Faszination Westliche (Lybische) Wüste

Letzte Aktualisierung: Frühjahr 2012 

 

Wichtige Vorbemerkung

Der Inhalt dieser Webseite gehört eigentlich zum Reiseführer ÄGYPTEN INDIVIDUELL. Er beschreibt die gängigen Routen und Ziele wie z.B. die Oasen oder die Weiße Wüste.

Dieser Beitrag geht auf eine Zeit zurück, in der man die Westliche Wüste ohne große Restriktionen bereisen konnte. In der Zeit des Arabischen Frühlings und danach wurde die Westliche Wüste  nur locker kontrolliert. Es kam zu Überfällen auf die Bevölkerung und auch auf Toruisten. Als Folge sperrte das ägyptische Militär den Bereich der Wüste, der sich von der Oasenstraße nach Westen bis zu libyschen Grenze erstreckt. Der frühere Zustand des relativ freien Reisens lässt auf sich warten...

Obwohl ich (als Reise Know-How Verlag Tondok) aus Altersgründen auch das Buch ÄGYPTEN INDIVIDUELL an den Reise Know-How Verlag Helmut Herman übergeben habe, werde ich diesen Artikel noch auf meiner Website stehen lassen, denn er war früher eine gute Informationsquelle für Indivdualreisende und wurde entsprechend häufig angeklickt. Obwohl sich auch die Wüste verändert, wird er Interessenten noch nützliche Informationen bieten. Allerdings: Diese Infos werden nicht mehr aktualisiert!

Die Wüste ist ein durchaus fragiles Gebilde, daher sollten Expeditionen nur in Begleitung entsprechend ausgebildeter oder sensibilisierter Personen erfolgen. Wir haben aus diesem Grund keine Koordinaten angegeben - bis auf wenige unsensible -, die bisher bereits veröffentlicht wurden. Es ist zu hoffen, dass durch die Einrichtung des National Parks Gilf Kebir die Besucherströne besser koordiniert und über den Umgang mit den historischen und landschaftlichen Attraktionen informiert werden.

Wil Tondok

Die westliche Wüste und ihre Landschaft

Das folgende Kapitel soll der grundsätzlichen Information dienen. Unter der Überschrift Unterwegs in der Westlichen Wüste geht es dann um die konkreten Ziele. Überschneidungen lassen sich manchmal nicht vermeiden.
Wir verwenden durchgängig den Begriff WESTLICHE WÜSTE; dieses Gebiet ist ebenfalls unter LIBYSCHE WÜSTE bekannt - beide Begriffe scheinen fast gleichwertig und ähnlich oft in Gebrauch zusein.

Hintergrund

Zwar gilt die Wüste dem Durchschnittsbesucher aus dem kühlen Norden immer noch als unheimlich, unkomfortabel und im Wesentlichen aus Sand bestehend. Dass dieses Bild völlig schief liegt, kann nur ein Besuch wirklich klarstellen. Auch dieses Kapitel soll das Trugbild korrigieren helfen; denn das riesige Areal bietet nicht nur überaus faszinierende Landschaften, sondern auch prähistorische Relikte, die lange vor den geschichtlichen Aufzeichnungen entstanden.

Die Landschaften

Die Westliche Wüste umfasst ein riesiges Areal, das am Westufer des Nils beginnt und im westlichen Libyen endet. In Ägypten wird sie auch Westliche Wüste genannt. Hier soll im wesentlichen nur vom südwestlichen Teil dieser Wüste die Rede sein. Sie zählt zu den trockensten Gebieten weltweit, oder hält sogar den Rekord an Trockenheit. In diesem größten hyperariden Raum der Erde regnet es an manchen Stellen Jahrzehnte nicht. Im Durchschnitt ist in vielen Bereichen mit 1 mm Niederschlag pro Jahr zu rechnen, in der Oase Dakhla z.B. immerhin mit Wassermassen von 5 mm pro Jahr. Dagegen verdunsten dort, wo Wasser vorhanden ist, wegen der Hitze jährlich 6000 mm!

Unterwegs in der Westlichen Wüste

In diesem Kapitel werden ausschließlich Ziele westlich der Oasenstraße Bahariya – Kharga behandelt, da die anderen touristisch relevanten Plätze in ÄGYPTEN INDIVIDUELL im Kapitel Die Westliche Wüste und ihre Osen ausführlich beschrieben sind.

Gefahren

Drei Überfälle in 2008 mit eindeutig kriminellem Hintergrund lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf Gefahren in der süwestlichen Westlichen Wüste, an die bisher niemand gedacht oder zu denken gewagt hatte.

Inzwischen wurden zwei ständig besetzte Militärcamps südlich des Gilf Kebir eingerichtet, eins davon sehr nahe am Jebel Uweinat (N21 27,6'' E25°17,4'). Außerdem sind seit Herbst 2010 neue Bestimmungen in Kraft getreten, die den Reisenden mehr Schutz gewähren sollen, siehe weiter unten. Dieser Schutz schlägt sich massiv im Reisepreis nieder. Ein Tross von bewaffneten Menschen und deren zusätzliche Fahrzeuge trägt nicht gerade zur Flexibilität bei - die Einsamkeit der Wüste relativiert sich.

Lama-Felsen

Von Dakhla zum Gebel Uwaynat

Die Oasen der Westlichen Wüste und die Weiße Wüste ziehen mit großem Abstand die meisten Touristen an. Tripps, die von der Oasenstraße nach Westen oder Südwesten führen, gehören schon eher in die Expeditions-Kategorie mit einem Schuss Abenteuer. Aber das Risiko ist kalkulierbar und vermutlich kaum höher als das der Anreise. Neben Autotouren werden übrigens auch Kameltripps angeboten.

In den letzten Jahren hat sich quasi eine Standardroute herausgebildet, die von den meisten Anbietern mit geringfügigen Abweichungen abgearbeitet wird. Wahrscheinlich werden in Kürze die Entdeckungen von Carlo Bergmann in diese Trips einbezogen werden, die sich aber auf die nähere Umgebung von Dakhla konzentrieren.

Vom Uwaynat zum Gilf Kebir

Der Gebel Uwaynat ist der Wendepunkt einer Reise in die Westliche Wüste, von hier aus geht es wieder nach Norden. Früher führte der Weg zwischen den Zwillingsbergen Peter und Paul, die eine gute Landmarke abgeben, hindurch. Aber seit langem ist diese Durchfahrt vermint, und man schlägt einen entsprechenden Sicherheitsbogen um die beiden Brüder.

Ein gutes Zwischenziel auf dem Weg zum Südwestrand des Gilf Kebir ist das weithin sichtbare Felsmassiv Three Castles (N23°25,6’ E25°25,07’). Zwischen diesen drei Burgen suchte das englische Militär Schutz. Auch heute findet man sogar noch in der Mittagssonne ein schattiges Rastplätzchen. Zuvor wird nahezu traditionell an einem Lkw-Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg der britischen Long Desert Range Group Halt gemacht (N23°5,50’ E25°39,48’).

Durch das Große Sandmeer nach Norden

Der übliche Weg vom Gilf Kebir nach Norden führt zunächst am Westrand des Großen Sandmeers entlang bis zum Silica Valley. Hier gibt es auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche sehr ungewöhnliche Glasbrocken, die nach bisherigen Kenntnissen einmalig auf der Erde und für deren Entstehung mehrere Theorien im Umlauf sind. Immerhin schmückt ein solches Silica-Glas das Zentrum des Pektorals von Pharao Tutanchamun.

Letzte Änderung: Frühjahr 2012

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