Auf der King’s Road von Amman nach Petra

Auf dieser Route werden Sie durch landschaftlich reizvolle Gebiete reisen, einige der faszinierendsten, die Jordanien zu bieten hat. Da die Straße mehrere tief eingeschnittene Täler quert und auch um oder über viele Hügel führt, lassen sich keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen. Hingegen ist schon der Aus- und Einblicke wegen Muße angesagt.

7 1King’s Road

Die King’s Road sollte wohl besser Royal Road (Königliche Straße) heißen, denn sie war eine Route, die zwar von zahlreichen Königen benutzt wurde, aber keiner von ihnen hat sie “erfunden” oder erbaut, bestenfalls ausgebaut. Sie war stets eine besonders wichtige Durchzugsroute für Reisende, Händler und Truppen, z.B. Alexander des Großen, Karawanen der Nabatäer, römische Legionen, Byzantiner sowie die arabischen und osmanischen Heerscharen, Herrscher, Gouverneure und Pilger. Sie zogen von Wasser- zu Wasserstelle und genossen auch streckenweise den früher noch vorhandenen Schatten der Wälder.

Die erste schriftliche Erwähnung der King’s Road geht auf das Alte Testament zurück, damals verband sie die drei Königreiche Edom, Moab und Ammon, welche die Israeliten auf dem Weg ins Gelobte Land zu durchziehen hatten. Auch die Nabatäer machten ausgiebig Gebrauch von dieser Lebensader; unter Trajan bauten sie die Römer von Damaskus über Amman und Petra nach Aqaba aus und nannten sie Via Nova Trajana. Es folgten die Christen, Muslime, Kreuzfahrer und Pilger auf der Straße; alle hinterließen ihre Spuren – es gibt viel zu sehen am Wegesrand.

Erst das moderne Jordanien schuf mit dem Desert Highway eine echte Alternative zur King’s Road oder mit der noch jungen Erschließung des Wadi Araba durch eine gut ausgebaute Straße.

Sehenswertes

****Madaba, die Mosaik-Stadt Jordaniens mit Meisterwerken dieser Kunst u.a. im
Archäologischen Park und Museum, weltbekannte Mosaik-Landkarte, S.233

****Mount Nebo, Moses‘ Aussichtsplatz auf das Gelobte Land, schöne Mosaike,
S. 235

****Kerak, imposante Kreuzritterfestung, hoch auf einem Bergrücken mit darunter “klebendem”, sehr lebendigen Städtchen, S. 255

****Dana, herrliches Naturreservat in abwechslungsreicher Landschaft, S. 266

****Umm er Rasas, byzantinische Ruinenstadt mit bekanntem, schönen Mosaik –
u.a. Vignetten von insgesamt 28 Städten; in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste
aufgenommen, S. 250

****Wadi Mujib, tief eingeschnittenes Tal, “Grand Canyon von Jordanien”, S. 246

****Es Sela oder Klein-Petra, ein pittoresker, stark zerklüfteter Felsberg mit nabatäischen Siedlungsresten, S. 253

****Machärus-Palast bei Mukawir, Palast des Herodes, in dem Johannes der Täufer
geköpft wurde; schöne Aussicht, S. 246

****Shaubak, erste Kreuzritterburg Jordaniens, immer noch beeindruckende Architektur
und Lage, S. 268

****Dhat Rass, kleiner Ort mit zwei nabatäischen Tempelruinen, S. 260

****Hisban, seltener besuchte Siedlung aus byzantinischer Zeit, gut dokumentiert,
S. 232

****Hammamat Ma’in, tief in den Bergen gelegener “Badeplatz” und Kurort an heißen Quellen, S. 245

****Khirbet ed Dharih, einsame Ruinen eines nabatäischen Tempels im Wadi Laban,
S. 262

****Wadi Hasa mit Hammamat Borbatah und Afra, ein sehr tief eingeschnittenes, canyonartiges Tal mit heißen Quellen, S. 260

Es gibt keine durchgehende Busverbindung auf der King‘s Road.

Verlassen Sie Amman auf der Ostumgehung, Richtung Dead Sea, s. S. 154, und biegen an der Abfahrt Na’ur auf die King‘s Road, die Landstraße Richtung Madaba ab.

*Hisban

Hisban (braunes Hinweisschild) ist ein kleines Dorf an einem Hügel namens Tell Hisban. Der Tell ist bereits von der Hauptstraße bestens zu erkennen, doch die Zufahrt führt nördlich etwa 600 m um den Hügel herum.

Auch wenn man an den historischen Aspekten nicht sonderlich interessiert ist, lohnt ein Besuch des Tell, um sich die Beine zu vertreten und von einer der Bänke, oben auf dem Hügel, die weite Sicht auf die Umgebung zu genießen. Vermutlich wird man ganz allein sein, der Wind treibt die Rufe der Hirten vorbei, das Land flimmert in der heißen Sonne.

Hintergrund: Bereits in der späten Eisenzeit war der Ort besiedelt, erlebte seine Blütezeit in römisch-­byzantinischer Zeit, war aber auch noch in der islamischen Epoche bis etwa ins 14. Jh bewohnt. Vermutlich ist Hisban mit einem damals häufiger genannten Esbus oder später Esboun identisch, hat aber wohl nichts mit dem biblischen Heschbon gemein, wie ursprünglich vermutet. Im 3. Jh nC wurden ­sogar Münzen hier geprägt, was für die Bedeutung des Ortes spricht.

MEHR im Reiseführer Seite 244