaniens. Aus touristischer Sicht folgt es Petra auf Platz 2 der Sehenswürdigkeiten. Gerasas historischer Teil ist in einem Zustand erhalten, der die Erwartungen weit übertrifft: Man braucht nicht viel Fantasie, um sich das Leben dieser Stadt vor 2000 Jahren vorzustellen.

7.1 Auf der King’s Road von Amman nach Petra

Auf dieser Route werden Sie durch landschaftlich reizvolle Gebiete reisen, einige der faszinierendsten, die Jordanien zu bieten hat. Da die Straße mehrere tief eingeschnittene Täler quert und auch um oder über viele Hügel führt, lassen sich keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen. Hingegen ist schon der Aus- und Einblicke wegen Muße angesagt.

7 1King’s Road

Die King’s Road sollte wohl besser Royal Road (Königliche Straße) heißen, denn sie war eine Route, die zwar von zahlreichen Königen benutzt wurde, aber keiner von ihnen hat sie “erfunden” oder erbaut, bestenfalls ausgebaut. Sie war stets eine besonders wichtige Durchzugsroute für Reisende, Händler und Truppen, z.B. Alexander des Großen, Karawanen der Nabatäer, römische Legionen, Byzantiner sowie die arabischen und osmanischen Heerscharen, Herrscher, Gouverneure und Pilger. Sie zogen von Wasser- zu Wasserstelle und genossen auch streckenweise den früher noch vorhandenen Schatten der Wälder.

Die erste schriftliche Erwähnung der King’s Road geht auf das Alte Testament zurück, damals verband sie die drei Königreiche Edom, Moab und Ammon, welche die Israeliten auf dem Weg ins Gelobte Land zu durchziehen hatten. Auch die Nabatäer machten ausgiebig Gebrauch von dieser Lebensader; unter Trajan bauten die Römer sie von Damaskus über Amman und Petra nach Aqaba aus und nannten sie Via Nova Trajana. Es folgten die Christen, Muslime, Kreuzfahrer und Pilger auf der Straße; alle hinterließen ihre Spuren – es gibt viel zu sehen am Wegesrand.

Erst das moderne Jordanien schuf mit dem Desert Highway eine echte Alternative zur King’s Road oder mit der noch jungen Erschließung des Wadi Araba durch eine gut ausgebaute Straße.

Petra, die Hauptstadt der Nabatäer

Gut zu wissen

Petra - Anhängsel von Wadi Musa

Zum besseren Verständnis der Ortslage muss gesagt werden, dass Petra als Ort im Sinne einer Verwaltungseinheit gar nicht existiert, sondern nur als ortsähnliche, große Ruinenstadt (die 900 m über dem Meeresspiegel liegt). Petra ist das antike Anhängsel an den Ort Wadi Musa, in dem alle notwendige Infrastruktur besteht, um die Ruinenstätte aus touristischer Sicht betreiben zu können. Fast jeder Besucher Petras betritt die Region praktisch an der Mosesquelle (Musa), in 1350 m Höhe, die dem Ort den Namen gab.
Der Moses-Bach, der von alters her auch Petra mit Wasser versorgt, entspringt neben dem MUSA SPRING HOTEL. Sein Quellbereich wurde 1987 mit einem Kuppelbau überdeckt; links neben der klaren, gut schmeckenden Quelle liegt der Stein, auf den Moses geschlagen haben soll, um hier Wasser fließen zu lassen. Nicht zuletzt wegen dieser nicht versiegenden Quelle war das Wadi schon lange vor den Nabatäern besiedelt, bereits die Edomiter sind nachweisbar. Die modernen Häuser und Hotels stehen zum Teil auf nabatäischen Grundmauern.

Der „tiefe Süden“

9.1 Petra – Wadi Rum

Sehenswertes

****Wadi Rum, fantastische Wüstenlandschaft mit diversen kleineren und größeren Attraktivitäten, S. 353

****Aqaba, Stadt am Roten Meer, schöne Korallenbänke, Taucherparadies, gute Badestrände, S. 366

   **Ras en Naqb, weiter Ausblick auf die Wüste bis hin zum Wadi Rum, S. 350

     *Humaimah, von den Nabatäern gegründeter Karawanenstützpunkt, von den Römern ausgebaute Stadt mit Fort, heute einsames Ruinenfeld, S. 350

 

9 1

Vom Petra-Eingang aus sollte man nicht wieder den Berg ganz hinauf, zum Ortsanfang von Wadi Musa fahren und dort der Ausschilderung nach Aqaba folgen, sondern am ersten Kreisel, ca. 2 km nach dem Zentrum, rechts abbiegen (siehe S. 346, Hotelplan); das ist die kürzere Strecke, die auf die landschaftlich faszinierendste Route mit – vor allem im ersten Abschnitt – spektakulären Ausblicken führt. Nach gut 10 km fährt man durch Taybet, mit dem unterhalb der Straße gut erkennbaren Taybet Zaman Hotel aus alten Steinhäusern. Nach 44 km ist der Desert Highway erreicht.

72 Ras en Naqb Blick Richtung Rum

Blick von Ras en Naq Richtung Wadi Rum

Sie können nun, auf dem Highway Richtung Aqaba weiterfahren oder aber einen sehr empfehlenswerten, nur kurzen Umweg über Ras en Naqb einlegen, um eine grandiose Aussicht auf die Landschaft, die Sie bald betreten werden, zu genießen,. Das ist von der Autobahn aus nicht oder nur sehr abgeschwächt möglich. Dazu fahren Sie auf dem Highway 8 km Richtung Norden (ca. 25 km südlich von Ma’an) bis zum ersten großen Abzweig (nicht ausgeschildert). Dort nach rechts abbiegen.

Die hier abzweigende, gut ausgebaute Straße führt nach 10 km in den Ort **Ras en Naqb. An dessen Ortsende werden Sie den Atem anhalten. Plötzlich schweift der Blick über rotbraune Felsgiganten, die bis zum Horizont aus der vor Ihnen liegenden Talebene des Tulul Ras en Naqb herausragen. Bis weit über das Wadi Rum reicht die Aussicht bei einigermaßen ungetrübtem Wetter; am schönsten ist der Blick am späten Nachmittag oder frühen Morgen.

MEHR im Reiseführer ab Seite 350

Quweira

Der Ort liegt dem Wadi Rum am nächsten. Selbstversorger, die länger im Rum bleiben wollen, sollten hier einkaufen.

Abzweig zum Wadi Rum (Rashidiya Kreuzung)

Abzweig, links zum Beit Ali Camp, s. S. 351.

Abzweig, links 10 km nach Diseh

Die Eisenbahnschienen, auf denen das in dieser Gegend abgebaute Phosphat nach Aqaba transportiert wird, wurden 1928 als Abzweig der Hejaz-Bahn nach Aqaba verlegt und 1975 mit einer Erweiterung zu den Phosphatminen bei El Hesa erneuert und ausgebaut.

Diseh (auch Deiseh oder Disi)

Diseh hat in den letzten Jahren touristisch insofern an Bedeutung gewonnen, als Beduinen ganz in der Nähe Camps gebaut haben, die zu unterschiedlichen Konditionen und Komfortansprüchen Unterkunft bieten. Sie gruppieren sich um einen Felsenhügel, eins neben dem anderen, und bieten eine gute Übernachtungsalternative zum Resthouse in Rum.

MEHR im Reiseführer ab Seite 352

Zurück und weiter auf der Hauptstraße zum Ort Wadi Rum

Wadi Rum Visitor Center

Im Visitor Center geht man nach dem Ticketkauf zur Visitor Reception, meldet dort seine Wünsche an und wird dann über das Wadi Rum und die Möglichkeiten, es kennenzulernen, unterrichtet.

 

Außerdem kann man neben dem Restaurant ein kleines, aufschlussreiches Museum besuchen und auf Wunsch in dessen Filmsaal einen empfehlenswerten, etwa 10-minütigen Einführungsfilm ansehen. Im Shop können Sie schöne, von den Beduinenfrauen der Umgebung hergestellte Handarbeiten kaufen.

Hier betreten Sie das 2004/05 eröffnete Naturreservat, die Wadi Rum Protected Area, die (mit Unterstützung der RSCN) von der Aqaba Special Economic Zone Authority, Aqaba, Tel 03 209 0600, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, gemanagt wird. Ursprünglich wurden ziemlich feste Regeln eingeführt und zunächst wohl auch eingehalten: Nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern sollte jeweils die Wüste durchziehen oder die Berge erklettern dürfen, und das auf festen Routen für die Besichtigung und in Campingzonen für die Nacht. Anstelle der selbsternannten sollten ausgebildete Führer das Kommando übernehmen. Damit sollte die einmalige Landschaft mitsamt ihrer nicht endlos belastbaren Umwelt erhalten werden - wie fast überall, eher zu spät als zu früh.

Doch viele der guten Vorsätze blieben offenbar auf der Strecke.

MEHR im Reiseführer ab Seite 358

 

Aktivitäten

Die Hauptbeschäftigung besteht aus Trips in die Wüste, sei es zu Fuß, per Kamel oder 4WD Auto. Bergsteigen bzw. Klettern in den Schluchten des Wadis wurde durch den britischen Kletterer Tony Howard eingeführt und bekannt gemacht. Für schwierigere Partien sollte man einen Führer anheuern.

Für viele Besucher, die noch nie in der Wüste nächtigten, kann es das größte Abenteuer sein, einfach einmal unter dem Sternenhimmel mit seinen Milliarden glimmenden Lichtern zu schlafen. Möglichkeiten dazu werden zahlreich angeboten. Doch legen Sie Wert auf einen Platz weitab vom Dorf Rum mit seinem Streulicht und entfernt genug von lauten Camps, um die Lautlosigkeit der Wüste „hören“ zu können. Man kann auch das relativ komfortable Angebot nutzen, in einem Beduinen-Camp zu übernachten, siehe weiter unten.

73a AE P1130157 Wadi Rum

Die vielen kleinen und großen Schönheiten der Wüste erlebt man am besten vom Kamelrücken aus; im wiegenden Schritttempo findet man genug Muße, auch die Details am Wegesrand zu entdecken. Wenn Sie etwas Zeit mitbringen, ziehen Sie einen Kameltrip dem Jeepausflug vor. Die Beduinen stellen in der Regel nur die Kamele, Verpflegung muss man selbst mitbringen bzw. in Rum kaufen.

Neben den üblichen Kameltrips werden auch Pferderitte angeboten, siehe weiter unten. Auch Drachenfliegen ist vom Jebel Rum oder anderen Hängen möglich.

MEHR im Reiseführer ab Seite 359

Tourist Code

Tony Howard, langjähriger Experte des Wadi Rum, veröffentlicht Verhaltensregeln (aus dem Himalaja Tourist Code) für Besucher. Kernaussagen sind:

  • Machen Sie kein offenes Feuer und hindern Sie andere daran – das Brennmaterial wächst nicht schnell genug nach
  • Nehmen Sie Ihren Abfall mit zurück
  • Verbrennen Sie Toilettenpapier und vergraben Sie das verbrannte Papier zusammen mit den Fäkalien
  • Halten Sie Quellwasser sauber
  • Erhalten Sie das natürliche Umfeld der Pflanzen
  • Vermeiden Sie, die Tiere der Wüste zu stören
  • Hinterlassen Sie keine Graffiti
  • Denken Sie an die Privatsphäre beim Fotografieren, fragen Sie die betreffenden Personen um Erlaubnis
  • Geben Sie Kindern keine Geschenke, das fördert das Betteln, unterstützen Sie lieber ein lokales Projekt
  • Besucher, die lokale Bräuche respektieren und anerkennen, fördern den Stolz der Einwohner und helfen, die lokalen Traditionen zu erhalten
  • Sie sind Gast; seien Sie freundlich, sensibel und eher zurückhaltend
  • Beachten Sie das schon früher über Kleidung und Verhalten Gesagte

 

Rum (Ram) Village

Nach Passieren des Resthouse, kurz vor dem Ort rechts, endet die Asphaltstraße sozusagen am Fort der Wüstenpolizei, des Desert Camel Corps (tatsächlich ein paar hundert Meter weiter). Das Fort stammt aus den 1930er-Jahren. Die Kamelreiter in ihren immer noch etwas malerischen Uniformen, die nicht zuletzt durch T. E. Lawrence und den Film über ihn bekannt wurden, nehmen heute eher Verwaltungsaufgaben wahr, als heroisch gegen Eindringlinge aus dem Osten kämpfen zu müssen.

In dem kleinen Shop neben dem Resthouse am Ortseingang wird eine Karte namens WADI RUM TOURIST PLAN verkauft, die für einen Überblick von Vorteil ist. Empfehlenswert ist auch das Büchlein Walks And Scrambles In Wadi Rum von Tony Howard und Diana Taylor, das detailliert kleinere Klettertouren und Wanderungen beschreibt. Das ausführlichere Buch Trecks and Climbs in Wadi Rum von Tony Howard wendet sich mehr an „Profi“-Kletterer.

MEHR im Reiseführer ab Seite 362

Nun geht es auf der Asphaltstraße zurück zum Desert Highway. An der Kreuzung biegt man links ab und fährt dann, einem Wadi folgend, kontinuierlich bergab.

 


9.2 Aqaba

Mit Aqaba (www.aqaba.jo) ist das Rote Meer, genauer der Golf von Aqaba, und aus unserer Sicht die sauberste Stadt Jordaniens erreicht. Die einzige Hafenstadt Jordaniens (etwa 65 000 Einwohner) verdient ihr Geld sowohl mit Transitgüterverkehr in den Irak als auch mit der Phosphatausfuhr, dem Haupt-Exportprodukt Jordaniens.

Aqaba liegt insofern sehr günstig, als es praktisch auf Süßwasser gebaut ist: Sickerwasser von weit her wird über eine wasserdichte Gesteinsschicht und auf einer schiefen Ebene in den Golf geleitet. Schon ein 1 m tiefer Brunnen kann Süßwasser liefern.

Ab 2001 verwandelte sich Aqaba zur Freihandelszone Aqaba Special Economic Zone (ASEZ). Reisende von außerhalb stellen dies kurz vor der Stadt an den Zollstationen fest, die aber Touristen meist mit freundlichem Gruß durchwinken. Im Prinzip müssten daher alle Waren, auch Souvenirs, in Aqaba billiger zu erstehen sein, da der Steuersatz innerhalb der Zone nur 7 Prozent beträgt. Tatsächlich ist davon nicht viel zu spüren.

Erwarten Sie andererseits nicht zu viel von Aqaba als Badeort. Die Situation hier ist nicht mit dem israelischen Elat oder den ägyptischen Badeplätzen an der Sinai-Küste vergleichbar. Dafür geht es hier weniger stressig zu.

Per Bus landen Sie in der Regel im Zentrum, alle öffentlichen Bus- und Minibuslinien enden direkt oberhalb des Souk. Auch von der JETT-Busstation, die hinter dem Mövenpick Hotel liegt, ist es nicht weit ins Zentrum; wobei ankommende Busse meist an der Ecke An Nahda/Sa‘ada St halten.

73WT P1000413 Aqaba Flagge

Aqaba, Blick auf die zentrale Moschee, einen der höchsten Flaggenmasten weltweit, die Stadt und Teile des Hafens

Sehenswertes in Aqaba

****Baden, Schnorcheln, Tauchen, Relaxen, S. 376

 ***Ausflüge in die Umgebung, S. 380

   *Festung und Ailah-Ruinen, spärliche Reste der langen Vergangenheit Aqabas, S. 373, S. 374

   *Zwei kleine Museen, einigermaßen interessant, S. 374, S.373

   *Marine Science Aquarium, Unterwasserblick im Trockenen, lohnt sich S. 374

Hintergrund: Aqaba, dessen Name sich historisch mehrfach von Ailah, über Elat, Elot etc. änderte, war zwar schon in biblischen Zeiten bekannt, Ausgrabungen beweisen jedoch, dass die Gegend bereits im 4. Jahrtausend vC besiedelt war. Später diente es den Ptolemäern, dann den Römern und Nabatäern als Hafen und Stützpunkt. In byzantinischer Zeit war es Bischofssitz. 631 nC wurde die Stadt als erste in Jordanien von muslimischen Truppen erobert. 1116 stießen die Kreuzritter nach Aqaba vor und bauten auf dem heute ägyptischen Jezirat Farun (Pharoon’s Island) in der Nähe von Tabah eine Festung und eine weitere in Aqaba selbst. Doch 1170 nahmen die Moslems die Gegend wieder ein. 1517 kam Aqaba in den Besitz der Osmanen, die sich bis 1917 hielten. T. E. Lawrence (von Arabien) half den Arabern bei der Eroberungsschlacht; allerdings erschoss er vor lauter Aufregung sein eigenes Kamel, wurde zu Boden geschleudert und überlebte die Schlacht als Bewusstloser.

1925 legte England einseitig die Grenzen Transjordaniens fest, Aqaba kam zum heutigen Jordanien. Mit der Gründung Israels, 1948, musste Aqaba die Hafenrolle übernehmen, die zuvor Haifa oblag; dies löste einen wirtschaftlichen Schub für die Stadt aus. 1954 wurde der Hafen so ausgebaut, dass auch größere Schiffe anlegen können. Waren es einst eine Handvoll Schiffe pro Jahr, die das Fischerdorf mit 3 000 Einwohnern anliefen, so sind es heute mehr als 3 000 Schiffe jährlich. Heute gibt es eigentlich drei Häfen; nach dem Haupthafen folgen in südöstlicher Richtung der Container- und dann der Phosphathafen.

Problematisch ist eine solche Konzentration von Stadt, Industrie und Hafen (auf beiden Seiten der Aqaba-Bucht, nämlich ebenso in Elat) für das empfindliche Ökosystem der Korallen. Seit Mitte der 80er-Jahre wird mehr und mehr Augenmerk auf diese Situation gelegt, und – glaubt man den Worten der Diving Experten – sogar mit Erfolg: Die Korallen auf dieser Seite der Bucht seien weniger beschädigt als die von Elat, nicht zuletzt wegen der geringeren Taucherzahlen. Laut RSCN leben über 1000 Fischarten und mehr als 200 Korallenarten in den Riffen der Aqaba-Bucht.

Aus der langen Historie ist fast nichts außer den eher bescheidenen Resten der Festung geblieben. Ein paar Grundmauern auf dem Grabungsgelände Ailah und ein weiterer Grabungsplatz etwa 500 m nördlich der Küste nahe der israelischen Grenze, Tell Kheleifeh, konnten freigelegt werden. Der Tell galt lange Zeit als das biblische Ezion-Geber, aber nach neueren Erkenntnissen besteht er aus einer Folge von Siedlungen aus dem 8.-4. Jh vC, die von bis zu 4 m dicken Stadtmauern beschützt wurden. Immerhin kann Aqaba auf die älteste bisher bekannte Kirche stolz sein, deren Grundmauern in der Nähe des Mövenpick Hotels entdeckt wurden.

Von der Antike in die Gegenwart: Aqaba soll in den nächsten Jahren massiv auch touristisch entwickelt werden. Das Saraya-Projekt (am Ende der Al Malik Al Hussein St) wäre bezugsfertig, wenn nicht die wirtschaftliche Situation zu einer Baupause geraten hätte. Dessen ungeachtet wurden zwei weitere Mega-Hotelresort Projekte begonnen...

Aqaba kennenlernen

Zentraler Bereich

Im Souk – der keineswegs eng und verwinkelt ist wie eine typische arabische Medina – kann man von Souvenirs bis zu alltäglichen Lebensmitteln einkaufen. Das relativ kleine Gebiet wird oberhalb, östlich, von der Zahran St und unterhalb von der Raghadan St begrenzt. Nördlich ist es die Yarmuk St und südlich Al Razi St. In diesem relativ kleinen Gebiet pocht das Herz der Altstadt, sofern man den Begriff in der jungen Stadt überhaupt gebrauchen will. Hier finden Sie fast alles für das tägliche Leben und das meiste für das Gepäck in die Heimat. Am besten beginnen Sie mit einem Bummel entlang der Zahran St mit ihren vielen Shops. Immer wieder führen enge Gassen zur Raghadan St hinunter. Besondere Höhepunkte konnten wir nicht registrieren, lassen Sie sich einfach treiben. Für eine Pause bieten sich jede Menge Restaurants an.

Vielleicht wollen Sie sich auf Jordanien noch einmal besonders einstimmen. Am Ayla Circle der Al Malek al Hussein St, zwischen Souk und Strand, wurde auf der Seeseite das Erlebniscenter Gateway, Tel 202 2200, errichtet, dessen Außenfront (leider) sehr schreiend vor allem von McDonalds beherrscht wird, obwohl sich dahinter sehr viel mehr verbirgt. Höhepunkt war „The Jordan Experience“, ein Multifunktionskino, das Jordanien zunächst mit einem Gang durch den „nachgebauten“ Siq von Petra zu erschließen begann und die Rolle der Nabatäer erläuterte, dann zu weiteren geschichtlich bedeutenden Ereignissen kam. Richtig spektakulär wurde es beim Flug über die interessantesten Sehenswürdigkeiten, wenn sich die Sitze entsprechend der Flugsituation mitbewegten. Leider ist die Anlage seit einiger Zeit geschlossen, angeblich wegen Renovierung, wahrscheinlicher wegen zu geringer Besucherzahlen in der Tourismusflaute.

Historisches Aqaba

Die reale Geschichte Aqabas finden Sie z.B. nur ein paar Schritte nordwestlich entfernt vom Gateway bei den Grundmauern von *Ailah. Gegenüber dem Hotel Aqaba Gulf wurden 1987 Teile der antiken Stadt gefunden und seither ausgegraben, vor allem Stadtmauerreste, Fundamente von Häusern und einer Moschee. Eine Inschrift besagt, dass Ailah unter dem ägyptischen Sultan El Guri im 16. Jh erbaut wurde.

Dem Besucher sagt all das nicht sehr viel. Den besten Eindruck gewinnen die Gäste mit Straßenseiten-Zimmern des Aqaba Gulf Hotels, die von ihrem Fenster von oben auf einen Teil der Grundmauern sehen können.

Ailah war einst von einer 2,5 m dicken Stadtmauer mit vier Ecktürmen und zusätzlichen Zwischentürmen umgeben. An der heutigen Corniche lagen das Syrische Tor und dahinter die Moschee der Stadt. Das Ägyptische Tor – gegenüber dem Mövenpick-Hotel – hat im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Veränderungen durchlaufen, dabei wurde es immer schmaler. In der letzten Phase hat man es ganz geschlossen, nur eine Abwasserleitung führte noch hinaus. Das Hijaz-Tor liegt im heutigen Royal Yacht Club, ein See-Tor führte zum Strand. Im Zentrum der alten Stadt, dort, wo sich die vier von den Toren kommenden Straßen kreuzten, stand ein sogenanntes Pavillon-Gebäude, das sehr großzügig ausgestattet war, ein Bad enthielt und daher wohl öffentliche Funktionen wahrnahm. Eine Besichtigung von Ailah ist durchaus lohnenswert, zumal alle wichtigen Plätze mit (noch gut lesbaren) Tafeln erklärt sind.

Will man auf der Zeitreise noch weiter in die Vergangenheit tauchen, so sollte man unter der Mövenpick-Brücke hindurch und nach dem Jett-Terminal rechts gehen. Dort, wo diese Straße auf die nächste Querstraße trifft (Al Rashid/Al Ghazali St), wurde eine frühe römische und byzantinische Siedlung entdeckt und teilweise ausgegraben. Zum Erstaunen der Archäologen kamen Ruinen einer Kirche zum Vorschein, die als der bisher erste christliche Kirchenbau identifiziert wurde. Er stammt aus der Zeit um 290 nC, wurde nur kurze Zeit genutzt und durch ein Erdbeben zerstört. Zwar sind früher datierbare Kirchen im Nahen Osten bekannt, dabei handelt es sich aber um ältere Gebäude, die in Kirchen umgewandelt wurden. Erstaunlich ist auch, dass hier großenteils Lehmziegel verbaut wurden, die über fast zwei Jahrtausende gut konserviert gewesen sein müssen. Man kann das Gelände nur von der Straße aus durch einen Zaun betrachten und ein bisschen rätseln, welcher Mauerrest zu welchem Gebäude gehört haben könnte.

MEHR im Reiseführer ab Seite 371

74CH P1130076 Aqaba Ruinen einer christlichen Kirche

Grundmauern einer sehr frühen byzantinischen Kirche

Das Rote Meer und seine Korallen

Eigentlich liegt das Rote Meer mit seinem Golf von Aqaba so weit nördlich des Äquators, dass die Wassertemperatur wesentlich niedriger sein müsste und nicht ausreichen würde, um dort Korallen gedeihen zu lassen. Doch ein paar glückliche Umstände machen das Gegenteil möglich: Die stets von Norden blasenden Winde treiben das Oberflächenwasser nach Süden, es wird aber an der nur 27 km breiten Schwelle des Roten Meeres zum Indischen Ozean, am Bab el Mandeb, nach unten gedrückt und fließt langsam zurück nach Norden. Dort taucht es im Winter wieder auf, wenn die kalten Nordwinde das Oberflächenwasser abkühlen. Dieser Kreislauf – der ähnlich für den Golf von Aqaba gilt – sorgt dafür, dass die Wassertemperaturen nie unter 20 Grad sinken, eine absolut lebenswichtige Voraussetzung für Korallen. Weiterhin besitzt das Rote Meer ein felsiges Ufer mit nur ganz wenigen Zuflüssen, d.h. nährstoffarmes, sehr klares Wasser; wiederum eine Überlebensbedingung für Korallen.

Die winzig kleine Koralle ernährt sich mittels Fangarmen von nachts vorbeiziehendem Plankton. Die Nährstoffarmut des Wassers kompensiert sie durch ein enges Zusammenleben mit Algen. Diese Symbiose ist übrigens für das bunte Farbspektrum des Korallenriffs und die Kalkausscheidung verantwortlich; ohne Algen würde der Prozess auf ein Zehntel verlangsamt.

Da das Wasser im Golf sehr klar ist, können Taucher mit Sichtweiten bis über 50 m rechnen. Das reichlich eindringende Licht verhilft daher auch Unterwasserfotografen zu guter Beute. Neben vielen kleineren Fischarten schwimmt man zwischen Papageien-, Kaiser-, Thun- oder Mondfischen, sieht Barrakudas, Muränen oder manchmal auch Schildkröten – um nur einige Arten aus der Riesenauswahl zu nennen. Der Name Rotes Meer geht auf die rötliche Farbe zurück, die zu bestimmten Jahreszeiten und Klimasituationen von massiven Ansammlungen einer Alge (Trichodesmium erythraeum) hervorgerufen wird. Nach einer eher romantischeren Theorie soll er von den bei Sonnenuntergang rötlich schimmernden Bergen kommen. Der bis zur Südspitze des Sinai verlaufende Golf von Aqaba hat eine Höchstbreite von 28 km beim ägyptischen Dahab, bei Aqaba ist er auf 5 km geschrumpft.

Von der Festung bis zur Saudi-Grenze auf der South Costal Road

Die folgenden km-Angaben sind GPS basiert, sie decken sich nicht mit Angaben auf Prospekten etc., die sich vielleicht auf den alten, kürzeren Straßenverlauf beziehen.

Folgt man der Corniche vom Abzweig zum Museum (hier starten auch die Minibusse Richtung Saudi-Grenze und zum Passenger-Terminal im Hafen) nach Süden, erreicht man bei km 1 den (ersten ausgeschilderten) Passenger-Terminal des Hafens, der allerdings nur einen Duty Free Shop zum Einkauf bietet. Weiter nach Süden folgen diverse Hafenanlagen, bei km 9 trifft die Straße – die dem Hafengebiet ausweicht - wieder auf die Küste. Am Abzweig weist ein Schild nach rechts zum Container Port, Ferry Station und Royal Scientific Station. Hier starten das sog. Speedboat und das normale Schiff nach Nuveiba/Ägypten.

Ab km 10,5 beginnt rechts Badestrand, der offiziell als Familienstrand ausgewiesen wird. Rechts liegt die Badelandschaft Berenice Beach Club, die sich über (angeblich) 500 m Strand mit schattigen Liegeflächen, Einstieg für Schnorchler und Taucher, zwei Pools und allen Annehmlichkeiten erstreckt. Hier kann man sich eine Tauchausrüstung oder auch Schnorchel und Zubehör ausleihen und direkt ins Wasser springen. Der Club ist von 9 U bis Sonnenuntergang geöffnet, Eintritt JD 20, kostenloser Transport von den Hotels in der Stadt. Angeschlossen ist das Sindbad Diving Center.

MEHR im Reiseführer ab Seite 375

Baden, Schnorcheln, Tauchen und andere Aktivitäten

Baden und Schnorcheln

Der Strand im direkten Stadtbereich von Aqaba ist entweder in staatlichen, privaten oder Hotel-Händen. Nur der Strandabschnitt zwischen dem Royal Yacht Club und dem Flaggenmast – El Hafayer Beach – ist öffentlich zugänglich. Freitags trifft sich halb Amman und halb Aqaba dort, das Baden macht dann noch weniger Spaß als an anderen Tagen. Westliche Frauen sollten an diesem Strand – wenn überhaupt - auf keinen Fall im Bikini auftauchen, schon im Badeanzug fallen sie exotisch genug auf gegenüber den in allen Kleidern badenden Jordanierinnen. Hinzu kommt, dass erst südlich des Hafens Korallenstrände beginnen, im Stadtbereich hat man es stets mit relativ flach abfallendem Sandstrand zu tun, der noch dazu ziemlich verschmutzt ist. „Tolles Erlebnis am Public Strand. Wirklich nicht zum Baden für Touris geeignet, aber interessant zu beobachten, wie die Einheimischen in Kleidung ins Wasser gehen“, schreibt ein Leser.

Die (wenigen) Hotelstrände werden gepflegt und sind meist nur den Hausgästen zugänglich. Allerdings bietet derzeit das Intercontinental Hotel Nichtgästen Zugang zu seinem gepflegten Strand für JD 50 Tagesgebühr, wobei JD 25 mit Essen oder an der Bar verprasst werden können. Der Mövenpick-Strand kostet JD 40 Gebühr (10 JD Voucher für Getränke), man hat zusätzlich zum Sandstrand die Wahl unter vier Pools.

Ein etwas anderes Badegefühl erlebt man im Türkischen Bad, Al Malik al Hussein St, Nähe Nairoukh 2 Hotel, in dem man für JD 8 dampfbaden und sich massieren lassen kann. Frauen müssen sich zuvor anmelden, damit sie von Masseurinnen bedient werden können.

Tauchen

Es gibt 1200 Arten von Korallen und 900 Fischarten im Roten Meer und viele davon natürlich auch im Golf von Aqaba. Einen großen Teil davon können Sie besichtigen, per Schnorchel oder Glasbodenboot, besser aber als Taucher.

Da der Strand von Aqaba bisher nicht überlaufen war, sind die Korallen im Gegensatz zu denen vom gegenüberliegenden Elat gesund und in gutem Zustand, soweit sie nicht unter dem Hafenbetrieb leiden. Ranger kümmern sich um den Erhalt der Unterwasserwelt, außerdem sind die Tauchlehrer entsprechend ausgebildet und angewiesen, das an der Küste gelegene Naturschutzgebiet zu schützen.

MEHR im Reiseführer ab Seite 378