OSTDEUTSCHLAND INDIVIDUELL


OSTDEUTSCHLAND INDIVIDUELL ist ein Handbuch mit hohem praktischen Nutzen:

Attraktive Routenbeschreibungen anstelle trocken-alphabetischer Auflistung von Sehenswürdigkeiten - so fährt man nicht am Schönsten vorbei

Ausschnitte aus dem Text:

Tip: Jede Menge Hintergrund zum Verständnis - Landschaft, Umwelt, Wirtschaft, Geschichte (sowohl Ostdeutschlands als auch der DDR und der fünf Bundesländer)

Leseprobe: (S. 35 u. 53)

Funde der urgesellschaftlichen Steinzeit sind auf dem Gebiet der ehemaligen DDR reichlich vertreten, so z. B. bei Bilzingsleben/Thüringen, Weimar-Ehringsdorf oder Hohen Viecheln/Schwerin (Ur-, Alt- und Jetztmenschstufe). Statt des Jagens, Sammelns und Fischens gehen die vom Balkan beeinflußten und sich bis in die Höhe von Magdeburg ausbreitenden Bandkeramiker um 4500 vC erstmals in Mitteleuropa zur Nahrungserzeugung durch Getreideanbau und Viehzucht über (Fundort Zwenkau bei Leipzig). Mit dem Pflug als Neuerung breiten sich Ackerbaukulturen um 3500 vC auch über die kargeren Böden bis zur Ostseeküste aus (Trichterbecherleute). Großsteingräber (früher Hünengräber) in Norddeutschland sind eindrucksvolle Hinterlassenschaften dieser Megalithkultur, so z. B. im Everstorfer Forst bei Grevesmühlen, auf Rügen oder an der Schwinge bei Demmin.

Fundstücke der zahlreichen lokalen Verbreitungsgebiete neolithischer Kulturen werden in den Landesmuseen für Ur- und Frühgeschichte gezeigt. Mächtige Häuptlingsgrabhügel sowie Waffen und Schmuck aus Bronze leiten um 1800 vC die Bronzezeit mit der Aunjetitzer Kultur ein, welche in der Mitte des 8. Jh. vC von der Eisenzeit (Hallstatt-La-Tène-Zeit) abgelöst wird. Die Kelten breiten sich über Europa aus und dringen bis Thüringen vor...

(S. 53) Die sanfte Revolution

1989 zerbröselt die Festung DDR förmlich, sie löst sich auf, zerfällt wie eine Sandburg. Niemand, kein Mensch hüben wie drüben, hätte jemals ein so frühes und ein so undramatisches Ende vorausgesehen.

Einer der Urheber des Umsturzes ist zweifelsohne Gorbatschow mit seiner Lockerung der vom Staat angelegten Fesseln. In den europäischen Satellitenstaaten der UDSSR kommt es zu ähnlichen Reformbewegungen wie im Mutterland, doch nicht in der DDR. Ungarn ist Vorreiter des Freiheitsdranges und fängt am 2. 5. 1989 an, seine Grenzbefestigung gegenüber dem Westen abzubauen. Im August beginnt die Flucht von DDR-Bürgern in die bundesdeutschen Botschaften von Ost-Berlin, Budapest, Prag und bald auch von Warschau. Die Gebäude sind schnell so überfüllt, daß sie geschlossen werden müssen.

Im September nimmt die Fluchtwelle dramatisch zu. Am 11. 9. öffnet Ungarn seine Grenze und läßt DDR-Bürger unter heftigstem Protest der DDR-Regierung nach Östereich ausreisen. In der DDR wird das "Neue Forum" als erste Oppositionsgruppe zur Einheitspartei gegründet und am 20. 9. vom Innenministerium als staatsfeindlich verboten. In Leipzig wehrt sich am 18. 9. das Regime mit 100 Verhaftungen gegen die noch zaghaften montäglichen Friedensdemonstrationen. Eine Woche später gehen in Leipzig 6000 Menschen protestierend auf die Straße....

Tip: Bernstein - das Gold der Ostsee

Leseprobe: (S. 58)

Vielleicht finden Sie auf den Spaziergängen Bernstein am Strand. Es handelt sich um das Harz der Bernsteinkiefer, das meist um 40 - 50 Millionen Jahre, manchmal auch bis 100 Millionen Jahre alt ist. Wenn Sie fündig wurden, können Sie die Echtheit leicht durch einen Schwimmversuch prüfen, denn Bernstein ist leichter als Salzwasser und schwimmt in der Ostsee, während Glasstücke untergehen. Ganz besonders Glückliche finden Bernstein mit Inklusien, das sind meist Insekten, die auf dem Harz kleben blieben und dann eingeschlossen wurden (detaillierte Informationen erhalten Sie im Bernstein-Museum in Ribnitz-Damgarten, siehe S. 71).

Tip: Rostock - sympatische und geschäftige Hafenstadt

Leseprobe: (S. 67)

Der Neue Markt zählt - obwohl ihn die Steinstraße durchschneidet - zu den anspruchs- und stimmungsvollsten Plätzen der Stadt. Da ist einmal das Rathaus, dessen Schauwand mit den sieben Türmchen leider auf der linken Seite in ein graumonotones Verwaltungssilo übergeht. Das Rathaus entstand Mitte des 13. Jh., indem zwei Bürgerhäuser durch die Schaufassade vereinigt wurden. Im 15. Jh. kam ein weiteres Haus hinzu, die Fassade erhielt die heutige Länge. - Wenn Sie rechts vom Rathaus ein paar Schritte in die Große Wasserstraße hineingehen, treffen Sie auf die schöne Vorderfront des Kerkhof-Hauses, in dem einst der Bürgermeister lebte.

Dem Rathaus gegenüber beginnt am Neuen Markt die Fußgängerzone Kröpeliner Straße, das Flanier- und Shoppingcenter der Stadt. Diese Straße hat durchaus ihre eigene Atmosphäre, und es gibt hier zusätzlich zu den hin und wieder auftauchenden ehemaligen Bürgerhäusern einiges zu sehen. Gehen Sie die erste Querstraße nach rechts, linker Hand können Sie an einer Fassade eine Plastik mit einem hammerschwingenden Mann erkennen: Das ist die ehemalige Münze, auf welche die Stadt stolz ist, denn sie hatte von 1325 bis 1864 eigenes Münzrecht.

Der kleine Platz in der Nähe der Münze ist der ehemalige Ziegenmarkt. Dahinter erhebt sich der kolossale Baukörper der Marienkirche (So 11.15-12; Di-Sa 10-17); den besten Gebäudeeindruck hat man von der tiefer liegenden Vogelsangstraße aus. An der Marienkirche wurde fast 400 Jahre lang gebaut: Um 1230 wurde mit einem Backsteinbau begonnen, dessen halbfertiges Langhaus stürzte 1398 ein, erst 1452 war ein neuer, größerer Bau fertig, doch der Turmbau zog sich noch bis ins 16. Jh. hin. Er wurde mit provisorischen Dächern abgeschlossen; die heutige Form stammt aus dem Jahr 1797. Im Inneren können Sie viele Kunstschätze bewundern, wie den Bronze-Taufkessel von 1290, den Rochusaltar (1530) oder die berühmte astronomische Uhr aus dem Jahr 1472 mit Kalender bis zum Jahr 2017.

Gehen wir zurück auf die Kröpeliner Straße. Nach der zweiten Querstraße beginnt sie sich dreieckförmig zum Universitätsplatz zu erweitern. Sie stoßen auf den Brunnen der Lebensfreude, ein realsozialistisches Werk, das dem - voreingenommenen - Betrachter eher die verkrampfte Lebensfreude der SED-Welt vor Augen führt. Köstlich ist freilich das sich vor Freude kugelnde Wildschwein.

Auf der rechten Seite der Straße folgt das Fünfgiebelhaus (mit 143 Wohnungen), ein moderner Entwurf, der sich pragmatisch ins Stadtbild einfügt. Die Fassade wird durch Plastiken aufgelockert, gut gelungen ist die Keramik-Frau, die sich neugierig aus dem Fenster lehnt.

Tip: Stralsunder Rathaus - Backsteingotik in Vollendung

Leseprobe: (S. 73)

Beginnen wir unsere Besichtigung am Alten Markt, auf dem oder in dessen Nähe man - mit einer Portion Glück - parken kann (andernfalls auf dem Neuen Markt oder am Frankenwall). Wenn Sie zum ersten Mal die Fassade des Rathauses erblicken, werden Sie ein Staunen nicht unterdrücken können. Das Gebäude zählt zu den schönsten Stücken gotischer Backstein-Profanbauten in Norddeutschland. Es entstand im 13. Jh. ursprünglich als eine Art Kaufhaus durch die Verbindung zweier Häuser. Um 1400 wurde dann der Kopfbau mit der hohen Schauwand errichtet, nach dem Stadtbrand von 1680 erhielt der Innenhof - die ehemalige Straße zwischen den beiden Häusern - den schönen Galerieeinbau. Die Schaufassade zum Markt hin überragt das eigentliche Gebäude ganz beträchtlich, sie wirkt fast wie ein Schattenspiel mit ihren dunklen Ziegeln gegen das hereinbrechende Licht der Schau-Fenster und Rosetten...

Tip: Wustrow, Idylle auf Fischland

Leseprobe: (S. 81)

Wustrow, das nächste Städtchen, ist für uns das reizvollste der Halbinsel. Die tief herunterreichenden Dächer der meisten Häuser sind riedgedeckt, gut gepflegt und gut erhalten; blumengeschmückte Vorgärten unterstreichen den Reiz der Anwesen. Viele von ihnen sind alte Kapitänshäuser, vor allem in der Linden-, Strand - und Parkstraße. Auch viele Neubauten besitzen erfreulicherweise die traditionelle, schöne Dachkonstruktion.

In der Neuen Straße 3 wurde eins der schönsten Häuser, das Fischlandhaus, für Ausstellungen in den Sommermonaten (Mo,Di 13-17, Do 13-18, Fr 8-12) hergerichtet. Schon Gebäude und Garten sind den Besuch wert. Die sehr typischen alten Bauernhäuser im Ortsteil Barnsdorf stehen unter Denkmalschutz; ein Spaziergang am Bodden bringt Sie dort hin...

Tip: Attraktion im hohen Norden der Republik: Rügen

Hoch im Nordosten der Bundesrepublik liegt Rügen, und trotz der nördlich-exponierten Lage ist diese Insel eines der beliebtesten Feriengebiete im Ostseeraum. Sobald die Sonne etwas wärmer scheint, können sich Rügens Badegäste auf unendlich viel Strand tummeln: Ein Blick auf die Karte zeigt ein sehr "ausgefranstes" Landschaftsgebilde, das sich nicht nur der Ostsee aussetzt, sondern mit seinen Bodden zusätzliche, ruhigere Gewässer zu bieten hat. An dem Rügen-"Kernland" hängen vier, auch wieder sehr zerklüftete Halbinseln: Wittow im Norden, Jasmund mit dem Fährhafen Sassnitz im Nordosten, Mönchsgut im Südosten und Zudar im Süden. Zusätzlich sind im Westen zwei weitere Inseln vorgelagert, das bekannte, autofreie Hiddensee und östlich davon die Insel Ummanz, auf die eine Brücke führt. Einen Steinwurf von der südöstlichen Küste entfernt liegt die naturgeschützte Insel Vilm.

Auf Rügen hat daher der Besucher große Chancen, ein stilles und einsames Badeplätzchen zu finden (was nicht unbedingt für die Hauptsaison gelten muß). Feine, kilometerlange Sandstrände ziehen sich an den Küsten entlang. Dann, bei Sassnitz, plötzlich Steilküste, die in den Kreidefelsen der Stubnitz ihren grandiosen Höhepunkt findet. Zusätzlich erfreuen unterschiedlichste Landschaftstypen die Augen, denn Rügen ist ein Produkt der Eiszeit. Auf der "Inlandseite" gehören dazu flaches, fast lieblich-geschwungenes Hügelland oder, vor allem nördlicher, wesentlich höheres Endmoränengebiet. Doch auch Fauna und Flora bieten zusätzliche Attraktion. Neben vielen Vogelarten können Sie Rot- und Schwarzwild, aber auch einige Schlangenarten (Kreuzottern, Ringelnattern) entdecken können. Offenen Augen zeigen sich am Wegesrand eine ganze Reihe seltener, geschützter Pflanzen, wie Frauenschuh, Rippenfarn etc.

Tip: Augenschmaus für Eisenbahnfreaks: Der Rasende Roland

Leseprobe: (S. 92)

Der "Rasende Roland" dampft von Göhren nach Putbus. Für die 24 km lange Strecke benötigt er eine knappe Stunde, die schlimme Steigung von 1:50 nach Granitz hinauf schafft er nur mit letzter Kraft, besonders, wenn während der Hauptsaison täglich 2000 Fahrgäste zusteigen. Als besondere Attraktion gelten Fahrten mit Fotoaufenthalten. Im Sommer schnauft der Zug täglich achtmal über die Strecke.

Tip: Hiddensee, autofreie Idylle

Leseprobe: (S. 98)

"Dat seote Lännecken" (süße Ländchen) Hiddensee ist ein ganz besonderer Anziehungspunkt der pommerschen Ostseeküste. Der große Reiz liegt in der Überschaubarkeit der Insel, dem schmalen Landsteg im Meer: Selten mehr als 1 km breit - sogar einmal nur 125 m schmal - zieht sich der Wellenbrecher vor Rügen in Gestalt eines riesigen Seepferdchens 17 km von Nord nach Süd. Im Norden geht die Landschaft auf einen 'pleistozänen Stauchmoränenklotz' zurück. Hier ragt Steilküste aus dem Meer, zwei "gewaltige" Berge prägen den Charakter: Der Bakenberg mit 72 m Höhe ist Grundstock für den Leuchtturm, der Swanti kommt nur auf 70 m. Dieses Gebiet heißt Dornbusch nach einer Dornbuschgruppe, die einstmals auf der kahlen Steilküste stand und Seefahrern als Landmarke diente. Südlich von Dornbusch haben Wind und See eine 15 km lange und relativ schmale Flachlandzone aufgebaut, deren einzige Erhebungen Dünen sind - das ideale Badegebiet.

Es waren vor allem Künstler und Intellektuelle, die Hiddensee, dessen Bevölkerung sich früher fast ausschließlich vom Fischfang ernährte, Ende des 19. Jh. als Feriendomizil entdeckten und den Ruf der einsamen Strände verbreiteten. In der Insel-Chronik findet man - neben dem Dauergast Gerhart Hauptmann - so berühmte Namen wie Thomas Mann, Albert Einstein oder Sigmund Freud.

Tip: Märchenschloß in Schwerin

Leseprobe: (S. 116)

Aus welcher Richtung auch immer Sie Schwerin erreichen, fahren Sie so lange, bis Sie die Schloßinsel mit dem "Märchenschloß" entdecken. Am Seeufer in der Umgebung der Schloßinsel gibt es diverse Parkmöglichkeiten, doch wird es schwer sein, einen freien Platz zu finden. Fahren Sie auf den großen Parkplatz an der Graf-Schack-Allee neben dem Schloßgarten, von dort kann man sowohl die - sehr kompakte - Innenstadt als auch das Schloß in wenigen Minuten bequem zu Fuß erreichen.

Beginnen wir also mit dem Schloß - das auch Sitz des Landtages ist -, d.h. mit dem Schloßmuseum (Di-So 10-17; Sommer 10-18). Das Gebäude wurde im 16. Jh. errichtet und im 19. Jh. unter Hofbaumeister Georg Demmler genial umgebaut. Mit seinen vielen Türmen und Türmchen ist das "Märchenschloß" eins der schönsten Bauwerke des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg; aufmerksame Betrachter finden die unterschiedlichsten Stilelemente. Der Besuch des Schloßmuseums bedeutet gleichzeitig eine Besichtigung der Fest- und Beletage, zum Glück mit brauchbaren Erläuterungen an den wichtigsten Stellen. Im zweiten Stockwerk können Sie neben anderen Räumen den prunkvollen Thronsaal, die Rote Audienz, die Bibliothek und das Adjutantenzimmer besichtigen. Werfen Sie immer wieder einen Blick auf die schönen Intarsien des Fußbodens wie auch auf die Seidentapeten.

Empfehlenswert ist auch der Besuch der Renaissance-Schloßkapelle im Nordflügel, deren Altar (heute im Museum) und Kanzel 1562 geschaffen wurden.

Sie werden sicher einigermaßen ermattet nach den Museumsbesuchen sein: Im Schloßcafé können Sie sich in feudaler Umgebung erholen. Danach könnte sich ein Spaziergang durch den Burggarten anbieten, der das Schloß auf seiner Insel umgibt. Etwas ungewöhnlich ist die aus großen Steinen aufgetürmte Grotte.

Der Spaziergang läßt sich in den Schloßgarten ausdehnen, indem Sie über die hintere Schloßbrücke, eine aus dem 19. Jh. stammende Drehbrücke, gehen. Der Grundriß dieses barocken Gartens wird durch den sogenannten Kreuzkanal bestimmt. 14 Plastiken des Bildhauers Balthasar Permoser sind im Schema des Kanals aufgestellt (sie wurden wegen ihrer Schäden 1953-61 durch Kopien ersetzt).

Tip: Tangermünde - Mittelalter pur

Leseprobe: (S. 128)

Eine Stadt durch ein mittelalterliches Stadttor zu betreten und schlagartig um 500 Jahre zurückversetzt zu sein, vor allem es zu bleiben, das vermittelt Tangermünde mit seinem weitghend intakten und gepflegten Straßenbild zwischen dem Neustädter und dem Hühnerdorfer Tor. Das Städtchen empfängt den Besucher mit viel Charme, ist aber nicht so überlaufen wie andere kaum gleichrangige Städte.

Geschichte: Bereits 1009 wurde Tangermünde urkundlich erwähnt....

Tip: Die Mumie des Ritters Kahlbutz

Leseprobe: (S. 141)

Oder aber Sie statten dem Ritter Kahlbutz einen Besuch ab. Dazu queren Sie auf der B167 die Autobahn und fahren 19 km weiter bis zur Kreuzung mit der B2, dort rechts und bald wieder links auf die B102, nach ca. 2 km zweigt links eine Straße nach Neustadt-Kampehl ab. Am Grufthaus der Dorfkirche steht auf einem Schild "Besichtigt den Ritter Kahlbutz, das biologische Rätsel." Werfen Sie einen Blick durch den Glasdeckel des Sarges auf den "Unsterblichen".

Der 1651 im hiesigen Schloß geborene Ritter übte neben seinen ehelichen Pflichten sehr fleißig das "Recht der ersten Nacht" aus. Bei einer dieser Übungen mit einer Schäfersbraut störte ihn der künftige Ehemann, den er flugs umbrachte. Die Braut klagte ihn an, vor Gericht schwur Kahlbutz, daß, falls er gemordet habe, sein Leichnam nicht verwesen solle. - Soweit die Legende. Tatsächlich ist der mumienhafte Leichnam vollständig erhalten einschließlich der inneren Organe, wie so berühmte Ärzte wie Sauerbruch bestätigen, aber nicht erklären konnten.

Tip: Die Müritz - größter See Ostdeutschlands

Leseprobe: (S. 152)

Dieser größte See Ostdeutschlands scheint schon von alters her so geschätzt oder geliebt worden zu sein, daß man ihn gewissermaßen nur mit Vornamen nennt: Müritz - ohne "See" und feminin. Von Norden nach Süden mißt die Müritz rund 29 km, in Ost-West-Richtung dehnt sie sich 13 km aus. Sie ist ziemlich flach, selten tiefer als 6 m; insgesamt ein ideales Gebiet für Bootsausflüge, siehe S. . Im Osten der Müritz wurde ein riesiges Gebiet als Müritz-Nationalpark (siehe S. ) unter Naturschutz gestellt, daran schließt sich das Landschaftsschutzgebiet Müritz-Seen-Park an, das bis zur Uckermark im Osten und Neuruppin im Süden reicht.

Die ausgedehnten Wälder mit reichem Buchen-, Eichen- und Nadelholzbestand sowie zahlreiche Seen bieten auch heute noch viele ungestörte Plätze zum Träumen und Erholen. Für Pilzfreunde sind diese Wälder ein Paradies.

Tip: Groß und einsam: Müritz-Nationalpark

Leseprobe: (S. 158)

Bereits 1931 entstanden Landschaftsschutzgebiete an der östlichen Müritz. Zum Nationalpark wurde das Gebiet aber erst im Oktober 1990 erklärt, nachdem große Flächen zuvor als Schießplätze der Roten Armee oder Jagdreviere von SED-Bonzen gedient hatten und nicht zuletzt durch diesen Umstand über weite Flächen ziemlich unberührt geblieben waren. Heute umfaßt der Nationalpark eine Fläche von 318 qkm, die allerdings in zwei getrennte Gebiete aufgeteilt ist. Der namensgebende, große Teil liegt östlich der Müritz bis etwa zur Linie Ankershagen, Wesenberg und Boek, das kleinere Gebiet östlich von Neustrelitz. Mehr als 100 Seen gehören zum Park, 65% der Fläche sind Wälder, 8% Moore, 6% Wiesen und Weiden. Eine sehr vielfältige Fauna und Flora konnte sich bereits in der Vergangenheit entwickeln, seien es vom Aussterben bedrohte Pflanzen oder Tierarten.

Die Parkverwaltung ist im Specker Schloß in Speck untergekommen (& 03 991 73 9209), sog. Informationshütten stehen an den Parkeingängen von Waren, Speck, Boek und Bergefelder Schmiede (Mai-Okt 9-17). Weiterhin erhalten Sie detaillierte Infos beim Parkservice in Waren, Neuer Markt 19, siehe weiter oben.

Für den Besuch des Parks ist sanfter Tourismus angesagt. Besucher können auf den eigens angelegten Wegen wandern oder radeln. Naturlehrpfade informieren über die Fauna, aus getarnten Hütten oder Türmen kann man störungsfrei die Vorgänge in der Natur beobachten. Der Müritz-Nationalpark-Weg erschließt Landschaft und Natur auf 195 km. Bequemer geht es auf den Wasserwegen, die allerdings nicht von Motorbooten befahren werden dürfen. Für den Naturliebhaber dürften geführte Exkursionen der Parkverwaltung am interessantesten sein.

Tip: Berlin - Kneipen überall

Leseprobe: (S. 162)

In Berlin gibt es mehr als 7000 Restaurants, Kneipen und Cafés; ganze Bücher beschäftigen sich mit Empfehlungen. Wir wollen es diesen Verlegern nicht nachmachen, sondern Ihnen lediglich eine kleine Auswahl zum ersten Kennenlernen bieten. Ob diese Wahl Ihren Geschmack trifft - nun, das müssen Sie selbst ausprobieren. Zeit genug sollte dafür sein: Einem Werbeslogan der grenzenlosen Stadt zufolge hat "Berlin durchgehend geöffnet".

Zu den folgenden Angaben muß jedoch ganz deutlich gesagt werden, daß - neben den subjektiven Maßstäben - auch die schnellebigen Änderungen dieses Metiers zu berücksichtigen sind; d.h. daß Besitzer und/oder Namen sich geändert, Köche den Arbeitgeber gewechselt oder gestern noch weitbekannte Lokale heute Pleite gemacht haben können.

Charlottenburg, Tiergarten

Tip: Arbeiten, Wohnen und Kultur an einem Ort: Hackesche Höfe

Leseprobe: (S.181)

1906 erbaut, sollte in einer quasi abgeschlossenen Welt die Idee von Arbeit, Wohnen und Kultur verwirklicht werden. Ineinander verschlungene Gebäude umschließen insgesamt acht Innenhöfe zwischen Rosenthaler- und Sophienstraße, deren prächtigster in Formen und Farben der Endellsche Hof ist. Bewußt hatte man damals auf kleinteilige Gewerbeflächen und bezahlbare Bürgerwohnungen gesetzt. So auch heute. Wegen günstiger Mieten konnten die meisten Bewohner nach der Sanierung zurückkehren. Neben Büros und kleinen Gewerbebetrieben nutzen Anwälte, Architekten und Händler das Raumangebot. Aber in den alten Fabriketagen siedelten sich nun Galerien, Cafés, Restaurants, edle Boutiqen, das Varieté Chamäleon und ein Kino an. Aus dieser Mischung von Wohnen, Arbeiten und Vergnügen unter einem Dach entwickelte sich schnell wieder ein ganz besonderes Flair, das über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde und sich inzwischen auch unter Touristen herumgesprochen hat.

Tip: Friedrichstraße: Die Ex-Lebensader Berlins

Leseprobe: (S.185)

Die Friedrichstraße besitzt einige Bedeutung für die Berliner. Vor der Teilung der Stadt war sie eine der bekanntesten Geschäfts- und Flanierstraßen, hier wimmelte es von unzähligen Kneipen und Cafés, vom nobelsten, wie dem Kranzler oder Bauer an der Ecke mit den Linden bis zu billigsten Absteigen. In dieser Straße gab es damals kaum einen Unterschied zwischen Tag und Nacht, sie wurde als "das Zentrum der Berliner Sündhaftigkeit" apostrophiert. Der Zweite Weltkrieg machte dem für Jahrzehnte ein Ende. In der Nachkriegszeit fand der Checkpoint Charly der Amerikaner als einer der immer offengehaltenen Grenzübergänge zwischen Ost und West mehr Weltberühmtheit als die Straße. Heute soll sie mit einem Investitionsvolumen von annähernd 4 Milliarden DM wieder zum Erlebniszentrum aufgepäppelt werden. Die Friedrichstraße beginnt am Mehringplatz (siehe S. ).

Wenn wir von der Leipziger Straße links (nach Norden) in die Friedrichstraße abbiegen, so treffen wir derzeit noch auf die letzten Phasen einer riesigen Baustelle. Ab der Mohrenstraße entstehen auf der rechten Seite in den drei folgenden Blocks die Friedrichstadt-Passagen, ein künftiges Shopping-Paradies, das mit einer 300 Meter langen unterirdischen "Flaniermeile" verbunden ist. Nach der Kreuzung Französische Straße folgt die 1996 eröffnete Dependance des Pariser Kaufhauses Galeries Lafayette und im letzten Block der bereits beim "Linden-Spaziergang" erwähnte Lindencorso. Auf der linken Straßenseite, im Block zwischen Tauben- und Jäger-Straße, blieb aus DDR-Zeiten das Haus der Wissenschaft und Kultur der Russischen Föderation, einstmals das größte sowjetische Kultur- und Informationszentrum außerhalb der UDSSR, erhalten. In dem riesigen Bau gibt es Film-, Konzert- und Vortragssäle etc.

Tip: Kreuzberg-Nachfolge: Prenslauer Berg

Leseprobe: (S. 188)

Sie stehen mitten in der Prenzlauer Szene. Was hier schon vor der Wende im eher Verborgenen blühte, entfaltete sich bald zu einer echten Alternative der ohnehin alternativen Kreuzberger Szene. Heute scheint es, als ob dieses Viertel mit seinen 300 Kneipen und Diskotheken den Kreuzbergern den Rang abgelaufen habe. Der "Prenzelberg" erstreckt sich etwa zwischen Schönhauser Allee und Greifswalder Straße. Die interessantere Gegend liegt mehr an der Schönhauser Allee. Sie läßt sich vom Alex aus auch bequem mit der U-Bahn erreichen, man kann am Senefelder Platz aussteigen und dann in Fahrtrichtung weitermarschieren. Gleich rechts liegt der Jüdische Friedhof mit interessanten Grabddenkmälern und Namen. Eine bekannte Insider-Kneipe namens FRANZ finden Sie unweit in der Schönhauser Allee 36-39, aber sie ist nur eine von zahllosen kleinen und größeren Kneipen des Viertels. Gehen Sie auf Entdeckungsreise. Wenn Sie dann am frühen Morgen immer noch Durst haben, kann Ihnen im WC, Kollwitzstr. 64, geholfen werden: Öffnungszeiten während der Woche von 18-8, Sa/So durchgehend...

Tip: Der Kurfürstendamm: Immer noch Flaniermeile?

Leseprobe: (S.197)

1542 wurde vom Berliner Stadtschloß zum Jagdschloß im Grunewald ein Reitweg angelegt. Auf Wunsch Bismarcks bebaute ab 1882 eine Kurfürstendamm-Gesellschaft diesen 3,5 km langen und 53 Meter breiten Straßenzug mit Wohnhäusern. Nach dem Ersten Weltkrieg etablierten sich dort Cafés, Restaurants, Kinos, Kabaretts und Theater. Die Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstörten die Straße fast völlig. Mit den späteren Fassadenrenovierungen verschwanden auch die einst großzügigen Vorgärten der Häuser. Heute ist das Gesicht des Ku'damms durch Hotels, Kinos, Kaufhäuser, Fastfood- und Nobel-Restaurants und Geschäfte geprägt.

Vom Breitscheidplatz aus wollen wir einen Bummel auf dem Ku'damm einlegen, am einfachsten auf der einen Seite nach Westen wandern und später auf der anderen zurück. Gleich links lockt das Kaufhaus Wertheim seine Kunden. Gute Einkaufsmöglichkeiten für Fotofreunde bestehen in der Augsburger Straße. Das nächste Gebäude, an der Ecke Joachimstalerstraße/Ku'damm, heißt sinnigerweise Kudamm-Eck. Das für seine Boutiquen und orientalischen Geschäfte sowie ein Wachsfigurenkabinett bekannte Haus soll ab 1997 total erneuert werden.

Gegenüber fällt das Café Kranzler auf, wo man entspannt bei Kuchen im Sommer auf dem Trottoir den Puls des Großstadtlebens spürt. Die Taxifahrer nennen ihren Halteplatz Krümelecke. Ein Stück weiter, an der Ecke Fasanenstraße, steht das Fünfsterne-Hotel Bristol Kempinski. Gehen Sie ein Stück links in die Fasanenstraße bis zur Nr. 23, dem Literaturhaus in einer alten Villa. Hier gibt es literarische Veranstaltungen in gepflegtem Ambiente. Dazu gehören ein Café und im Tiefparterre eine Buchhandlung. Daneben in der Hausnummer 24, ebenfalls einer alten Stadtvilla von 1871, ist seit 1986 das Käthe-Kollwitz-Museum (Mi-Mo 11-18) untergebracht.

Zurück zum Ku'damm. An der Ecke Uhlandstraße hat sich das Maison de France mit dem Cinema Paris viele Freunde geschaffen. Von hier fährt eine kurze U-Bahnlinie mit zwei Stationen zum Wittenbergplatz. Links zwischen Uhland- und Knesebeckstraße steht das Kurfürstendamm-Karree mit den Theatern am Kurfürstendamm und der Komödie. Das Karree beherbergt Ladengalerien und Restaurants. Eine Passage führt hindurch zur Sperlingsgasse und zu den Unterhaltungsetablissements der Lietzenburger Straße.

Tip: Geballte Kultur: Kulturforum im Tiergarten

Leseprobe: (S. 205)

Das Kulturforum - Museen der Europäischen Kunst am Tiergarten bildet neben der Museumsinsel und dem Dahlemer Museumszentrum einen dritten gleichrangigen Schwerpunkt für Kunst und Kultur im Herzen der Stadt.

Nachdem Hans Scharoun den Neubau der Philharmonie auf die im Krieg freigebombte Fläche nahe dem Potsdamer Platz setzte, sollten hier weitere wichtige kulturelle Einrichtungen entstehen. Für die Literatur heißt dies die Staatsbibliothek und das Iberoamerikanische Institut, für die Musik ein Ensemble aus dem Staatlichen Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumenten-Museum, der Philharmonie und dem Kammermusiksaal sowie schließlich ein Museumskomplex für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Seit der Neuordnung der Berliner Museumslandschaft nach der Wende sollen im Kulturforum auch die Sammlungen zur europäischen Kunstgeschichte ein Zuhause finden, als Pendant zur Museumsinsel mit ihren archäologischen Beständen.

Beginnen wir den Rundgang an der Neuen Nationalgalerie (Di-Fr 9-17, Sa/So 10-17), dem Flachbau aus Stahl und Glas in der Potsdamer Straße 50. Dieses Gebäude entstand 1965-68 nach dem Entwurf von L. Mies van der Rohe (Bauhäusler). Im Untergeschoß erwartet die ständige Ausstellung zur Geschichte der Kunst der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Werken von Munch über Klee, Kokoschka, Picasso u.a. ihre Besucher, während das Obergeschoß Sonderausstellungen vorbehalten ist.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erhebt sich ein riesiger Komplex mit goldfarbigem Überbau ("Fort Knox"), in dem die Staatsbibliothek, Potsdamer Str. 33, (Lesesäle: Mo-Fr 9-21; Sa 9-17) und das Iberoamerikanische Institut (Mo-Fr 9-19; Sa 9-13), Potsdamer Str. 37 untergebracht sind. Der Komplex wurde 1967-78 nach Entwürfen von Hans Scharoun erbaut. Er gilt als vorbildlicher Bibliotheksbau mit modernster Technik, der bis zu 8 Millionen Bände aufnehmen kann. Das dazugehörige Iberoamerikanische Institut besitzt die größte europäische Spezialbibliothek aller Wissensgebiete des spanisch-portugiesischen Sprachraumes einschließlich der überseeischen Gebiete.

An der Sigismundstraße steht die von F. A. Stüler 1844-46 erbaute St. Matthäus-Kirche. Sie überstand die Bombardierungen des Krieges relativ unbeschadet.

In fast unmittelbarer Nachbarschaft hat das Kupferstichkabinett (Di-Fr 9-16), Matthäikirchplatz 6, mit Zeichnungen, Aquarellen, druckgraphischen Blättern und Druckplatten seine Heimat gefunden. Da das lichtempfindliche Material in Mappen aufbewahrt wird, gibt es keine ständige Ausstellung; in einem Studiensaal läßt man sich Graphiken vorlegen.

Gleich nebenan ist der Neubau der Gemäldegalerie schon weit fortgeschritten. Bis Mitte 1998 soll sie aus dem Dahlemer Museumszentrum und aus dem Bodemuseum hierher umziehen.

Unweit nördlich, in der Matthäikirchstraße 10, finden Sie das Kunstgewerbemuseum (Di-Fr 9-17, Sa/So 10-17), das 1985 eröffnet wurde. Neben vielen bestaunenswerten Objekten zählt wohl das Lüneburger Ratssilber, der Welfenschatz und der ehemalige Braunschweiger Domschatz zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten. Ein eigener Trakt ist wechselnden Kunstausstellungen vorbehalten.

1960-63 entstand nach dem Entwurf von Hans Scharoun die unverwechselbare Philharmonie, Matthäikirchstraße 1, als Konzertsaal für die Berliner Philharmoniker, die 1944 bei einem Bombenangriff ihr Haus in der Bernburgerstraße verloren hatten...

Tip: Das Demonstrier- und Debattier-Viertel: Kreuzberg

Leseprobe: (S. 208)

Das Hallesche Tor liegt mitten im Bezirk Kreuzberg, doch der eigentliche Namensgeber des Bezirks, der Kreuzberg, ist ein Stück weiter südwestlich am Mehringdamm und Dudenstraße im Victoriapark zu finden. Der Vollständigkeit halber soll er hier erwähnt werden. Der Kreuzberg ist 66 m hoch, an seinen Hängen wird sogar Wein angebaut. In kleinen Mengen und sehr trocken wird der Neroberger in winzige Flaschen abgefüllt. Während des Befreiungskrieges 1813 befestigten Schanzanlagen den Kreuzberg gegen Napoleons Truppen. Eine eiserne gotische Spitzsäule erinnert daran. Ein künstlicher Wasserfall rauscht vom Berg herab.

Richtig interessant wird es jedoch erst am U-Bahnhof Kottbusser Tor, mit der U1 zwei Stationen nach dem Halleschen Tor. Dort wähnt sich der Fremde im Orient. Der Bezirk Kreuzberg vermeldet die höchste Ausländerdichte, und besonders dieses Gebiet ist ziemlich fest in der Hand von Orientalen, meist Türken. Sie betreiben längst eigene Geschäfte und Restaurants oder Döner-Imbißbuden.

Zwischen dem Kottbusser Tor und dem Böcklerpark liegt das Sanierungsgebiet Kreuzberg Süd. Die modernisierten Altbauten am Fraenkelufer ziehen nach und nach besserverdienende Bürger in diesen Kiez. Die Grünanlage des Erkelenzdamms mit dem Wassertorplatz, dem Oranienplatz und dem Michaelkirchplatz (Engelbecken) war nicht immer grün, denn das Wasserstraßennetz Berlins wurde 1848-52 durch den 2,3 km langen und 22,5 m breiten Luisenstädtischen Kanal erweitert, der die Spree mit dem Landwehrkanal am Urbanhafen verband. Augenzeugen wissen noch zu berichten, wie die Spreewälder "Äppelkähne" ihre Obstfrachten an der Kleinen Markthalle am Legiendamm (heute Kneipe mit Brathähnchen) entluden. Im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ließ man den Kanal 1926 wieder zuschütten.

Doch schauen wir uns um. Vom Kottbusser Tor der Adalbertstraße nach Norden folgend, erreicht man den Mariannenplatz, der nach Plänen von P. J. Lenné 1853 angelegt wurde. Die Westseite nimmt das ehemalige Krankenhaus Bethanien (1843) ein, das seit 1970 als Künstlerhaus Bethanien Ateliers, eine Druckwerkstatt, eine türkische Bücherei und das Heimarchiv Kreuzberg (Di 16-18; Do 11-13) beherbergt. An der Nordseite fällt die Thomaskirche in neuromanischem Stil mit zwei Türmen auf. - Die erneuerten Häuser am Platz sind Ergebnis behutsamer Altbausanierung anstelle von früher geübtem Kahlschlag.

Tip: Sanssouci - die Perle Potsdams

Leseprobe: (S. 228)

Ein paar wichtige Tips:

- Sie können Schloß Sanssouci nur per Führung - maximal 40 Teilnehmer - anschauen. Die Führungen sind sehr bald ausgebucht, d.h. bei hohem Besucheraufkommen werden gegen 11 Uhr die letzten Karten für die letzte Führung am Spätnachmittag verkauft. Fahren Sie also sofort zum Schloß , an der Abzweigung Maulbeer-Allee/Orangerie geht es rechts zum Parkplatz und von dort sind es nur wenige Schritte zum Schloß. Die Kartenverkaufsstelle finden Sie auf der Rückseite bei den Kolonnaden.

- Ähnliches im Hinblick auf Eintrittskarten gilt auch für das Neue Palais; Sie sollten also anschließend der Maulbeer-Allee folgen und zunächst Karten für das Neue Palais besorgen, dann Ihren Besuch von Potsdam den möglichen Führungszeiten entsprechend gestalten.

- Falls alle schloßnahen Parkplätze überfüllt sein sollten, finden Sie meist noch auf dem Platz am Neuen Palais eine Abstellmöglichkeit. In dem Fall beginnen Sie natürlich dort mit der Besichtigung.

- Wenn Sie den besten Eindruck von Schloß Sanssouci gewinnen wollen, dann sollten Sie den Park von der Stadt aus durch den eigentlichen Haupteingang in der Schopenhauerstraße betreten: Vom Park her ist der Überraschungseffekt, das wirkliche Staunen über die Schönheit der Anlage am größten.

- Der Park von Sanssouci ist eine Komposition aus Schlössern, Parklandschaft, Blumen und Wasserspielen. Den besten Eindruck gewinnen Sie, wenn Sie alles gemeinsam anschauen können, also im Sommer. Jedoch sind die Fontänen nur mittwochs, freitags, samstags und sonntags in Betrieb - wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie einen sonnigen Spätfrühlingsmittwoch.

Tip: Überraschung Spreewald

Leseprobe: (S. 261)

Wer hätte das gedacht: Eine Lagunenlandschaft im Nordosten Deutschlands! Bei "Spreewald" malte man sich ein paar Flußarme der Spree aus, die, naja, mit reichlichst Phantasie das Venedig des Nordens suggerieren. Wer hätte das aber wirklich gedacht: In der Tat sind es unzählige Wasseradern, die ein dicht verästeltes Verkehrsnetz auf die Karte zeichnen. Häuser nur per Boot erreichbar - es fehlt noch der "floating market", und kein Mensch fliegt mehr nach Thailand. Exotik, im Sommer grün wie in den Tropen, im Winter von herber Romantik, mit Schneeschauern oder Schlittschuhläufern. Doch auch sommerliche Exotik ist immer noch der hiesigen Lage angepaßt: Der Fährmann hält die Regen-Plane bereit, um sie schnell über die Passagiere zu stülpen, wie der Notarzt die Rettungsplane. Dennoch, der Spreewald ist ein landschaftliches Kleinod in Deutschland, trotz Braunkohle ringsum nicht kaputtgemacht, trotz der Touristenströme noch idyllisch - sorgen wir dafür, daß er so bleibt!

Der Status Biosphärenreservat bedeutet für den Besucher Rücksichtnahme auf die Natur bis hin zum Verzicht, nämlich dort, wo Bereiche innerhalb des Reservats als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind (insgesamt 22). Deren Kernzonen sind Totalreservate und dürfen nicht betreten werden. In den übrigen Landschaftsschutzzonen sollen Mensch und Natur in Harmonie miteinander auskommen. Dies erfordert Rücksichtnahme und, wie die Leitung des Reservats bittet, Tourismus mit Einsicht, um die einzigartige Landschaft zu erhalten...

Tip: Generationen von Büßern: Die Kolkraben von Merseburg

Leseprobe: (S. 270)

Sobald Sie den Bahnhof erkennen, biegen Sie links Richtung Stadt ab. Dort ist der Dom ausgeschildert, der infolge von Einbahnregelungen etwas schwierig zu erreichen ist. Dom und Schloß liegen nebeneinander, der Weg zum Schloß und seinem Museum (Geschichte, Funde aus dem Braunkohlenabbau; Di-So 9-17) ist ausgewiesen. Vor dem Eingang zum Schloßinnenhof steht links der Käfig mit dem Kolkraben, der sehr vereinsamt und traurig aus seinen schwarzen Augen schaut. Das Schloß selbst entstand als spätgotische Dreiflügelanlage mit Spät renaissance-An- und Umbauten, wie Treppentürmen, Erker und Portalen. Es zählt zu den schönsten deutschen Renaissanceanlagen mit einem stimmungsvollen Innenhof. Heute wird es als Domizil für Verwaltungen und, zum kleinen Teil, als Museum genutzt.

Der Dom ist südlich direkt an das Schloß angebaut. Er ging aus der 931 geweihten Pfalzkirche Heinrich I. hervor. Allerdings wurde das heutige, im Prinzip romanische Bauwerk 1015 begonnen und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert; 1502-17 entstand die jetzige spätgotische Hallenkirche mit den charakteristischen vier Türmen. Besonders das Innere (Sommer: 9-12, 13-18; So 13-18; Winter nur bis 17 bzw. 16) birgt berühmte Kunstschätze, wie eine spätgotische Kanzel, einen romanischen Taufstein, einen barocken Hochaltar oder die barocke Grabplatte des Herzogs Rudolf von Schwaben (gest. 1080), ein hochrangiges Kunstwerk. - Im Domstiftsarchiv werden die weltberühmten Merseburger Zaubersprüche aus dem 10. Jh., ein fränkisches Taufgelöbnis aus dem 9. Jh. und weitere alte Texte aufbewahrt.

Der Rabe von Merseburg

Der Bischof Thilo von Trotha vermißte einst einen wertvollen Ring, nur ein Diener konnte ihn gestohlen haben. Der Arme beteuerte seine Unschuld, wurde jedoch trotzdem zum Tod verurteilt und hingerichtet. Bald fand sich der Ring in einem Rabennest, und der Bischof war tief betroffen. Er verfügte, für alle Zeiten im Schloßhof einen Raben als Mahnung zu halten, "nie wieder etwas zu tun, was nicht wieder gutzumachen ist". Wieviel dieser Akt genutzt hat, mag dahingestellt sein; zumindest büßten bis heute zahllose Kolkraben die Tat ihres Vorfahren durch ein Leben hinter Gittern.

Tip: Musikstadt Halle

Leseprobe: (S. 275)

Trotz der großen Nähe zu Leipzig besitzt Halle tausendjährige, bedeutende und eigenständige Musiktraditionen. Angefangen mit dem Halleschen Stadtsingerchor, 1116 ersterwähnt und damit ältester Knabenchor Deutschlands, gipfelt die Traditionslinie in den großen Hallensern Samuel Scheidt (1587-1645) und Georg Friedrich Händel (1685-1759). Scheidt galt als bedeutendster Organist seiner Generation, er vertiefte den kirchenmusikalischen Rang der Hallorenstadt (1603 Organist Moritzkirche, 1628 schließlich städtischer Musikdirektor; 400 Kompositionen). Die 1654 gegründete und bis 1680 in Halle existierende sächsische Hofoper (1680 wurde Halle preußisch) für deutschsprachige singende Comedien wurde wichtig für das frühe deutsche Opernschaffen.

Halles größter Musiker Georg Friedrich Händel wurde hier geboren. Nach Gymnasiumsbesuch, Musiklehre bei Friedrich Wilhelm Zachow und Domorganistenamt verließ Händel als 18jähriger seine Heimatstadt.

Händel-Ehrungen in Halle:

- Händel-Denkmal auf dem Marktplatz (1859 von H.R. Heidel)

- seit 1952 jährliche Händel-Festspiele

- Internationale Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft 1955 in Halle gegründet

- G.-F.-Händel-Zentrum (1983)

- Pflege der Händel-Opern (bis 1985 wurden 26 der 39 Werke aufgeführt).

Tip: Gestaltetes Naturwunder: Der Park von Wörlitz

Leseprobe: (S. 279)

Geschichte: In Wörlitz gab es bereits vor der Jahrtausendwende eine Burg. Aber erst im 17./18. Jh. nahm sich Fürst Leopold von Anhalt-Dessau der Gegend an und ließ das umgebende Sumpfgebiet entwässern und einen Elbhochwasserdeich anlegen. Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau führte umfassende Reformen in seinem Land durch, vor allem auf ökonomischem, sozialem und pädagogischem Gebiet. So ist auch der Park zu verstehen, den er in Wörlitz anlegen ließ: Er sollte Erholung, Bildung und Geschmack vermitteln und daher jedermann zugänglich sein. Weiträumigkeit und offene Durchblicke sollten den Eindruck von Freiheit erzeugen. Andererseits bezog man bewußt landwirtschaftliche Nutzbauten in die Planung ein. Der Park wurde 1765-1810 von Fürst Franz gestaltet und von Johann Friedrich Eyserbeck, Johann Leopold Ludwig Schoch, Gottlieb Schoch und Johann Christian Neumark angelegt. Die Gartenarchitekten brachten Elemente europäischer Gärten und Parks mit in die Gestaltung ein.

... Wörlitz zählt zu den allerschönsten Landschaftparks, die wir kennen. Harmonie zwischen Landschaft und Park, zwischen Gebäuden und Park und letztlich Harmonie zwischen Mensch und Park verwirklicht sich selten eindringlicher als hier. Der Wanderer im Park absolviert keine Pflichtübung für Muskeln, Lunge und Augen; er atmet plötzlich leichter, fühlt sich getragen von der gelösten Stimmung der Bäume und Wasserläufe, der Büsche und Blumen. Auch die Gebäude fügen sich harmonisch in dieses Erlebnis ein; sie gehören so haargenau an ihren Platz, daß es gar nichts "wegzuschieben" oder "hinzuzudenken" gibt.

Tip: Fachwerkhäuser, wohin das Auge auch fällt: Wernigerode

Leseprobe: (S. 294)

Machen Sie sich auf einen ziemlichen Massenansturm gefaßt, in Wernigerode drängen sich Tag für Tag Tausende, jährlich sollen über zwei Millionen Besucher die Stadt heimsuchen. Verständlich, denn Wernigerode besitzt eine der schönsten historischen Altstädte Ostdeutschlands, die noch dazu sehr gut und durchgängig restauriert ist.

... Folgen Sie der Breiten Straße bis zum Markt. Unterwegs werden Ihnen noch viele schöne Fachwerkhäuser auffallen. Links zweigt bald die Burgstraße ab, die zum Schloß hinaufführt, wir gehen aber geradeaus weiter. Der nächste Platz rechts ist der Nikolaiplatz, der 1873 durch den Abriß der Nikolaikirche entstand. Nach einem kurzen Stück stehen wir auf dem Marktplatz, der fast wie eine mittelalterliche Kulisse wirkt.

Das Rathaus ist der Stolz und das Kleinod der Stadt. Es stammt aus dem Jahr 1277. Damals wurde es als Gerichtsgebäude, aber auch als "Spiel- und Tanzhaus" der Grafen benutzt. 1427 ging es in den Besitz der Stadt über, 1492-97 wurde es spätgotisch aufgestockt. Im 16. Jh. erhielt das Gebäude seine endgültige Gestalt mit dem Glockenturm hoch oben auf dem steilen Walmdach und der repräsentativen Freitreppe. Dieses Schmuckstück unter deutschen Rathäusern ist weit über die Harzgrenzen hinaus beliebt als Hochzeitshaus, in dessen Kulisse sich's offenbar besser heiraten läßt.

Das Rathaus beherrscht eindeutig den Marktplatz, alle anderen Gebäude sind ihm untergeordnet. Das bedeutendste Bürgerhaus, das sogenannte Gotische Haus (um 1480), wurde hinter der schönen Fassade als gleichnamiges Hotel ausgebaut. Halb verdeckt vom Rathaus steht das ehemalige Waaghaus im Klint, es stammt aus dem 16. Jh. Gehen Sie die Klintgasse hinauf zum sehenswerten Harzmuseum (Mo-Sa 9-16) mit Funden aus der Umgebung, Trachten und Dokumenten über den Fachwerkbau.

Tip: Sangershausen - Rosenhauptstadt

Leseprobe: (S. 317)

Das Rosarium (1.5.-31.5.und 1.9.-15.10: 8-19; Jun-Aug: 8-20), Steinberger Weg 3, ist sicherlich mit Abstand die größte Sehenswürdigkeit der Stadt und ein Mekka für Rosen/Blumenfreunde. Es wurde 1903 für den Verein der Deutschen Rosenfreunde gegründet; seither werden dort Rosensorten gepflegt, gesammelt und gezüchtet. Das Rosarium besitzt mit 6500 Sorten die größte Rosensammlung der Welt. Darüber findet man noch 200 Baum- und Straucharten im 15 Hektar großen Areal. Im Mai beginnt die Rosenblüte vornehmlich mit den Wildrosen, Mitte Juni erstrahlt dann der Garten in der Hauptblüte der meisten Sorten. In der letzten Juniwoche findet das Berg- und Rosenfest mit vielen kulturellen Veranstaltungen statt.

Tip: Die Wartburg, Eisenachs große Attraktion

Leseprobe: (S.329)

Wir wollen das berühmteste Bauwerk Eisenachs zuerst besuchen. Direkt unterhalb der Burg wurde ein großer Parkplatz angelegt, im Mariental stehen weitere drei Parkplätze zur Verfügung. Vom Bahnhof fahren Busse zur Burg. Natürlich kann man auch zu Fuß hinaufgehen, am Reuter-Wagner-Museum beginnend benötigt man etwa 30 - 40 Minuten.

Alle Fahrgelegenheiten enden am Parkplatz unterhalb der Burg, nicht allzu weit von der Eselstation entfernt. Diese Tragetiere können Sie für den Gipfelsturm, vielleicht auch nur für Ihre Kinder, mieten. Das letzte Stück ist steil, 10 Minuten Keuchen können zusammenkommen.

Je nach Wochentag und je nach Tageszeit werden Sie auf der Wartburg länger oder kürzer Schlangestehen. An Spitzentagen drängen sich bis zu 8000 Besucher durch die Burg. Das muß furchtbar sein. Wählen Sie daher möglichst einen ganz unscheinbaren Wochentag, und machen Sie sich früh auf den Weg (geöffnet März: 9-16; Apr, Okt: 8.30-16.30; Mai-Sep: 8.30-17; Nov-Feb: 9-15.30).

Die Innenräume können Sie nur per Führung besichtigen, d.h. ein Verweilen und "In-Muße-Genießen" ist ziemlich ausgeschlossen. Lediglich im Museumsteil wird man allein gelassen, weil die Führung an der Museumstür endet; eine Besichtigung nur des Museums und der Lutherstube ist möglich. Allein dürfen Sie jedoch den südlichen Turm besteigen, von dem sich herrliche Aussicht auf die Umgebung bietet. - Direkt unterhalb der Burg kann man im Hotel Wartburg übernachten oder in dessen Restaurant einkehren.

Während der Führung werden Sie im wesentlichen den Palas, das eigentliche Wohngebäude, besichtigen. Die Route verläuft vom Rittersaal über Speisesaal, Elisabeth-Kemenate, Palaskapelle, Elisabethengalerie, Sängersaal, Landgrafenzimmer zum Festsaal und von dort zum Museum. Die Führungen sind routiniert, vermitteln aber dem Besucher den nötigen Hintergrund für das Verständnis der Anlage.

Tip: Weimar, Stadt der Dichter und Denker

Leseprobe: (S. 343)

Wohin im klassischen Weimar?

Es fällt schwer, für solch eine außergewöhnliche Stätte deutscher Kunst und Kultur in kurzer Form die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch nur aufzuzählen, geschweige zu beschreiben. Dennoch soll ein Überblick als Hilfe und Anregung für den interessierten Besucher gegeben werden, der seine Akzente auf die herausragenden Schauplätze der Goethezeit in Weimar richtet.

Empfehlenswert ist, auf dem P+R-Parkplatz am Stadion-Vorplatz (Busse, Wohnmobile, PKW) oder an der B85 am Neuen Friedhof zu parken, von beiden Plätzen fahren Ctiybusse ins Zentrum. Den Stadtrundgang wollen wir im Zentrum beginnen.

Entlang der Fußgängerzone Wieland- und Schillerstraße finden wir mehrere historische Stätten. Am Theaterplatz erhebt sich das Deutsche Nationaltheater mit dem Goethe-Schiller-Denkmal (Rietschel, 1857). Hier stand das berühmte, von Goethe geleitete alte Theater. Als es 1825 abbrannte, wurde es durch einen Neubau ersetzt, der 1908 dem jetzigen Theaterbau weichen mußte. 1919 wurde in diesem Gebäude die Weimarer Verfassung verabschiedet.

Im schräg gegenüber stehenden klassizistischen Kulissenhaus (heute Kunsthalle) hat das Bauhausmuseum (Di-So 9-18) eine Unterkunft gefunden. Daneben schließt sich das barocke Wittumspalais (Di-So 9-12, 13 -17; Nov-Feb nur bis 16) an, das 1767 erbaut wurde und der früh verwitweten Herzogin Anna Amalia als Wohnhaus diente. Hier verbrachte sie, die bei der Ankunft Goethes in Weimar (Nov. 1775) 36 Jahre alt war, die langen Winterabende in geistvoller "Tafelrunde". Ihre Wohn- und Repräsentationsräume sind als Museum für die Wohnkultur des ausgehenden 18. Jh. eingerichtet. Im Ostflügel des Palais lohnt sich ein Besuch des dortigen Wielandmuseums. Die letzten zehn Jahre seines Lebens wohnte der bedeutende deutsche Aufklärer und enge Vertraute der Herzogin ganz in ihrer Nähe, heute Wielandstr. 26.

Nur wenige Schritte weiter, und wir stehen vor dem Schillerhaus (Ecke Neugasse....

Tip: Rennsteig - 168 km langer Wandersteig

Leseprobe: (S.378)

Der Rennsteig

Wenn Sie ein Stück Thüringen zu Fuß in einer der schönsten Waldgegenden des Thüringer Waldes erleben möchten, sollten Sie sich ein oder möglichst mehrere Tage Zeit nehmen, um auf dem Rennsteig zu wandern. Dieser Kammweg erstreckt sich über eine Länge von 168 km auf dem Rücken des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges von Hörschel bei Eisenach an der Werra bis Blankenstein an der Saale. Zwar waren von den 168 km nur etwa 120 km für Wanderer der ehemaligen DDR zugänglich, doch am 28. 4. 1990 wurde der Rennsteig bereits vor-wiedervereinigt, das Sperrgebiet im damaligen DDR-Grenzbereich geöffnet und die westdeutschen 14 km wieder angehängt.

Als "Rynnestigk" oder "Rynnsteig" fand der Höhenweg um 1330 erste urkundliche Erwähnung, die sich sprachwissenschaftlich als ein "Gebirgspfad für hin- und hersprengende Reiterboten" erklären läßt. Somit ist der Rennsteig als ein Höhenunterschiede überwindender Bergpfad anzusehen, auf dem man sich schnell bewegen konnte. Aus der Zeit der dynastischen Zerrissenheit der thüringischen Landschaft bis ins 20. Jh. zeugen heute noch die längs des Weges stehenden Grenzmarkierungen, die Grenzsteine. An den Stellen, an denen die Territorien gar dreier Landesherren zusammenstießen, wurden sogenannte Dreiherrensteine aufgestellt. Heute findet man noch zehn solcher Dreiherrensteine. Die ältesten Grenzsteine am Rennsteig stammen aus dem 16. Jd., von denen 1300 gezählt wurden, doch die meisten datieren ins 18. Jh.

Neben den Grenzsteinen kennzeichnet das weiße R an den Bäumen den alten Kammweg des Thüringer Waldes. In den Rennsteigbauten und Wanderhütten längs des Weges kann übernachtet werden.

Rennsteig - Kurzwandervorschläge

Die folgenden Routen stellen nur eine Auswahl für Kurzwanderungen zum "Schnuppern" dar, die für Tagesbesuche geeignet sind. Wer den Rennsteig in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt erleben will, muß sich mehrere Tage Zeit nehmen (siehe Kasten). - Nehmen Sie das Rondell auf der B47 vor Oberhof als Ausgangspunkt. Unmittelbar an der Straße gibt es mehrere Parkplätze.

Tip: Die Schlachtfelder-Reise

Leseprobe: (S.387)

Es mag etwas makaber klingen, Schlachtfelder als touristische Ziele anzugehen. Tatsächlich stoßen wir auf unseren Routen durch Deutschland fast überall auf Schlachtfelder meist jüngsten Datums. Gerade in Ostdeutschland sind die Lücken, die der Zweite Weltkrieg schlug, noch drastisch auszumachen. Vor 50 Jahren war ganz Deutschland - Europa - Schlachtfeld, jeder Bürger war einbezogen in das Kampfgeschehen. In den Jahrhunderten zuvor wurden entscheidende Schlachten in eng begrenzten Gebieten, viele davon im sächsischen Raum, geschlagen, damals Mann gegen Mann. Wenn unser Autor für dieses Thema, Wolf-Jörg Schuster, Sie in jetzt mitnimmt auf die ehemals blutgetränkten Äcker, dann können Sie auf diesem Weg sowohl Historie direkt als auch Landschaft und Leben auf dem Land abseits der Touristenattraktionen erleben (siehe auch Karte S. ).

Sachsen - Kampfplatz der Weltgeschichte

Tip: Leipzig

Leseprobe: (S. 395)

Leipzig ist mit knapp 50 0000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Ostdeutschlands. Die Leipziger Messe hat die Stadt international ebenso bekanntgemacht wie die zahlreichen Komponisten, Dichter und Denker, die den Ruf als Musik- und Literaturstadt begründeten. Nach Ost-Berlin spielte Leipzig zweifelsohne die wichtigste Rolle in der ehemaligen DDR - und bei der sanften Revolution 1989 gingen die Impulse eindeutig von hier und nicht von der Hauptstadt aus. Wegen ihrer Bedeutung und der vielen Sehenswürdigkeiten widmen wir der stolzen Stadt ein eigenes Kapitel.

Geschichte: "Lipzi" hieß die slawische Siedlung im 7. Jh., die sich am Zusammenfluß von Weißer Elster und Pleiße entwickelt hatte...

Tip: Skathauptstadt der Welt: Altenburg

Leseprobe: (S. 408)

...In einer Altenburger Tarockgesellschaft wurde Anfang des 19. Jh. das Skatspiel erfunden und 1927 das weltweit als letzte Instanz entscheidende Skatgericht gegründet.

Skat wird in Altenburg auch als Touristenattraktion groß geschrieben. Viele Lokale arrangieren Samstagsskat, in einer (privaten) Skatschule kann man im Crashkurs innerhalb von 24 Stunden das richtige Reizen lernen. Aber die Skatmeister beherrschen auch andere Kartenspiele - für Abwechslung ist gesorgt.

Die Münsaer Straße von Waldenburg aus endet direkt am Schloßpark von Altenburg mit einem kleinen Parkplatz. Hier können Sie Ihren Stadtrundgang beginnen. Gehen Sie zunächst durch den abschüssigen französischen und englischen Schloßparkteil (1827 nach Plänen von Peter Lenné umgestaltet, Orangerie und Teehaus 1712) zum großen Lindenau-Museum (Di-So 10-18) am Nordende...

Tip: Meißen, die Stadt, die Porzellangeschichte schrieb

Leseprobe: (S. 420)

Rechts neben der Frauenkirche werden Sie unschwer das seit 1873 bekannte Weinlokal Vincenz Richter finden, hoffentlich auch einen Platz für einen Schoppen...

Vom Marktplatz gehen wir in die Burgstraße, die sich mit einigen schönen Bürgerhäusern herausputzt. In der Burgstr. 6 unterhält die Porzellanmanufaktur einen ihrer wenigen eignen Verkaufsräume. Den billigsten Nippes gibt es ab ca. DM 50, oder, in der anderen Richtung, z. B. Wandteller um DM 6000. Zur Porzellanmanufaktur gehören die sehenswerte Schauhalle in der Talstraße 9 (9-17), das umfangreichste Porzellanmuseum der Welt für Meissner Porzellan, in dem Formen und Dekore der vergangenen drei Jahrhunderte ausgestellt sind. Angeschlossen ist eine Schauwerkstatt (9-12, 13-16.45), in der Porzellanherstellung und Bemalung vorgeführt werden. Auch ohne ein Porzellan-Fan zu sein lohnt sich der Weg in die Talstraße allemal (von der Elbbrücke aus durch Gerber- und Neugasse, die in die Talstraße übergeht). Falls Sie die mit 2,50 m Höhe größte Porzellan-Figur der Welt sehen wollen, dann statten Sie der nahegelegenen Nikolaikirche in der Kerstingstraße einen Besuch ab.

Doch folgen wir zunächst der Burgstraße bis zu einem kleinen Platz und dann durch den Hohlweg und über die Schloßstufen hinauf zum Schloßberg. Der erste Blick über den Domplatz ist überwältigend: Etwas links zurückgesetzt die Albrechtsburg, in der Mitte der mächtige Dom und rechts, den Platz abschließend, die Domherrenhöfe.

Die Albrechtsburg, 1471-98 von Arnold von Westfalen als einer der schönsten spätgotischen Profanbauten geschaffen, hat eigentlich nie ihrem Zweck gedient, 1485 zog der Hof nach Dresden. Eine ganz andere Bestimmung fand sie, als 1710 aus Geheimhaltungsgründen der Erfinder des europäischen Porzellans, J.F. Böttger, mitsamt seiner Manufaktur hier einzog. Erst 1863 wurde der Betrieb ins Triebischtal verlegt, danach mußte die Burg gründlich renoviert werden.

Tip: Die Silberstraße - zur Erinnerung an ganze Berge aus Silber

Leseprobe: (S. 457)

Die ca. 130 km lange Silberstraße verbindet beidseits der B101 zwischen Zwickau und Dresden 24 Städte und Gemeinden der Erzgebirgsregion miteinander. Fast 200 Denkmale, Museen, Kirchen und Bergwerke liegen an der Traditionsstraße, die durch silberne Schrift auf braunem Untergrund ausgewiesen ist. Mit ihren Sehenswürdigkeiten stellt die Ferienstraße zweifellos eine attraktive Route dar.

800 Jahre Bergbau bis in die jüngste Vergangenheit prägten Geschichte und Gesicht des Erzgebirges wie kaum einen anderen Landstrich in Deutschland. Die Suche und der Abbau von Silber, Nickel, Kobalt, Eisen, Wismut, Zinn, Wolfram oder Uran begründeten den Reichtum wettinischer Kurfürsten - noch heute wird er z.B. im Grünen Gewölbe in Dresden sichtbar. Erhalten haben sich auch bergmännisches Brauchtum und reiche Traditionspflege, die das Erzgebirge im Dezember zum "Weihnachtsland" mit Schwibbögen und kunstvoll geschnitzten Bergmännern auf stattlichen Pyramiden werden lassen. Freilich führten die intensiven Unterhöhlungen auch zu insgesamt 3400 Bergschäden, die sich in Pingen, Halden oder plötzlich geneigten Häuserwänden zeigen und in Zukunft noch Milliarden an Sanierung vom Steuerzahler verlangen werden.

Tip: Freiberg, Heimat der ersten Bergakademie der Welt

Leseprobe: (S. 467)

Allmählich kam es nicht nur zum erneuten Aufschwung der Silberförderung, sondern 1765 auch zur Gründung der Freiberger Bergakademie, der ersten derartigen Hochschule in der Welt. Noch heute stellt die Akademie ein Zentrum der Bergbauwissenschaften dar. Das Ende als Bergbaustadt kam nach einer Gesamtförderung von 5,5 Mio. kg Feinsilber Anfang des 20. Jh.; 1913 war die Schließung aller Gruben vollzogen.

Die B101 (Annaberger Straße) führt bis zum Altstadtring, folgen Sie der Wallstraße (links Kreuzteiche) und parken Sie auf dem Schloßplatz am Schloß Freudenstein. Das einst einer sächsischen Sekundogenitur als Residenz dienende Bauwerk wurde um 1800 in ein Getreidemagazin umgewandelt. Grundsätzlich ist man dabei, das derzeit wenig nach Freude aussehende Schloß in den Originalzustand "zurückzurenovieren", allerdings geht's arg langsam voran.

Dem Besucher empfehlen sich für eine mehr oder minder gute Erschließung Freibergs drei unterschiedlich lange Stadtrundgänge. Der kurze Stadtrundgang...

Tip: Dresden - trotz aller Zerstörungen immer noch eine der schönsten deutschen Städte

Leseprobe: (S. 480)

Geschichte: .... Die Katastrophe brach in der Nacht vom 13. zum 14. Februar und anschließend während der Tagesstunden am 14. Februar 1945 über die Stadt herein. In völlig sinnloser Zerstörungswut wurde die Innenstadt, die von Flüchtlingen überquoll, durch drei anglo-amerikanische Luftangriffe buchstäblich in Schutt und Asche gelegt. Mindestens 45 000 Menschen fanden den Tod, nahezu alle kulturhistorisch bedeutsamen Bauten wurden beschädigt oder total zerstört., Demgegenüber waren keine militärisch wichtigen Bauten wie Brücken oder Industrie betroffen - aus der Sicht der Betroffenen konnten diese Bomben nur der Vernichtung der Kulturstadt und dem Mord der Flüchtlinge gelten. Pikanterweise wurde dem britischen Planer und Befehlshaber noch in den 90er Jahren in London ein Denkmal gesetzt. Von diesem Angriff hat sich Dresden bis heute nicht erholt.

Als wir zum ersten Mal Dresden besuchten und vom östlichen Elbufer die Silhouette der Altstadt im Spätnachmittagslicht betrachteten, konnten wir den Glanz verflossener Epochen fast wirklichkeitsgetreu nachempfinden und waren begeistert. Später dann erkannten wir, eigentlich einem Phantom, der Kulisse der Vergangenheit, aufgesessen zu sein. Denn die Bombenangriffe leisteten ganze Arbeit, und seither ist nur stückweise Altes wiederaufgebaut, sozialistische Moderne dagegen protzend hingeklotzt worden. Zudem hat katastrophale Umweltverschmutzung für zumindest den Beginn der zweiten Zerstörung Dresdens in unserem Jahrhundert gesorgt.

Mit dieser nüchternen Einführung wollen wir Sie darauf vorbereiten, im Stadtzentrum nicht allzuviel Atmosphäre zu suchen oder gar den Glanz vergangener Epochen. Den finden Sie viel eher in der Neustadt und in den südöstlichen Vororten. Dort gibt es noch herrliche alte Villen, die Krieg und sozialistische Herrschaft in der Bausubstanz und im Atmosphärischen überstanden haben.

Allerdings ist seit der Wende viel geschehen; bei unserem letzten Besuch im Herbst 1996 strahlte Dresden schon wieder sehr viel attraktiver, hebt sich die Stadt vom ehemaligen sozialisitischen Einheitsgrau deutlich ab, mit viel mehr Farbe, mit renovierten Fassaden und neuen Altbauten. Die allerschlimmsten Bauruinen sind weitgehend verschwunden, Dresden übt wieder Faszination aus. Wenn man auf den Hausmannsturm steigt und auf das wiederentstehende Schloß und das Stadtbild schaut, dann glaubt man, daß bis zur magischen Jahreszahl 2006 - der 800-Jahrfeier - Dresden zumindest größtenteils im alten Glanz erstrahlen wird.

.... Wenn Sie mit dem Rücken zur Elbe stehen, dann schauen Sie direkt auf das ehemalige Schloßtor zum Residenzschloß der sächsischen Kurfürsten, das heute Georgentor heißt. Es ist ein Neurenaissance-Werk, dessen Ursprung auf einen Umbau dieses Schloßflügels 1889-1901 zurückgeht, das aber als erstes nach der Zerstörung wieder aufgebaut wurde (1964-69). Als nächstes entstand nach dem Krieg der sogenannte Lange Gang wieder, das ist die sich nach links fortsetzende Schloßmauer in der Augustusstraße, an welcher der 102 m lange Zug der Herrscher des Hauses Wettin und einiger bedeutender Künstler, auf Porzellankacheln dargestellt, durch die Jahrhunderte zieht. Wilhelm Walther schuf 1870-76 das einzigartige Bild, das in der Meißner Porzellanmanufaktur auf 25 000 Porzellankacheln übertragen wurde und das den 1945er Feuersturm nach der Bombardierung relativ unversehrt überstand.

Das Residenzschloß selbst kann derzeit als eine der größten historischen Baustellen auf dem Gebiet der Ex-DDR bezeichnet werden, nachdem die Ruine bis 1986 weitgehend sich selbst überlassen worden war. Der Internationale Denkmalpflegerverband stellte fest, daß die Verwahrlosungsschäden größer als die Kriegsschäden sind; insgesamt wird der Wiederaufbau mit 1 Milliarde DM veranschlagt. Zur 800-Jahr-Feier Dresdens im Jahr 2006 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

... Wenden wir uns der Semper-Oper zu. Der geniale Architekt Gottfried Semper wollte den heutigen Theaterplatz ursprünglich in der Art eines antiken Forums anlegen, konnte aber 1838-41 nur das Opernhaus realisieren. 1869 brannte das Gebäude ab. Obwohl Semper wegen seiner Teilnahme am Maiaufstand 1849 Sachsen verlassen mußte, erhielt er - auf Druck der sächsischen Öffentlichkeit - den Auftrag zur Neuprojektierung. So entstand ein Meisterwerk der Architektur, in dem auch Meisterwerke der Musik uraufgeführt wurden (u.a. von Richard Strauß).

.... Durch den wie ein Triumphtor konzipierten Portikus in der Mitte des Gebäudes können Sie direkt in den Zwinger gehen, den wir uns als nächstes anschauen wollen. Er gehört zu den berühmtesten Bauwerken Dresdens. Sicher zu Recht, wenn die Sonne scheint. Aber wenn Sie den Zwinger bei trübem Regenwetter betrachten, geht sehr viel von seinem Reiz verloren, zumal die Mauern und Skulpturen sich seit der kurzen Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg schwarz wie die Nacht verfärbt haben.

1710-32 nach Vorstellungen Augusts des Starken und Plänen des genialen Architekten Matthäus Pöppelmann errichtet, stellt der Zwinger nichts anderes als einen architektonisch umrahmten Festplatz dar. Der schönste Eingang ist das Kronentor am Zwingergraben mit der vergoldeten polnischen Königskrone als Symbol für die polnische Königswürde von August dem Starken. Es steht in der Mitte der architektonisch markanten Langgalerie an der Südseite. An der Ostseite bestimmt der Glockenspielpavillon den Eindruck, auf der Westseite der leichter aussehende Wallpavillon. Rechts daneben das Nymphenbad mit Wasserkünsten und Frauenfiguren von B. Permoser, dem Bildhauer, der außerordentlich viel zum Erscheinungsbild des Zwingers beitrug. Jeweils symmetrisch neben diesen Pavillons sehen Sie kleinere Pavillons, die wir demnächst besuchen werden.

Lassen Sie den Eindruck dieses "umrahmten Festplatzes" auf sich einwirken, wandern Sie ein bißchen auf ihm umher, um das Auge die verspielte Architektur genießen zu lassen....

... Wenn wir auf der Rückseite des Landhauses die Landhausstraße nach links gehen, kommen wir auf den Neumarkt, der mehr wie eine große Baustelle anmutet. Auffallend in der Platzmitte ist die Ruine der Frauenkirche, die einst das Wahrzeichen Dresdens und einer der wichtigsten protestantischen Kirchenbauten in Deutschland war. Die Ruine war von der DDR als Mahnmal für die Opfer der Bombenangriffe gedacht. Inzwischen wurde der Wiederaufbau begonnen, der durch Spenden finanziert werden soll - der bereits erzielte Baufortschritt spricht dafür, daß das Ziel erreicht werden wird. Beim Wiederaufbau soll etwa ein Drittel mit Originalsteinen bewerkstelligt werden, die aus den Trümmern gewonnen, identifiziert und in einem großen Lager inventarisiert wurden. Von seinem Denkmal vor der Kirche hat Martin Luther einen Blick auf das Geschehen.

Tip: Sächsische Schweiz - faszinierende Sandsteinlandschaft

Leseprobe: (S. 495)

Das ungewöhnlichste Mittelgebirge Deutschlands ist das Elbsandsteingebirge, auch Sächsische Schweiz genannt. Als wir zum ersten Mal von Dresden in den Elbsandstein, wie man ihn liebevoll in Sachsen nennt, fuhren, waren wir fasziniert. Nach so vielen phantastischen Landschaftseindrücken, die wir rund um die Erde sammeln konnten, erlebten wir ein Kleinod an landschaftlicher Schönheit, wie wir es vor unserer Haustür nicht erwartet hätten. Was hatte uns bis zum Jahreswechsel 1989 die Sächsische Schweiz interessiert, sie lag Welten entfernt; die sozialistischen Demütigungsprozeduren an den Grenzen und im Land hatten jegliches Interesse erstickt. Und jetzt ist diese Perle greifbar, ohne Restriktionen - versäumen Sie auf keinen Fall einen Besuch dieser ungewöhnlichen Landschaft!

Das malerische Szenario ist die Folge seiner geologischen Geschichte. Was als Sächsische Schweiz bezeichnet wird, ist nichts anderes als der Auslaugungsboden des ehemaligen Kreidemeeres und die Erosionsarbeit von Wasser, Regen, Schnee, Wind und Eis bis in die heutige Zeit. Während das feste Sand-, Ton-, Mergel- und Geröllmaterial als Sandstein verbacken stehenblieb, wusch sich der weichere Meeresboden aus, so daß sich der Wanderer in Schlüchten und Gründen um Millionen Jahre zurückversetzt fühlen kann. In den Steinbrüchen konnten im Sandstein Fossilien, wie Seesterne, Muschelabdrücke, Belemnitenreste etc., nachgewiesen werden. Die Berge stellen sogenannte Felsenberge dar. Schuttkegel künden, wie z.B. beim Lilienstein, von der steten Erosion.

Im wesentlichen kennt man siebzehn markante Tafelberge, die heute vielfach beliebte Wanderziele sind, wie z.B. den Lilienstein mit 415 m über NN oder 295 m über der Elbe, Königstein mit 360 m über NN und 240 m über der Elbe und den Pfaffenstein mit 427 m über der Elbe und 140 m über der Talsohle. Übrigens: Die Berge sind Felsenberge und werden Steine genannt, einzeln stehende Steine dagegen als Felsen bezeichnet.

Das gesamte Gebiet der Sächsischen Schweiz ist Landschafts- und Naturschutzgebiet. Offenes Feuer und Rauchen ist im Wald wegen der hohen Waldbrandgefahr verboten, wildes Zelten nicht gestattet.

Tip: Typisch für die sächsiche Schweiz: Lilienstein

Leseprobe: (S. 499)

In Waltersdorf zweigt rechts eine schmale Straße zum (2) Lilienstein ab. Machen Sie unbedingt den Abstecher: Sie werden fast am Fuß des in den Himmel ragenden Felsens ankommen. Sie können dort parken und den Lilienstein besteigen. Von oben bietet sich ein berauschender Blick, dessen besonderer Reiz die im Vordergrund liegende Festung Königsstein ist. Wenn Sie nicht hinauf zur Spitze wollen, gehen Sie zumindest ein Stück den Wanderweg, um bereits von unten den Blick auf die Festung zu erleben, oder fahren Sie die schmale Straße noch ein paar hundert Meter weiter bis auf einen Hügelrücken....

Hinterhermsdorf ist ein kleiner Kurort auf der Höhe des Elbsandsteingebirges, dem wir nicht allzuviel Charme abgewinnen konnten. Von hier schweift der Blick über Wälder und Bergkuppen. Bei der Gaststätte Erbgericht zeigt ein Wegweiser die Route zum Parkplatz Obere Schleuse an.

Eine ganz besondere Kahnfahrt

Von hier aus bietet sich - durch den Hohlweg mit der grünen Markierung - eine Wanderung von 30 Minuten zur Oberen Schleuse an und von dort eine 700 m lange Kahnfahrt (Stak-Kahn) durch das phantastische Klammgebiet der Kirnitzsch; eines der ganz besonderen Erlebnisse in der Sächsischen Schweiz. Die Schleuse entstand wahrscheinlich 1667, sie diente über Jahrhunderte der Holzflößerei und dem Hochwasserschutz; bereits seit 1879 wird sie auch für Bootsfahrten genutzt. Die Klamm ist hier sehr eng, nur gegen Mittag dringen ein paar Sonnenstrahlen bis zum Flüßchen vor. Die Kahnfahrten finden von Mai bis Ende August statt (an Wochenenden überfüllt, jährlich bis zu 10 0000 Besucher!). Am Ende der Kahnpartie müssen Sie vom Schleusentor wieder den Berg zum Parkplatz hinaufsteigen.

Tip: Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

Leseprobe: (S. 503)

In diesem Kapitel finden Sie Wanderungen zu den spektakulärsten Felsen ("Steinen") des Elbsandsteingebirges. Natürlich können Sie noch unzählige Wanderwege gehen; es würde jedoch den Rahmen dieses Buches sprengen, weitere Einzelheiten zu beschreiben.

Der bequeme Weg zur Bastei

(Minimal 4,5 Stunden) Per Auto über die Elbbrücke von Pirna nach Lohmen, dort rechts ab zum Dorf Wehlen, Parkplatz am Elbufer oder per Dampfer nach Wehlen, oder per Bahn und übersetzen.

Über die Brücke des elbeinmündenden Grundbaches führt der Weg unter dem Torbogen des Ratskellers mit der Inschrift Zur letzten Einkehr in den stillen Wehlgrund. Er beginnt an der Haarnadel-Straßenkehre nach dem Dorf Wehlen. Hinter der Durchfahrt führt für den interessierten Botaniker ein kleiner Weg zum Wehlener Pflanzengarten. Er ist sehenswert und beherbergt Pflanzen aus aller Welt, die Bergsteiger aus der Ferne mitgebracht haben. Auch fossilienführende Sandsteine sind ausgestellt. Nach 30 Minuten Wanderweg lichtet sich der Wald an einer mehrfachen Weggabelung.

Tip: Bautzen, mehr als nur der Ort einer berüchtigten Haftanstalt

Leseprobe: (S. 513)

Geschichte: .... In der ehemaligen DDR war Bautzen vielen Menschen Synonym für eine Haftanstalt, in der in 40 Jahren neben Kriminellen viele Tausend politische Häftlinge unter erschwerten, häufig übelsten Bedingungen eingekerkert wurden. Die Haftanstalt wurde 1992 geschlossen.

Parkmöglichkeiten sind ausgeschildert, Langzeitparker fahren zum Stadtwall (Kreispoliklinik) oder zu den Schilleranlagen. Ein guter Kurzzeitparkplatz liegt beim Schülerturm.

Wenn Sie die Stadt sehr gründlich kennenlernen wollen, dann folgen Sie dem Bautzener Geschichtspfad, dessen Innerer Weg 50 interessante Stätten jeweils per Schild am Objekt beschreibt, 23 weitere Sehenswürdigkeiten definiert der Äußere Weg. Die Bautzen-Information hält ein entsprechendes Faltblatt bereit.

Beginnen wir die Stadteroberung vom Reichenturm (Apr-Okt: 10-17) am Kornmarkt aus, der ebenso ein schiefer Turm wie der von Pisa ist, auch die Höhe von 54 m soll identisch sein. Infolge einer Senkung neigt er sich immerhin um 1,44 m nach Nordwesten. Oben angekommen, läßt man sich vom Reiz des Bautzner Stadtbildes einfangen. Es bietet sich an, auch gleich das am Kornmarkt 1 liegende Stadtmuseum (Mi-So 10-17) zu besuchen.

Schlendern Sie die Reichenstraße (Fußgängerzone) entlang, vorbei an Cafés und kleinen Läden zum Hauptmarktplatz. Im alten Bautzen gab es eine Reihe von Spezialmärkten - Fleischhauermarkt, Buttermarkt, Kornmarkt, Brotmarkt. Bei sorbischen Festen werden sie neu belebt.

Der Hauptmarkt selbst ist einer der beliebtesten Plätze von Bautzen, auf ihn münden viele kleine Straßen und Gassen. Umgeben ist er von alten Patrizierhäusern. Das Rathaus (Barockbau, 1729-32 errichtet) trennt den Hauptmarkt vom dahinter gelegenen Fleisch markt. Durch häufige Brände entstanden wesentliche bauliche Veränderungen, Baustile sind ineinander übergegangen. Viele der Häuser haben typische Namen. Es gibt ein schmales Handtuch, im Jahreshaus übernachteten z.B. mehrmals Napoleon und der preußische König Friedrich II. Dieses reichverzierte, aus dem Jahr 1720 stammende Gebäude hat vier Treppen, zwölf Schornsteine, 52 Räume und 365 Fenster.

Tip: Die Gewässer Ostdeutschlands

Leseprobe: (S. 528)

Der überwiegende Teil der Gewässer Ostdeutschlands ist durch mehr oder weniger gut schiffbare Bach- und Flußarme bzw. Kanäle miteinander verbunden, so daß man ausgedehnte, wochen-, ja monatelange Wasserwanderungen unternehmen kann. Ein großer Teil der Seen findet sich dabei im Berliner Raum in den Flußgebieten der Spree, Havel und Dahme, im mecklenburgischen Raum in den Flußgebieten der Havel und in geringerem Maße der Elde. Die Beschreibung der Wassersportmöglichkeiten folgt daher vorwiegend solchen Wasserwanderwegen. Neben den besprochenen Gewässern gibt es in der Mitte und im Norden Ostdeutschlands noch zahllose kleinere Seen, die nicht miteinander verbunden sind und von denen hier nur eine kleine Auswahl angesprochen werden kann.

Welches Boot?

Der Seenreichtum Ostdeutschlands übertrifft den des Westens um ein Vielfaches, wobei vor allem kleinere Seen dominieren. Dazu kommen an der Ostseeküste die Boddengewässer, zu denen es in Westdeutschland nichts Vergleichbares gibt. Daher ist bei der Wahl der Boote zu berücksichtigen, auf welchen Gewässern man kreuzen will.

Auf den kleineren Seen ist das Paddelboot das ideale Wassersportgerät. Mit ihm kann man sich den ganzen Reiz dieser Gewässer, die Uferzonen und die Fließverbindungen zwischen den Seen ohne Probleme erschließen. Auch längere Zeit geschlossene Wehre oder Schleusen sind kein Problem: in der Regel ist ein Umtragen möglich, verschiedentlich sind auch Bootsschleppen vorhanden. Auf größere Seen und besonders auf den Bodden sollte man sich allerdings nicht mit Paddelbooten hinauswagen. Hier muß man den Wetterbericht beachten und sich vergewissern, daß für eine ausreichend lange Zeit ruhiges Wetter herrscht. Bei ungünstiger Witterung kann eine Fahrt auf diesen Gewässern recht gefährlich werden. Ähnliches gilt für kleinere Motorboote und offene Segeljollen, die ohne technische Hilfsmittel ins Wasser gelassen und wieder herausgenommen werden können.

Auf den großen Seen sind größere Boote vorzuziehen, etwa Jollenkreuzer oder Motorboote von 6,50 m Länge und mehr. Für die Müritz werden Boote von 7 m Länge als ausreichend sicher angesehen. Kielboote sind auf den Binnenseen wegen häufiger unbekannter Untiefen nicht zu empfehlen.

Wichtig ist, bei größeren Booten vor der Abreise zu klären, wo Slippen möglich ist. Es gibt Segelvereine, die über entsprechende festinstallierte Technik verfügen, andere besorgen sich nur im Frühjahr und Herbst einen Kran und haben während der übrigen Zeit keine Möglichkeiten.

Auf den Boddengewässern sind Kielschwertkreuzer oder SR-Jollenkreuzer die idealen Segelboote. Sie sind einerseits groß und schwer genug, um auch bei ungünstigem Wetter noch ausreichend sicheres Fahren zu ermöglichen. Andererseits sind die Boddengewässer über weite Strecken recht flach, und bei einer Grundberührung verursachen diese Boote natürlich wesentlich weniger Probleme als ein Kielboot. Für Motorboote gilt entsprechend, daß sie auf jeden Fall ausreichend groß sein sollten. Ein Befahren der Bodden mit offenen Jollen oder anderen kleinen Booten hat schon oft zu schweren Unfällen geführt.

Märkische Gewässer

Der Reiz Berlins liegt nicht zuletzt in den als Folge der Eiszeit entstandenen Seen rings um die Stadt und den ausgedehnten Wäldern, vorwiegend Kiefernwäldern auf sandigen Böden. Die Seen sind untereinander weitgehend durch Fließe, Kanäle bzw. die Flußläufe der Spree, Dahme und Havel verbunden. Leider sind diese Gewässer teilweise schon stärker eutrophiert, Algenblüte im Sommer ist keine Seltenheit.

Vom Müggelsee zum Scharmützelsee

Der Große Müggelsee liegt im Südosten von Berlin zwischen den Müggelbergen mit dem Müggelturm und den Stadtteilen Rahnsdorf, Friedrichshagen und Köpenick. Die Müggelspree durchfließt den eirunden See mit einem größten Durchmesser von 4 km. Im Sommer finden auf ihm Segelregatten statt, bei guten Eisverhältnissen im Winter auch Eissegelregatten. Für eine Tour vom Müggelsee zum Scharmützelsee bei Bad Saarow - als ersten Abschnitt einer Fahrt in Richtung Schmöckwitz - gibt es zwei Möglichkeiten:

Die erste ist, den See im Nordwesten in westlicher Richtung durch die Müggelspree zu verlassen. Nach zwei Brückendurchfahrten erreicht man die Dahmemündung. Man fährt auf der Dahme stromaufwärts in südlich-südöstlicher Richtung, wobei man das Köpenicker Schloß passiert, an der Regattastrecke bei Grünau vorbeikommt und den schmalen, langgestreckten Langen See entlangfährt.

Die andere Route führt aus dem Müggelsee zunächst in östlicher Richtung. Gleich an den See schließt sich "Klein-Venedig" an, ein idyllisches Areal mit zahlreichen Wassergrundstücken mit Bungalows, zu denen von der Müggelspree kleine Kanäle führen. Nach 3 km Müggelspree erreicht man den kleinen Dämeritzsee. Von hier aus führt in südwestlicher Richtung der Gosener Kanal zum ebenfalls schmalen Seddinsee mit einer größeren und mehreren kleinen Inseln. Der See endet auch bei Schmöckwitz. Zwischen Langem und Seddinsee liegt eine weitere Ausbuchtung der Dahme, die Große Krampe.

Vom Dämeritzsee kann man auch unter einer Straßen- und einer Bahnbrücke durch Erkner zum Flakensee in Woltersdorf fahren. Dieser See besteht aus zwei Teilen, die über eine Schleuse verbunden sind.

Von Schmöckwitz geht die weitere Fahrt ....

Tip: Ein Platz für die Nacht - Hotels

Leseprobe: (S. 548)

Die folgende Auflistung von Hotels spiegelt den uns bekannten Stand vom Frühjahr 1997 wider. Diese Liste enthält bei weitem nicht alle Unterkünfte in Ostdeutschland, sie soll Ihnen lediglich einen Überblick in den drei Preiskategorien verschaffen:

(jeweils pro Person und Übernachtung im Einzelzimmer).

Die Grenzen zwischen den drei Klassen sind etwas fließend: In teuren Orten findet eher ein 95-DM-Zimmerpeis in die Klasse +, während er in in ländlichen Gebieten bereits ++ wäre. Bitte beachten Sie, daß diese Einteilung ausschließlich auf dem Übernachtungspreis basiert und nichts oder nicht viel über den jeweiligen Komfort aussagen muß.

Wir wollen Ihnen mit dieser Liste nur Anhaltspunkte für Ihre Planungen geben und glauben, daß Sie mit den vorliegenden Angaben zumindest für ein Wochenende zurechtkommen, an dem übliche Informationen am Ort Ihrer Übernachtungswünsche nicht erhältlich sind. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch, bei den Touristinformationen das aktuelle Angebot abzufragen.

In Zeiten des Internet stellt sich durchaus die Frage nach dem Sinn einer gedruckten Hotelauflistung. Wenn Sie über einen Internet-Zugang oder T-Online (BTX) verfügen, dann können Sie eine Menge aktuelle Informationen für Ihre Hotelauswahl abrufen, sich für die optimale Unterkunft entscheiden und sofort online buchen. Im Internet gibt es diverse Anbieter für online-Buchung. Größere Hotels sind mit eigener Homepage vertreten, dies gilt insbesondere für Hotelketten. Z.B. erreichen Sie ein Verzeichnis für ganz Deutschland über http://europa.org/hotel/germany. Auch im Internet ist alles im Fluß - surfen Sie selbst.

In der Auflistung finden sie nur die wichtigsten Angaben: nach der Klassifizierung den Hotelnamen, die Adresse mit Telefonnummer und die Anzahl der Betten (abgekürzt B:), um Ihnen einen Eindruck von der Größe des jeweiligen Hauses zu geben. Die Telefonvorwahl ist jeweils beim Ortsnamen angegeben.

Ahlbeck/Usedom Tel-Vw 03 8378

+++Ahlbecker Hof, Dünenstr. 47, Tel 620, B: 102

++Auguste Victoria, Bismarckstr. 1, Tel 2410, B: 41

++Ostseehotel, Dünenstr. 41, Tel 600, B: 84

Altenberg Tel-Vw 03 5056

++Ladenmühle, Hirschsprung, Bielatalstr. 8, Tel-Vw 4240, B: 51

+Zur Pinge, Rathausstr. 2, Tel 31 930

Altenburg Tel-Vw 03 447

++Best Western Parkhotel, August-Bebel-Str. 16, Tel-Vw 5830, B: 80

+Treppengasse garni, Treppengasse 5, Tel-Vw 31 3549, B: 23

+Wettiner Hof, J.-S.-Bach-Str. 11, Tel 31 3549

Anklam Tel-Vw 03 971

++Am Stadtwall garni, Demminer Str. 5, Tel 83 3136, B: 31

+Am Stadion, Eckstr. 1a, Tel 83 2742

Annaberg-Buchholz Tel-Vw 03 733

++Parkhotel Waldschlößchen, Waldschlößchenpark 1, Tel 64 581, B: 32

+Berghotel Pöhlberg, Pöhlberg, Tel-Vw 18 320, B: 23

+Goldene Sonne, Adam-Ries-Str. 11, Tel 42 206, B: 42

+Pension Oehler, Hauptstr. 5, Tel 7219