Jordanien bietet sich dem Besucher manchmal ziemlich extrem dar: Von der brütenden Hitze in Aqaba oder am Toten Meer fährt man nur eine halbe Stunde ins Hochland hinauf – und muss in der kühleren Luft u.U. einen Pullover überziehen. Die Straßen zwischen Hochland und Jordan, aber auch im Hochland selbst gleichen häufig Achterbahnen: steil hinauf, ebenso steil hinunter, um gleich wieder senkrecht in den Himmel zu führen.

Jordanien ist ein ziemlich baumloses Land. So sucht man denn auch schattige Rastplätze meist vergebens. Hat man schließlich einen idyllischen Platz gefunden, scheint man – zumindest nach Feiertagen – auf einer Art Müllhalde gelandet zu sein. Denn viel zu viele Jordanier lassen jeglichen Picknick- und sonstigen Abfall dort liegen, wo er hinfällt – einer der wenigen äußerlichen Makel, den man diesem aufstrebenden und sympathischen Land ankreiden muss. Andererseits sind Toiletten oder sonstige öffentliche Einrichtungen in der Regel ähnlich sauber wie in Europa.

Erstaunlich ist, dass man auf wenige Analphabeten und viele Englisch sprechende Menschen trifft. Insgesamt ist das Bildungsniveau der Jordanier höher als das arabischer Nachbarländer.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die einzige inländische Flugverbindung von Bedeutung, Amman – Aqaba, bedient inzwischen die Staatslinie Royal Jordanian, und nicht mehr deren Tochtergesellschaft Royal Wings, die sich auf Verbindungen in die Anrainerstaaten und Charterflüge konzentriert hat. Seit 2016 bietet sie einen wöchentlichen Charterflug Düsseldorf - Aqaba - Düsseldorf an.

Den etwa 4 km südlich des Römischen Theaters Richtung Zarqa liegenden alten Flughafen Marka fliegen neben kleineren Privat- und Charterflugzeugen auch Maschinen von Royal Wings an. Vor dem Abflug muss man also herausfinden, ob der Flieger hier oder auf dem Queen Alia Flughafen startet.

Das Busunternehmen Jordan Express Tourist Transport JETT bedient die Verbindungen zwischen Amman und Aqaba, Petra, Hammamat Ma’in sowie King Hussein Bridge (Allenby Bridge). Die Busse sind einigermaßen pünktlich. Auf Langstrecken wie Amman – Aqaba gehen sogenannte Luxusbusse auf die Reise, in denen die Fahrgäste mit lauten Videos bombardiert werden. Während der Fahrt werden Snacks angeboten, die erst bei der Ankunft zu bezahlen sind. Achtung: Die Klimaanlage ist meist auf „Dauerfrost“ eingestellt. Neu sind sogenannte VIP-Busse. Sie kosten JD 18 pP auf der Aqaba-Strecke, bieten etwas Luxus in Form von mehr Platz, größerer Essenauswahl, individuellem TV, einer Kamera in der Frontseite des Busses, sodass während der Fahrt mitverfolgt werden kann, was vorn auf der Straße passiert.

Das Busunternehmen Hijazi verbindet hauptsächlich Amman mit Jerash und Irbid.

Daneben gibt es jede Menge Minibusse, die zwischen einzelnen Orten pendeln oder auch Routen innerhalb von größeren Städten bedienen. Vor allem erschließen sie Ortschaften, die JETT oder Hijazi nicht anfahren. Die meisten Minibusse kennen keinen Fahrplan, sondern starten erst dann, wenn genügend Fahrgäste zugestiegen sind. Man kann sie auf der Route an jedem Platz stoppen, um zu- oder auszusteigen.

In Amman und einigen anderen Städten verkehren Gemeinschaftstaxis, die Service genannt werden (Betonung auf der zweiten Silbe, mit langem i:Servies“); die Fahrer sprechen seltener Englisch als Taxifahrer. Auf den Türen ist meist die Fahrtroute angegeben, allerdings in Arabisch. Die Servies starten hauptsächlich an den zentralen Busstationen der Städte.

Schließlich gibt es zahllose Yellow Cabs, private Taxis, die durch ihre gelbe Farbe, ein Schild TAXI auf dem Dach und mehr oder weniger verwegene Fahrweise auffallen. Die Fahrer versuchen gern, Neulingen im Land kräftig in die Tasche zu greifen. Bestehen Sie darauf, dass der Taxameter sowohl eingeschaltet als auch zurückgesetzt wird und Sie korrektes Wechselgeld erhalten – dann haben Sie vor allem in Amman ein immer noch preiswertes Verkehrsmittel, zumindest verglichen mit Europa. Im Zentrum der Hauptstadt lassen sich viele Stellen mit Fahrpreisen von wenigen Dinar erreichen.

MEHR im Reiseführer ab Seite 47

Unterwegs mit Chauffeur

Wer die Kosten nicht scheut, kann sich quer durchs ganze Land chauffieren lassen, muss jedoch mit erheblichen Kosten rechnen, die für Auto und Englisch sprechenden Fahrer mindestens bei JD 70 – 100 pro Tag zusätzlich Hotelübernachtung des Fahrers (nicht unter 3*) liegen. Fragen Sie in einem der großen internationalen Hotels, dort wird man Ihnen mit Freuden weiterhelfen. Deutlich preiswerter kommt man mit normalen Taxifahrern durch Jordanien. Darüber sollte man bei beliebigen Taxifahrten, sobald ein englischsprachiger Fahrer am Steuer sitzt, verhandeln und schließlich eine Vereinbarung treffen.

MEHR im Reiseführer ab Seite 50 bzw. 168

Hitchhiking

Selbstverständlich kommt man auch in Jordanien per Hitchhiking von der Stelle. Es gilt aber zu bedenken, dass man prinzipiell den Platz einem Einheimischen wegnehmen könnte, der sich eine andere Fortkommensart gar nicht leisten kann. Zum anderen sollte man immer beim Einsteigen abchecken, ob der Fahrer nicht eine Gebühr verlangt, und die kann bei Ausländern relativ hoch sein. In jedem Fall soll man dem Fahrer beim Aussteigen einen kleinen Betrag anbieten, das macht auch jeder Einheimische. Im Grunde lohnt sich Hitchhiking nur in Ausnahmefällen, wenn man anders nicht weiterkommt. Vielleicht hält auch jemand, weil er an dem Bakschisch interessiert ist.

Alleinreisenden Frauen muss dringend vom Trampen abgeraten werden.

Mietwagen

Ein Leser schreibt: „Nach der Lektüre Ihres Führers fühlten wir uns doch ermuntert, entgegen unseren Gewohnheiten, möglichst alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, nun dieses Mal ein Auto zu leihen, was sehr gut geklappt hat. Die Möglichkeiten waren dadurch sehr viel besser, an entlegenere Stellen zu gelangen und viele Kontakte zu knüpfen.“

Eine sehr gute Alternative zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln sind Mietwagen (grüne Nummernschilder). Die Preise liegen so, dass man zumindest zu dritt oder viert fast ebenso günstig reist wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Man ist aber sehr viel unabhängiger und kommt vor allem auch dorthin, wo öffentliche Verkehrsmittel nicht hinfahren. Für diese Alternative spricht auch und besonders, dass Jordaniens Straßen – abgesehen von Amman – kaum verstopft sind und das Selbstfahren problemlos ist: Man setzt sich wie zu Hause ans Steuer und fährt – wie in einer unbekannten heimischen Gegend – einfach los.

MEHR im Reiseführer ab Seite 51

Autofahren in Jordanien

Aus einem Leserbrief: „Wir haben über 5 Tage ein Mietauto zur Fahrt von Amman nach Süden bis Petra+Wadi Rum genutzt und dabei die Erfahrung gemacht, dass das Fahren auf dem Desert Highway für einen an deutsche Autobahnen gewöhnten Fahrer in Jordanien ungeheuer einfach und auch ungefährlich ist. Es gab nur ganz seltene Raser und wenige Lkw-Rennen, die aufgrund des reichlichen Platzes auf dem Highway aber nie ein Problem wurden. Ebenfalls sahen wir keinen einzigen Unfall und auch keinen Lkw-Schrott. Teilweise wurden Lkw bei steilen Steigungen auf sogenannte „compulsory“-Routen weg von der eigentlichen Hauptstrecke umgeleitet. Die Ermutigung der Leser zum Selbstfahren kann nur unterstrichen werden!“

MEHR im Reiseführer ab Seite 51

Mit dem Fahrrad unterwegs

Mehr und mehr Fahrradfahrer bereisen Jordanien. Die beliebteste und gerade für Radler interessanteste Strecke ist die King’s Road mit ihrer landschaftlichen Abwechslung. Sie lässt sich auch im Sommer noch relativ gut fahren, in einer Zeit, während der man alle tiefer gelegenen Strecken wie Wadi Araba, Jordantal oder am Toten Meer meiden sollte.

Die Jordanier verhalten sich Radfahrern gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit. So wurde uns berichtet, dass z.B. im Wadi Mujib endlose Schleifen hinaufschiebende Radler mit Wasser versorgt, ermuntert und sogar förmlich auf Pick-ups gedrängt wurden. Allerdings kommt es immer wieder mal vor, dass sich Kinder ein Vergnügen daraus machen, radelnde Touristen mit Steinen zu bewerfen. Deshalb Helm mitnehmen. Es kann passieren, dass die Polizei Radfahrer aus „Sicherheitsgründen“ begleitet, was eher nervig ist, wie ein Leser schreibt, weil man dem vorausfahrenden Polizeifahrzeug hinterherhechelt.