Auszüge aus
PALÄSTINA, 1. Auflage
Im Folgenden können Sie in Leseproben aus dem Originaltext schmökern. Doch bitte bedenken Sie: Was auf dieser Internet-Seite grau und uniform aussieht, ist im echten Buch viel lebendiger gestaltet und zum Lesen - auch Diagonallesen - viel besser geeignet als die relativ langen Zeilen dieser Seite. Aber wir wollen ja nur einen Eindruck von unterschiedlichsten Informationen vermitteln, die Sie in dem Reiseführer vorfinden werden. Und wenn Sie genau wissen wollen, welche Themen auf den 744 Seiten der 18. Auflage behandelt werden, dann können Sie auch einen Blick auf das Original-Inhaltsverzeichnis werfen (am Ende dieser Schmökerecke).
Alles über Reisen in Palästina
Ankunft und Einreise
Jericho, Jordangraben & Totes Meer
1. Alles über Reisen in Palästina
...Auf einer Fläche von der Größe Hessens drängen sich historische und kulturelle, aber auch landschaftliche Eindrücke in einer Vielfalt zusammen, wie sie kaum ein anderes Stück Erde so kompakt aufzuweisen hat. Jericho im Jordangraben gehört zu den ältesten bekannten Stadt- bzw. Gemeinschaftsansiedlungen der Menschheit. Vor etwa 10 000 Jahren taten sich dort Jäger und Sammler zusammen und bauten eine befestigte Siedlung.
Doch Jericho ist nur der Anfang. Es gibt eine ganze Reihe Orte, deren Geschichte zwar nicht so weit zurückzuverfolgen ist, die aber bereits auf ein paar Jahrtausende vor der Zeitenwende zurückblicken können. Besucherinnen und Besucher haben also mehr als genug Gelegenheit, sich alte und uralte Steine oder Gemäuer anzuschauen und dabei über die menschliche Vergänglichkeit nachzudenken.
Das sogenannte Heilige Land ist der Ursprung dreier Religionen: Judentum und Christentum entstanden hier und wurden so entscheidend geprägt, dass der Prophet Mohammed aus ihnen schöpfte, als er den Islam formulierte. So stellt Jerusalem die drittheiligste Stadt der Muslime dar, und für Juden ist die Westmauer ihres ehemaligen Tempels (hebräisch Kótel, auch Klagemauer genannt) in der Jerusalemer Altstadt das wichtigste Ziel der ganzen Welt.
Der Hügel Golgatha und das Grab Christi, ebenfalls in der Altstadt Jerusalems gelegen, die Bethlehemer Geburtskirche und die Verkündigungskirche in Nazareth sind heilige bzw. die historisch bedeutsamsten Stätten der Christenheit.
Während der letzten beiden Jahrtausende fand also – salopp formuliert – ein Wettbewerb zwischen den drei Religionen in diesem sogenannten Heiligen Land statt. Zählt man jedoch die Toten, Verstümmelten, die Zerstörungen an Besitz und Natur aufgrund dieser Rivalitäten, dann kann man die Gegend eigentlich nur als unheiliges bzw. unheilvolles Land bezeichnen. Laut hebräischer Bibel schlugen bereits die alten Israeliten grausame Schlachten gegen die Vorbesitzer des Landes, wurden jedoch ihrerseits von neuen Eroberern furchtbar verprügelt, vertrieben und wieder zurückgelassen. Nicht minder schlugen die Christen auf die Juden ein, weil sie in Letzteren "Gottesmörder" sahen. Die Muslime gingen bei und nach ihrer Schnelleroberung des Nahen Ostens kaum weniger zimperlich mit den ihnen doch nahe stehenden Anhängern der Buchreligionen um. Der Boden des Nahen Ostens ist wahrlich durch und durch mit Blut getränkt.
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Was man alles unternehmen kann
Palästina bietet den Besucherinnen und Besuchern eine verlockende Vielfalt an Unternehmungen, sportlichen Betätigungen und auch Erholungsmöglichkeiten.
Besichtigungstouren nach den unterschiedlichsten Kriterien: religiös (jüdisch, christlich, islamisch), historisch und kulturhistorisch (u.a. jüdisch, griechisch, römisch, christlich, muslimisch-arabisch), landschaftlich (fruchtbar, wüstenhaft, gebirgig)
Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen (Konzerte, Theateraufführungen, Tanz, Festivals, Folklore-Veranstaltungen Kunstausstellungen etc.)
Menschen begegnen, deren Einfallsreichtum und Heiterkeit kaum zu ihrer Lage zu passen scheinen
Märkte erkunden, Gewürze erduften und mit den Händlern feilschen
Entspannen in einem Resort oder einem traditionellen Hamam
Baden im Toten Meer
Wandern in den Bergen, Trekking zu den Wüstenklöstern
Radfahren oder Reiten
Vögel beobachten – vor allem Zugvögel auf der Durchreise
Touristische Informationen
Der Weg nach Palästina führt immer über Israel, sei es in der Luft oder am Boden. Auch wenn man über Jordanien anreist wird man am Grenzübergang an der King-Hussein- bzw. Allenby-Brücke israelische Soldaten beim Vollziehen hoheitlicher Aufgaben treffen, nähere Informationen siehe S. 186.
Einige Fluglinien nach Tel Aviv
Manche hier nicht aufgeführte osteuropäische Fluggesellschaften bieten günstige Tarife an, die meist mit Warten und Umsteigen nachts sowie später Ankunft in Israel verbunden sind.
Arkia, www.arkia.com
Polo-Reisen, Amalienstr. 42, 80799 München, Tel 089 2870080, www.poloprogress.de; fliegt von München und Berlin
Air Berlin, www.airberlin.com,
Berlin, Service-Tel D 01805 737800, A 0820 737800, CH 0848 737800; fliegt direkt von Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und München
Polo Progress Reisen, München,
Tel 08928808000, www.poloprogress.de
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(Teil)Organisierte Reisen
In Palästina kann es schwierig sein, auf eigene Faust zurechtzukommen: Sprach- und Bewegungsbarrieren, der Abgleich von Landkarte und Realität, Einschätzen unterschiedlicher Situationen usw. Wohl dem, der dann einen Fremdenführer hat. Die folgenden Organisationen schlagen Mehrtagestouren vor, können einem eine komplette Reise auch ganz nach Wunsch zusammenstellen, aber man könnte auch lediglich einzelne Tage, Besichtigungen oder Gesprächstermine buchen.
Alternative Tourism Group (ATG), Bet Sahur (Tel 02 2772151, www.patg.org), bietet verschiedene Gesamtpakete an, z.B. zusammen mit dem Ostjerusalemer YMCA Olivenbäume pflanzen und Oliven pflücken, inklusive Kulturprogramm. Hier sind auch die richtigen Ansprechpartner, wenn man Gespräche mit verschiedensten Personen des öffentlichen Lebens wünscht, auf palästinensischer wie auf israelischer Seite. Infrastruktur auch für Gruppen kann ohne Probleme organisiert werden. Um eine Vorstellung zu haben: Eine Reise für 8 Tage kostet um 700$ (Einzelzimmerzuschlag $30), Unterbringung in Familien, von Deutschland aus müsste dann lediglich der Flug organisiert werden.
Alternative Tours & Transport, Jerusalem (im Jerusalem Hotel, Tel/Fax 02 6283282, www.alternativetours.ps), unterscheidet schon auf der Website zwischen eher touristischen und eher politischen Angeboten und hängt mit der ATG zusammen.
Touristische Informationen
Der Weg nach Palästina führt immer über Israel, sei es in der Luft oder am Boden. Auch wenn man über Jordanien anreist wird man am Grenzübergang an der King-Hussein- bzw. Allenby-Brücke israelische Soldaten beim Vollziehen hoheitlicher Aufgaben treffen, nähere Informationen siehe S. <?>.
Einige Fluglinien nach Tel Aviv
Manche hier nicht aufgeführte osteuropäische Fluggesellschaften bieten günstige Tarife an, die meist mit Warten und Umsteigen nachts sowie später Ankunft in Israel verbunden sind.
Arkia, www.arkia.com
Polo-Reisen, Amalienstr. 42, 80799 München, Tel 089 2870080, www.poloprogress.de; fliegt von München und Berlin
Air Berlin, www.airberlin.com,
Berlin, Service-Tel D 01805 737800, A 0820 737800, CH 0848 737800; fliegt direkt von Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn und München
Polo Progress Reisen, München,
Tel 08928808000, www.poloprogress.de
EL AL Israel Airlines, www.elal.co.il
Flughafen Schönefeld, Tel 030 2017790
Frankfurt/Main, Tel 069 929040,
München, Tel 0892106920,
A 01700732400 CH 0442257171,
Hamburg International, www.hamburginternational.de, Tel 0303198819-12/14/17, fliegt von München und Weeze (Niederrhein), Buchung derzeit nur per Reisebüro
Israir, www.israir.com, Mörfelden-Walldorf, Tel 06105 206090
Leiserowitz Reiseagentur, Berlin, www.leiserowitz.de, Tel 030 20962280
Lufthansa, www.lufthansa.com
Frankfurt/Main, Tel 01805 838426;
A 0810 10258080, CH 0900 900922
Swiss International Air Lines,
www.swiss.com, Basel, Tel CH 0848 700700,
D 01803 000337, A 0810 810845
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Informationen für die Praxis - unterwegs in der Westbank
Die Westbank wurde im Zuge der Oslo Vereinbarungen
in die Zonen A, B, C und Sperrgebiete
aufgeteilt. Die ursprüngliche Regelung wurde
in der Westbank inzwischen vereinfacht. Änderungen
sind laufend zu erwarten. Nachfolgend
der Stand April 201.
• Für alle 3 Zonen A, B und auch C ist derzeit
die palästinensische Verwaltung verantwortlich.
D.h. Schulen, Krankenhäuser Ausweiserstellung
etc. liegen bei den palästinensischen Behörden.
• In der A-Zone hat die Palästinensische Autonomiebehörde
die Verwaltungs- und Polizeigewalt
einschließlich Baugenehmigunen. Was
nicht ausschließt, dass israelische Militäreinsätze
z. B. zur Personensuche vorkommen.
• In der B-Zone obliegt der Autonomiebehörde
die allgemeine Verwaltung einschließlich
Baugenehmigungen.
• In der B- und C-Zone hat im Wesentlichen
nur die israelische Polizei das Sagen. Jedoch
arbeitet sie bei Verbrechensverfolgungen mit
der palästinensischen Polizei auch vor Ort zusammen.
• In der C-Zone hat Israel auch die Verwaltungshoheit
über Baugenehmigungen (siehe S.
185). Darunter fällt u.a. das gesamte Jordantal.
• Die Bewohner der C-Zone leiden am
meisten unter der Besatzung. Agressive Siedler
versuchen den Palästinensern ihr Acker- und
Weideland streitig zu machen. Man geht inzwischen
von 290 000 israelischen Siedlern in der
Westbank und 200 000 in Ost-Jerusalem aus.
• Derzeit können alle Straßen im Westjordanland,
auch die sogenannten Siedlerstraßen,
von Palästinensern und palästinensischen Mietwagen
befahren werden. Allerdings nur, wenn
die Straßen nicht direkt in Siedlungen hineinführen
oder aus militärischen Gründen gesperrt sind.
Palästinenser meiden darum solche Straßen aus
Sorge vor Steinwürfen aggressiver Siedler.
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2. Ankunft und Einreise
Ben Gurion Airport (Tel Aviv)
Flugreisende treffen normalerweise auf dem Flughafen Ben Gurion (in Israel auch mit dem Akronym Natbag bezeichnet) ein, Charterflüge gehen von Europa auch direkt nach Elat. Wenn möglich, vermeiden Sie den Shabbat (Samstag) als Ankunfts-/Abreisetag, weil der öffentliche Verkehr auf ein Minimum reduziert ist und häufig teure Taxis anstelle von Bussen angeheuert werden müssen.
Vor der Ankunft – im Flieger oder auf dem Schiff – wird man Ihnen ein Formular aushändigen, in dem die üblichen Fragen nach Name, Geburtsdatum etc. zu beantworten sind. Gleichzeitig wird nach einer Anschrift in Israel gefragt. Geben Sie eins der großen Hotels, z.B. das Dan Panorama im Charles Clore Park in Tel Aviv, an. Niemand prüft die Angabe nach, schließlich können Sie sich ja auf dem Weg zum Hotel anders entschieden haben.
Wenn Sie noch in arabische Staaten außer Ägypten oder Jordanien reisen wollen, kann ein israelischer Einreisevermerk im Pass eine unüberwindliche Einreisehürde sein. Daher empfiehlt sich, am Passschalter ausdrücklich um keinen Stempel zu bitten. Sie bekommen dann ein gestempeltes Blatt in den Pass gelegt, das Sie bis zur Ausreise aufheben müssen. Achtung: Da alle Einreisenden aus Kontrollgründen sowieso ein gestempeltes Blatt in den Pass gelegt bekommen, das jedoch 20 Meter weiter postwendend wieder eingesammelt wird, muss man auf zwei gestempelten Blättern bestehen! Wenn Sie nämlich später nicht nachweisen können, dass Sie ein Touristenvisum haben, wird bei der Automiete keine Steuer erlassen und man bekommt z.B. an Checkpoints ein Problem. Alternativ kann man sich zu Hause einen zweiten Pass ausstellen lassen, was zwar Geld kostet, aber vielleicht Ärger erspart.
Sich fortbewegen – unterwegs in Palästina
Busse/Eisenbahn von Tel Aviv
nach Jerusalem
Über ganz Israel ist ein sehr enges Busnetz gelegt. Überregional ist vor allem die Gesellschaft EGGED unterwegs, aber auch DAN fährt über längere Distanzen. Das System der Fernverbindungen entspricht etwa dem unserer Eisenbahnnetze mit „ICE-Strecken“ und lokalen Bummel-Verbindungen. Solche Schnellbusse können Sie in der Westbank in gepanzerter Ausführung über die gut ausgebauten Straßen brausen sehen. Man könnte diese Verbindungen nutzen, aber vom Busbahnhof einer Siedlung wegzukommen und palästinensische Orte zu besuchen, gestaltet sich sicherlich nicht so leicht.
Fast jede israelische Stadt besitzt einen Busbahnhof oder, modern ausgedrückt, einen Busterminal, in dem die Fäden zusammenlaufen und von vielen innerörtlichen Linien angefahren wird. Die Fernlinien starten und enden ausschließlich in den Busterminals. Man muss also meist einen städtischen Bus zum Terminal nehmen.
In den Städten fahren die Busse meist im Fünf- oder Zehnminutentakt, der Fahrpreis beträgt etwa ₪ 6. Im innerstädtischen Verkehr halten die Busse nur auf Aufforderung per Knopfdruck. In der Regel fahren am Shabbat, also von Freitag- bis Samstag-Sonnenuntergang, keine oder nur wenige Busse. Bedenken Sie dies, wenn Sie z.B. von Jerusalem zum Ben Gurion Flughafen fahren müssen.
Übernachten
In der Westbank trifft man hauptsächlich auf Mittelklassehotels, wirklich billige Herbergen wie in den Nachbarländern sind weniger häufig anzutreffen. Eine Klassifikation etwa mit Sternen ist schwierig, weil die PA bisher keine Richtlinien dazu erlassen hat. Rechnen Sie etwa mit mitteleuropäischen Kosten.
Die (wenigen) Luxushotels orientieren sich am internationalen Standard dieser Klasse.
In den Mittelklassehotels kann man auch Aircondition und Heizung, Telefon, TV, Radio, Kühlschrank und einigermaßen brauchbare Zimmer mit Bad voraussetzen. Ein Restaurant und eine Bar gehören manches Mal dazu, wie auch ein Swimmingpool, Sportmöglichkeiten etc.
Hotels dieser beiden Kategorien sind in der
Arab Hotel Association, Jerusalem, Tel 02 6283140, www.palestinehotels.ps
zusammengeschlossen. Dort können Sie – nicht immer aktuelle – Informationen abrufen.
Eine besondere Einrichtung vor allem in Jerusalem und Bethlehem/Bet Jala sind die christlichen Hospize, die von den verschiedenen Religionsgemeinschaften betrieben werden. Wer sich eine ärmliche Unterkunft darunter vorstellt, muss sich bei Bezug seines meist komfortablen Zimmers mit Bad, AC und Telefon, allerdings häufig ohne TV, eines Besseren belehren lassen bzw. wird es spätestens bei Begleichung der Rechnung bemerken. Gerade in Jerusalem sind die Hospize eine Ergänzung der Standardhotels, denen sie in Komfort und Service meistens kaum nachstehen. Auf der Website des Jerusalemer Christian Information Center, www.cicts.org, gibt es eine Liste dieser Gästehäuser.
Der palästinensische Jugendherbergsverband harrt noch seiner Gründung, aber es gibt vor allem in der Jerusalemer Altstadt, vereinzelt aber auch in Jericho, Nablus und Jenin jugendherbergsartige Unterkünfte, meistens Hostels oder Guest House genannt. Diese Häuser werden meist privatwirtschaftlich betrieben.
Sicherheit
Keine Angst
Dieses Buch handelt vom Reisen durch die Westbank aufgrund vielfältiger positiver Erfahrungen. Dennoch, wenn man jüdischen Israelis von dieser Absicht erzählt, werden vermutlich mehr als 95% der Gesprächspartner davon dringlich abraten. Diese Sorge speist sich aus dem Umstand, dass es jüdischen Israelis grundsätzlich untersagt ist, in die Westbank zu reisen. Sie werden aus Sicherheitsgründen sogar mit Strafen bedroht. Es sind nur wenige, die diesen Ärger in Kauf nehmen. So fehlen den meisten Israelis positive Erfahrungen im Umgang mit ihren engsten Nachbarn.
Üblicherweise passiert dem Normalbürger nichts in den palästinensischen Gebieten. Als ganz normaler Tourist wird man von der palästinensischen Bevölkerung sehr freundlich und sehr offen willkommen geheißen. Es ist deutlich zu spüren, dass sich die Menschen über ausländische Besucher freuen.
Unangenehm bis gefährlich können jüdische Siedler werden, die sich – beschützt von der Armee – quasi in einem rechtsfreien Raum bewegen und dies die Palästinenser spüren lassen. Besonders aktiv sind die Jugendgruppen der sogenannten Hilltop Youth (hilltop: Die Siedlungen liegen meist auf Hügelkuppen) mit einer unangenehmen Mischung aus rechtsradikal-religiösen Ansichten und Gewaltbereitschaft. Meiden Sie am besten die jüdischen Siedlungen.
Die Non-Government OrganisationB’tselem versucht, Menschnerechtsverletzungen in der Westbank wenigstens per Foto oder Video zu dokumentieren, www.btselem.org.
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Telefon
Öffentliche Telefone sind in Palästina kaum vorhanden. Man sollte zum Telefonieren ein eigenes Handy mitnehmen. Informieren Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Anbieter, wie viel die Roaming-Abkommen mit Palästina und Israel kosten, aber vermutlich wird Ihnen das auch per SMS mitgeteilt, wenn Sie im entsprechenden Netz Ihr Handy einschalten.
Auf jeden Fall günstiger ist es, vor Ort eine SIM-Karte zu kaufen und diese mit Prepaid-Karten aufzuladen, die sich quasi an jedem Kiosk nachkaufen lassen. Auch die SIM-Karte können Sie zum Beispiel im Kiosk am Jaffator in Jerusalem erstehen. Lassen Sie sich die Karte gleich einbauen, denn das Umstellen der Menüs von Arabisch auf Englisch ist sicherlich eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Sie Ihr Gerät weiter benutzen können. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Handy (auf Englisch mobile oder cell phone) kein SIM-Lock hat und damit keine Anbieter anderer Netze zulassen kann.
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3. Geschichte Palästinas
Seit grauer Vorzeit
Palästina zählt zu den ältesten Siedlungsräumen der Menschheit. In der Altsteinzeit (100 000 bis 14 000 vC) durchstreifen Jäger und Sammler das Land, die primitive Steinwerkzeuge benutzen. In den Höhlen des Karmel hausen Vorfahren des modernen Menschen, aber auch “Neandertaler”, die um 40 000 aussterben. In der Mittelsteinzeit ab 14 000 sind die Menschen erfinderisch geworden und setzen Pfeil und Bogen sowie Fallen beim Jagen ein. Wie die ersten Siedlungsschichten von Jericho (etwa 9000 vC), der ältesten bekannten menschlichen Steinbau-Siedlung, beweisen, haben sich die Bewohner zu einer Sozialgemeinschaft zusammengeschlossen und betreiben Ackerbau und Viehzucht.
Aus der Jungsteinzeit (ab 7500 vC) gibt es bereits mehrere Zeugnisse, dass Dorfgemeinschaften systematisch Feldanbau betreiben. Der größere Wohlstand erlaubt die Beschäftigung mit künstlerischen Ausdrucksformen, besonders als die Töpferei erfunden ist. In Jericho wird ein erster Tempel für eine aus Mann, Frau und Kind bestehende Gottheit gebaut. In der ab 4000 vC folgenden Kupfersteinzeit hat man gelernt, Kupfer zu gewinnen und es nutzbringend für Werkzeuge und Waffen einzusetzen. Auch aus dieser Zeit gibt es diverse Fundstellen. In Ägypten und Mesopotamien künden sich die ersten Hochkulturen an.
In der frühen Bronzezeit ab 3000 vC entstehen (oder sind z.T. schon entstanden) die ersten Stadtstaaten in Palästina, neben Jericho lassen sich Hazor, Meggido, Bet Shean, Jerusalem und Hebron – um die wichtigsten zu nennen – in diese Zeit datieren. Bewohner sind westsemitische Amoriter (Mittelmeerküste), von denen man weiß, dass sie ab etwa 2000 vC aus dem Gebiet westlich des Euphrats bis zur Mittelmeerküste vordringen.
Den größten Teil des Landes besiedeln die Kanaaniter. Historisch belegt ist, dass die Kanaanitische Periode etwa von 3000 bis 1200 vC dauerte, dann verschwinden sie als Bevölkerungsgruppe durch Assimilation, Integration oder Vernichtung von der Geschichtsbühne. Der ägyptische Pharao Amenhotep II. berichtet 1429 vC, dass Palästina von Hurritern im Landesinneren und Kanaanitern in den Küstenstädten bewohnt wurde. 100 Jahre später sprechen die Ägypter auch von Habiru – Hebräern – und meinen damit alle aus den östlichen (Wüsten-)Gebieten eingewanderten Gruppen.
Israelitische Epoche
Um etwa 2000 vC scheint sich die Attraktivität Palästinas herumgesprochen zu haben, denn eine Invasion von westsemitischen Nomaden ist nicht mehr aufzuhalten; dazu gehören z.B. die Amoriter, Nomaden aus der syrischen Wüste. Wenn wir die Bibel nicht nur als religiöses, sondern auch historisches Dokument betrachten (und an vielen Stellen konnte ihre historische Tragfähigkeit anhand archäologischer Nachweise bestätigt werden), dann kam etwa im 18. Jh vC ein Mann namens Abraham auf die Idee, ebenfalls nach Westen auszuwandern. Er stammte aus Ur in Mesopotamien und zog entlang des Euphrats flussaufwärts, schließlich über Aleppo nach Süden bis nach Hebron. Dabei bevorzugte er das West- und Ostjordanland bis hin zum Nordnegev der Küstenregion, denn dort ließ es sich noch leichter erobern als bei den stärkeren Küstenbewohnern.
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Kreuzfahrer
Als Papst Urban II. die Christen zum Krieg gegen den Islam auffordert, findet er genug Fanatiker, die 1095 zum Ersten Kreuzzug aufbrechen. Als sie 1099 Jerusalem erobern, richten sie ein schlimmes Blutbad sowohl unter den Juden als auch Muslimen als auch orientalischen Christen an. Gottfried von Boullion wird Beschützer des Heiligen Grabes. Nach dessen Tod 1100 lässt sich sein Bruder als Balduin I. zum König von Jerusalem ausrufen.
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Palästina– künftiger Staat der Palästinenser
Vorbemerkungen
In diesem Kapitel ergeben sich zwangsläufig Überschneidungen mit dem vorangehenden Kapitel, weil die Geschichte der Palästinenser seit der ersten zionistischen Einwanderung eng mit der der Israelis verbunden ist.
In Zusammenhang mit den palästinensischen Gebieten haben sich die Begriffe Westbank, Gazastreifen und besetzte Gebiete eingebürgert. Der Ausdruck Westbank beschreibt zunächst nur die westliche Schulter des Jordantals, bezieht sich aber allgemein auf die Gebiete, die nach dem Unabhängigkeitskrieg 1949 unter jordanischer Verwaltung blieben, also im palästinensischen Sinn auch nicht unabhängig waren. Dabei handelt es sich wiederum um die historischen jüdisch-biblischen Kernlande Samaria und Judäa, um die es den orthodoxen Juden bei der Rückkehr ins Gelobte Land eigentlich geht. Der Gazastreifen entstand ebenfalls eher als Zufallsprodukt; er war der Landstrich, den die ägyptische Armee während des israelischen Unabhängigkeitskrieges gehalten hatte. Als die besetzten Gebiete werden die gesamten Landflächen bezeichnet, die Israel 1967 eroberte, die zuvor entweder unter jordanischer oder syrischer oder ägyptischer Verwaltung standen.
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Historischer Abriss
Palästina, die Brücke zwischen den Kontinenten und den ganz frühen Staatsgebilden, stand, wie mehrfach erwähnt, stets unter der Herrschaft der mächtigeren Regenten aus der Nachbarschaft; seien es ägyptische Pharaonen, Perser, Griechen, Römer, arabische Kalifen oder schließlich das Osmanische Reich gewesen. Als sich dies auflöste, kamen die Engländer, die schließlich nur einen Teil des Landes an die ursprünglichen Bewohner zurückgaben.
Die lokale, weitgehend arabische Bevölkerung lebte praktisch immer unter Herrschern, deren eigentliches Machtzentrum weit entfernt lag; ob es sich um Bagdad, Konstantinopel oder London handelte. Sie war es gewohnt, sich unter diesem Mantel einzurichten, die große Politik an sich vorüberziehen zu lassen und sich mit den lokalen Gegebenheiten zu arrangieren. Es war eine ländliche Gesellschaft, in deren Mittelpunkt die Familie stand, der größere Familienclan und das Dorf. Über den Tellerrand dieses Mikrokosmos schaute man nicht weit hinaus. Das tägliche Leben der weitgehend bäuerlichen Gesellschaft bestimmte die Landwirtschaft, für ein staatliches oder in diesem Sinne nationales Bewusstsein gab es keinen Bedarf. Man fühlte sich als Teil der arabischen Bevölkerung im nahöstlichen Großraum; der Begriff Palästinenser und die Identifikation mit einer palästinensischen Heimat kamen als Folge der jüdischen Vertreibung erst vor nicht einmal 60 Jahren auf.
Auch die soziale Struktur richtete sich im Wesentlichen nach der Landwirtschaft und dem daraus erzielbaren Einkommen. Häufig gehörten größere Ländereien einer Großfamilie, und das Familienoberhaupt bestimmte, was damit geschah. Es gab aber auch viele Besitztümer, deren Eigner in Städten lebten. Sie ließen ihr Land von Fellachen (Landarbeiter, Kleinbauern) bewirtschaften, die auf diese Weise ihren bescheidenen Lebensunterhalt verdienten. Angebaut wurde im Wesentlichen nur dort, wo es sich von den natürlichen Bedingungen her lohnte, also in den fruchtbaren Tälern oder Ebenen. Große Flächen lagen – wie eh und je – brach. Diese Situation muss wohl zu dem bekannten zionistischen Spruch geführt haben: „Ein Volk ohne Land in ein Land ohne Volk.“
Die vordergründige Idylle wurde nachhaltig gestört, als im Zuge der Zionistenbewegung mehr und mehr jüdische Einwanderer ins Land kamen. Diese Siedler kauften seit den 1880er Jahren Land in größerem Umfang und ganz legal auf. Verkäufer waren meist reiche Araber, die in den umliegenden Metropolen – Beirut, Damaskus, Kairo etc. – lebten und sich von den sozialen Folgen ihrer Verkäufe kaum tangiert fühlten.
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Am 14. Mai 1948 verließen die Engländer Palästina, abends verkündete der erste israelische Ministerpräsident David Ben Gurion die Gründung eines unabhängigen Staates Israel. Die Palästinenser, denen die UNO-Resolution ebenso einen eigenen Staat zugestand, unternahmen nichts in dieser Richtung. Stattdessen erklärten die Nachbarn Libanon, Syrien, Transjordanien, Ägypten und Irak den Krieg und setzten am nächsten Morgen ihre Truppen in Marsch.
Die zahlenmäßige Übermacht der vereinten arabischen Truppen sprengte alle Relationen, ihr Sieg schien gewiss. Doch die häufig schlecht ausgerüsteten Israelis kämpften den Kampf der Verzweifelten, Todesmutigen, die wissen, dass sie im Fall der Niederlage alles verlieren würden. Die arabischen Armeen wurden unter hohen Verlusten zurückgedrängt. Am 15. Januar 1949 wurde ein Waffenstillstand abgeschlossen. Zur traurigen Bilanz zählt neben den Kriegstoten, dass etwa 700 000 Palästinenser aus ihrer Heimat geflohen waren oder vertrieben wurden. Die Israelis beherrschen nun 77 Prozent des Landes anstelle der im Teilungsplan vorgesehenen 56 Prozent.
Dieser Krieg, den die Israelis meist Befreiungs- oder Unabhängigkeitskrieg nennen, und in den die Araber zunächst mit großer Siegeseuphorie gezogen waren, heißt heute bei den Palästinensern AnNakba, die Katastrophe. Aus ihrer Sicht trifft dieser Begriff die Situation vollkommen: Die arabische Truppenführung forderte die Palästinenser auf, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen, nach wenigen Tagen könnten sie zurückkehren; viele Menschen steckten tatsächlich nur das Allernotwendigste ein, bevor sie ihre Häuser verließen – und sie nie wieder betreten konnten.
Als sich wie ein Lauffeuer herumsprach, dass die israelische Untergrundorganisation alle 250 Bewohner des Dorfes Deir Yassim bei Jerusalem brutal ermordet hatte, flohen umso mehr Palästinenser vor den israelischen Truppen.
Die angebliche Übermacht der arabischen Truppen entpuppte sich militärisch als Flop; wie sonst konnte z.B. eine ganze syrische Panzerarmee die Flucht ergreifen, als beim Angriff auf den Kibbuz Deganya ihr erstes Fahrzeug durch einen Molotowcocktail in die Luft flog.
Die meisten palästinensischen Flüchtlinge landeten im Gazastreifen und auf der Westbank, aber viele zogen auch weiter nach Jordanien, in den Libanon und in andere arabische Staaten. Den Brüdern und Schwestern dort waren sie nicht sonderlich willkommen. Man errichtete zwar Flüchtlingslager, half den Menschen aber kaum, vor allem siedelte man sie nicht an, weil das politisch ein Aufgeben des Rechts auf Rückkehr und Heimat bedeutet hätte. Erst die UN-Flüchtlingshilfe UNRWA sorgte für das Notwendigste.
Diese Situation und Auffassung hat sich bis heute nicht oder nur unwesentlich geändert. Die Flüchtlingslager bestehen immer noch, wenn auch nicht mehr aus Zelten, so doch als eng gepackte Dörfer mit einfachen Häusern. Viele Menschen wiegen sich immer noch im Glauben, in ihre einstigen Häuser in Jaffa, oder wo sonst sie lebten, zurückkehren zu können. Besuchern zeigen sie den alten Hausschlüssel, den sie ständig bei sich tragen.
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4. Jerusalem und Umgebung
Ausblicke auf die Stadt
Beginnen wir unsere Stadterkundung mit einem etwas distanzierten Blick auf das Häusermeer. Eine der schönsten Altstadtansichten offenbart der Ölberg (Beschreibung siehe weiter unten).
Der Blick von Jerusalems höchstem Punkt, dem Turm der deutsch-lutherischen Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg, ist ganz wunderbar, weil man auch in die judäische Wüste bis zum Toten Meer und nach Jordanien schauen kann. Derzeit nur per Treppe zu erreichen, Mo-Sa 8.30-13, ₪ 5, siehe unten.
Näher zu allen Sehenswürdigkeiten liegt der City Tower (Bus 4, 9, 32) an der Ecke King George V/Ben Yehuda St, vor dessen Dachrestaurant sich das Stadtzentrum ausbreitet.
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Als Besichtigungsbeginn: Vom ***Ölberg zum Zionstor
Um einen ersten optischen Eindruck speziell vom historischen Jerusalem zu gewinnen, sollte man den palästinensischen Bus 75 vom Busbahnhof nahe dem Damaskustor oder ein Taxi zum Ölberg (Mount of Olives) nehmen, zum palästinensischen Dorf AtTur. Von hier oben, genauer von der Aussichtsterrasse vor dem Hotel Seven Arches, bietet sich ein berauschender Aus- und Überblick über das Kidron-Tal hinweg auf die Altstadt und das westliche Zentrum. Fahren Sie möglichst am frühen Vormittag, solange die Sonne von Osten her die Stadt anstrahlt und die goldene Felsendomkuppel zurückleuchtet.
Steigen Sie am besten im Dorf AtTur am südlichen Dorfausgang an der Paternoster Kirche (Mo-Sa 8.30-12, 14.30-16.30) aus, die zum Kloster der Karmeliter-Nonnen gehört und auf dem Platz der 614 von den Persern zerstörten und von den Kreuzfahrern wiedererrichteten, dann erneut demolierten Eleona-Kapelle steht. Hier soll, nach Vorstellung der Kreuzfahrer, Jesus seine Jünger das Vaterunser gelehrt haben. An den Wänden des Innenhofs ist das Gebet in 80 Sprachen zu lesen. Schräg gegenüber der Kirche steht in einem Moscheen-Bezirk die Himmelfahrtkapelle, auch Imbomon genannt, die eigentlich eine Moschee ist (₪ 5). Sie wurde von den Kreuzfahrern an der Stelle errichtet, an der Jesus laut Lukas-Evangelium gen Himmel fuhr. Ursprünglich hatte sie symbolträchtig keine Kuppel, was sich unter den Muslimen änderte. Die heutige, von einem tristen Hof umgebene, leere Kapelle ist eigentlich den Besuch kaum wert, Jesu Fußabdruck ist, sagen wir mal, undeutlicher als auf mittelalterlichen Gemälden. Aber die Säulenkapitelle außen sind hübsch. Östlich davon liegt das russisch-orthodoxe Himmelfahrtkloster mit seinem 80 m hohen Turm, das aber praktisch kaum zugänglich ist.
Wenn Sie von hier aus einen Abstecher einlegen und sich noch weiter oben umsehen wollen, sollten Sie sich auf der Kammstraße Raba AlAdawiye weiter nach Norden bis zum 850 m hohen Mount Scopus, der höchsten Erhebung Jerusalems, begeben. Dort steht das Auguste Victoria Hospital, das auf Namen und Besuch der deutschen Kaisergattin Ende des 19. Jhs zurückgeht. Im Komplex des Krankenhauses ragen Turm und Gebäude der protestantischen Himmelfahrtkirche (Mo-Sa 8.30-13 und nach Vereinbarung) mit sehenswerten Mosaiken auf, die – nach nur drei Jahren Bauzeit 1910 fertiggestellt – ein typisches Beispiel preußisch-wilhelminischer Kirchenarchitektur ist. Auf den 45 m hohen Turm mit seiner bestechenden Aussicht kommt man zur Zeit nur zu Fuß (₪ 5). Das hier ansässige Evangelische Zentrum für Touristen und Pilger berät und hilft Besuchern bei der Reisevorbereitung, lädt zu Führungen, Vorträgen und Gottesdiensten ein, im zugehörigen großen Garten und Café (Mi-Sa 10-16) kann man rasten (Palästinensischer Bus 75 vom Damaskustor). Unter www.evangelisch-in-jerusalem.de gelangt man außer zu den Veranstaltungen für Touristen auch zum Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaften, dessen Gebäude sich auf demselben Gelände befindet.
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Vom Jaffator zum Tempelberg
Das Jaffator öffnet den Eingang von Westen, also vom uralten Hafen Jaffa her. Es wird von den Palästinensern Bab AlKhalil und von den Juden Sha’ar Yafo genannt. Westlich vor dem Tor liegt die jüdische Neustadt von Jerusalem, dahinter nach Norden das Christliche und nach Süden das Armenische Viertel. Damit Kaiser Wilhelm II. und sein Tross bei seinem Besuch 1898 standesgemäß in die Altstadt einreiten konnten, schlugen die Türken eine Öffnung rechts neben dem ursprünglichen Jaffator in die Mauer, über die sich die heutigen Bewohner insofern freuen, weil sie den Autozugang ermöglicht. Im Moment wird hier allerdings heftig gebaut, sodass der Zuweg in die Altstadt noch schwieriger ist als sowieso schon. Zum Jaffator fahren die Busse 1, 20, 38.
Gleich neben der Mauerbresche erhebt sich die sehenswerte ***Zitadelle. Ihre Ursprünge legten die Hasmonäer im 2. Jh vC, große Teile gehen jedoch auf Herodes zurück, der die Anlage ca. 24 vC als Sicherung seines nebenan liegenden Palastes erbauen ließ. Als die Römer 70 nC die Stadt eroberten, zog eine Garnison in die Festung ein. Später verfiel die Anlage, sie wurde nacheinander von den Kreuzfahrern, Mamluken und Türken wieder aufgebaut. Im 14. Jh erhielt sie den Davidsturm anstelle des ehemaligen Phasaelturms.
Heute beherbergt die Zitadelle das interessante ***Tower of David Museum (Davidsturm-Museum, So-Mi 10-16, Do -18, Sa -14, Juli/Aug Sa-Do -17, Fr 10-14, englischsprachige Führung jeweils 11 Uhr, ₪ 30, Kinder die Hälfte. Öffnungs- und Anfangszeiten wechseln immer mal: Tel 6265310, www.towerofdavid.org.il). An manchen Abenden wird eine gute Sound and Light Show zur Geschichte Jerusalems geboten (für draußen warm genug anziehen, bei Regen fällt’s aus, 45 Minuten, Mo/Mi/Do/Sa 19 & 20, Sa 30 min später, Sommer 21.30, ₪ 50, Kinder 40, kombinierbar mit Tagesticket, Reservieren empfohlen: Tel 6265333). Das Museum schildert mit hervorragenden Displays sowohl die Geschichte der Zitadelle als auch die der Stadt. Im Garten kann man Ausgrabungen betrachten, vom Davidsturm und den Mauern bieten sich immer wieder neue Ausblicke auf die Altstadt und Westjerusalem.
Gegenüber der Zitadelle erhebt sich die Anglikanische Kirche (Christ Church) im neugotischen Stil, die erste protestantische Kirche des Nahen Ostens; sie wurde 1849 eingeweiht. Direkt um sie herum gibt es eine Reihe anderer protestantischer Einrichtungen wie Missionsstationen und das einstmals erste moderne Hospital Jerusalems. Das Gebäude rechts der Kirche war der Sitz des britischen Konsuls und ist heute ein von der Innenarchitektur her stimmungsvolles Hospiz. Schließlich gibt es hier die auf S. 131 genannte christliche Informationsstelle.
Obwohl das Armenische Viertel gleich nebenan liegt, wollen wir diese historischen Stätten zunächst rechts liegen lassen und der David St (Souk AlBasar) nach Osten folgen, die vom Tor aus praktisch geradewegs in das Herz der Altstadt führt. Hier geht es mitten hinein in das Basarleben, vordergründig findet hier Orient in seiner schillernden Vielfalt und seinen uralten Traditionen statt. Tatsächlich handelt es sich um brutalen Kommerz, dem Sie Ihren gesunden Verstand und viel Misstrauen sowohl in Preise als auch in qualitative Aussagen oder Altersangaben entgegensetzen sollten. Bereits hier, am Beginn der vielen Souks, kann man sich unzählige Souvenirs andrehen lassen – wenn Sie Ihr Geld in der Altstadt verprassen wollen, schauen Sie sich zunächst um und kaufen Sie erst beim zweiten oder dritten Besuch.
Beiderseits der David St breitet sich der Souk AlBasar aus. Ungefähr in der Hälfte der Straße liegt links der Souk Aftimos, an der dritten Querstraße nach links ausgeschildert. Diese Straße (Muristan St) führt übrigens zur nahe gelegenen Grabeskirche (siehe S. 113). Gehen Sie die David St bis zu ihrem Ende, d.h. dort, wo man auf eine T-Kreuzung stößt. Die drittletzte Straße kurz vor dieser Kreuzung rechts ist praktisch die Verlängerung des von Nord nach Süd verlaufenden, sehr lebendigen Souk Khan EzZeit, die hier als ElHussor St ausgeschildert ist und ab der St. Mark’s St dann Habad St heißt.
****Tempelberg mit Felsendom (Haram AshSharif)
Geschichte: Ein steiler Berg namens Moria bildet den historischen Hinter- und Untergrund des vor Ihnen liegenden, für die drei monotheistischen Religionen heiligen Bezirks. Abraham erhielt im 85 km entfernten Beer Sheba von Gott den Befehl, auf dem Berg Moria seinen Sohn Isaak (nach islamischer Tradition: Ismael) zu opfern, danach wanderte er angeblich zu diesem hier liegenden Berg und wurde im letzten Moment von der Opferpflicht befreit. Ein Jahrtausend später eroberte um 1000 vC David den Berg, errichtete dort einen Altar und stellte die Bundeslade ab. Sein Sohn Salomo ließ an dieser Stelle den ersten prächtigen, aber recht kleinen Tempel in siebenjähriger Bauzeit von phönizischen Baumeistern errichten. Die Wände des Hauptraums und des Allerheiligsten waren mit Zedernholz aus dem Libanon getäfelt und vergoldet. Fast 400 Jahre später, 587 vC, wurde der Tempel von Nebukadnezar zerstört. Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft errichteten die Juden den Zweiten Tempel anstelle des ersten, der 516 vC fertiggestellt wurde. Als Herodes I. an die Macht kam, ließ er den vermutlich beschädigten Tempel renovieren und vergrößern. Um das 300 x 480 m große Areal zu schaffen, musste zusätzliche Fläche durch Aufschüttungen gewonnen werden, Stützmauern waren nötig, um die Aufschüttungen zusammenzuhalten. Die Mauern sind noch heute an der Ost-, Süd- und südwestlichen Seite zu sehen. In diesem Tempel diskutierte Jesus mit den Schriftgelehrten, hier vertrieb er die Händler und wurde vom Teufel versucht. 70 nC zerstörten die Römer den Zweiten Tempel, übrig blieben nur die Stützmauern.
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Zugang für Nichtmuslime ist nur südlich der Westmauer über die Stelzenkonstruktion zum Marokkanertor (Bab AlMughrabi) möglich (Einlasszeit So-Do im Sommer: 7.30-11, 13.30-14.30, im Winter: 8-10, 12.30-14; Öffnungszeiten können sich ändern und ohne vorherigen Hinweis auch ganz wegfallen, im Ramadan stark eingeschränkt, während islamischer Feiertage – siehe S. 50 – meist geschlossen, Tel 6226250). Verlassen müssen Sie den Tempelplatz bis 15 Uhr durch jedes der acht anderen Tore. Der Eintritt auf den Tempelplatz ist frei, doch derzeit ist für Nichtmuslime kein Blick in Dom oder Moschee möglich, auch das Islamische Museum in der Südwestecke des Platzes wird umgebaut. Angeblich sollen Leute durch Bakshish in die Gebäude gelangt sein, doch empfehlenswert ist das nicht. Wer einfach behaupten wollte, Muslim zu sein, muss sich auf Fragen gefasst machen und sollte zumindest die Sure AlFatiha beten können (Aussprachetrainer: www.mounthira.com/learning/surah/001-al-fatihah). – Vermutlich wird Ihnen ein selbst ernannter Guide seine Dienste anbieten; sollten Sie darauf eingehen, dann den Preis unbedingt vorher vereinbaren. Sollten Sie die keuschen Kleidersitten nicht erfüllen, so können Sie blaue Kittel als Schutz gegen und vor dem bösen Blick der denkbar unfreundlichen Wärter ausleihen. Unser Tor entlässt uns direkt auf das Gelände der AlAqsa Moschee.
Sollte der Besuch von Dom und Moschee wieder erlaubt sein, muss man in einem kleinen Kiosk rechts zwischen Moschee und den Gebäuden gleich an der Mauer Eintrittskarten kaufen (₪ 30-40). Die Gebäudegruppe, die sich L-förmig an der Mauer entlangzieht und an die AlAqsa Moschee stößt, dient dem Islamischen Museum als Unterkunft, das jedoch seiner Wiedereröffnung harrt. Sehenswert wären Korantexte, Reste von Balken aus dem 8. Jh und des beim AlAqsa-Brand 1969 beschädigten Minbars.
Gehen Sie weiter zur ****AlAqsa Moschee (die Fernste, von Mekka und Medina aus gesehen), deren Ursprung die christliche Marien-Basilika war. Sie wurde im Laufe ihrer Geschichte durch Erdbeben mehrfach stark beschädigt (im Gegensatz zum Felsendom steht sie auf wackeligen Substruktionen), die Kreuzritter benutzten sie zunächst als Sitz des Königs von Jerusalem. Heute besteht sie aus sieben Langschiffen, in denen 5000 Gläubige Platz finden. Leider wurde der bekannte holzgeschnitzte Minbar, ein Geschenk Saladins, durch einen Brandanschlag eines geistesgestörten Australiers 1969 so zerstört, dass er nicht mehr vorhanden ist (siehe S. 120 zum Jerusalem-Syndrom). Der Betrachtung wert sind besonders die Ausschmückungen der Kuppel und ihrer Trommel, die zum Teil auch auf Saladin zurückgehen.
In der Südostecke des Tempelbergs, links neben der Moschee, liegen die wegen ihrer Größe eindrucksvollen sogenannten Ställe Salomos unterhalb der Deckplatte des Plateaus. Sie wurden von Herodes zur Erweiterung des Tempelplatzes auf dem abfallenden Gelände angelegt, sind aber wiederum nur Muslimen zugänglich, die sie seit Neuestem als Marwan-Moschee nutzen.
Am Reinigungsbrunnen AlKas vorbei geht man nun zum ****Felsendom; er ist übrigens keine Moschee, sondern – profan ausgedrückt – ein Schutzbauwerk über dem Felsen Moria. Beim Näherkommen strahlt das Gebäude – das zu den schönsten islamischen Bauwerken zählt – eine erhabene Schönheit aus, die man kaum anderswo in Jerusalem wiederfindet:
Aus einem achteckigen, mit strahlend blauen Fayencen verkleideten Unterbau wächst der runde Kuppelbau auf, dessen Basis ebenfalls mit herrlichen Kacheln belegt ist. Die 1994 neu vergoldete Kuppel wirft vornehm-gedämpft den Glanz der Sonne zurück; das Gebäude stellt als Gesamtkonzeption ein architektonisches Meisterwerk von Weltgeltung dar. Es ist das älteste existierende muslimische Bauwerk. Sollten Sie hinein dürfen, müssen Schuhe, Taschen und Kameras unbeaufsichtigt draußen bleiben – zu mehreren Leuten könnte man einfach abwechselnd besichtigen.
Die erlesene Ausstattung im Inneren ist hoffentlich bald wieder zugänglich: Marmorsäulen mit vergoldeten antiken Kapitellen tragen den Kuppelbau, der mit vollendeten Arabesken und Ornamenten ausgeschmückt ist. Die künstlerische Vollendung dort oben steht eigentlich im krassen Gegensatz zu der rauen, hellgrauen Oberfläche des Moria-Felsens, dem sie ja eigentlich gewidmet ist. Auch der achteckige Unterbau, der fast unmerklich den Kuppelbereich umschließt, ist aufwändig verziert; man betrachte allein die Ausschmückung der Holzdecken oder die in aller Farbenpracht leuchtenden Glasfenster.
In der Luft liegt ein verhaltenes Murmeln der Menschen, die hier Gebete verrichten, obwohl es sich nicht um eine Moschee handelt. Rechts des Felsens (vom Eingang aus gesehen) wird ein Felsstück in einem kleinen Schrank aufbewahrt, das die Gläubigen berühren, weil es den berühmten Fußabdruck enthält. Über dem Schrank steht ein Behälter mit drei Barthaaren Mohammeds, die nur einmal jährlich gezeigt werden. In der Höhle Bir Al’Arwah (arabisch Brunnen der Seelen) unterhalb des Felsens warten nach muslimischem Glauben die Seelen der Toten auf das Jüngste Gericht. Achten Sie in der Höhle auf den sehr flachen Mihrab: Vielleicht ist er die älteste Gebetsnische der Welt oder entstand zumindest spätestens um 900 nC.
Nicht allein den Muslimen, auch den Juden ist der Fels heilig, nicht nur der versuchten Opferung wegen, sondern sie sehen ihn auch als den Grundstein und Mittelpunkt der Welt an. Juden dürfen den Tempelplatz laut Anweisung des Oberrabbinats übrigens nicht betreten. Zwei der Gründe dafür sind, dass unbekannt ist, wo genau das Allerheiligste war, das nur der Hohepriester einmal im Jahr betreten durfte – dieses Gebot soll weiterhin gehalten werden, und weil zum Reinigungsritus für den Tempel die Asche einer roten Kuh gehörte. Diese Kuh-Art gibt es jedoch nicht mehr, also keine Kuh, keine Asche, kein Ritus, kein Betreten des Tempelbereichs. All das hält nationalreligiöse Juden jedoch nicht davon ab, auf dem Tempelplatz herumzulaufen und ab und an zu versuchen, den Grundstein zum Bau des Dritten Tempels zu legen.
Neve Shalom/Wahat AsSalam
Bei den vielen frustrierenden Nachrichten aus dem Nahen Osten ist es ermutigend, dass es diesen Ort gibt. Er wurde 1972 von jüdischen und palästinensischen Israelis gemeinsam aufgebaut. In der Friedensschule werden die Kinder mehrsprachig in beiden Kulturen erzogen und in drei Religionen unterrichtet. Derlei Projekte könnte man näher kennenlernen, wenn man im Gästehaus des Ortes Unterkunft findet. Etwa in der Mitte zwischen Jerusalem und Tel Aviv steht hier ein gutes Quartier für Ausflüge, und Gruppen können auch das informative Angebot am Ort nutzen, Tel 02 9917160, Fax 02 9917412, www.nswas.org.
Östlich der Autobahn wurde der Ayalon bzw. Canada Park geschaffen, ein schöner Landschaftspark mit schattigen Picknickplätzen und einigen historischen Ruinen, wie einem römischen Aquädukt. Man könnte hier auch zerstörte palästinensische Orte der Nakba anschauen, wenn die Beschilderung der israelischen Aktivistengruppe Sokhrot (www.zochrot.org) nicht immer wieder zerstört würde. Kundige Führung hilft weiter.
Essen und Trinken
Ein sehr typisches, sehr preiswertes und schmackhaftes Sättigungsmittel sind Bagel (englisch, Bäigl ausgesprochen), eine Art süßliche "Brezn", die man in eine grüne, köstlich pikante Öl-Gewürzmischung stippt: Saater, aus Thymian und geröstetem Sesam. Ohne Gewürz schmecken sie langweilig. Der stadtbekannte beste Bäcker rackert sich 24 Stunden täglich ab, heißt Musrara und ist östlich am großen Bushalteplatz beim Damaskustor zu finden.
Als Jerusalem-Besucher wird man in der Gegend essen wollen, in der man sich gerade aufhält – zumeist in der Altstadt. Viele Restaurants dort sind auf die schnelle und eher lieblose Abfertigung eingestellt. Selbst den typisch orientalischen Essplätzen im palästinensischen Viertel merkt man die routinemäßige Fütterung durcheilender Gäste an. Man sollte also die Altstadt-Gastronomie mehr für die Stärkung während der Besichtigungsphase nutzen. Außerhalb der Altstadt wird man vor allem nördlich des Damaskustors fündig – von Hauruck-Falafel bis zum Gourmet-Himmel sollte hier die Bandbreite jeden zufriedenstellen. Die folgende Liste spiegelt nur einen Ausschnitt der kulinarischen Szene in Ostjerusalem wieder.
Altstadt
Fast in jeder wichtigen Straße der Altstadt findet man kleine und größere, gute und weniger gute Restaurants. Die unscheinbareren bieten oft bessere und schmackhaftere Gerichte als die herausgeputzten Etablissements. Auf die ordentlichen Imbisse des Jüdischen Viertels wird hier mangels Flair nicht eingegangen. Aus eigener Erfahrung läuft z.B. bei den Namen Abu Shukri und AnNasser das Wasser im Mund zusammen.
ABU SHANAB, 35 Latin Patriarchate St, wenige Schritte vom Jaffator Richtung Gloria Hotel, gute Atmosphäre, die einst hervorragenden Pizzen und Salate fanden wir beim letzten Besuch sehr enttäuschend, untere bis mittlere Preislage
ABU SHUKRI, 63 AlWad St, Nähe 5. Station der Via Dolorosa, prompter Service, obwohl in vielen Reiseführern empfohlen, essen viele Einheimische dort – und das Humus-Frühstück wurde schon von Mustafa AlKurd besungen, reale Preise
ARMENIAN TAVERN, Nähe Jaffa- Richtung Zionstor, Kellerlokal, museal eingerichtet, übliche Küche und Preise
GREEN DOOR PIZZA BAKERY, vom Damaskustor kommend in der AlWad St gleich die erste Gasse links, bis zu einer grünen Tür, die in ein Gewölbe führt, ziemlich uriger Familienbetrieb, in dem jede Nahost-Pizza (mit Spiegelei) frisch zubereitet wird, günstig
PAPA ANDREAS, Café-Restaurant südlich des Damaskustors mit Plätzen auf dem Dach des Gebäudes, an dem sich AlWad und Khan EzZeit teilen, Menü und Preise angemessen
AMIGO EMIL, Restaurant gegenüber der Khanqa in der AlKhanqa St (östl. Verlängerung der Via Dolorosa), schönes Gewölbe, prima Vorspeisen, mittlere Preisklasse
CULINARIA, Cardo Maximus; im römischen Stil nachempfundenes Restaurant mit alten, auf heutige Zeiten angepassten Rezepten, Gäste werden in Togas gekleidet, Kellner laufen in römischen Uniformen herum, trotzdem nicht dekadent, sondern koscher, gute Küche, teuer
AnNASSER, 55 Khan EzZeit St, typisch palästinensisches Restaurant mit hervorragendem gegrillten Huhn und Salaten, preiswert, aber besser anderswo auf die Toilette gehen
HEBRON YOUTH HOSTEL TEAROOM, 8 kabat Takiye (kleine Seitenstraße – Parallelstraße zur Via Dolorosa –, die vom Souk Khan EzZeit abzweigt), einfache, preiswerte Gerichte
JAFFAR SWEETS, Khan Ez Zeit St, verlockende arabische Süßigkeiten
Wer den orientalischen Trubel einmal hinter sich lassen möchte, findet Ruhe und einen Snack in der Cafeteria des ÖSTERREICHISCHEN HOSPIZES, AlWad St bei der 3. Kreuzwegstation, oder des DORMITIO KLOSTERS, südlich vom Zionstor.
Ostjerusalem
In der Sultan Suleiman St gegenüber dem Herodestor gibt es eine Reihe von Hähnchenbratereien, die – mit guten arabischen Beilagen – noch dazu preiswert sind; dies gilt ähnlich für die gesamte Umgebung.
PETRA RESTAURANT, 11 Rashid St; ein besseres Restaurant Ostjerusalems, gute orientalische Küche, Salate und Gegrilltes
ASKADINYA, 11 Shimon HaZadiq St, nette Atmosphäre, italienisches Essen, höherpreisig in antik-arabischem Gebäude; direkt daneben
BORDERLINE, 13 Shimon HaZadiq St, beliebte Bar, Treffpunkt von NGO-Mitarbeitern, der doppeldeutige Name zwischen psychischer Erkrankung und der Jerusalemer Grünen Line wird wohl Absicht sein
CHRISTMAS HOTEL, 1 Ali Ibn Abu Talib St, gute Küche im PATIO, angenehmer Restaurantgarten mit Künstlerpublikum (Zugang auch von der Stichstraße zum Palestinian National Theatre)
AMERICAN COLONY HOTEL, Nablus St; Treffpunkt der Journalisten, im Arabesque Restaurant am Pool kann man gut essen und die besondere Atmosphäre des Hauses genießen, teuer, samstags sehr gutes Buffet
JERUSALEM HOTEL, Nablus St; ein Restaurant drinnen, eins draußen, gute nahöstliche Küche, Mittwoch und Freitag abends klassisch-arabische Musik, dafür am besten reservieren, Tel 6283282
AMBASSADOR HOTEL, Nablus St, feine arabische, auch französische und italienische Küche, kostspielig Einheimische dort – und das Humus-Frühstück wurde schon von Mustafa AlKurd besungen, reale Preise
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Übernachten
Bei der Hotelwahl in Jerusalem sollte man sich ein paar Gedanken machen. Der touristische Schwerpunkt liegt eindeutig in der Altstadt. Wohnt man direkt dort, kann man bei Ermüdungserscheinungen schnell einmal die Füße hochlegen. Außerdem sind die Anfahr- bzw. Anmarschwege kurz, und – falls man das überhaupt in seine Überlegungen einbeziehen möchte – bleibt die Old City von Anschlägen verschont. In den Altstadthotels steigen hauptsächlich Touristen und Pilgergruppen ab, in den Hostels trifft man auf gleichgesinnte Traveller.
In der Altstadt konzentrieren sich die besseren Unterkünfte etwa auf das Gebiet zwischen dem Neuen Tor und Jaffator wie auch an der Via Dolorosa, hier kann man sich zu guten und z.T. günstigen Mittelklassekonditionen zur Ruhe legen. Die billigeren Hostels bieten sich ab Jaffator Richtung Damaskustor an, junge Leute und Junggebliebene werden hier auf ihresgleichen stoßen und etwas mitleidig von ihren Schlafdächern auf die sterilen Herbergen schauen. Doch sollten alleinreisende Frauen, die Jerusalem auch nachts erkunden wollen, darauf gefasst sein, dass Belästigungen vorkommen können.
Eine weitere Option stellt Ostjerusalem dar. Die Hotels liegen in der Nähe des Damaskustors, aber sie haben alle mehr oder weniger harte Zeiten hinter und wohl auch vor sich, sodass nötige Investitionen nicht immer rechtzeitig stattfinden; hin und wieder muss man also ein paar Defizite in der Ausstattung hinnehmen. Man kommt auch in dieser Gegend zu ähnlichen Preisen oder sogar preiswerter als in der Altstadt unter. Aber auch Luxus wird zu entsprechendem Preis geboten.
Wir beschreiben im Folgenden bei weitem nicht alle möglichen Unterkünfte in Jerusalem, bieten Ihnen aber eine Auswahl an, die sich an den touristischen Bedürfnissen orientiert. Einen Überblick bekommt man auch auf www.palestinehotels.ps und www.jerusalem-hotels.org.il.
Noch ein Tipp: Warum in Jerusalem wohnen – auch Bethlehem und Bet Jala offerieren eine Menge preiswerter Hotelbetten, und auch Ramallah liegt nicht fern. Die Anfahrt dauert kaum länger als 30 Minuten.
Sollten die Hotels zu teuer oder ausgebucht sein, kann das Tourist Information Center weiterhelfen. Eine zentrale Anlaufstelle für Zimmerim und Bed & Breakfast gibt es noch nicht. Man findet einzelne Angebote wie www.jerusalem-bed-and-breakfast.com, jedoch die Jerusalem Home Accomodation Association listet immerhin rund zwanzig Möglichkeiten – von mitten in der Altstadt bis ganz weit draußen: www.bnb.co.il.
Luxushotels
AMERICAN COLONY, 23 Nablus St, Tel 6279777, Fax 6279779, www.americancolony.com; (siehe auch S. 128), stimmungsvolle, erholsame Oase in einem ehemaligen türkischen Paschapalast und späteren Prominenten- und Pressehotel
mF E+B $ 370-390, D+B $ 440-480, Pasha-Räume D+B $ 510-620, Suiten bis $ 890
MOUNT ZION, 17 Hebron St, Tel 5689555, Fax 6731425, www.mountzion.co.il;
mF E+B $ 232-390, D+B $ 250-410, Suiten (bis zu 10 Personen) bis $ 3000
REGENCY JERUSALEM, 32 Lehi St, Tel 180 0800234, Fax 5815947, www.regency.co.il; vortreffliche Lage auf dem Mount Scopus E+B $ 160-180, D+B $ 180-220, Suiten $ 340-720
AMBASSADOR, Nablus St (etwas verbaut zur Har HaZetim St), Tel 5412222, Fax 5828202, www.jerusalemambassador.com; 15 Minuten Fußweg zur Altstadt E+B $ 150-165, D+B $ 170-185
Hotels anderer Kategorien – Altstadt
GLORIA, 33 Latin Patriarchate St, unweit vom Jaffator, Tel 6282431, Fax 6282401, www.gloria-hotel.com; eigener Parkplatz, guter Blick vom Restaurant, sehr ruhig, gerade renoviert und gut eingerichtet, sauber, freundlich und hilfsbereit, Waage für das Fluggepäck in der Lobby, AC/Heizung, preiswert, wesentlich besser als z.B. Christ Church Guest House, WLAN, mF E+B $ 120, D+B $ 150
KNIGHT'S PALACE, Latin Patriarchate, Neues Tor, Tel 6282537, Fax 6275390, www.knightspalace.com; ein ehemaliges Priesterseminar wurde zum stimmungsvollen Pilgerhotel mit Einrichtung umgebaut (vom Hotel Gloria gemanagt), sehr sauber, AC/Heizung, mF E+B $ 110, D+B $ 140
CHRIST CHURCH GUEST HOUSE, Jaffator östlich der Zitadelle, Tel 6277727, Fax 6282999, www.cmj-israel.org; eigener Parkplatz, aus verschiedenen älteren Gebäuden zusammengeschachtelt, stimmungsvoll in Architektur und Nutzung der alten Architektur, teilweise recht laut, Unverheiratete nur in Einzelzimmern, Zimmer teilweise ziemlich eng, mF E+B ₪ 280-320, D+B ₪ 440-480
GREEK CATHOLIC PATRIARCHATE HOSPICE, St. Dimitri St (im Gebäude des Patriarchates), Tel 6282023, Fax 6286652, www.mliles.com/melkite/indexmelkiteotherholylandpatriarch.shtml; wie alle Hospize zweckmäßig eingerichtet, sehr sauber, Heizung E+B $ 58, D+B $ 80
EAST NEW IMPERIAL HOTEL, Jaffator (zweites Haus links), Tel 6282261, Fax 6271530;
www.newimperial.com; eines der ältesten Hotels in modernem Sinn, 1880 gebaut, u.a. logierte Kaiser Wilhelm hier, leider verrät der bescheidene Eingang nichts von der Nostalgie, die bereits das Treppenhaus sowie die Lobby ausströmen; die Zimmer entstanden durch Abtrennungen und sind manchmal bescheiden, dennoch gute Atmosphäre, freundlich-hilfsbereiter Besitzer, toller Ausblick vom Dach fast über die gesamte Stadt, große Küche zum selber Kochen, Internetzugang,
mF E+B $ 55, D+B $ 85, 3er $ 120
ARMENIAN CATHOLIC GUEST HOUSE, Via Dolorosa, 36, Tel 6260880, Fax 6261208, armenianguesthouse@hotmail.com; sehr freundlich eingerichtet, erstaunlich große Räume, TV, WLAN,
mF Dorm pP € 22, E+B € 55, D+B € 74, 3er € 90
CASA NOVA PILGRIM'S HOSPICE, 10 Casa Nova St (Nähe Neues Tor), Tel 6282791, Fax 6264370; keine Kreditkarten, von den Franziskanern unterhaltenes Hospiz, solide eingerichtet, sehr sauber, schöner Esssaal, Heizung, Einlass bis 23 Uhr, mF E+B $ 50, D+B $ 80
AUSTRIAN HOSPICE/ÖSTERREICHISCHES HOSPIZ ZUR HL. FAMILIE, 37 Via Dolorosa, Tel 6265800, Fax 6271472, www.austrianhospice.com; ältestes nationales Pilgerhaus im Hl. Land, weit bekannt als eine Art von Institution, viele Gäste der Habsburger Familie nächtigten hier, schöner Garten, Dachterrasse mit tollem Blick von Osten über Altstadt (siehe Titelbild dieses Buches), sehenswerter Empfangs-"Salon", ebenso sehenswerte Kapelle, fürs leibliche Wohl gibt es Apfelstrudel, Sacher- und Linzertorte in der Cafeteria, flächenmäßig wohl größte Hotelzimmer in Jerusalem, solide eingerichtet, vorher buchen, 23 Uhr Curfew, mF Dorm pP $ 24, E+B $ 50, D+B $ 78
ECCE HOMO CONVENT/NOTRE DAME DE SION, 41 Via Dolorosa, Tel 6277292, Fax 6282224, www.eccehomoconvent.com; etwas verschachteltes Hospiz mit relativ gut eingerichteten Zimmern, Dormitories mit einer Art von Kabinen für jedes Bett (daher quasi Einzelbetten), Terrassen mit tollem Blick auf Felsendom und Altstadt, keine Kreditkarten, mF Dorm pP $ 24, E+B $ 49, D+B $ 78
LUTHERAN GUEST HOUSE/GÄSTEHAUS DES PROPSTES, St. Mark's St, Tel 6266888, Fax 6285107, www.luth-guesthouse-jerusalem.com; von Ausstattung und Atmosphäre her mit Abstand bestes Hospiz der Stadt, große freundliche Zimmer, toller Blick über die Altstadt, schöner Garten zum Relaxen, hilfsbereit, viele Deutsche, Internet inkl.,
mF E+B € 49-58, D+B € 78-86, 3er € 99-111
JAFFA GATE HOSTEL, Jaffator (neben Christl. Information), Tel 6276402; www.hostelworld.com; gut renoviert, Zimmer originell aus vorhandener Bausubstanz geschaffen, z.T. kleine Hütten auf Hausdach, sauber, freundlich, ruhig, pro Flur eine Küche, kein Alkohol, Rauchverbot, etwas steife Atmosphäre, guter Ausblick, Tourenservice, keine Kreditkarten
Dorm (1-4 Betten/Raum) pP ₪ 70, E+B ₪ 180-200, D+B ₪ 200-250, 3er ₪ 300-350
MAR MARUN GUEST HOUSE (FOYER MAR MAROUN), 25 Maronite Convent St (Nähe Jaffator), Tel 6282158, Fax 6272821, fmm@maronitejerusalem.org; schönes altes gut renoviertes Gemäuer, freundlich, sauber – französisch: maronitische Christen stammen aus dem Libanon und sprechen eher Französisch als Englisch, mF E+B $ 46, D+B $ 62
PETRA HOSTEL, 1 David St, Jaffator am Eingang zum Souk, Tel 6286618, Fax 6262434, www.newpetrahostel.com; angeblich ältestes Hotel (1830 gebaut), vergleichsweise geräumig, Traveller-Treff, gute Atmosphäre, in jedem Stockwerk eine Küche (manchmal etwas ungepflegt, z.T. auch
Toiletten/Duschen), große Flure als Treffpunkte, herrlicher Altstadtblick vom Dach, freundlich,
Safe, Küche, Airport Shuttle ₪ 70, Touren-Service (Preis verhandelbar), WLAN,
mF Dorm (max. 8 Betten/Raum) ₪ 50, Schlafen auf dem Dach pP ₪ 40, D ₪ 180, D+B ₪ 220
PALM HOSTEL, 6 HaNevi'im St, Tel 6273189; direkt am Damaskustor, hübsche Lounge, sehr freundlich, WLAN gratis, Dorm ₪ 50, D ₪ 150-250
HASHIMI HOTEL & HOSTEL, 73 Souk Khan EzZeit, Tel 6284410 u. 052 2572121, Fax 6284667, www.alhashimihotel.com; alle Räume mit eigenem Bad, kürzlich renoviert, blitzender Marmor,
sehr sauber und gepflegt, zwei Küchen, Dach mit kleinem Restaurant und schönem Blick,
freundlich, hilfsbereit, D nur verheiratete Paare, organisierte Touren, keine Kreditkarten,
Waschmaschine WLAN, mF E+B € 35, D+B € 65, 3er € 95
CITADEL YOUTH HOSTEL, 20 St. Mark's St, Tel 6284494, Fax 5327056; Räume und Toiletten ziemlich eng, mäßig sauber, kleine Terrasse, schöner Blick auf die Grabeskirche, WLAN
Dorm pP ₪ 60 (auf dem Dach 40), E ₪ 120-180, D+B ₪ 180-250
HEBRON YOUTH HOSTEL, (hieß mal TABASCO), 8 Akabat Takiye (kleine Seitenstraße – Parallelstraße zur Via Dolorosa –, die vom Souk Khan EzZeit abzweigt; von dort zu sehen), Tel 6281101; einfach, sauber, sehr gute Atmosphäre, freundlich, hilfsbereit, beliebter Tea Room im Souterrain bis Mitternacht geöffnet, viele Traveller, Curfew 1 Uhr, Lockers, keine AC, Frühstück ₪ 15-20
Dorm pP ₪ 50 (Dach günstiger), E ₪ 160, E/D+B ₪ 190, 3er ₪ 200
NEW SWEDISH HOSTEL, 29 David St, Tel 6277855, Fax 6264124, www.geocities.com/swedishhostel; relativ klein in einem Stockwerk, gemischte Rückmeldungen, einfach, Küche, Heizung, AC,
2 Uhr Curfew Dorm (max. 15 Betten) pP ₪ 50, E/D ₪ 140-180
NEW PALM HOSTEL, 4 HaNevi'im St, Tel 6287502, www.angelfire.com/vt/faisalhostel; Küche, Internetzugang, alternative Touren zu Palästinensern, Dorm ₪ 30, D ₪ 100
GOLDEN GATE INN, 10 Khan EzZeit (Eingang von der Aqabat AlBatiq), Tel 6284317 oder 052 5192456, goldengate442000@yahoo.com; freundlich, recht einfach, sauber, relativ ruhig, 0 Uhr Curfew, keine Kreditkarten E+B ₪ 115, D+B ₪ 200-250
AlARAB HOSTEL, Khan EzZeit St, Tel 6283537; heruntergekommenes, baufälliges Hostel mit möglichst vielen Betten pro Raum, mäßig freundlich, ranzige Küche, auf der Dachterrasse Doppelstockbetten unter Blechsonnenschutzdach, viele Traveller, ziemlich laut, einziger Vorteil: der Preis – trotzdem noch zu teuer Dorm pP ₪ 40, E ₪ 80
Ostjerusalem
Die hier interessierenden Hotels konzentrieren sich bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich an der Salah EdDin und der Nablus St; sie liegen so nahe an der Altstadt, dass man auch zu einer Verschnaufpause ins Zimmer zurückkehren kann. Allerdings sind beide Straßen – besonders die Salah EdDin St – stark frequentiert, also laut und abgasreich.
JERUSALEM, Nablus St, Tel/Fax 6283282, www.jrshotel.com; wegen Busverkehrs laute Stra-ßenecke, lauschiger Vorgarten mit gutem libanesischen Restaurant (Mo/Fr arabische Live-Musik), christlicher Familienbetrieb, guter Eindruck, hübsch eingerichtete, traditionell hohe Räume, TV, WLAN überall, mF E+B $ 150-220, D+B $ 190-260
CHRISTMAS, 1 Ali Ibn Abu Talib St, Tel 6282588 o. 6282533, Fax 6264417, www.christmas-hotel.com; unweit des American Colony Hotels, angenehme Einrichtung, guter Service, Restaurant und Garten, AC, TV, WLAN, mF E+B $ 150–180, D+B $ 180–200, Suiten ab $ 220
GOLDEN WALLS, Sultan Suleiman St (zwischen Damaskus- und Herodestor), Tel 6272416, Fax 6264658; gutes und stilvolles Hotel, 2007 renoviert, den Busbahnhof halten gute Doppelfenster außerhalb, Lobby etwas plüschig, sehr sauber, AC, TV, mF E+B $ 140-180, D+B $ 180-240
RITZ, 8 Ibn Khaldun St, Tel 6269900, Fax 6269910, www.jerusalemritz.com; freundlich, sauber, Dachterrasse bald mit Bar, Lobby etwas überakustisch, WLAN überall, mF E+B $ 140, D+B $ 160
NOTRE DAME OF JERUSALEM CENTER, HaZanhanim St gegenüber dem Neuen Tor; (siehe S. 150), Tel 6279111, Fax 6271995, www.notredamecenter.org; dominantes Gebäude mit Marienstatue, stimmungsvolle Architektur der vorletzten Jahrhundertwende, gut eingerichtet, großzügige Räume, sehr sauber, AC, mF E+B $ 120, D+B $ 150
HOLY LAND (EAST), 6 Harun ArRashid St (unweit Herodestor), Tel 6284841, Fax 6280265, www.holylandhotel.com; freundlich, angejahrt, aber sauber, Straßenlärm kaum hörbar, schöner Blick auf Felsendom, AC, mF E+B $ 115-135, D+B $ 135-215
SEVEN ARCHES, Rub'a AlAdawiya St, Mt. of Olives, Tel 6267777, Fax 6271319, www.7arches.com; (siehe S. 116), spektakulärer Blick auf Alt- und Neustadt, aber in die Jahre gekommen,
mF E+B $ 100, D+B $ 130
CAPITOL, 17 Salah EdDin St, Tel 6282561, Fax 6264352; etwas von der Straße zurückgesetzt, viele Zimmer mit Balkon, große Räume, gut möbliert, Zimmersafe, Kühlschrank, AC, holzgetäfelte Bar, angenehme Lobby, mF E+B $ 85-101, D+B $ 99-115
AsSAHRA, 13 AsSahra St (ruhige Seitenstraße der Salah EdDin St), Tel 6282447, Fax 6283960, www.azzahrahotel.com; früher Privathaus, gute Küche, sauber, AC, WLAN,
mF E+B $ 85-95, D+B $ 130-145, 3er $ 159-179
ST. GEORGE'S CATHEDRAL GUEST HOUSE, 20 Nablus St, Tel 6283302, Fax 6282253; sehr stimmungsvoller Innenhof mit Garten, sehr guter Eindruck, TV, mF E+B $ 80, D+B $ 120
ST. THOMAS HOME, 6 Chaldean St/Nablus St, Tel 6282657, Fax 6264684, ronniemontana@gmail.com; Zentrum der syrisch-katholischen Christen, freundlich, hübsche Kirche, aber Unterkunft eher für Gruppen – für Einzelreisende zu kostspielig: Einrichtung einfach, teils schmuddelig, Betten kurz, Bad klein, manchmal laut, mF E+B $ 75, D+B $ 90
COMMODORE, Samual Ben Adaya St, Tel 6271414, Fax 6284701, www.commodore-jer.com; ziemlich weit abseits der Altstadt an der (lauten) zum Ölberg führenden Straße gelegen, große Zimmer, gut eingerichtet, sehr sauber, wird sukzessive renoviert: nach neuem Raum fragen, AC, WLAN,
mF E+B $ 60-70, D+B $ 90-110, 3er $ 120
RIVOLI, 3 Salah EdDin St, Tel 6284871, Fax 6274879, www.booking.com; eher einfach, sauber, nicht überlaufen, sehr nah zur Altstadt, ein von der Straße abgewandtes Zimmer nehmen,
mF E+B $ 50-60, D+B $ 70-80
MOUNT OF OLIVES HOTEL, 53 Mount of Olives St (bei der Himmelfahrtsmoschee), Tel 6284877, Fax 6264427, www.mtolives.com; Familienbetrieb, gute Aussicht, sauber und ruhig,
mF E+B $ 49-92, D+B $ 68-115
NEW METROPOLE, 8 Salah EdDin St, Tel 6283846, Fax 6277485; einfach, sauber, Kühlschrank, TV, AC, mF E+B ₪ 200-280, D+B ₪ 300-380
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5. Nördliche Westbank
***Ramallah
Geschichte: Die 870 m hoch gelegene und auf direktem Weg nur 16 km von Jerusalem entfernte Stadt mit knapp 30 000 Einwohnern (plus rund 40 000 in der Nachbarstadt AlBireh) ist bekannt für ihr in den Sommermonaten angenehmes Klima. Daher war sie Jahrzehnte lange Zeit beliebtes „Sommerfrische“-Ziel von Arabern aus ganz Nahost. Gegründet wurde Ramallah von Christen, die im 16. Jh aus Shobak in Jordanien vertrieben worden waren; die fünf Löwen am AlManara-Platz erinnern an die ersten fünf Familien am Ort. Es hat sicherlich mit dieser christlichen Tradition zu tun, dass die Stadt seit 2005 von einer Bürgermeisterin regiert wird – obwohl nur noch ein Zehntel der Bewohner Christen sind. Zum liberalen Flair tragen sicherlich die Studierenden der wohl besten palästinensischen Universität im nahen Birzeit bei. Wenn in den palästinensischen Gebieten etwas los ist, dann am ehesten hier in der westlich aufgeschlossensten Stadt Palästinas.
Nachdem 1994 zunächst Jericho Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde werden sollte, lief Ramallah mit einem der Parlamente (das andere liegt in Gaza) und mehreren Ministerien so nahe bei Jerusalem der Stadt im Jordangraben schnell den Rang ab. Die ausländischen Vertretungen eröffneten hier ihre Büros, und auch die deutsche Vertretung zog bald von Jericho hierher. Arafat residierte von 1996-2004 in seinem Hauptquartier Muqata’a (knapp 1 km nördlich des AlManara-Platzes Richtung Birzeit) im direkt angrenzenden, muslimischen Ort AlBireh. 2002 schossen die Israelis den Gebäudekomplex in der Annahme zusammen, dass Ramallah wichtigste Basis des Terrors sei, sodass Arafat bis zu seinem Tod 2004 quasi unter Hausarrest lebte. Von Präsident Abbas wiederaufgebaut, befindet sich Arafats Grab seit 2007 in einem Kubus gleich neben einer modernen Moschee.
Wer nach Ramallah kommt und den aktuellen Bauboom beobachtet, könnte denken, dass es den Palästinensern doch eigentlich ziemlich gut geht. Davon abgesehen, dass Ramallah die große Ausnahme in Palästina darstellt, geht es in den Wohnhäusern häufig weniger repräsentativ weiter, als man von außen gedacht hätte, und ein Hinweis auf die Infrastruktur sind die schwarzen Wassertanks auf den Dächern – im Gegensatz zu den Möglichkeiten jüdischer Siedlungen sind arabische Häuser kaum an Wasserleitungen angeschlossen und an den Wassertanks immer gut zu erkennen.
Der Bauboom Ramallahs hat außerdem mit dem Aufbau staatlicher Institutionen zu tun, denen sich der Ministerpräsident in der Westbank, Salam Fayyad, mit großem Engagement widmet. Als Politiker des Dritten Weges (weder Fatah noch Hamas) und international anerkannter Wirtschaftsfachmann will er zunächst die Voraussetzungen für einen funktionierenden Staat schaffen, indem er im so genannten Fayyadplan die drei Ziele verlässliche Sicherheit, gute Verwaltung und wirtschaftliche Möglichkeiten im Blick behält (siehe auch Kasten S. 147).
Dieser Aufbau ist schon recht weit gediehen. Man kann nie wissen: Vielleicht wird schon 2011 oder 2012 ein Staat daraus. Insofern fließen derzeit Hilfsgelder, die sonst vielleicht nicht geflossen wären. Dass manches neue Gebäude auch eine Nummer kleiner hätte ausfallen können, steht auf einem anderen Blatt.
Den Besucher Ramallahs erwartet jedenfalls eine frisch renovierte Main bzw. Rukab Street, aber auch eine große Baustelle am Clock bzw. Arafat Square – auch die Straßennamen sind im Fluss. Genießen Sie die Aufbruchstimmung und eine nahezu weltläufige Leichtigkeit, die sonst kein Ort Palästinas zu bieten hat.
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Der zentrale Platz im Zentrum der Stadt heißt AlManara, von dem sechs Straßen abgehen und dessen Verkehrsgewühl entsprechend ausfällt. Einen guten Überblick erhält man von einem der Rooftop Restaurants im Zentrum.
Man kann in Ramallah und Umgebung locker zwei, drei Tage verbringen. Von hier aus lässt sich in die palästinensischen Gebiete “hineinschnuppern” und das arabische Leben beobachten. Vielleicht gelingt das am besten kurz vor Einbruch der Dunkelheit, wenn man noch etwas vom Erscheinungsbild der Stadt sieht, anschließend gemütlich isst und sich dann im typisch arabischen Nachtleben – Bummeln, Einkaufen und Kaffee oder Tee trinken – treiben lässt. Zu dieser Zeit haben die Basaris der Jerusalemer Altstadt längst die Eisentüren ihrer Läden mit lautem Getöse zugeklappt. Wenn Sie auch durch die eigentliche Altstadt Ramallahs bummeln wollen, so müssen Sie die Main (Rukab) St bis zur Tankstelle gehen, dort etwa beginnt der ältere Teil der Stadt.
Über das Flanieren sollte das kulturelle Angebot Ramallahs nicht vergessen werden. Aktuelle Termine listet allmonatlich This Week in Palestine. Das Spektrum ist weit gefächert:
das 2007 eröffnete Musikzentrum AlKamandjati (Unterricht und Konzerte) westlich der AlUmari-Moschee in der Altstadt,
Kunstausstellungen im Khalil Sakakini Cultural Centre in der AlMuntasa St (www.sakakini.org),
das Frauen-Filmfestival Shashat im November/Dezember (www.shashat.org),
die Tanz-Kompanie AlFunoun aus AlBireh tritt in tollen Kostümen auf (www.el-funoun.org),
das Zentrum für Theater, Film und Musik AlQasaba 200 m südlich von AlManara (www.alkasaba.org), hier bildet seit 2009 auch die von Deutschland geförderte Drama Academy Ramallah professionell aus,
die NGO Ashtar Theatre im Sunrise Building in der Irsal St produziert Theaterstücke und gibt Jugendlichen Schauspielunterricht, interessierte Gäste sind jederzeit willkommen (Gästezimmer $ 50 pP), z.B. www.thegazamonologues.com – Theater am Puls der Zeit: www.ashtar-theatre.org, Kontakt: Iman Aoun, Tel 2980037 oder 059 9434736,
die Society of Ina’ash AlUsra in AlBireh, die Frauen im Gestalten traditioneller Textilien ausbildet, Ltztere zum Verkauf anbietet und ein Café betreibt (www.inash.org).
die Palästinische Zirkus-Schule (www.palcircus.ps) sowie
Großveranstaltungen dient der Ramallah Cultural Palace, zu Ehren des 2008 verstorbenen und in der Nähe begrabenen größten Dichters Palästinas, Mahmud Darwish, in Darwish Cultural Center umbenannt (vielleicht funktioniert deswegen www.ramallahculturalpalace.org nicht mehr), südöstlich des Industriegebiets an der Jaffa St.
Für Familien mit kleinen Kindern könnte schließlich noch das Mukhmas Fun Land (im Industriegebiet am Ende der Jaffa St, www.mukhmas2000.com – arabisch) einen Ausflug wert sein. Swimmingpool und mehrere Karussels warten auf Besucher.
Essen und Trinken
Die Liste an Restaurants und Bars in This Week in Palestine ist etwa doppelt so lang wie die in Ost-Jerusalem. Sie ballen sich in Ramallah vor allem um die Main St (auch Rukab St) und die Stadtverwaltung zwischen Jaffa und AlHurriye/AlAsdiqa St. Mehrere Cafés laden südlich des Clock Square ein. Es ist eher die Ausnahme, wenn kein Alkohol ausgeschenkt wird. Fehlt es an Alkohol, ist man vermutlich im muslimischen AlBireh [C4] gelandet. Intensivste Party-Gelegenheit ist Donnerstag abends.
ANGELO’S, Main St, gemütliches Lokal mit westlicher wie östlicher Küche, gegenüber
ANDAREEN, Main St, Café, Snacks, Bar. Abends Live-Musik und Tanz, darunter
BALADNA, Main St, das andere prima Eiscafé (siehe unten Rukab)
MESARIN, Clock/Arafat Square beim großen Lipton-Schild, gute Falafeln und lange Öff-nungszeiten
RUKAB, Main St, die nach diesem Eiscafé auch Rukab St genannt wird – eine Institution also, Speiseeis hat in der arabischen Welt eine ähnlich lange Tradition wie in Italien und durch Mastix, arabisches Gummi, eine leicht zähe Konsistenz, unbedingt probieren
STARS & BUCKS, AlManara-Platz, Eingang von der Main St, 1. Stock, Café, das auch kleine Snacks und Wasserpfeifen serviert
***Nablus / Shkhem
Die zweitgrößte Stadt im Westjordanland mit ca. 140 000 Einwohnern zwängt sich zwischen den 940 m hohen Berg Ebal im Norden und den mit 881 m nur unwesentlich niedriger geratenen Garizim im Süden, die beide grauweiß-karstig ziemlich steil aufragen. Da im Tal zwischen den beiden Bergen nicht genug Platz ist, schwappen die Häuserzeilen wie Wildwasser die Hänge hinauf. Früher war die Stadt angeblich von Häusern aus grauem Stein mit bunten Fensterläden, roten Ziegeldächern und Patios mit Weinstauden geprägt, heute haben mehrstöckige Bauten diese Idylle weitgehend verdrängt.
Trotzdem erhielt sich die sehr lebendige Stadt einen eigenen Charme. Sie zählt andererseits zu den konservativen Plätzen, man sollte sich also bei der Kleidung entsprechend anpassen. Die Menschen von Nablus sind stolze Palästinenser, freundlich und Fremden gegenüber aufgeschlossen. Dazu trägt sicherlich auch die größte palästinensische Universität bei: auf drei Campussen sind 17 000 Studierende unterwegs, es gibt bezahlbare Arabisch-Intensivkurse für Ausländer; www.najah.edu. Auch wenn im Folgenden vor allem Historisches und die Altstadt AlQasaba besprochen wird: Nablus ist in der Moderne angekommen. Mögen die seit Sommer 2009 durch die Regierung Netanjahu zugestandene Bewegungsfreiheit und der damit verbundene Wirtschaftsaufschwung Bestand haben.
Geschichte: Bereits im 19. Jh vC bestand am Schnittpunkt wichtiger Handelswege eine Siedlung namens Shekhem (Sichem). Abraham errichtete beim Zug aus Mesopotamien einen Altar, sein Enkel Jakob erwarb ein Grundstück und hob einen Brunnen aus. Im 13. Jh vC ließ Josua die Gebeine seines Vaters Joseph aus Ägypten holen und auf dem von Jakob erworbenen Grundstück bestatten. Im 10. Jh vC wurde Sichem Hauptstadt des Königreichs Israel, verlor aber später an Bedeutung, als König Omri Samaria zur Hauptstadt erkor. 350 vC wurde es Hauptort der Samaritaner, die sich von der Hauptrichtung des Judentums gelöst hatten, weil sie nur die Tora, also die Fünf Bücher Mose, in ihrer Version anerkennen. 108 vC wurde Sichem von den Hasmonäern zerstört.
72 nC gründete Titus die Siedlung Flavia Neapolis (aus Neapolis = Neustadt – wurde später bei den Arabern Nablus) in der Nähe des verfallenen Sichem. Sie entwickelte sich schnell und wurde 244 in den Rang einer römischen Colonia erhoben. Einen wesentlichen Bevölkerungsanteil stellten die Samaritaner, die 521 nC die Kirchen verwüsteten und den Bischof töteten. Daraufhin ließ Kaiser Justinian diejenigen Samaritaner, die nicht fliehen konnten, umbringen oder als Sklaven verkaufen. 636 nahmen die Araber die Stadt ein, im 12. Jh spielten die Kreuzfahrer eine Gastrolle. Im 16. Jh bestimmten die Osmanen Nablus zu einem ihrer vier palästinischen Verwaltungssitze. Bei der Proklamierung von Israel kam Nablus an das eher ungeliebte Jordanien, 1967 wurde es von Israel eingenommen, blieb aber seither eine Hochburg des arabischen Nationalismus.
Fahren Sie bis zum Zentrum. Mit eigenem Auto von Süden kommend zweigt man nach dem Checkpoint an der ersten großen T-Kreuzung links ab, und wenn danach rechts die roten Kuppeln des Jakobsbrunnens auftauchen, ist man richtig. Falls man das Zentrum mit dem Platz der Märtyrer nicht gleich findet, am besten Taxifahrer fragen. Parken geht am besten in einer Nebenstraße. Die Innenstadt wimmelt von Menschen, ganze Straßenzüge sind Souks; es scheint, als ob alle Waren dieser Welt feilgeboten würden. Am quirligsten geht es auf dem Hauptmarkt südlich des Zentrums zu. Ein Bummel kreuz und quer durch die Altstadt lohnt sich sehr. Sie kann auf gewisse Weise mit der Altstadt von Jerusalem mithalten, man trifft hier nicht ständig auf andere Touristen, entsprechenden Kitsch im Angebot und aufdringliche Händler. Nablus ist übrigens bekannt als Stadt der Seifenhersteller, und dies wiederum zeigt sich in den Auslagen der Läden.
Dabei ist die Produktion der hochwertigen Olivenölseife in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark zurückgegangen, weil ein geregelter Vertrieb kaum noch möglich ist; in Nablus soll die Arbeitslosigkeit 40-60%, in der Altstadt gar 80% betragen. Zwei Fabriken, Tuqan und Bader, halten noch eine gedrosselte Produktion aufrecht.
Nachvollziehen lässt sich der Produktionsprozess auch im Cultural Heritage Enrichment Center (CHEC) in der ehemaligen Arafat Seifenfabrik in der AsSalahi St, Sa-Do 8-14. Hier wird vor allem Kindern und Jugendlichen traditionelles Handwerk wie Weben, Töpfern und Seifenherstellung vermittelt, aber das Angebot richtet sich auch an Touristen, die mit dem Kauf der Produkte zum Erhalt des Zentrums beitragen; Kontakt: Naseer Arafat, Tel/Fax 2378275 oder mobil 059 9358576, www.amrarafat.net.tc. Arafat gibt als Architekt, der sich mit dem Denkmalschutz in der Altstadt von Nablus befasst, auch englischsprachige Führungen durch das meist ottomanische Häusermeer, Konditionen im Vorfeld am besten per Mail klären, arafatn24@yahoo.com. Ein anderes Beispiel für die Weiternutzung einer ehemaligen Seifenfabrik, hier der Khamash Soap Factory, ist der urige Heilpflanzenladen Barik, wenige Häuser westlich des türkischen Bades AshShifa in der AnNasser St.
**Jenin und Umgebung
Das Städtchen von etwa 44 000 Einwohnern liegt an der historischen Route von Jerusalem nach Haifa fast schon in der Jesreel-Ebene, dort, wo die Straße die Berge von Samarien verlässt. Nach der Rückeroberung der Kreuzfahrergebiete richteten die Araber hier einen Karawanenstützpunkt ein. Im Ersten Weltkrieg war eine deutsche Fliegerstaffel zur Unterstützung der Türken in Jenin stationiert, an die Gefallenen erinnert ein Denkmal, das vom westlichen Stadtrand inzwischen in die Innenstadt versetzt wurde.
Jenin war während der AlAqsa-Intifada gefürchtet als Hochburg von Selbstmordattentätern. Inzwischen änderte sich dies jedoch erheblich zum Guten; es gibt sogar ein touristisches Joint Venture mit den Israelis in der Gilboa-Region, die einen Naturpark mit ansprechenden Wanderwegen jenseits der Grünen Linie bereit hält. Das von Usingen/Hochtaunuskreis aus Deutschland als Drei-Regionenpartnerschaft unterstützte Projekt wirbt mit professionellem touristischen Material. Auf dem ehemaligen Flughafen plant die Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Industriepark, der ebenfalls in Zusammenarbeit mit Israel unter türkischer Beteiligung Schwung in die Region bringen soll.
Den Wandel von Stadt und Umgebung dokumentieren dazu folgende Projekte:
Mit dem Freedom Theatre verbindet sich das ambitionierte Vorhaben, Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts aus dem Flüchtlingslager Jenin (im Westen beim alten Bahnhof) mit gelebter, selbst gestalteter Kultur aufwachsen zu lassen. Tel 04 2503345, www.thefreedomtheatre.org, www.voices.ps. Das Theaterspiel dient dazu, der Lebenssituation zwischen Traumata, Gewalt und Perspektivlosigkeit aktiv zu begegnen. Der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm von Juliano Mer Khamis „Arna’s Children“ erzählt den Beginn dieses Theaterprojekts.
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6. Jericho, Jordangraben & Totes Meer
****Wandern im Wadi Qelt
Auf der anderen Straßenseite zweigt die Straße 458 (Alon Road) ab. Etwa 4 km nach dem Abzweig (vorbei am Abzweig zur Siedlung Alon) liegt rechts ein Parkplatz, von dem ein Weg zur Quelle Ein AlFawuar (hebr. En Mabu’a) führt. Man sieht das ehemalige Pumpenhaus, Eukalyptusbäume spenden Schatten. Je nach Jahreszeit entspringt der intermittierenden Quelle das Wasser in Intervallen – eine natürliche, unterirdische Siphon-Struktur macht es möglich. Oder ist es doch ein Dämon, der das Wasser sprudeln und wieder versiegen lässt? Die aus dem Wasser gespeisten Pools sind längstens bis Juni gefüllt.
Der Platz kann als Startpunkt für die beliebten Wanderungen durchs ****Wadi Qelt (auch Kelt) nach Jericho dienen. Von hier bis Jericho ist es eine gute Tagestour, die man nicht unterschätzen sollte – stabiles Schuhwerk und genügend Trinkwasser sind in der Wüste Pflicht. Man kann sich jedoch auch bereits nach etwa fünf Stunden am *Kloster St. Georg abholen lassen. Um das Kloster besichtigen zu können, sollte man bei der Planung die Mittagspause dort einkalkulieren (Mo-Fr 7-13/15-17, Sa 7-14, Okt.-März erst ab 8). Möglichst früh aufbrechen ist wegen der Mittagshitze immer eine gute Idee. In der winterlichen Regenzeit sollte man außerdem nicht ohne vorherige Beratung losziehen, denn wenn sich Wassermassen das Wadi hinunterwälzen, wird alles mitgerissen. Todesfälle in der Wüste haben häufiger Ertrinken als Verdursten zur Ursache.
Der Wanderweg ist nach internationalen Standards gut markiert. Nach etwa 3 Stunden erreicht man einen Damm mit kleinem Wasserfall, wo man sogar untertauchen kann. Trinken sollte man besser nichts. Bis zum Kloster sind es nach dieser Erfrischung nur noch 2 Stunden.
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***Jericho
Geschichte: Die ersten Nomaden müssen etwa zwischen 8000 und 7000 vC angefangen haben, sich um ein Heiligtum anzusiedeln. Sie hatten ihr Jäger- und Sammlertum aufgegeben und sich mit Ackerbau und Viehzucht zu beschäftigen gelernt. Es entstand die arbeitsteilige Welt. Innerhalb von 1000 Jahren entwickelten die Bewohner eine Gemeinschaft, die offensichtlich strukturiert und organisiert gewesen sein muss, sonst hätte die imposante Mauer um die Siedlung nicht entstehen können. Ihr Totenkult bestand darin, die Köpfe der Verstorbenen lebensecht mit einer bemalten Tonschicht zu überziehen und unterhalb des gestampften Fußbodens ihrer Häuser beizusetzen (Beispiele im Rockefeller Museum Jerusalem).
Im 6. Jahrtausend vC zerstörte ein Erdbeben oder ein Krieg den Ort, später besiedelte ein neuer Stamm den Platz. Diese Leute kannten bereits die Töpferei. Im 5. Jahrtausend wurden Häuser mit quadratischer Grundmauer gebaut, 3000 Jahre später brannten die Bewohner Tonkrüge mit menschlichen Gesichtern, im 18. Jh vC wurde eine neue Stadtmauer errichtet, um 1400 vC die Stadt zerstört. Ab etwa dem 13. Jh vC berichtet die Bibel über Jericho, aber ausgerechnet zu der Zeit, zu der Josuas Posaunen hätten erschallen müssen, gibt es in Jericho eine Besiedlungslücke. Im 9. Jh bauten die Israeliten unter König Ahab die Stadt wieder auf, im 5. Jh verließen die Bewohner diese Siedlung. Im 4. Jh entstand südlich ein hellenistisches Jericho, 161 vC eroberten die Makkabäer den Ort, Herodes baute ihn ab 30 vC zu seiner Winterresidenz aus. 70 nC zerstörten die Römer die Anlagen.
Später wuchs eine neue Siedlung an der Stelle der heutigen Stadt, in der während der byzantinischen Epoche einige Kirchen und eine Synagoge gebaut wurden. Nach der arabischen Eroberung errichteten die Omaijaden eine Festung und eine Moschee, der Kalif Hisham 724 den am Stadtrand liegenden Palast Khirbet AlMafjar („Hisham-Palast“).
Doch langsam reduzierte sich Jericho zu einem unbedeutenden Dorf, das während der britischen Mandatszeit etwa 4000 Einwohner (heute gut 20 000) zählte. Nach der Proklamation Israels flohen viele Palästinenser nach Jericho, das Flüchtlingslager Aqbat Jaber war das größte seiner Art. Seit 1994 untersteht die Stadt – als die erste in Israel – palästinensischer Verwaltung und wäre fast das geworden, was Ramallah heute vorläufig ist: Hauptstadt des Staates Palästina. Auch wenn daraus nichts wurde, will Jericho nun mit seinem Alter punkten: Seit dem 10.10.2010 wird das 10 000-jährige Bestehen der Stadt mit vielen kulturellen Aktivitäten gefeiert – wer auch immer sich getraut hat, diesen Termin festzulegen.
Mit der Geburtstagsfeier soll natürlich auch der Tourismus angeschoben werden. Überall im Ort stehen nagelneue Hinweisschilder auf die Sehenswürdigkeiten, aber die oft beschriebenen Zuckermühlen sind z.B. noch in weniger vorzeigbarem Zustand als die Beschilderung. Es ist auch vieles auf einmal zu bewältigen: Im Sommer 2011 soll der Großteil der Stadt von den nicht immer tourismusförderlichen Sickergruben auf Kanalisation umgestellt werden.
Jericho ist eine der ältesten Städte der Welt. Wahrscheinlich hat die günstige Lage, nämlich an einer reichen Quelle in der Wüste mit im Winter guten klimatischen Bedingungen, dazu beigetragen, dass sich hier Menschen so früh ansiedelten und ihre Spuren sich rund 10 Jahrtausende zurückverfolgen lassen. Zeuge für diese lange Vergangenheit ist der Tell AsSultan (hebr. Tel Yerikho), in dessen Erde sich diverse übereinander lagernde Schichten von Siedlungen seit der Jungsteinzeit unterscheiden ließen.
Im großen Neubaukomplex rechts der Straße beim Hotel Intercontinental entstand das Oasis Spielkasino, das für die Israelis gedacht ist, die zum Spielen ins Ausland fliegen müssen. Allerdings versuchten manche Rabbis, auch über diesen Ort des Lasters ihren Bann zu legen und kreierten einen weiteren Zankapfel zwischen Israel und den Palästinensern. – Dieser Oase der Reicheren und Schöneren liegt auf der westlichen Straßenseite das Flüchtlingslager Aqbat Jaber gegenüber.
Die interessanten Besichtigungsplätze Jerichos sind einfach zu finden. Beginnen wir mit dem Tell AsSultan, der unübersehbar etwa 2 km nach der Kreuzung zum Stadtzentrum an der Straße Richtung Bet Shean und an der Kreuzung liegt, an der links die Straße 449 nach Ramallah abzweigt. Der hohe Hügel ist nicht zu übersehen. Fahren Sie zum Parken ca. 100 m in die Straße 449 hinein, dann liegt rechts die Einfahrt zum Parkplatz hinter den Häusern. Wenn Sie ungefähr 1 km weiterfahren, liegen linker Hand die erwähnten eher unscheinbaren Zuckermühlen, teils aus Stein, teils aus Lehmziegeln gemauert, die mit Wasser aus dem Wadi betrieben wurden und bisher verdreckt und unerschlossen nur bei einer Führung sinnvoll eingeordnet werden können. Der Betrieb geht auf die Zeit der Omaijaden zurück und lebte unter den Kreuzfahrern wieder auf, die den Zucker sogar nach Europa exportierten. Hier auch heute Zucker erwerben zu können, wäre eine gute Idee. Zurück zur ältesten Stadt der Welt.
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7. Südliche Westbank
****Bethlehem / Beit Lakhm
Die Geburtsstadt Jesu, die eine lange biblische Geschichte hat (u.a. wurde David hier zum künftigen König bestimmt), zählt zu den wichtigsten christlichen Städten Israels – die vielen Reisebusse mit den Touristenströmen verdeutlichen es nur allzu sehr. Doch Bethlehem besteht nicht nur aus christlich geprägten Bauten, sondern aus der historischen Altstadt, die sich auf einem quasi abgeflachten Hügel ausdehnte, dessen teilweise steile Flanken möglichen Feinden die Eroberung erschwerten wie auch Kakteen-Zäune, enge Treppen etc. Die Geburtskirche – am Manger Square (Krippenplatz) – erhebt sich am Südostende des Hügels. Die alten Zugangsstraßen führten vom flacheren Norden durch die Altstadt zur Kirche, während die von den Engländern gebaute Manger St die Kirche und den gleichnamigen Platz unter Umgehung der etwas engen Altstadt erschließt.
Konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Besucher bisher allein auf christliche Objekte, so wurde mit der Totalrenovierung von Bethlehems Altstadt aus Anlass der 2000-Jahrfeiern auch die sehenswerte Altstadt einbezogen. Aus ihr wurde der Autoverkehr verbannt, sodass die Touristen prinzipiell am Nordrand aus den Bussen steigen und bequem durch die historische Stadt zur Geburtskirche am Manger Square schlendern und währenddessen Geld ausgeben könnten. Wäre da nicht die Zweite Intifada gewesen: Die Busse halten seitdem in der Regel 20 Minuten an der Geburtskirche und eine Stunde an ausgesuchten Souvenirshops, sofern noch welche existieren, und fahren wieder weg. Jeder Besuch, der länger bleibt und sich selbst ein Bild machen möchte, ist hoch willkommen.
Geschichte: Die nachweisbare Geschichte der Stadt beginnt mit Kaiser Hadrian, der 135 nC ein Adonisheiligtum über der Grotte bauen ließ, von der es hieß, dass dort Jesus geboren worden sei. 325 wurde unter Kaiser Konstantin anstelle des Heiligtums eine Basilika errichtet. Durch eine Öffnung im Boden konnten die Pilger in die Grotte hinabschauen. 529 zerstörten Samaritaner diesen Bau. Zwei Jahre später ließ Justinian die Basilika weitgehend dem alten Bauwerk ähnlich wieder errichten. Diese heute älteste erhaltene Kirche hat erstaunlicherweise alle Wirren der Jahrhunderte überstanden: Die Perser ließen sie 614 ungeschoren, ebenso die bald folgenden Muslime. Die Kreuzfahrer renovierten die Basilika, selbst die Mamluken machten halt vor ihr. Später allerdings verfiel sie, die Türken demontierten die Marmorverkleidungen für Bauten in Jerusalem. Schließlich erhielt 1670 die griechisch-orthodoxe Kirche die Erlaubnis, die Basilika wiederherzustellen. In den folgenden Jahrhunderten neideten die anderen christlichen Glaubensrichtungen den Orthodoxen das Kirchenprivileg. Es kam zu tätlichen Auseinandersetzungen, die schließlich von der Hohen Pforte durch eine noch heute gültige Eigentumsregelung beruhigt wurden.
Das Jahr-2000-Projekt brachte 200 Millionen Dollar aus verschiedenen Ländern, um aus Bethlehem und seinen Nachbarstädten Bet Jala im Westen und Bet Sahur im Osten eine der ersten touristischen Adressen im Nahen Osten zu machen – inklusive umfassender Renovierung der Infrastruktur. Die Jahrtausendwende brachte jedoch auch die AlAqsa-Intifada, im Frühjahr 2002 verschanzten sich etwa 200 Palästinenser in der Geburtskirche, die von der israelischen Armee belagert und beschossen wurde – ein bis dahin nicht vorstellbares Geschehen. Wenig später wurde Bethlehem mit der Betonmauer eingekreist. Dieses acht Meter hohe Ungetüm wird zwar laufend verschönert, u.a. von Robert „Banksy“ Banks aus London, dem besten Sprayer der Welt (siehe einige seiner sehenswerten Bethlehemer Beiträge auf www.santasghetto.com), aber der Tourismus ist noch lange nicht wieder in Gang gekommen.
Der Manger Square zählte noch bis 1998 zu den verkehrsreichsten Plätzen der Region, Busse luden ihre Gäste aus, Polizeiautos rasten mit Sirenengetöse zur Polizeistation auf der Nordseite. Die Initiative Bethlehem 2000 hat den Platz total umgekrempelt, er stellt sich jetzt als eine autofreie Zone mit Schatten spendenden Bäumen dar, die Polizeistation wurde abgerissen und an ihrer Stelle das Peace Center errichtet mit der Touristen-Information, Buchladen, Ausstellungsräumen, Toilettenanlagen etc.; www.peacenter.org.
Auf den Manger Square schaut die Christenheit an Weihnachten, hier steht die Hauptattraktion von Bethlehem, die Geburtskirche (Basilika of the Nativity; 6.30-19.30; im Winter 5.30-17, Geburtsgrotte So vormittags geschlossen), die festungsgleich den Platz dominiert und von außen nicht gerade attraktiv aussieht. Ihrem alten Gemäuer sieht man zweifelsohne die Jahrhunderte an. Das ursprüngliche Portal wurde von den Kreuzfahrern verkleinert, später ganz zugemauert. Geöffnet ist nur ein so niedriger Seiteneingang, dass die Mamluken nicht auf dem Pferd in die Kirche reiten konnten und heutige Touristen Schlange stehen müssen, um gebückt durch das schmale Tor hinein- oder herauszukommen.
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Begegnungen mit Menschen
Oben wurden bereits einige Institutionen erwähnt, die sich anzusteuern lohnen. Hier werden weitere aus der erstaunlichen Vielzahl an NGOs im Bereich der Tripolis in alphabetischer Reihenfolge kurz genannt.
Alternative Tourism Group, www.atg.ps (bereits öfter erwähnt, siehe S. 22), arbeitet eng mit dem YMCA Bet Sahur (www.jai-pal.org) zusammen
Caritas Baby Hospital, unweit vom Rahelgrab/Gilo Checkpoint – nach wie vor das einzige auf Säuglinge und Kleinkinder spezialisierte Krankenhaus in Palästina mit 3000 kleinen Patienten pro Jahr, www.heilig-land-verein.de/Partner/Caritas_Baby_Hospital/caritas_baby_hospital.html
Holy Land Trust, www.holylandtrust.org, Expertise in gewaltlosem Widerstand, bietet Reiseprogramme und Begegnungsmöglichkeiten an
Oasis in Bet Sahur betreibt Werkstätten für Behinderte, in denen Kunsthandwerk entsteht
Parent’s Circle Families Forum, www.theparentscircle.org, hier vernetzen sich rund 500 palästinensische und israelische Familien, die ein Familienmitglied im Nahostkonflikt verloren haben – sie rufen nach Versöhnung statt Vergeltung. Schwerpunkt Jugendarbeit, Gespräche mit Reisegruppen kosten € 300, Tel 03 5355089
Siraj Center For Holy Land Studies, www.sirajcenter.org, versucht das weltöffentliche Bild von Palästina durch alternative Reiseangebote zu beeinflussen wie zum Beispiel: wohnen in Familien (mF $ 30 pP), Fahrradtouren, thematische Wanderungen, politisch orientierte Programme, ganze Reiseorganisation, Kontakt: Iliana Awwad, programs@sirajcenter.org
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Essen und Trinken
Am Manger Square offerieren eine Reihe von Restaurants – die zum Teil auch auf die Abfertigung von Bus-Touristen eingerichtet sind – ihre Dienste. Dazu gehören AL ANDALUS mit westlicher und arabischer Küche (mittlere Preise) ebenso wie ST. GEORGE, das recht gutes gegrilltes Huhn und arabische Gerichte anbietet. Preiswerter kann man im AFTEEM am Manger Square essen, einem Felafel-Spezialisten. Die Imbisse in der Altstadt sind vielleicht noch günstiger. Hochpreisigeres findet man am einfachsten in den fünf Bars und Restaurants im Hotel Intercontinental: feine Speisen im BAIDAR (westlich) oder AsSAYTUNA (nahöstlich), Party feiern in der COSMOS Bar (tägl. 17-2, besonders samstags) oder So/Mo Live-Musik im AlMAQHAN.
Auf dem Hirtenfeld in Bet Sahur kann man im THE TENT in einem Beduinenzelt speisen, abends eventuell auch mit Musik. In Bet Jala findet man unten im Tal gleich bei Bethlehem das kleine, durchaus coole Restaurant-Café TABOO (täglich 13-2) mit eher jungem Volk und manchmal echt lauter Musik.
Ansonsten bietet fast jedes Hotel auch ein Restaurant, aber den allerbesten Blick über die Tripolis, Siedlungen, Autotunnel und Sperranlagen bietet ganz oben auf dem Berg das BARBRA Restaurant mit guter Cocktailauswahl und Wasserpfeifen, sonntags manchmal Live Musik (Arab Society St, Tel 059 9818461).
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***Hebron / Khevron / AlKhalil
Das 930 m hoch gelegene Hebron zählt nach wie vor zu den eher explosiven Orten in der Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und vor allem ultraorthodoxen Juden und renitent nationalreligiösen Siedlern. Die Bewohner Hebrons genießen in Palästina einen Ruf ähnlich dem der Ostfriesen in Deutschland, aber viel zu lachen gibt es seit Jahrzehnten nicht. Erkunden Sie vor einem Besuch die aktuelle Situation (siehe S. 43). Wenn tatsächlich mal wieder Eruptionen anstehen oder jeden Augenblick zu befürchten sind, sollten Sie besser nicht fahren. Zu allen anderen Zeiten lohnt es sich sehr wohl, Hebron zu besuchen, obwohl die relativ lang gestreckte, etwas heruntergekommene Stadt nicht zu den attraktivsten im Land gehört.
Derzeit leben in der größten Stadt der Westbank etwa 170 000 Palästinenser (nach anderen Schätzungen 200 oder sogar 230 000). Im engeren Stadtgebiet haben sich ca. 500 und im Siedlervorort Kiryat Arba etwa 7000 Juden niedergelassen. Übrigens bedeutet Hebron/AlKhalil sowohl arabisch wie hebräisch Freund – von „Freund Gottes“, einem Beinamen des gemeinsamen Stammvaters Abraham.
Geschichte: Abraham erwarb die Höhle Machpela in Hebron, die er zum Erb-Begräbnisplatz bestimmte. Das Alte Testament berichtet, dass hier ganze Generationenfolgen beigesetzt wurden. Im 11. Jh vC ließ sich – nach dem Tod von König Saul – David in Hebron zum König salben. Als im 6. Jh vC die Juden in babylonische Gefangenschaft gezwungen wurden, besetzten Edomiter die nun freie Gegend. Erst Judas Makkabäus eroberte die Stadt zurück, Herodes baute sie auf und errichtete über der Höhle Machpela ein erstes Gebäude. Nach dem zweiten jüdischen Aufstand im 2. Jh nC wurden die Juden auch aus Hebron vertrieben. Kaiser Justinian ließ im 6. Jh auf der herodianischen Basis eine Basilika errichten. Als die Muslime im 7. Jh einrückten, wandelten sie die Kirche in eine Moschee um, Juden konnten sich wieder in Hebron niederlassen. Die Kreuzritter bauten die Moschee in eine Kirche zurück, nach der Rückeroberung konvertierten die Mamluken 1267 erneut die Kirche zur Moschee. Die Mamluken verboten den Christen und Juden das Betreten des heiligen Bezirks. Erst nach der israelischen Eroberung 1967 wurden die religiösen Stätten auch Nichtmuslimen wieder geöffnet.
Ein Stück weiter südlich der Straße 35 im Viertel Ras AlJorah kann man Glasbläsereien besichtigen, für die Hebron berühmt ist. Hier kauft man auch günstiger als in der Jerusalemer Altstadt. Nach zwei Tankstellen befindet sich vor dem Kreisel auf der rechten Straßenseite z.B. die Hebron Glass & Ceramics Factory der muslimischen Familie Natsheh, Tel 059 9212238, keine Kreditkarten. Falls Sie von der Altstadt aus hierherkommen möchten, sollte man per Taxi etwa NIS 10 erwarten.
Biegt man nach den Glasbläsern im Kreisel links auf die Qaisun ArRama St ab, so stößt man nach ca. 500 m linker Hand auf das biblische Mamre, wo Abraham auf die Verheißung von Nachkommen hin einen Altar gebaut haben soll. Eine 2 m dicke Steinmauer aus herodianischer Zeit umgibt den Platz. Der Brunnen in der Südwestecke heißt Abraham’s Well, weil er vom Stammvater gegraben worden sein soll. Tatsächlich stammt er aus der Zeit, in der auch die Außenmauer gebaut wurde.
Zurück zum Kreisel und wiederum links, sind es noch etwa 3 km bis zur Altstadt. Wer sich für den einzigen christlichen Ort in Hebron interessiert, könnte sich zwei Kreisel weiter nach rechts halten und am nächsten Kreisel sofort wieder rechts abbiegen. Hier auf der King Hussein St sind es dann noch etwa 1,5 km und ein Kreisel weiter, bis rechts ein Stahltor zu einer russisch-orthodoxen Kirche von 1871 samt Kloster führt: AlMosqobiye, Tel 050 5351837. Speziell zu sehen ist nichts außer der recht neuen Kirche und einem verkohlten Baumstumpf, der wohl ebenfalls mal als das Baumheiligtum von Mamre gegolten hat. Immerhin kann man an dieser Abrahamseiche auch muslimische Tschetschenen treffen. Kein typisches Hebron-Erlebnis.
Hält man sich, statt zum orthodoxen Mamre zu fahren, an dem entsprechenden Kreisel links, landet man irgendwann an einem Punkt außerhalb der Altstadt, an dem man nicht mehr weiterfahren kann. Ein Parkplatz sollte zu finden sein. Hebrons heiliger Bezirk liegt von hier aus östlich durch die Altstadt hindurch.
Der Haram AlKhalil, jüdische Website: www.machpela.com/english, der große Gebäudekomplex über der Höhle Machpela, liegt im Südosten der Stadt, er ist streckenweise mit Machpela ausgeschildert. Mit seinen wuchtigen, sorgsam zusammengefügten festungsartigen Mauern zählt er zu den vollendetsten Bauwerken der Antike Israels, die heute noch erhalten sind. Herodes ließ ihn als eine Art rechteckige Plattform von 34 x 59 m (Abweichung maximal 4 mm) mit einer 2,65 m dicken Umfassungsmauer bauen, die bis auf die Mauerkrone noch voll erhalten ist. So ähnlich hat die Umfassungsmauer des Tempels in Jerusalem auch einmal ausgesehen. Aus der einheitlichen Neigung der Bodenplatten zu einem Ablauf hin geht hervor, dass der herodianische Komplex ursprünglich nach oben offen war und die Einbauten erst später erfolgten. Die eigentlichen Grabstellen befinden sich in der seit den Kreuzrittern nicht mehr zugänglichen Machpela-Höhle, genau über ihnen stehen Kenotaphe (Scheingräber). Neben der fünften Stufe der Nordtreppe befindet sich ein Loch in der Mauer, von dem die Juden glauben, es stünde mit den Gräbern in Verbindung. Bis 1967 durften sie nur bis hierher gehen und beten.
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8. Gaza
Überblick
Manche Leute fragen sich, was denn Informationen über den Gazastreifen sollen, in den derzeit kaum ein normal Sterblicher einreisen kann, obwohl die Infrastruktur dafür vorhanden wäre – wir schreiben darüber, weil wir hoffen, dass sich die Situation so bald wie möglich positiv ändert und Sie als Leser bei einer Einreise wenigstens Basisinformationen an die Hand bekommen.
Hintergrund: Der 45 km lange, zwischen 6 und 14 km breite (360 qkm, weniger als die Fläche von Bremen) Gazastreifen erwarb in den vergangenen Jahrzehnten traurige Berühmtheit. Er ist keine geografisch abgegrenzte Zone, sondern er entstand als ein Gebiet, das die ägyptische Armee während und nach dem Unabhängigkeitskrieg Israels noch besetzt hielt. Aus dem südlichen Palästina waren etwa 170 000 Bewohner zu den 60 000 Menschen geflohen, die hier bereits lebten. Die Flüchtlinge wurden in acht großen Lagern untergebracht, die zunächst aus Zelten bestanden, inzwischen – eng und schmal – sozusagen in Beton gegossen wurden. Das seit über 60 Jahren existierende Provisorium hält an, ein Ende ist nicht abzusehen. Seither kümmert sich die UNRWA um die Versorgung der Menschen, siehe Kasten.
Beim Suez-Krieg 1956 marschierten die Israelis kurzfristig ein, überließen bald das Gebiet wieder den Ägyptern, um es ihnen erneut und endgültig beim Sechstagekrieg 1967 abzunehmen. Schon bald entstanden jüdische Siedlungen für schließlich 8000 Menschen auf rund 30 Prozent der Gaza-Fläche, die 2005 von der Regierung Sharon aufgegeben wurden; die israelischen Siedler mussten z.T. mit Gewalt umgesiedelt werden. Die meisten Gebäude und Einrichtungen wurden von der israelischen Armee zerstört.Armee zerstört.
Seither untersteht das Gebiet „innenpolitisch“ komplett den Palästinensern. Nach blutigen Auseinandersetzungen zwischen Hamas und Fatah vor allem im Jahr 2007 regiert es de facto die 2006 demokratisch gewählte Hamas. Gaza City ist die provisorische Hauptstadt. Da Israel die Hamas als Terrororganisation einstuft, erklärte es im September 2007 Gaza zum „feindlichen Gebiet“ und schloß die Grenzen weitgehend. Die USA und die EU traten dem Wirtschaftsboykott bei.
Die Hamas wehrte sich mit Raketenbeschuss des israelischen Grenzbereichs gegen die Unterdrückung. Israel überzog nach mehreren Warnungen Gaza vom 28.12.2008 bis 01.02.2009 mit einem gnadenlosen Krieg, u.a. mit Phosphorbombenabwürfen jenseits der Genfer Konventionen. Über 1400 Palästinenser verloren ihr Leben, 14 Prozent der Häuser und ein großer Teil der Infrastruktur wurden zerstört. Dieser Krieg wird übrigens offiziell „Israelische Militäroffensive gegen den Gazastreifen“ genannt, weil man bei einem Krieg davon ausgeht, dass sich mindestens zwei annähernd gewachsene Parteien gegenüberstehen.
Bei einem Geburtenüberschuss von aktuell rund 4 Prozent pro Jahr leben derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen in Gaza. Die Bevölkerungsdichte dieses Landstrichs wird nur von den Staaten Monaco, Singapur und Gibraltar übertroffen. Leider kann sich Gaza ökonomisch nicht mit ihnen messen – das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen liegt bei $ 250 pro Monat (in Israel beim Zehnfachen). Die Angaben über die Arbeitslosenquote variieren zwischen 60 und 80 Prozent. Etwa 50 Prozent der Bewohner sind jünger als 15 Jahre. Arbeitslosigkeit, Armutssituation und Ausweglosigkeit bilden neben anderen Faktoren den typischen Nährboden für die Entwicklung von Terrororganisationen. Man kann nur von einem Wunder sprechen, dass dieses Pulverfass nicht schon längst explodiert ist.
Durch die Grenzaussperrungen der letzten Jahre (siehe nebenstehenden Kasten) hat sich die wirtschaftliche Situation entschieden verschlechtert, einige Kritiker sprechen von De-development. Es gibt praktisch keine Industrie mehr und daher keine Arbeit in diesem Sektor. Als die UNRWA vor einigen Jahren acht Müllarbeiter suchte, bewarben sich 11 655 Männer.
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Quer durch den Gazastreifen zieht sich die Verlängerung der israelischen Küstenstraße 4, die quasi der uralten Via Maris der Römer folgt. Sie mündet in den einzigen für Ausländer benutzbaren Grenzübergang namens Eres. Jedoch muss man schon Diplomat oder Journalist sein, um eventuell ein Permit für den Grenzübertritt zu bekommen; normale Touristen haben keine Chance für einen Besuch.
Seit der Autonomie lassen die israelischen Checkpoints keine Autos mit gelben Nummernschildern einreisen; innerhalb des Gazastreifens ist man auf Taxis oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.
Der Grenzübergang erinnert ältere Westdeutsche ziemlich direkt an die ähnliche Situation mit der ehemaligen DDR. Als Tourist geht man vom Parkplatz aus zum VIP-Schalter und liefert seinen Pass ab, der für 15 bis 20 Minuten in den Netzen der Bürokratie verschwindet – ein unangenehmes Gefühl. Dann muss man bis zum etwa 600 m entfernten palästinensischen Taxistand marschieren.
Der Besuch von Gaza kann Risiken mit sich bringen. Wenn Sie das Leben in diesem Provisorium mit eigenen Augen sehen und beurteilen wollen, informieren Sie sich über die aktuelle Situation, siehe S. 43.
Gaza City
Geschichte: Der Ort Gaza gehört – wie so viele andere an dieser Küste – zu den ganz alten Städten der Welt, er taucht wegen seiner Lage an der alten Handelsstraße von Ägypten nach Syrien und Mesopotamien bereits in ägyptisch-pharaonischen Texten auf, z.B. nahm ihn Pharao Thutmosis III. im 15. Jh vC ein. Der Kraftprotz Simson aus der Bibel riss hier den Dagontempel ein und kam nebst vielen Philistern selbst in den Trümmern um. Ähnlich wie in Ashkelon lösten die Eroberer einander ab: Israeliten, Philister, Perser, Griechen, Römer, Araber, Kreuzfahrer, Mamluken, Türken, Franzosen, im Ersten Weltkrieg dann die Briten, schließlich die Ägypter, und seit 1967 die Israelis. Die Autonomieverhandlungen legten seit 1995 einen großen Teil der politischen Verantwortung zurück in die Hände der Palästinenser. Zu besseren Zeiten wurde Gaza 1998 Partnerstadt von Barcelona und – Tel Aviv. Die zu dritt angestrebten Projekte dieser Städte liegen seit längerem wieder auf Eis.
Vorbemerkung: Die folgende Beschreibung stammt aus der Zeit vor dem wochenlangen Bombardement 2008/9; bis Redaktionsschluss war Ausländern der Zugang zum Gaza-Streifen nicht erlaubt. Es kann durchaus sein, dass wir hier stellenweise eine Art „heile Welt“ beschreiben, die derzeit unter Trümmern begraben liegt.
Gaza City hat aus der langen Vergangenheit nicht viel zu bieten, zumal in jüngster Zeit die Augen mehr aufs tägliche Überleben als auf Archäologisches gerichtet waren und bei der planlosen Bauerei in der Stadt die allerletzten Relikte zerstört wurden. Etwas Abhilfe schafft seit Herbst 2008 jedoch das Archäologische Museum AlMathaf in Gaza-Sodaniye im nördlichen Gazastreifen. Hier stellt der Bauunternehmer Jawdat Khudary fast alle Funde aus (die Aphrodite-Statue wurde von der Hamas zensiert), die er seinen Arbeitern bei Straßenbaumaßnahmen abgekauft hat; mit Restaurant und Garten, Beach St, Tel 2858444, www.almathaf.ps.
Ursprünglich lag Gaza City etwa 3 km von der Küste entfernt, wie die Altstadt zeigt. Sie entwickelte sich dann an zwei etwa parallel verlaufenden Straßen zum Mittelmeer hin. Mit der Ankunft der Flüchtlinge dehnte sie sich nach Norden und Süden aus, wobei sie im Norden direkt in das Flüchtlingslager Beach Camp übergeht. Heute breitet sich ein eher unübersichtlicher Häuserbrei im Norden des Gazastreifens bis weit südlich des Stadtzentrums aus. Besonders an der Peripherie fallen dem Besucher unzählige viertel- oder halbfertige Betonbauten auf, die manchmal noch nicht oder nur in ein, zwei Zimmern bewohnbar sind. Sie wurden offenbar willkürlich und nicht nach stadtplanerischen Vorstellungen in die Landschaft gestellt.
Beginnt man mit dem Kennenlernen am Ende der Parallelstraßen Umar AlMukhtar St und der südlicheren AlWahda St am östlichen Midan (Platz) Shayaria, so kann man sich beruhigt hier vom Taxi absetzen lassen und sich zur Küste hin „vorarbeiten“. Bald sieht man rechts der Umar AlMukhtar St ein gedrungenes Minarett, das hinter den Häusern der Straßenfront steht. Es gehört zur Großen Moschee – Djami’a AlAkbar –, einer ursprünglich von den Kreuzrittern gebauten Kirche für Johannes den Täufer, die später in eine Moschee umfunktioniert wurde. Bemerkenswert ist eine Säule mit einer Menora, die aus einer Synagoge des 3. Jhs stammt.
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9. Anhang
Glossar
Ashkenasim – mittel- und osteuropäische Juden und ihre Nachkommen
Bab – arab.: Stadttor
Bar/BaT Mizwa – hebr.: Sohn/Tochter der Pflicht, ähnlich einer Konfirmationsfeier
B.C.E. – before common era, vor unserer Zeitrechnung
Bet Knesset – hebräisch für Synagoge
C.E. – common era, unsere Zeitrechnung, häufig in Museen für: nach Christus
Chassidim – hebr.: Fromme; streng orthodoxe Juden
Djami’a – große Freitagsmoschee
Gemara – Auslegung der Mishna, Teil des Talmud
glatt kosher – koscher auch im Sinne der strengeren sefardischen Regeln
halal – arab.: rein, erlaubt, v.a. den islamischen Speisevorschriften in Koran und Sunna genügend
Haram – arab.: (im Islam) verboten; daher auch: heilige Bezirke (Jerusalem und Hebron)
Haredim – hebr.: Gottesfürchtige, Selbstbezeichnung der ultraorthodoxen Juden
Kabbala – wörtl.: Überlieferung, mystische Tradition des Judentums, das die direkte Offenbarung Gottes z.B. in Buchstaben-Zahlen-Kombinationen sucht
Kashrut – Vorschriften der koscheren Küche, was zum Genuss erlaubt ist
Kenotaph – griech.: Schein- bzw. Schaugrab ohne Beisetzung, zum Gedenken
Khanqa – klosterähnliches Gebäude muslimischer Bruderschaften
Kibbuz/Kibbuzim – hebr.: Gemeinschaftssiedlung/en
Kikar – hebr.: Platz
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Minilexikon
Die folgende Wortliste könnte Ihnen auf Ihrer Reise nützlich sein. Zur Aussprache: fast alle Buchstaben wie im Deutschen, außer
kh – wie ch in acht; gh – wie ein am Gaumen gerolltes R; w – wie ein englisches „Dabbelju“; dj – wie das französische j in Journal.
Deutsch arabisch Hebräisch
Wichtige allgemeine Ausdrücke
ja / nein aíwa, eh / la ken / lo
bitte min fádlak bewakashá
zu einer Frau: min fádlik
bitteschön tafáddal bewakashá
zu einer Frau: tafáddali
danke (viel) shukrán ktir todá (rabá)
gern geschehen áfwan; áhlan ejn dawár
guten Tag ßalám, markhabá shalóm
guten Morgen sabáh al-kher bóker tov
Antwort: sabáh an-nur
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Inhalt
Zu diesem Buch........................................................ 5
Abkürzungen............................................................. 6
Vorwort....................................................................... 7
Buch-Konzeption................................................. 8
1 Alles über Reisen in Palästina........... 13
Verstehen und Verständnis............................... 13
Überblick.............................................................. 13
Was man alles unternehmen kann.............. 14
Verantwortungsbewusst unterwegs sein. 14
Vorbereiten der Reise, sich informieren........ 15
Verständigung................................................... 20
Internet..................................................................... 20
Touristische Informationen................................ 21
Einige Fluglinien nach Tel Aviv...................... 21
(Teil)Organisierte Reisen................................. 21
Papierkram – Pass, Visum.................................. 26
Reiseziele und -routen........................................ 27
Die Top-Ten-Ziele der Region....................... 27
Was man außerdem noch unternehmen
kann........................................................................... 28
Vögel beobachten............................................ 28
Olivenbäume pflanzen und Oliven ernten. 28
Volontär werden............................................... 29
Klima und Reisezeit.............................................. 29
Klima .................................................................... 29
Reisezeit.............................................................. 29
Ausrüstung.............................................................. 30
Kleidung............................................................... 30
Radio..................................................................... 30
Fotografieren...................................................... 30
Ausrüstung für Radfahrer.............................. 30
Anreise .................................................................... 31
Wie man gesund bleibt....................................... 31
Palästinensische Bücher................................. 16
Reisen im Grünen Bereich.............................. 24
Informationen für die Praxis – unterwegs
in der Westbank................................................ 25
2 In Palästina zurechtkommen............... 33
Ankunft und Einreise............................................ 33
Ben Gurion Airport (Tel Aviv).......................... 33
Vom Flughafen weiterkommen..................... 34
Aufenthaltsdauer.............................................. 35
Ausreise............................................................... 35
Einreise/Abstecher nach Jordanien .............. 36
Sich fortbewegen – unterwegs in Palästina 37
Ein Platz für die Nacht......................................... 40
Hotel-Beschreibungen in diesem Buch...... 40
Übernachten....................................................... 41
Essen und Trinken................................................. 42
Sicherheit................................................................ 43
Keine Angst........................................................ 43
Praktische Informationen................................ 44
Alleinreisende Frauen, Homosexuelle............ 45
Geld und Währung............................................... 45
Geldwechsel....................................................... 46
Kredit- und EC-Karten..................................... 46
Trinkgelder.......................................................... 46
Shopping, Öffnungszeiten................................. 47
Gezielt einkaufen.............................................. 48
Öffnungszeiten.................................................. 48
Feier- und Festtage .............................................. 49
Jüdische Feiertage .......................................... 49
Islamische und palästinensiche Feiertage. 50
Christlich-orthodoxe Feiertage..................... 51
Telefon, Internet, Post, Elektrizität................... 51
Telefon................................................................. 51
Landesweite Notrufnummern....................... 52
Vorwahlen der wichtigsten Städte............. 52
Internet................................................................. 52
Post........................................................................ 53
Elektrizität............................................................ 53
Die Medien............................................................. 53
Presse................................................................... 53
Rundfunk............................................................. 54
Fernsehen............................................................ 54
Zeitzone............................................................... 54
Unterhaltung, Sport............................................. 54
3 Land, Leute und Vergangenheit........ 55
Geschichte Palästinas.......................................... 55
Ein paar Vorbemerkungen............................. 55
Seit grauer Vorzeit........................................... 55
Israelitische Epoche.......................................... 56
Zwischenspiel der Perser................................ 58
Hellenistische Epoche...................................... 58
Hasmonäer.......................................................... 58
Römische Epoche.............................................. 59
Christen................................................................ 59
Arabisch-islamische Epoche.......................... 60
Kreuzfahrer......................................................... 60
Mamluken........................................................... 61
Osmanen.............................................................. 61
Mandat der Engländer.................................... 61
Israel – Staat der Juden..................................... 62
Kurze, aber ereignisreiche Geschichte....... 62
Palästina –
künftiger Staat der Palästinenser.................... 64
Vorbemerkungen.............................................. 64
Historischer Abriss............................................ 65
Streitpunkt Siedlungen................................... 69
Menschenrechte............................................... 70
Was hätten wir in Deutschland getan, wenn… 72
Wasserrecht – Wassernot............................. 74
Menschen in Palästina........................................ 76
Drei monotheistische Religionen..................... 77
Judentum............................................................ 77
Christentum........................................................ 79
Das “Kairos-Palästina-Dokument”.............. 79
Islam...................................................................... 80
Landschaften Israels und Palästinas............... 82
Flora und Fauna..................................................... 82
Wirtschaft................................................................ 83
Vorbemerkungen zum folgenden Reiseteil.. 84
4 Jerusalem und Umgebung................... 85
Jerusalem muss man erleben........................... 85
Als Tourist in Jerusalem.................................. 85
Sehenswertes ................................................... 89
Praktische Informationen................................ 90
Besuchszeiten von Sehenswürdigkeiten.. 90
Jerusalem kennenlernen.................................... 90
Die Kreuzritter erobern Jerusalem.............. 91
Ausblicke auf die Stadt................................... 94
Die Altstadt ............................................................ 97
Geführte Touren................................................ 98
Die Souk-Straßen der Altstadt.................. 100
Vom Jaffator zum Tempelberg.................. 100
Die Via Dolorosa............................................. 111
Die Grabeskirche............................................. 113
Von der West(Klage)mauer zum Jaffator 116
Krank durch Jerusalem ................................ 120
Umgebung der Altstadt.................................... 122
Berg Zion........................................................... 122
Die Stadt Davids............................................. 124
Vom Damaskustor nach Norden und
Osten.................................................................. 126
Umgebung von Jerusalem............................... 129
Jerusalem – Tel Aviv..................................... 129
Neve Shalom/Wahat AsSalam ................ 130
Praktische Informationen................................. 130
Touristische Informationen.......................... 130
Internet-Cafés................................................. 131
Publikationen................................................... 131
Wichtige Adressen für den Notfall........... 131
Wichtig zu wissen........................................... 131
Sicherheit in Jerusalem................................ 134
Verkehr.............................................................. 134
Reisebüro.......................................................... 136
Post, Banken.................................................... 136
Was man unternehmen kann..................... 136
Begegnungen mit Menschen..................... 137
Ausflüge............................................................ 139
Shopping........................................................... 139
Essen und Trinken.......................................... 140
Übernachten.................................................... 142
5 Nördliche Westbank.............................. 147
Reisen in palästinensischen Gebieten......... 147
Palästinenser reif für einen Staat............. 147
Sehenswertes................................................. 148
Ramallah und Umgebung................................ 148
Nebi Samwil / Nabi Samuel ..................... 148
Ramallah........................................................... 149
Praktische Informationen ............................ 152
Übernachten ....................................................... 154
Bil’in und Ni’lin................................................. 155
Bet-El/Beitin.................................................... 156
Taybeh .............................................................. 156
Birzeit................................................................. 158
Abud................................................................... 158
Nablus / Shkhem............................................ 160
Praktische Informationen ............................ 163
Qalqiliya............................................................. 164
AlBadan............................................................. 165
Samaritaner..................................................... 166
Tulkarm.............................................................. 167
Samaria / Shomron / Sebastiye................ 167
Jenin und Umgebung.................................... 168
Von Jenin jenseits der Grünen Linie........... 172
6 Jericho, Jordangraben &
Totes Meer....................................................... 173
Jerusalem – Jericho.......................................... 173
Sehenswertes................................................. 173
AlAsariya (Bethanien) ................................... 173
Abu Dis............................................................... 174
Ma’ale Adummim .......................................... 174
Museum of the Good Samaritan............... 175
Wandern im Wadi Qelt................... 176
Mizpe Yerikho................................................. 177
Mizpe Yerikho – das neue Jerusalem 178
Jericho............................................................... 178
Praktische Informationen............................. 182
Übernachten.................................................... 183
Um Jericho herum und nach Norden....... 184
Hauszerstörungen................... 185
Totes Meer ...................................................... 187
Qalya/Kalya Beach ....................................... 187
Qumran.............................................................. 187
Übernachten.................................................... 190
En Feshkha/Enot Zukim
Nature Reserve............................................... 190
Mezoke Dragot und
HaHeteqim Nature Reserve ....................... 190
7 Südliche Westbank................................ 191
Jerusalem – Bethlehem – Hebron............... 191
Sehenswertes................................................. 191
Rahels Grabmal............................................... 191
Bethlehem / Beit Lakhm............................... 192
Weihnachten in Bethlehem........................ 194
Bet Jala und Bet Sahur................................ 197
Praktische Informationen ............................ 198
Übernachten ................................................... 199
Abstecher von Bethlehem aus....................... 201
Mar Saba.......................................................... 201
Herodeion......................................................... 202
Hass auf allen Seiten.................................... 205
Hebron / Khevron / AlKhalil........................ 206
Praktische Informationen............................. 211
8 Gaza................................................................... 215
Überblick................................................................ 215
Sehenswertes ................................................ 215
UNRWA............................................................. 215
Menschen in größter Not helfen.............. 216
Gaza City........................................................... 217
Praktische Informationen............................. 219
9 Anhang............................................................ 221
Glossar .................................................................. 221
Minilexikon........................................................... 222
Bibelstellenverzeichnis..................................... 226
Verzeichnis von Nahost-Institutionen und -Organisationen 232
Schreiben Sie uns bitte................................ 234
Index....................................................................... 235
Verzeichnis der Karten und Pläne
Gesamtkarte Westbank:
Nördlicher Teil .... Vorderer innerer Umschlag
Südlicher Teil ....... Hinterer innerer Umschlag
Reiserouten in der Westbank............................. 8
Palästina, Historischer Überblick .................... 55
Routen des Ersten Kreuzugs .......................... 60
Aufteilung der Westbank ................................. 73
Jerusalem, Gesamt ............................................ 87
Jerusalem, Altstadt ............................................ 99
Jerusalem, Christliches Viertel .................... 103
Jerusalem, Altstadt: Tempelberg und
Via Dolorosa ................................................... 105
Jerusalem, Grabeskirche ............................... 116
Jerusalem, Altstadt: Armenisches und
Jüdisches Viertel ........................................... 119
Jerusalem, Hotels in der Altstadt und
Ostjerusalem ................................................... 142
Ramallah ............................................................. 151
Nablus Zentrum ................................................ 160
Nablus Übersicht .............................................. 161
Qalqiliya ............................................................... 164
Jenin .................................................................... 171
Jericho................................................................... 179
Hisham-Palast ................................................... 180
Bethlehem .......................................................... 193
Hebron, Altstadt ............................................... 207
Haram AlKhalil .................................................. 208
Gazastreifen ...................................................... 217
