Im Folgenden können Sie in Leseproben aus dem Originaltext schmökern. Doch bitte bedenken Sie: Was auf dieser Internet-Seite grau und uniform aussieht, ist im echten Buch natürlich viel lebendiger gestaltet und zum Lesen - auch Diagonallesen - viel besser geeignet als die relativ langen Zeilen dieser Seite. Aber wir wollen Ihnen ja nur einen Lese-Eindruck von unterschiedlichsten Informationen vermitteln, die Sie in dem Reiseführer vorfinden werden. Und wenn Sie genau wissen wollen, welche Themen auf den 364 Seiten behandelt werden, dann können Sie ganz zum Schluß dieser Seite einen Blick auf das Original-Inhaltsverzeichnis werfen.
Inhaltsverzeichnis dieser Seite:
Verstehen und Verständnis
Was man alles unternehmen kann
Touristische Informationen
Die Top-Ten-Ziele Jordaniens
Wie man gesund bleibt
Ankunft und Abreise
Die Nabatäer
Amman
Jerash kennenlernen
Die Wüstenschlösser
Das Tote Meer
Madaba
Petra
Wadi Rum (Ram)
Aqaba
Verstehen und Verständnis
Etwas am Rand der Touristenströme liegt ein Land, das einen besseren Platz in der Gunst der Reisenden verdient. Jordanien erzeugt meist nur dann Schlagzeilen in der Weltpresse, wenn es mal wieder zwischen alle Macht- und Interessensblöcke gerät; oder im Zusammenhang mit der Irak-Tragödie, in der Amman vielen Medienmenschen und Geschäftemachern als Stützpunkt dient. Aber abseits dieser Publicity sprechen nur wenige über die so freundlichen und angenehmen Bewohner oder die zum Teil sensationellen Landschaften wie auch historischen Relikte.
Als Besucher freut man sich natürlich, manche der sehenswerten Stätten fast für sich allein zu haben oder mit nicht allzu vielen Gleichgesinnten teilen zu müssen. Welch Glücksgefühl steigt auf, allein zwischen den paar übrig gebliebenen Säulen eines römischen Tempels zu sitzen, vom warmen Wind umschmeichelt, mit unbeschränktem Blick über die Bergformationen, die sich fernab in der Wüste verlieren. Nicht nur alte Stätten, auch Betplätze besucht man hier, die aus ganz bestimmten Gründen an einem solchen Platz angelegt wurden, nicht zuletzt sogar wegen der Sicht in die Ferne. Eigentlich besucht man sich selbst, kann meditieren, träumen oder nur die Fantasie spielen lassen: Was passierte alles an dieser Stelle, wie viele Menschen schilderten ihre Sorgen und Nöte den Göttern oder brachten ihnen Dankesopfer, weil einer ihrer sehnlichsten Wünsche in Erfüllung gegangen war?
Kein Mensch kommt in Jordanien auf die Idee, seine Feldarbeit stehen und liegen zu lassen, zu dem im Tempel weilenden Fremden zu rennen und ihm mit Bakschisch-Bettelei die Ruhe und den letzten Nerv zu rauben, wie das in der Nachbarschaft Jordaniens leider häufig der Fall ist. Die Jordanier wissen die Privatsphäre zu respektieren. So wird fast niemand für kleine Gefälligkeiten sofort und unübersehbar die Hand für ein Bakschisch hinhalten.
Andrerseits können sich die Leute die Beine ausreißen, um dem Besucher weiterzuhelfen, und zwar selbstlos, ohne den Blick auf die pralle Geldbörse des Fremden. Selbstverständlich kann man auch hier, wie überall auf der Welt, an Schlitzohren geraten, aber das ist die Ausnahme.
Auch die Landschaft bietet enorm viel Abwechslung, z.B. Extreme wie die tiefstgelegenen Gebiete der Erde am Toten Meer oder die zerklüfteten westlichen Gebirgsketten, die hinunter in den syrisch-ostafrikanischen Grabenbruch stürzen. Diese urgewaltige Felslandschaft wussten die Nabatäer zu nutzen und versteckten ihre Hauptstadt Petra hinter einer engen Schlucht. Sie höhlten die Felsen aus und hinterließen steinerne Kunstwerke, die heute zum Weltkulturerbe zählen. Auch die Römer, zu deren östlichem Grenzbezirk das heutige Jordanien gehörte, blieben nicht untätig und legten Städte und Tempel an. Jerash, die neben Petra am besten erhaltene und großartigste Ruinenstätte, fesselt den Besucher, weil hier eine ganze alte Stadt in der Fantasie lebendig wird, angeregt durch schöne Kolonnadenstraßen mit ihren Tempeln, Theatern und profanen Gebäuden.
Der Jordangraben mit dem Toten Meer ist eine landschaftliche Sensation. Die wüstenhaften Gebirge auf der Ostseite, also die jordanischen, ragen steil, aber nicht unnahbar in den Himmel. Auch sie waren seit Menschengedenken dort besiedelt, wo sich Landwirtschaft betreiben ließ oder noch lässt. Heute ist Jordanien – übertrieben formuliert – ein blühendes Wüstenland. Wo immer es möglich ist, findet man fleißige Menschen bei der Feldarbeit. Erst ein ganzes Stück östlich des beim Grabenbruch aufgehäuften Gebirgsriegels am Jordan beginnt die Wüste; sie breitet sich verhältnismäßig eben und ohne besondere landschaftliche Höhepunkte aus – sieht man vom südlichen Süden mit dem Wadi Rum ab, das wiederum eine Sensation ist.
Lassen Sie sich von diesem faszinierenden Landstrich auf der Ostseite des Jordans begeistern. Er steckt so voller Überraschungen jeder Art, dass man sich nur schwer zur Weiterreise entschließen kann. Noch dazu erschließt er sich recht preiswert.
Jordanien bietet seinen Besuchern eine Vielfalt an Unternehmungen oder sportlichen Betätigungen, d.h. Kulturinteressierte wie auch Aktivurlauber können sich in jeder Weise austoben:
- Historische Relikte aus vielen Zeitabschnitten besichtigen
- Unterschiedlichste Landschaften zwischen Wüste und Jordanfluss erleben
- Baden und Relaxen im Roten und im Toten Meer
- Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer
- Windsurfen, Wasserski und Segeln auf dem Roten Meer
- Trekking u.a. im Wadi Rum und in verschiedenen Naturparks
- Bergsteigen/Klettern im Wadi Rum
- Wüstenwanderungen mit Kamelen z.B. im oder vom Wadi Rum aus, z.B. nach Petra
- Reittouren z.B. vom Wadi Rum nach Petra oder von einem Wüstenschloss zum nächsten
- Vögel beobachten in verschiedenen Naturparks oder anderen ausgewiesenen Gebieten
- Ballon-Flüge im Wadi Rum
- Tennis, Golf, Radfahren
- Folklore-Veranstaltungen besuchen
- Auf einer der vielen archäologischen Grabungen mitgraben
- Auf Pilgerreise gehen oder gezielt die biblischen Stätten aufsuchen
Ausführlichere Informationen zum Thema Aktivurlaub siehe Seite 59.
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Touristische Informationen
Informationen für den deutschsprachigen Raum werden erteilt von:
Fremdenverkehrsamt Jordanien
c/o Kleber PR Network GmbH
Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt
Tel 069 7191 3636, Fax 069 7191 3651, germany@visitjordan.com
Frau Sonja Arnold ist eine kompetente und auskunftsfreudige Ansprechpartnerin.
Botschaften
Informationen für den deutschsprachigen Raum werden erteilt von:
Fremdenverkehrsamt Jordanien
c/o Kleber PR Network GmbH
Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt
Tel 069 7191 3636, Fax 069 7191 3651, germany@visitjordan.com
Frau Arnold und Frau Witte sind kompetente und auskunftsfreudige Ansprechpartnerinnen.
Botschaften
Königlich-Jordanische Botschaften:
D-13595 Berlin, Heerstraße 201
Tel 030 3699 600, Fax 030 3699 6011,
jordan@jordanembassy.de,
www.jordanembassy.de
A-1030, Wien, Rennweg 17/4
Tel 01 405 1025, Fax 01 405 1031,
info@jordanembassy.at,
www.jordanembassy.at
CH-3007 Bern, Belpstrasse 11
Tel 031 384 04 04, Fax 031 384 04 05,
jordanie@bluewin.ch
Konsulate
80333 München
Barerstr. 37, Tel 089 282 953
40213 Düsseldorf
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Papierkram (Pass, Visum etc.)
Visabestimmungen
Zur Einreise benötigt man einen Pass mit einer Gültigkeit von noch mindestens 6 Monaten und 2 freien Seiten. Falls Kinder nicht im Familienpass eingetragen sind, benötigen sie einen Kinderausweis mit Foto.
Das Visum erwirbt man am bequemsten und billigsten (derzeit JD 10) bei der Einreise am Flughafen Amman, oder im Aqaba-Hafen, auch an den Grenzübergängen von Israel (außer an der King Hussein (Israel: Allenby) Bridge) bzw. Syrien. Wenn Sie mehrfach einreisen oder länger als 3 Monate bleiben wollen, müssen Sie ein Multiple Entry Visum kaufen, das JD 20 an der Grenze kostet.
Natürlich lässt sich das Visum auch zuvor bei den hiesigen Konsulaten bestellen, in Deutschland und Österreich kostet es € 16,50. Bei der Beantragung müssen Sie ein ausgefülltes offizielles Formular einschicken zusammen mit dem Reisepass, einem Passfoto und den Visagebühren in bar oder einem Zahlungsbeleg. Eine Banküberweisung muss auf das Konto 405 196 49 04, Dresdner Bank Berlin, BLZ 120 800 00 erfolgen (siehe auch www.jordanembassy.de/visa_requirments.htm). Rufen Sie vorsichtshalber zuvor bei Ihrem Konsulat an, ob diese Angaben noch gültig sind. Das Visum ist ab dem Ausstellungstag 6 Monate für eine Aufenthaltsdauer von 3 Monaten, gültig. Ein Multiple Entry Visum kostet beim Konsulat € 31,50.
Für einen Aufenthalt von mehr als 3 Monaten muss man sich auf AIDS untersuchen lassen. Wenn Sie länger als vier Wochen in Jordanien bleiben wollen, müssen Sie Ihr Visum, d.h. die damit verbundene Aufenthaltserlaubnis verlängern lassen; das können Sie theoretisch in jeder Stadt machen. Praktisch aber sollte man sich nicht auf Experimente einlassen und diesen Akt in Amman (siehe Seite <?>) oder Aqaba, Petra oder Madaba vollziehen, also an Orten mit Touristenaufkommen.
Jeder Tag, den man länger bleibt als erlaubt, kostet JD 1,50 Strafgebühr. Das wäre noch nicht so schlimm. Aber offiziell muss man bei einer Polizeistation zunächst die Verlängerung beantragen, dann bei der Distriktstation die angefallenen Gebühren bezahlen und zur ersten Polizeistation zurückkehren, um nun die Verlängerung eingestempelt zu bekommen. Das kann zeitaufwändig sein! Risikofreudige können zum Flughafen marschieren und ganz unschuldig ihr Glück bei der Passkontrolle versuchen…
Eine Sonderreglung gilt für die Freihandelszone von Aqaba (Aqaba Special Economic Zone Authority ASEZA). Wer in Aqaba einreist, ist von der Visa-Gebühr befreit, muss allerdings innerhalb eines Monats wieder (irgendwo) ausreisen. Wer außerhalb Aqabas ankommt und einen Besuch dort plant, kann ebenfalls ein sog. ASEZA Visum beantragen, muss es allerdings innerhalb von 48 Stunden im ASEZA-Büro in Aqaba regisPtrieren lassen (Taxifahrern ist das Büro eher unter „Akliem“ bekannt). Jeder Tag ohne Registrierung kostet JD 1,50. Man sollte sich also überlegen, ob der Aufwand die eingesparte Visagebühr wert ist.
Nehmen Sie vorsichtshalber Kopien von allen wichtigen Dokumenten mit und bewahren Sie diese separat von den Originalen auf, damit Sie im Verlustfall die Bürokratie vereinfachen können.
Impfungen
Der Nachweis spezieller Impfungen wird nicht verlangt, es sei denn, man reist direkt aus einem Gebiet mit Gelbfieber ein, dann muss man die Gelbfieberimpfung nachweisen. Allerdings empfiehlt sich der auch bei uns übliche Impfschutz wie Tetanus, Polio etc. bzw. dessen Auffrischung. Achtung: Tollwut ist bei jordanischen Hunden verbreitet (auch gegen Tollwut kann man sich immunisieren lassen). Sollten Sie gebissen werden, müssen Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren.
Autopapiere
Offiziell sind der Internationale Führerschein und die Internationale Zulassung vorgeschrieben, werden allerdings bei der Auto-Einreise selten kontrolliert oder bei der Mietwagenbuchung verlangt. Die europäische Haftpflichtversicherung gilt nicht, man muss an der Grenze eine temporäre Haftpflichtversicherung abschließen. Weiterhin wird offiziell ein Carnet de Passages verlangt, das bei Pkw und Wohnmobilen an der Grenze meist auch nicht abgefragt wird. Aber es gibt offenbar keine verlässliche Regel. Ein Carnet de Passages erhält man – gegen Gebühren um € 150 und Sicherheitsleistung – beim heimischen Automobilclub (ADAC, ÖAMTC in Österreich bzw. ACS in der Schweiz).
Immer wieder wird über Schwierigkeiten bei der Einreise mit Dieselfahrzeugen berichtet, deren Einfuhr offiziell nicht gestattet, häufig genug jedoch geduldet wird. Auch Motorradfahrer schrieben uns über z.T. erhebliche Schwierigkeiten, die sie beim Grenzübergang erlebten. Bei einer Rückfrage beim Berliner Konsulat im Januar 2009 hieß es, man könne mit Dieselfahrzeugen nicht einreisen. Ein anderes Konsulat meinte, dass eine endgültige Aufhebung dieser Bestimmung bevorstehe.
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Die Top-Ten-Ziele Jordaniens
1 Petra
Zu den ungewöhnlichsten antiken Siedlungen dieser Welt zählt sicherlich Petra, das zu Recht in der Weltkulturerbe-Liste steht und 2007 zu den Neuen Sieben Weltwundern gewählt wurde. Die Nabatäer versteckten ihre Hauptstadt in einer pittoresken Felslandschaft, die sich nach einer engen Schlucht plötzlich auftut und den Besucher auf Schritt und Tritt fasziniert. Planen Sie mindestens einen Tag fürs erste Kennenlernen.
2 Jerash
Knapp zwei Autostunden nördlich von Amman hinterließen die Römer eine komplette Stadt, deren Ruinen so gut erhalten sind, dass sie das Leben vor 2000 Jahren in der Fantasie leicht wieder lebendig werden lassen. Der Besucher wandert über lange original römische Straßen, besucht imposante Tempelruinen, Theater oder byzantinische Kirchen. Jerash (Gerasa) kann vom Eindruck her als gleichrangig mit Baalbeck im Libanon und Palmyra in Syrien betrachtet werden.
3 Amman
Amman, die Hauptstadt Jordaniens, bietet neben ihrem Römischen Theater und dem Zitadellenhügel mit einem eher kleinen Nationalmuseum nicht fürchterlich viel Historisches. Außer einigen anderen Sehenswürdigkeiten sollte man das tägliche Leben in der quirligen Metropole miterleben und sich treiben lassen. Amman ist eine Stadt, in der man sich bald wohlfühlt und sich schnell integriert. Zwei Tage ist Amman allemal wert.
4 Totes Meer, Festung Kerak
Jordanien und Israel teilen sich den tiefstgelegenen See der Erde, in dem eine hochkonzentrierte Salzbrühe nahezu jegliches Leben im Keim erstickt. Die steil in den See abfallenden Berge sind für so manche Überraschung gut, wenn man auf der Uferstraße am toten See entlangfährt. Etwa am Südende windet sich eine Straße steil ins Hochland hinauf nach Kerak, wo eine mächtige und relativ gut erhaltene Kreuzfahrer-Festung die Stadt bewacht. Für eine Rundreise Amman – Totes Meer – Kerak - Amman ist ein Tag ausreichend.
5 Wadi Rum
Durch T. E. Lawrence (“Lawrence of Arabia”) zu Recht bekannt geworden, fasziniert diese sowohl spektakuläre als auch sehr ungewöhnliche Wüstenlandschaft mit den senkrecht gut 1000 m hoch aus der Sandebene herausragenden Felsenbergen jeden Besucher. Erleben Sie wenigstens einen halben Tag lang dieses Naturschauspiel.
6 Aqaba
Die gemütliche Hafenstadt am Roten Meer (Golf von Aqaba) ist gleichzeitig die einzige Badestadt Jordaniens. Herrliche Korallenbänke locken Schnorchler und Taucher an, Sandstrände bieten Gelegenheit zum Relaxen. Wer dies nutzen will, sollte sich hier für wenigstens zwei Tage einbuchen.
7 Wüstenschlösser
Nordöstlich von Amman blieben einige kleine Wüstenschlösschen aus den Anfangszeiten des Islam erhalten, das Schloss Amra ist Weltkulturerbe. Sie und die Naturreservate bei der Oase Azraq lassen sich auf einer interessanten Tagestour von Amman aus besichtigen.
8 Ajlun, Pella, Umm Qays
Hoch auf einem Bergsporn beherrscht die mächtige arabische Festung Qala’at ar Rabad das Städtchen Ajlun und die Umgebung. Fast zu ihren Füßen im Jordantal liegt in schöner Umgebung die römisch-byzantinische Ruinenstadt Pella. Nicht allzu weit entfernt erhebt sich oberhalb der Yarmuk-Schlucht das große Areal von Umm Qays mit imposanten Ruinen aus der römischen Vergangenheit (damals Gadara) und fantastischer Aussicht auf den See Genezareth, die Golan-Höhen sowie nach Syrien.
9 Madaba, Mount Nebo und
Umm er Rasas
Nach nur einer halben Autostunde erreicht man südlich von Amman an der Königstraße die Mosaikstadt Madaba. Hier kamen hervorragende Mosaike aus byzantinischer Zeit zutage, die auch historisch von großer Bedeutung sind. Auf dem nahe gelegenen Mount Nebo zeigte Gott dem Moses das gelobte Land (schöne Mosaike). Im etwas weiter entfernten Umm er Rasas, einer kürzlich in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommenen byzantinischen Stadt, wurden ebenfalls herrliche Mosaike gefunden. An einem Tag kann man Madaba und weitere, umliegende Sehenswürdigkeiten besuchen.
10 Wadi Mujib, Wadi Hasa
Der “Grand Canyon” von Jordanien taucht so plötzlich in der Hochebene auf und ist so tief eingeschnitten, dass der Atem stockt, wenn man an die steile Abbruchkante des weit unten liegenden Wadis kommt. Dieses grandiose “Schauspiel” der Natur in der Randzone am Toten Meer wurde zum Naturreservat erklärt. Ca. 80 km weiter südlich schlängelt sich das nicht unähnliche und ebenfalls sehr tief hinunterreichende Wadi Hasa zum Wadi Araba bzw. Südausläufer des Toten Meeres.
Von diesen Zielen wurden Petra, das Wüstenschloss Amra und Umm er Rasas – siehe weiter unten – in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.
Der „Rest“
Die Top-Ten stellen nur die herausragenden Sehenswürdigkeiten dar. Auf dem Weg von einem zum anderen Platz findet man weitere historische oder landschaftliche Leckerbissen, an denen der Eilige meist vorbeifahren muss, die aber dem Genießer sehr viel tiefere und erlebnisreichere Einblicke in das Land bescheren.
Besonders zu erwähnen wären die etwas abseits liegenden Ruinenstätten Umm el Jimal im Norden und Abila im Nordwesten. Auch die Reste der Herodes-Burg Mukawir, in der Johannes der Täufer sein Haupt verlor, sind einen Abstecher wert sowie die Kreuzfahrerfeste Shaubak. Schließlich kann man in den heißen Schwefelquellen von Hammamat Ma’in oder Borbatah bzw. Afra zusätzliches Schwitzen üben.
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Biblische Orte in Jordanien besuchen
Besonders das Alte Testament berichtet über viele Begebenheiten im heutigen Jordanien, aber auch das Christentum hat hier einige Wurzeln. Die Pilgerreise von Papst Johannes Paul II Anfang 2000 unterstreicht die Bedeutung, die dem Land östlich des Jordans in der christlichen Lehre zukommt. Es würde zu weit führen, in diesem Führer den jeweiligen biblischen Hintergrund der Orte zu erläutern, die entweder anhand von Bibeltexten identifiziert wurden oder die in testamentlichen Zusammenhängen vermutet werden.
Von Nord nach Süd geht es im wesentlichen um die folgenden Orte:
- Ramtha
Die Stadt wird mit Ramot-Gilead gleichgesetzt, bei der König Ahab von Israel in der Schlacht sein Leben verlor. - Umm Qeis / Gadara
Hier bzw. bei El Hamma soll Jesus einen Besessenen von einem Dämonen befreit haben, der dann in eine Schweineherde fuhr, die sich in den See (Genezareth) stürzte; allerdings gibt es direkt am Seeufer in Israel in Kursi einen Ort, der auch mit dieser Geschichte identifiziert wird. - Khirbet al Wahadna
In der Nähe von Ajlun, beim Ort Khirbet al Wahadna, erhebt sich ein 900 m hoher Berg namens Tel Mar Elias, der seit alters mit dem Propheten Elja in Zusammenhang gebracht wird. - Anjara
Hier soll Maria mit Jesus auf ihrem Weg von Galliläa nach Jerusalem in einer Höhle Station gemacht haben. Eine lebensgroße Statue von Maria mit Jesus in einer Grotte der katholischen Kirche erinnert daran. - Amman
Rabbat-Ammon, die Haupstadt der Ammoniter, wird in der Bibel mehrfach erwähnt, gemeint ist meist die Zitadelle. - Bethania
Jesus wurde "jenseits des Jordans" von Johannes dem Täufer getauft. In den 90er Jahren wurde - unter anderem aufgrund der Mosaikkarte von Madaba - nach dem Taufplatz im Wadi el Kharrar gegraben. Dabei kamen Zisternen, die auch als Taufbecken dienen konnten, auf und bei einem Hügel zum Vorschein, der mit der Fahrt des Propheten Elija auf einem Feuerwagen zum Himmel in Verbindung gebracht wird. - Madaba
Madaba war Schauplatz diverser Kämpfe der Israeliten gegen die Moabiter. Daher wird der Ort im Alten Testament mehrfach erwähnt. In christlicher Zeit war Madaba ein wichtiges Zentrum, wovon noch heute die Reste von 14 Kirchen und die berühmte Mosaikkarte zeugen. - Mount Nebo
Es ist der Berg, von dem Moses das Gelobte Land sehen, es aber nicht mehr betreten durfte, denn er starb in dieser Gegend. Am Hang entspringt eine Quelle, die Ain Musa heißt - Mosesquelle -, dort soll Moses an den Fels geschlagen haben, damit er Wasser freigebe. Dasselbe wird von Ain Musa am Oberlauf des Wadi Musa bei Petra gesagt. - Machärus
Herodes der Große unterhielt hier einen Palast, der unter anderem dadurch bekannt wurde, daß Johannes der Täufer auf Wunsch der tanzenden Salome geköpft und sein Kopf auf einem Teller präsentiert wurde. - Kerak
Kerak wird im Alten Testament in Zusammenhang mit einer Strafexpedition der Könige von Israel und Judäa erwähnt. Jeremia beklagt die Menschen, die bei der Eroberung der Stadt durch die Assyrer umkamen. - Ain Abata (Lot's Cave)
Lot, Bruder von Abraham, mußte aus der sündigen Stadt Sodom fliehen, seine sich umdrehende Frau erstarrte zur Salzsäure. Im 7. Jh nC erbauten Christen ein Kloster an der Stelle, an der Lot nach dem Unglück gelebt haben soll.
Es liegt auf der Hand, daß aus biblischer Sicht im "Land jenseits des Jordans"
viel mehr Begebenheiten spielten als hier aufgeführt. Doch die anderen Stätten
erscheinen bedeutungsloser.
Offizielle Pilgerziele der katholischen Kirche sind die Orte Khirbet al Wahadna,
Anjara, Amman, Bethania, Mt. Nebo und Machärus.
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Wie man gesund bleibt
(Impfungen vor der Reise siehe Seite <?>.)
Jordanien ist ein vergleichsweise sauberes Land mit guten hygienischen Standards, d.h. man kann ziemlich sorglos alles essen, was das Land zu bieten hat. Allerdings können den Europäern die vielen Bakterien zu schaffen machen, die besonders durch die Kopfdüngung von Gemüse übertragen werden, aber auch durch unsaubere Hände von Verkäufern oder Köchen. Die Erreger lösen manchmal in Windeseile Durchfälle aus, die in der Regel harmlos sind. Wenn Fieber hinzukommt, sollte man einen Arzt konsultieren.
Obwohl die Situation von Jahr zu Jahr besser wird, sollte man mit Gemüse und dem Obst, das die Natur “unverpackt” liefert, vorsichtig umgehen. Dies gilt insbesondere für alles Ungekochte wie grünen Salat und verwandte Gemüsesorten, auf die man gänzlich verzichtet, wenn man kein Risiko eingehen will.
Die Engländer haben diese Erkenntnis sehr griffig formuliert: Cook it, boil it, peel it or forget it! Wenn Sie diese Regel praktizieren, haben Sie schon mal die Gefahren für eine ganze Reihe möglicher Erkrankungen auf ein Minimum reduziert, und mit ein bisschen Glück werden Sie gesund über die Runden kommen.
Vorsicht sollte man auch bei Speiseeis walten lassen, das auf der Straße oder in eher einfacher/unsauberer Umgebung verkauft wird. Denn man weiß nie, ob die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Verzichten Sie ganz, wenn Sie im Hotel im Dunkeln standen, d.h. wenn Ihnen dadurch Stromausfälle bekannt wurden. Vermeiden Sie auch Meeresfrüchte wie Muscheln, Krabben etc., deren Filtersystem nicht gegen Krankheiten wie z.B. Hepatitis ausgelegt ist. Auch “gehacktes Fleisch” (minced meat) kann eine gefährliche Krankheitsquelle sein, wenn es ungekühlt herumlag und/oder nicht wirklich durchgebraten ist.
Essen Sie immer dort, wo auch viele andere essen, d.h. der Warenumschlag groß ist. Saubere Restaurants oder Garküchen mit sauberen Köchen/Bedienungen bürgen eher für eine hygienisch einwandfreie Speise als schmuddelige Buden.
Es empfiehlt sich, zumindest für eine Eingewöhnungszeit von einigen Tagen in besseren Restaurants zu essen, in denen die Gewähr für Hygiene höher ist. Man akklimatisiert sich und stellt seine Innereien nicht schockartig auf neue Gegebenheiten um.
Auch Wasser ist ein beliebtes Transportmittel für Bakterien, was häufig auf undichte Wasserleitungen, in die Abwasser eindringen kann, zurückzuführen ist. Man sollte es vorsichtshalber nicht aus der Leitung trinken, bekömmlicher ist das in Plastikflaschen abgefüllte Mineralwasser.
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Ankunft und Abreise
Ankunft per Flugzeug
Der Queen Alia Airport, der wichtigste internationale Flughafen des Landes wird zur Zeit erweitert, um das Passagieraufkommen der Zukunft zu bewältigen. Daher können sich hier beschriebene Abläufe geändert haben. Die Abfertigungsprozedur verläuft in der Regel recht zügig, die Beamten sind freundlich und hilfsbereit.
Wer noch kein Visum besitzt, kann es hier für JD 10 kaufen. Zuvor muss man in der Ankunftshalle Geld tauschen und u.U. länger am Immigration-Schalter anstehen. Daher sollte einer der Gruppe sich beim Geldwechsler und der/die andere in die Schlange an einem der Visa/Immigrationschalter anstellen. Mit einem zu Hause gekauften Visum geht es kaum schneller. Der Kurs der Banken im Flughafenbereich ist zumindest im Ankunftsbereich deutlich schlechter als gleich außerhalb des Einreisebereichs oder bei Geldwechslern in der Stadt. Wer zusätzlich Geld sparen will, vergleicht die Kommissionen der Banken im Flughafen, die sich um viele Prozent unterscheiden können.
Oder: Tauschen Sie einen kleineren Betrag bereits zu Hause, z.B. im Flughafen, dort ist der Kurs meist auch nicht schlechter (vorher aktuellen Kurs im Internet prüfen; z.B. www.xe.com/ucc/); dann können Sie gleich zum Passport-Schalter gehen, ohne an der Bank anstehen zu müssen.
Die Zollabfertigung verläuft großzügig; man geht durch den grünen Bereich und wird als Europäer selten nach Zollware gefragt. Offiziell sind Gegenstände des persönlichen Bedarfs wie Fotoapparate oder Filmkameras von Restriktionen ausgenommen, Videokameras müssen/sollen deklariert werden, d.h. sie werden im Pass eingetragen und müssen bei der Ausreise vorgewiesen werden. Wenn man selbstsicher durch den grünen Bereich marschiert, wird in der Regel nicht nachgefragt.
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Vom Airport nach Amman
Im Flughafen vermittelt Eastern Travel & Tours, Tel 445 2437, Fax 445 2438, eastern@firstnet.com.jo, Hotelunterkunft ab 1* ohne zusätzliche Gebühren (allerdings auch ohne Discount). Das ist vor allem für denjenigen praktisch, der nicht vorgebucht hat und nicht erst in Amman herumsuchen will. Das Büro ist eine der typischen Boxen an der Außenwand im Terminal 2, neben den Autovermietern.
Der Airport-Bus nach Amman (ca. JD 3) wartet ganz in der Nähe des Hauptausgangs. Er fährt von 7–23 Uhr, danach etwa zweistündlich. Ein Taxi in die Stadt kostet ca. JD 25; man bucht kurz vor dem endgültigen Ausgang und bezahlt den dort angegebenen Preis bei der Ankunft, auch wenn der Fahrer plötzlich mehr haben will. Versuchen Sie, sich mit anderen Reisenden ein Taxi zu teilen. Vorsicht bei Privatautos, die sich als Taxi anbieten: Zumindest von Neulingen werden stark überhöhte Preise verlangt; dies gilt auch ganz generell für Amman.
Wenn Sie bereits am Flughafen einen Mietwagen nehmen und nach Amman fahren wollen, dann müssen Sie vom Airport aus die nach Norden führende Autobahn nehmen. Die Ausschilderung Amman taucht zwar hin und wieder – meist sehr klein geschrieben – auf, sie ist aber nicht unbedingt eindeutig. Daher sollten Sie sich vorsichtshalber in der Übersicht zum Straßennetz von Amman (siehe Seite 145) über die zurückzulegende Strecke informieren.
Achtung: Wer länger als 4 Wochen in Jordanien bleiben will, muss sich bei der Polizei melden. Dort erhält man eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Monate. Andernfalls ist pro Tag eine Strafe von JD 1,50 fällig, selbst wenn man nur wenige Stunden überzieht (z.B. Ankunft kurz vor Mitternacht, Abflug zwei Wochen später um 6 Uhr morgens). Die Verlängerung ist kostenlos und geht schnell. Theoretisch sollte jede Polizeistation diesen bürokratischen Akt durchführen können.
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Abflug
Vergessen Sie nicht, vorsichtshalber 2-3 Tage vor Abflug Ihr Ticket bestätigen (to confirm) zu lassen.
Rufen Sie, bevor Sie sich in Richtung Flughafen in Bewegung setzen, vorsichtshalber dort an – Tel 445 3200 – und erkundigen Sie sich, ob Ihr Flieger überhaupt angekommen/vorhanden ist und wann er voraussichtlich abfliegt; Verspätungen gehören auch hier zum Alltag.
Wenn Sie mit Royal Jordanian fliegen, so können Sie im sogenannten City Terminal einchecken, ganz in der Nähe des 7. Circle und des dortigen Safeway Supermarkts. Wer sein Gepäck bis zu 24 Stunden vor dem Abflug dort eincheckt, bekommt als Bonus 10 kg Übergepäck frei. Der Transfer zum Flughafen kostet vom Terminal aus nur JD 3 pP und JD 1,50 per Gepäckstück. Das Einchecken geht auch am Tag des Abflugs, allerdings sollte man vorher telefonisch nachfragen, wie lange man vor dem jeweiligen Start im City Terminal eintreffen muss, Tel 550 3860, 510 0000.
Der Airportbus fährt vom Tabarbor Terminal über den 3. bis 7. Circle (siehe auch Seite 143) alle Stunde von 6–23.30 Uhr für JD 3,50 pP zum Flughafen. Rechnen Sie aber nicht damit, dass die Reise pünktlich startet, Verspätungen im Viertelstundenbereich und darüber hinaus sollten einkalkuliert werden, auch wenn der Fahrer unterwegs das Letzte aus Motor und Fahrgestell herausholt.
Es gibt zwei Terminals am übersichtlichen Airport: Terminal 1 (rechts, wenn man von Amman her ankommt) ist der Royal Jordanian vorbehalten. Von Terminal 2 dürfen alle anderen Fluglinien starten.
Für eine Taxifahrt vom Stadtzentrum zum Queen Alia Flughafen muss man mit JD 15-20 rechnen.
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Mietwagen
Ein Leser schreibt: „Nach der Lektüre Ihres Führers fühlten wir uns doch ermuntert, entgegen unseren Gewohnheiten, möglichst alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, nun dieses Mal ein Auto zu leihen, was sehr gut geklappt hat. Die Möglichkeiten waren dadurch sehr viel besser, an entlegenere Stellen zu gelangen und viele Kontakte zu knüpfen.“
Eine sehr gute Alternative zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln sind Mietwagen (grüne Nummernschilder). Die Preise liegen so, dass man zumindest zu dritt oder viert fast ebenso günstig reist wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Man ist aber sehr viel unabhängiger und kommt vor allem auch dorthin, wo öffentliche Verkehrsmittel nicht hinfahren. Für diese Alternative spricht auch und besonders, dass Jordaniens Straßen – abgesehen von Amman – kaum verstopft sind und das Selbstfahren problemlos ist: Man setzt sich wie zu Hause ans Steuer und fährt – wie in einer unbekannten heimischen Gegend – einfach los.
Vor allem bei längerer Mietdauer lassen sich die Preise gut herunterhandeln, z.B. kommt ein einfacher Wagen für zwei Wochen auf JD 30-35 pro Tag bei unbeschränkter Kilometerzahl. Die meisten internationalen und auch lokalen Anbieter findet man in Amman (siehe Seite 154) und Aqaba. Wer bereits von Europa aus bucht, zahlt bei internationalen Verleihern kaum mehr, kann aber bei Problemen auch nach der Reise zu Hause noch nachverhandeln.
Während zumindest größere Vermieter bei Vorbestellung den Wagen am Flughafen bereithalten, muss der sparsame Mieter zunächst in die Stadt fahren, ein Hotel suchen und danach erst einmal die möglichen Anbieter abklappern; das kostet Zeit und ist unbequem. Einen guten Preisüberblick findet man z.B. unter billiger-mietwagen.de.
Der Mieter sollte möglichst den Internationalen Führerschein besitzen (fast immer genügt auch der nationale), nicht jünger als 21 und nicht älter als 70 Jahre sein. Diverse Firmen setzen das Mindestalter auf 25 Jahre. Als Kaution wird meist ein Abdruck einer gültigen Kreditkarte hinterlegt. Falls keine Karte vorhanden ist, muss man bis zu JD 300 in bar im Geldschrank des Vermieters hinterlegen. Fragen Sie gezielt nach den Bedingungen und lassen Sie sich Eckdaten (Versicherungssumme, Selbstbeteiligung etc.) möglichst in Englisch auf den Vertrag schreiben oder, besser, einen englischsprachigen Vertrag aushändigen. Schließen Sie in jedem Fall eine Vollkaskoversicherung ab.
Ende 2009 konnte man in einem Zeitungsartikel lesen, dass nun auch Navigationsgeräte in Jordanien angeboten werden sollen, nachdem der Kartenspezialist NAVTEQ das Straßennetz digital erfasst hat.
Autofahren in Jordanien
Aus einem Leserbrief: „Wir haben über 5 Tage ein Mietauto zur Fahrt von Amman nach Süden bis Petra+Wadi Rum genutzt und dabei die Erfahrung gemacht, dass das Fahren auf dem Desert Highway für einen an deutsche Autobahnen gewöhnten Fahrer in Jordanien ungeheuer einfach und auch ungefährlich ist. Es gab nur ganz seltene Raser und wenige Lkw-Rennen, die aufgrund des reichlichen Platzes auf dem Highway aber nie ein Problem wurden. Ebenfalls sahen wir keinen einzigen Unfall und auch keinen Lkw-Schrott. Teilweise wurden Lkw bei steilen Steigungen auf sogenannte „compulsory“-Routen weg von der eigentlichen Hauptstrecke umgeleitet. Die Ermutigung der Leser zum Selbstfahren kann nur unterstrichen werden!“
In Jordanien herrscht Rechtsverkehr. Das Fahren ist schon wegen der niedrigen Geschwindigkeiten kein Problem, denn die einheimischen Fahrer verhalten sich in der Regel sehr diszipliniert; Rowdies gibt es zwar auch, aber selten. Die Verkehrsdichte ist deutlich geringer als auf vielen unserer Landstraßen. Der Straßenzustand ist durchwegs gut und in Ordnung; gemessen an der ökonomischen Situation des Landes kann man überhaupt nicht klagen. Auf Landstraßen ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80, manchmal auf (extreme) 100 km/h beschränkt, innerhalb von Ortschaften auf 50 oder auch 40 km/h. Vorsicht: Die Polizei besitzt Radarfallen und setzt sie immer häufiger ein, weil die Regierung wegen vieler Unfälle hart durchgreifen will.
Obwohl in anderen Reiseführern vor dem Selbstfahren gewarnt wird, möchten wir Sie als Besucher wirklich zum Selbstfahren ermuntern. Denn erst der fahrbare Untersatz macht unabhängig von den nicht immer berauschenden Verkehrsverbindungen, sieht man von den wenigen Hauptrouten ab. Und das Fahren selbst macht, nach vielleicht kurzer Eingewöhnungsphase, viel mehr Spaß als auf unseren verstopften Straßen.
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Übernachten
JJordanien besitzt keine so ausgedehnte Übernachtungsinfrastruktur wie z.B. Ägypten. Die Hotels sind dünner gesät, Billigstunterkünfte seltener zu finden. Handeln um die Übernachtungspreise ist, vor allem in der Hauptsaison im Frühjahr und Herbst, weniger aussichtsreich.
Jedes Hotel wird jährlich einmal vom Government inspiziert, um die Klassifizierung in bis zu fünf Sterne zu überwachen.
Zu den Basispreisen der Hotels kommen meist weitere 10 Prozent Service Charge und häufig auch 16 Prozent Steuern (Tax), was bei der Buchung sehr gern und höflich verschwiegen wird, also immer nach dem Endpreis fragen.
Die von uns angegebenen Preise beinhalten fast immer diese Zuschläge, es sei denn, der Hotelier hat sie bei unserem Besuch nicht genannt (was trotz ausdrücklicher Frage nach dem Endpreis leider immer wieder vorkommt). Billighotels verlangen manchmal noch Sonderpreise für die warme Dusche. Vergessen Sie nicht, um den Zimmerpreis zu handeln, besonders günstig stehen die Chancen bei geringer Auslastung; das gilt übrigens für alle Kategorien.
Während der High Seasonsmuss man mit z.T. beachtlichen Zuschlägen der Hotelbranche rechnen. Die Hochsaison-Zeiten sind festgelegt auf:
1. September bis 15. November
15. Dezember bis 15. Januar
15. Februar bis 1. Juni
Die jordanischen Hotels weisen einige Besonderheiten auf, die man wissen sollte. Erstaunlich ist, dass manche Hotelbesitzer nicht einmal den Namen der Straße kennen, an der ihr Haus steht; in nahezu allen Verzeichnissen werden lediglich Telefon- und Faxnummern angegeben. Auch die englische Schreibweise der Hotelnamen variiert vom Schild zur Visitenkarte bis zum Prospekt. Zum Standort vieler Hotels kann man sich entweder nur durchfragen oder ein Taxi nehmen oder anrufen und sich den Weg beschreiben lassen.
Im Grunde können alle Unterkünfte in Jordanien als sauber bezeichnet werden, zumindest wenn man sie in Relation zu denen anderer Länder der Region betrachtet. Es gibt nur ganz wenige Herbergen, die so heruntergekommen sind, dass sie als zu schmutzig abzuqualifizieren wären. Zwar mangelt es häufig an Sorgfalt und Wartung; in den einfachen Kategorien tropfen nahezu immer Wasserhähne, Spülungen funktionieren nur nach mehrfachem Versuch und gutem Zureden. Teppiche wie auch Fliesen sind miserabel, mit breiten Spalten oder unschönem Wandabschluss, verlegt. Manchmal, allerdings ziemlich selten, huscht auch eine Kakerlake durchs Zimmer.
Airconditioner (AC) gehören sicher zu den erfreulichen zivilisatorischen Errungenschaften, aber schlecht gewartet entwickeln sie sich zu Radaumaschinen ersten Ranges. Schaltet man sie über Nacht aus, wird es zu warm und, schlimmer noch, die Moskitos kriechen durch die Ritzen, die sehr oft zwischen Wand und AC klaffen. Bucht man in einem Hotel ohne AC ein, was in höheren Lagen und während der Übergangszeiten durchaus o.k. ist, so sollte man auf einen funktionierenden, oszillierenden Ventilator oder, viel besser, einen Deckenventilator achten und darauf, dass der Maschendraht vor den Fenstern auch wirklich moskitodicht ist – ein einziges dieser Luder kann einem eine ganze Nacht verderben.
Das Frühstück, das in der Regel im Zimmerpreis eingeschlossen ist, kann von der 1*- bis zur 3*-Klasse eher als mäßig bezeichnet werden. Es besteht in den meisten Fällen aus ein paar Scheiben Fladenbrot (selten auch Toast), Butter, Marmelade und ein bisschen Käse mit Tee oder Nescafé zur Auswahl. Bei ganz großzügigen Hoteliers kommt vielleicht noch ein Ei oder Omelett hinzu. Das Fladenbrot schmeckt gut und ist bekömmlicher als das Toastbrot. Erst ab 3* kann man mit – bescheidenen – Frühstücksbuffets rechnen.
Viele Hotels unterhalten auch ein Restaurant für’s Abendessen. Da der Umsatz dieser Küchen häufig nicht dem der “freien” Konkurrenz an der nächsten Ecke entspricht, kann es durchaus passieren, dass ältliches Fleisch oder das Aufgewärmte von gestern vorgesetzt werden. Andererseits gibt es auch bekannte und gute Hotelrestaurants in den unteren Klassen.
Über den Service kann man sich selten beklagen. Eigentlich findet sich immer jemand von der im Foyer oder in der Küche herumlungernden Truppe, der die Wünsche der Gäste erfüllt. Es kann zwar sein, dass man auf Verständigungsschwierigkeiten stößt, aber die häufig genug selbstlosen Bemühungen um den Gast gehören einfach zur Gastfreundschaft der freundlichen Menschen.
Wenn man längere Zeit in einem der kleineren Hotels zubringt und beobachtet, dass der Besitzer kaum seine angestammte Spielwiese zwischen Rezeption und Fernseher verlässt, dann wundert es nicht, dass der Zimmerservice eher oberflächlich seinem Werk nachgeht, dass Moskitogitter undicht sind oder die Dusche ständig tropft.
Die Hoteliers sind mit Handtüchern geizig. In aller Regel findet der Gast ein einziges, eher winziges Tüchlein vor. Toilettenpapier gibt es praktisch überall, außer in den ganz wenigen Hotels mit ausschließlich arabischen Toiletten.
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Die Nabatäer
In den weltpolitisch so uninteressanten Wüstengebieten östlich des Wadi Araba – in dem nach Auflösung der drei Reiche quasi ein Machtvakuum herrschte - konnte sich ein semitischer, aus Arabien eingedrungener Stamm fast unbemerkt entwickeln: die Nabatäer. Sie kamen als nomadisierende Wüstensöhne sozusagen aus dem östlichen Hinterland, hatten aber die Bedeutung der Weihrauchstraße und des Handels mit den “Wohlgerüchen Arabiens” erkannt und den westlichen Abschnitt dieses Transportweges ab Hegra (heute Medain Salih) unter ihre Kontrolle gebracht. Dies natürlich nicht mit Sanftmut, sondern mit großem, kriegerischen Geschick. So wird über das erste geschichtlich bekannte Zusammentreffen griechischer Truppen 312 vC mit einer nabatäischen Streitmacht am Toten Meer berichtet: Von den 4600 griechischen Soldaten überlebten nur 60 die Schlacht. Auch ein zweiter Versuch der Griechen gegen die Nabatäer scheiterte letztendlich.
Die Nabatäer kontrollieren bald das Gebiet östlich des Jordans und übernehmen dabei die Erbmasse der Kleinstaaten, beginnend mit den Edomitern. Ihre wichtigste Siedlung ist Petra, die spätere Hauptstadt, extrem geschützt zwischen Felsgebirgen, östlich des Wadi Araba gelegen. Ein weiteres Zentrum ihrer Aktivitäten entsteht im Negev (z.B. Manshit oder Avdat). Obwohl sie ursprünglich als Nomaden antraten, entwickeln sie schließlich sesshafte Formen. Im Laufe der Zeit können sie sich dem griechischen und später dem römischen Einfluss nicht entziehen, was besonders in der Kunst Petras deutlich wird. Aber sie integrieren die fremde Kunst großenteils in die eigene und erzeugen eine eigenständige Variante, die typisch nabatäisch ist. Technisch entwickeln sie die Wassergewinnung und -nutzung immer weiter; in Petra kann man kilometerlange Wasserversorgungssysteme verfolgen.
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Amman
Die Zitadelle
Wer zunächst einen Überblick über die Stadt gewinnen und den schönsten Ausblick auf das Römische Theater genießen will, beginnt den Stadtrundgang mit dem Besuch der Zitadelle auf dem Hügel Qala (N31°57,3‘ E35°56,27‘). Autofahrer finden Parkmöglichkeiten, Fußgänger lassen sich am besten per Taxi (ca. JD 3) hinaufbringen (versteht der Fahrer weder Zitadelle noch Castle, sagen Sie Qala). Tickets zu JD 2 werden am Schlagbaum verkauft.
Der 850 m hohe Jebel Qala war schon von alters her strategisch von Bedeutung. Ausgrabungen belegen, dass bereits von der Mittleren Bronzezeit (ca 2 000 vC) bis in die hellenistische Epoche Befestigungsanlagen auf dem Berg bestanden. Der flächenmäßig größere und auch höhere Bereich des L-förmigen Jebel Qala mit den meisten Ruinen und dem Museum (am Südende) zieht sich in nord-südlicher Richtung. Etwa in Höhe des Museums knickt er nach Osten ab und lässt noch Platz für den Herkules-Tempel und ein ausgedehntes, bisher nicht erschlossenes Ruinengelände im unteren Bereich. Drei unterschiedliche Terrassen strukturieren das Gelände; auf der mittleren Ebene steht das Museum, die nördliche dehnt sich etwa 300 m aus, und die untere Terrasse verläuft etwa 400 m in östlicher Richtung.
Die 1700 m lange und an ihren Resten relativ gut erkennbare Zitadellenmauer geht im Wesentlichen auf die Römer zurück, sie wurde später von den Omayaden teilweise umgebaut oder erneuert. Zehn Türme verstärkten die Befestigungsanlage, in die vermutlich drei Tore hineinführten.
Der Besuch des relativ kleinen und ziemlich vollgestopften Archäologischen Museums (Sa-Do 8-16.30, Fr 10-17) lohnt sich sehr, weil hier die wichtigen Funde aus dem gesamten Land ausgestellt sind. Am besten beginnt man ganz rechts vom Eingang “in der Steinzeit” und folgt dann den Epochen links herum bis zur Hellenistik. Die Vitrinen bzw. Funde sind in der Regel so beschriftet, dass man sich mit etwas Muße einen guten Überblick über die zeitgeschichtliche Entwicklung des umliegenden Kulturraums verschaffen kann.
In der prähistorischen Abteilung sieht man Funde aus Ain Ghazal (siehe auch Seite 120), z.B. die ältesten menschlichen Statuen mit ihren mandelförmigen Augen und den Stupsnasen, modellierte Totenschädel oder den “Sarg” eines Kindes als Tonkrug. Unter den Stücken aus Ammonit und Moabit ist eine Steinfigur des Ammoniter-Königs Yerah Azar (die auf dem Jebel Qala gefunden wurde) bemerkenswert, weil es keine anderen Porträtdarstellungen der Ammoniter gibt, außerdem ist seine bekannte Stele als Replikat ausgestellt. Aus römischer Zeit ist der Kopf der Stadtgöttin Tyche zu nennen, aus islamischer Epoche unter anderem ein schöner Türsturz aus dem Wüstenschloss Qasr el Tuba. Die in Jordanien verbliebenen weltbekannten Qumram-Schriftrollen vom Toten Meer stehen hinten rechts in einem eigenen Raum. Gute Hintergrundinformationen helfen beim Verständnis. Es bestehen Pläne, dereinst ein Nationalmuseum mit allen historischen Schätzen, die jetzt nicht ausgestellt werden können, in Ras el Ain zu bauen.
Südöstlich vom Museum sind die wenigen, ehemals von einem mit Kolonnaden versehenen Temenos umgebenen, aber immer noch gewaltigen Reste eines Herkules-Tempels zu sehen. Er wird üblicherweise diesem Halbgott– allerdings nicht gesichert – zugerechnet. Unstrittig ist jedoch, dass er während der Regierungszeit von Marcus Aurelius (161-180 nC) erbaut wurde. Als Bezug zur ehemaligen Monumentalität mögen im Tempel gefundene Hand- und Ellenbogenfragmente einer Statue (am Eingang des Museums ausgestellt) dienen, aus deren Größe man eine immerhin 9 m hohe Statue (vermutlich) des Herkules errechnete. Drei Säulen stehen noch aufrecht, andere liegen in Stücken herum. Auf der Südseite verband einstmals eine monumentale Treppe den Tempel mit der Außenwelt, d.h. sie führte zu einem Propylon und schließlich zur Prachtstraße Decumanus.
An der Stelle bzw. Umgebung des Herkules-Tempels befand sich bereits im 9. Jh vC eine ammonitische Kultstätte, die dem Gott Milkom geweiht war, wie eine hier gefundene Inschrift besagt.
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Öffentliche Verkehrsmittel
Mehrere Möglichkeiten stehen in Amman offen, um voranzukommen: per städtischem Bus, Service-Taxi (Sammeltaxis) oder normalem Taxi. In dieser Reihenfolge muss man auch mit den Kosten rechnen. Ein Bustrip kostet bis zu 400 Fils, Service-Taxis sind gleich oder kaum teurer, aber schneller.
Innerstädtische Busverbindungen
Für den Besucher stellt sich das Busnetz schwer durchschaubar. Es ist nicht leicht, zuverlässige Informationen über die Linien zu erhalten. Aber damit nicht genug; zur Verwirrung des Fremden tragen die 5 Terminals bei (in Jordanien häufig Bus Station genannt), die neben innerstädtischem Verkehr auch „Kopfbahnhöfe“ für außerstädtische Destinationen sind. Detaillierte Informationen siehe weiter unten.
Innerstädtische Busse können wegen der relativ undurchschaubaren Linienführung für Fremde kaum empfohlen werden. Daher hier nur ein paar Linien vom Al Mahatta-Terminal (350 Fils) aus:
Linie 10, 59: (hält auch vor Gold Souk) zur Sport City
Linie 21, 23: zum Jebel Ashrafiya und weiter zum Wahadat-Busterminal
Linie 41: (hält auch vor Gold Souk)
3.-7. Circle
Linie 53: (hält auch vor Gold Souk) JETT-Busterminal, Jamal Abdul Nasir Circle
Service-Taxis
Sie verkehren auf festen Routen, sind preiswert und in der Regel schnell verfügbar. Wer arabische Schriftzeichen nicht beherrscht, hat Schwierigkeiten, das Fahrtziel herauszufinden, das in Arabisch auf der Tür steht. Aber auf Nachfrage ist sicher immer jemand bereit, Ihnen weiterzuhelfen.
Diese Sammeltaxis fahren nur dann los, wenn alle Plätze besetzt sind. Etwas ärgerlich ist, dass man immer nur rechts aussteigen kann; wer also ganz links hinten sitzt, muss zum Aussteigen immer erst seine beiden Nachbarn herausbitten. Daher ist der Platz neben dem Fahrer am meisten begehrt. Die Fahrer sprechen selten Englisch, zum Aussteigen muss man sein Ziel identifizieren können, damit man dem Mann am Steuer begreiflich machen kann, wo er anhalten soll. Aber keine Sorge, stets versuchen alle Fahrgäste mit vereintem Gestikulieren, dem Fremden zu helfen. Sobald jemand aussteigen will, steigt der Fahrer voll in die Bremse, oder dann, wenn er neue Fahrgäste aufnehmen will.
In der weiter unten folgenden Aufzählung ist nur eine Richtung angegeben. Da sich die Fahrtrouten dem Fremden nur optisch erschließen, lassen sie sich hier nicht beschreiben. Man muss sich entweder seine Linie merken oder Umstehenden sein Ziel klarmachen bzw. hoffen, dass der Fahrer eines herbeigewinkten Service versteht, wohin man will. Man sollte immer Kleingeld in der Tasche haben und dem Fahrer den Betrag, den auch die anderen zahlen, nach dem Einsteigen wortlos geben (derzeit 200 Fils). Wenn es zu wenig ist, meldet er sich.
Das “Ladesystem” kann man vor allem in Downtown schon als kurios bezeichnen. Bei diversen Linien liegen die Abfahrtsstellen am unteren Punkt steiler Einbahnstraßen. Bei diesen fährt, in Fahrtrichtung gesehen, immer das letzte wartende Taxi als erstes ab, die ankommenden leeren Wagen stellen sich ganz vorn an, die wartenden Fahrer lassen ihr Auto jeweils eine Fahrzeuglänge zurückrollen bis auch sie neue Fahrgäste aufnehmen können.
Die Start- und Endpunkte liegen verstreut durch die Stadt. Im Folgenden ein paar für Touristen wichtige Strecken mit Angabe des jeweiligen Startplatzes:
Linie 1 und 2: Abfahrt Basman St (250 Fils, von Westen – Wimpy – kommend an der ersten Straße rechts) zum 1. und 2. Circle und darüber hinaus. Linie 2 fährt vom 1. Circle durch die Rainbow St, also an Jordan River Foundation und Nähe Books & Café vorbei.
Linie 3: Abfahrt Basman St (250 Fils, an der letzten Querstraße rechts vor der Hussein Moschee) zum 3. und 4. Circle.
Taxis
Gelbe Taxen sind allgegenwärtig. Bestehen Sie darauf, dass der Taxameter (Addad) beim Start eingeschaltet wird. Man kann für die deutsche Grundgebühr quer durch die Innenstadt fahren.
Nachts sind die Taxis deutlich teurer, meist muss man einen festen Preis aushandeln.
Bus-Bahnhöfe für außerstädtische Ziele von Bussen/Minibussen
Von den Bus Stations (den Begriff versteht man meist besser als Terminal) starten die meisten Busse – große, mittlere und Minibusse sowie Servicetaxis – meist erst dann, wenn alle Plätze besetzt sind. Daher gibt es selten feste Abfahrtszeiten, die Wartezeit auf eine Abfahrt lässt sich aus der im Folgenden angegebenen Anzahl der Busse abschätzen.
Al Mahatta Busstation
Die Station liegt etwa 2 km östlich vom Römischen Theater, rechts an der Al Jaysh St Richtung Zarqa. Alle Bus- und Minibuslinien, die früher an der Rhagadan Station begannen, wurden hierher verlegt. Ab 6 Uhr werden folgende Ziele bedient:
Madaba, 25 Busse, JD 0,50
Mafraq, 25 Busse, JD 0,90
Salt, 55 Busse, JD 0,90
Zarqa, 90 Busse, JD 0,30
Whahadat bzw. Tabarbor Station
laufend, JD 0,25
Muhajereen Busstation
Ali Ibn Abitaleb St (gegenüber der Polizeistation, die das Visum verlängert, siehe Stadtplan Seite 122 oder Umschlagklappe) stadtauswärts, auf der linken Seite, knapp 3 km von der King Hussein Moschee entfernt; erreichbar mit Service-Taxi 35, Abfahrt Nähe Amman Palace Hotel, in der Saqf Sayl St.
Von hier fahren Busse u.a. ins Wadi es Sir. Touristisch ist auch die Verbindung nach South Shouna interessant (ab 7 Uhr 5 Busse, JD 0,70), von dort weiter per Minibus ans Tote Meer zum Amman Tourism Beach.
Raghadan Busstation
Dieser eigentlich zentrale innerstädtische Busbahnhof liegt unweit östlich des Römischen Theaters hinter dem Hashimi Sq. Ehemals sehr stark frequentiert, wurde er komplett umgestaltet und ein Parkhaus ähnliches Gebäude neu erbaut. Alle Servicetaxi-Linien sollten hierher verlegt werden, aber nach heftigen Protesten der Fahrer und der Bevölkerung fand der Umzug nicht statt, weil die Station zu weit abseits von den Märkten des Zentrums liegt. Seine Zukunft bleibt offen. Einige wenige, touristisch uninteressante Servicetaxi-Linien starten hier.
Tabarbor Busstation
(auch Mushuma al Jamal oder New Abdali oder North Station)
Diese Station liegt an der Kreuzung As Shaid/Al Jordan St (N31°59,73 E35°55,21‘). Selbst strammen Fußgängern wird von Downtown der Weg den Berg hinauf zu weit sein, bequemer geht es mit Servis-Taxis Linie 6 (siehe weiter oben), ein Taxi aus der Innenstadt kostet ca. JD 4-5.
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Übernachten in Amman
In Amman scheint es unzählige Hotels zu geben, fast in jeder Straße stößt man auf einschlägige Schilder. Wurde in vergangenen Zeiten hauptsächlich in einfachere Unterkünfte investiert, so ist in jüngerer Zeit der Bauboom bei besseren und vor allem Luxusherbergen ausgebrochen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die billigeren Unterkünfte aufgrund ihres Alters meist abgewohnt und nicht besonders gewartet sind, was die alltäglichen Dinge wie funktionierende Dusche, Toilettenspülung oder tropfende Wasserhähne angeht. Der Vorsichtige probiert daher diese “Basics” aus, bevor er endgültig eincheckt.
Weder macht es viel Sinn, alle Hotels in Amman zu prüfen und hier aufzulisten, noch besteht für Individualreisende in der Regel ein größerer Bedarf als der, der mit der folgenden Auswahl gestillt werden kann. Wem dies nicht genügt, der wandere einfach durch die Gegend, die ihm als Standort passend erscheint und frage bei anderen Unterkünften nach. Als Alternative kann man unter www.visitjordan.com/visitjordan_cms/Default.aspx?tabid=110 oder einschlägigen Hotelportalen wie http://deutsch.hotels.com, www.expedia.de oder www.tripadvisor.de nachschauen.
Viel spricht dafür, zunächst in Downtown zu übernachten und, wenn man sich dort genug umgesehen hat, z.B. auf den Jebel Amman oder Weibdeh zu wechseln. Wer als Rucksackreisender möglichst bald auf Gleichgesinnte treffen will, für den sind die Billighotels in der Al Malek al Feisal St zunächst einmal eine gute Anlaufstelle.
Die folgenden Angaben sind möglichst geografisch sortiert, d.h. straßenweise oder auf einen relativ kleinen Bezirk bezogen.
Downtown (siehe Plan Seite 121)
Viele der preiswerten Hotels sind ziemlich dicht beieinander in Downtown angesiedelt, meist an oder in der Nähe der Al Malek al Feisal St. Die Lage hier ist sehr günstig, um das Zentrum Ammans zu erkunden, aber auch in die Außenbezirke kommt man schnell und günstig. Denn die Hauptsehenswürdigkeiten liegen quasi um die Ecke; und wenn nicht, dann fahren in unmittelbarer Nähe z.B. Service-Taxis in alle Richtungen der Stadt.
Achtung: Die meisten dieser Hotels haben keine Heizung, im Winter zeitw. unangenehm kalt. Viele bieten Trips an nach (Preise pro Auto): Petra mit Stopps in Kerak, Dana JD 85-100; Wüstenschlösser JD 60-90; Jerash, Ajlun, Umm Qays JD 60-75; Madaba, Nebo, Totes Meer JD 60-75.
KING GHAZIL, [9] Tel 462 2449, Nähe Hussein-Moschee (El Sa’adi St), ältestes Hotel (ca 50 Jahre alt) in Downtown, der Eigentümer Hussein konnte tatsächlich einen Hauch der 1950er Jahre retten, hohe Räume, alte Dekoration, (nur 1 arab. Toilette, 1 Dusche), sehr einfach, sehr freundlich, sauber, nur 3- und 4-Bettzimmer Einzelbelegung pP 4-7
PALACE, [8] Al Malek al Feisal St, Tel 462 4326, Fax 462 4327, palacehotel@hotmail.com, www.palacehotel.com.jo; Lift, meist SatTV, sehr freundlich, relativ große Zimmer, Internet, organisiert preisw. Trips (siehe auch Website), posit. Leserstimmen, empf.,
mF Schlafen im Zelt auf dem Dach 8 pP (bei 2 Pers. 12), E 11, E+B+AC 18, D 15, D+B+AC 26
NASER, [7] Al Malek al Feisal St, Tel 462 3342, sehr einfach, sauber, teils arabische
Toiletten D+B+AC 13-16
YARMUK, [7] Al Malek al Feisal St, Tel 462 4241, 3. Stock, kein Lift, sehr einfach,
freundlich, relativ sauber und ruhig, nur Mehrbettzimmer, nur 2 Toiletten für 20 Betten, E 7, D 8-9
AL RIYAD, [6] Al Malek al Feisal St, Tel 462 4260, Fax 462 5457, alriyad_hotel@hotmail.com, Küchenbenutzung, Kaffee und Tee frei, freundlich und sehr hilfsbereit, sauber E 6-10, D 8-12
CAIRO, [6] Al Malek al Feisal St, Tel 463 8230, 0884 85615, cairohotel_amman@yahoo.com,
3. Stock, einfach, sauber, freundlich, E 5, D 7-8
BAGDAD GRAND, [5] Al Malek al Feisal St, 3. Stock, Tel 462 5433; 079544 3952,
von “Grand” keine Spur, viele Backpacker, sehr einfach, mäßig sauber (unsaubere Toiletten, häufig keine frische Bettwäsche), abgewohnt, Küchenbenutzung, Waschmaschine JD 2,50
Dorm pP 2,50-3, E+B+AC 9-12, D 5-7, D+B+AC 12
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Jebel Amman
(siehe Plan Seite 122)
AMMAN WEST, 4*, Mahmoud al Abdi St (am 4. Circle stadtauswärts rechts ab, 1.Str.
rechts), Tel 465 7615, Fax 465 7581, info@ammanwesthotel.com, www.ammanwesthotel.com, AC, SatTV, Kühlschrank, gut eingerichtet, Pool (Nicht-Gäste JD 8),
Internetzugang, WLAN (Lobby), mF E+B 55-65, D+B 70-85
BELLE VUE, [6] 4*, 41 Islamic College St, am 2. Circle, Tel 461 6144, Fax 463 7850,
info@bellevue.com.jo, www.bellevue.com.jo; große Zimmer, gut eingerichtet, AC, SatTV,
Minibar, Health Club, mF E+B 125-140, D+B 150-160
GRAND HYATT, [2] 5*, 3. Circle, Tel 465 1234, Fax 465 1634, info@ammgh.com.jo;
sehr gutes Luxushotel; teures, aber ebenfalls sehr gutes Restaurant Indochine,
mF E+B ab 145, D+B ab 165
LE ROYAL, [1] 5*, 3. Circle, Zahran St, Tel 460 3000, Fax 460 3002, info@leroyalhotel-amman.com, www.leroyalhotel-amman.com; alle anderen Bauten überragend, sehr gut eingerichtet, Entertainment-Center mit 5 Kinos, Bars etc., mF D+B 175
JORDAN INTERCONTINENTAL, [4] 5*, Al Kuliyya St, Tel 464 1361 Fax 464 5217,
amman@interconti.com; ältestes Luxushotel in Amman, 2000 renoviert, Treffpunkt von
Ausländern, alle Annehmlichkeiten, gute Shops (u.a. Bücher), sehr gutes Restaurant, mF D+B 145
ROQAIBAT, [5] 2*, 86 Zahran St, direkt am 2. Circle, Tel 462 5900, Fax 464 6411, roqaibathotel2006@Yahoo.com, www.roqaibat.com, gut eingerichtet, günstig gelegen, AC, SatTV, Minibar, WLAN, preiswert für die Gegend, mF E+B 30, D+B 45
LANDMARK, 5*, Al Hussein Bin Ali St, Tel 560 7100, Fax 566 5160, info@landmarkamman.com, www.landmarkamman.com; gepflegtes, günstig gelegenes Luxushotel, aus dem ehemaligen Radisson SAS hervorgegangen, komplett renoviert, mF E+B 166-201, D+B 190-225
CENTURY PARK, 4*, Tel 568 0090, Fax 560 5688, 8. Straße vom 4. Circle, kurz vor 5. Circle rechts, (Duty Free ausgeschildert, da Shop im Nebengebäude wie auch Jordan Tourism Board), info@centurypark-hotel.com, www.centurypark-hotel.com, gut eingerichtet, gepflegt,
freundlich, AC, SatTV, Minibar, mF E+B 90-118, D+B 120-130
RAZAN, [3] 3*, direkt am 3. Circle und zentral für die Stadt, Tel 464 93 91, Fax 464 93 97, razanhtl@wanadoo.jo, SatTV, AC, Kühlschrank, laut, Kitchenet, etwas abgewohnt,
mF E+B 25-30, D+B 30-35
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Abdali und Jebel Weibdeh
(siehe Plan Seite 124)
TOLEDO, [4] 3*, Ummaya St, direkt am Abdali Platz, Tel 465 7777, Fax 465 6688, frontdesk@toledohotel.jo, www.toledohotel.jo; das in sehr dekorativem islamischen Stil mit gekachelten Wänden gehaltene Hotel besitzt zwei Eingänge: Vom Abdali Platz fährt man zur Rezeption im 7. Stock hinauf, dort geht es aber auch direkt auf die Razi St am Jebel Hussein, denn das Gebäude steht am steilen Hang, AC, SatTV, WLAN, Kühlschrank, “Honeymoon Zimmer” zu JD 120, Pool, viele Zimmer rel. groß und sehr gut eingerichtet, empfehlenswert, da nicht typisch westlich,
mF (sehr gut) E+B 70-75, D+B 80-85
JERUSALEM JEWEL, [3] Jerusalem Jewel Center, Abdali, Tel 464 9482, Fax 461 5565,
jjewelho@orange.jo, AC und Ventilator, SatTV, Kühlschrank, WLAN, mF E+B 18, D+B 22
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Jerash kennenlernen
Interessantes für Eilige: Südtheater, Forum mit Kolonnadenstraße, Nymphaeum, Artemis-Tempel.
Jerash ist gleichbedeutend mit dem antiken Gerasa, einer einst wohlsituierten römischen Provinzstadt, und gleichbedeutend mit einer der Hauptsehenswürdigkeiten Jordaniens. Aus touristischer Sicht folgt es Petra auf Platz zwei der Sehenswürdigkeiten. Gerasas historischer Teil ist in einem Zustand erhalten, der die Erwartungen weit übertrifft: Man braucht nicht viel Fantasie, um sich das Leben dieser Stadt vor 2000 Jahren vorzustellen. Täglich stattfindende Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen helfen der Fantasie zusätzlich auf die Sprünge (siehe weiter unten).
Hintergrund: Als Jerash/Gerasa 63 vC vom römischen Feldherrn Pompejus erobert und vom griechischen Namen Antiochia in die ursprüngliche Bezeichnung Gerasa umgetauft und in den Dekapolis-Städtebund eingegliedert wurde, hatte der Ort schon eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. Ab etwa 6000 vC gibt es Hinweise auf eine Besiedlung, doch erst seit Alexander dem Großen entwickelte sich die Siedlung zu nennenswerter Größe. Zeitweise wurde sie Antiochia Chrysorhoas (Goldfluss) genannt.
Als die Nabatäer ihr Reich auch nach Norden ausdehnten, entwickelte sich Gerasa zwischen 84 und 72 vC zu einem Handelsstützpunkt auf dem Nordabschnitt der Weihrauchstraße nach Damaskus. Unter den Römern wuchs die Siedlung durch die Gründung des Zehn-Städte-Bunds (Dekapolis) und den Erzfunden in den Bergen von Ajlun zu einer wohlhabenden Stadt. Nach dem Muster römischer Städte wurde sie mit der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, von Kolonnaden gesäumten Achsenstraße (Cardo Maximus) und der rechtwinklig kreuzenden Ost-West-Achse (Decumanus) völlig neu gestaltet. Nur der Zeustempel verblieb aus Pietät an seinem angestammten Platz.
Unter Kaiser Trajan stieg Gerasa zum kommerziellen Zentrum der Provinz Arabia auf. 129 nC besuchte der römische Kaiser Hadrian Gerasa; zu seinen Ehren hatte man den südlichen Triumphbogen errichtet. Zwar entwickelte sich Gerasa langsam weiter, aber mit dem beginnenden 4. Jh setzte der Niedergang ein, vor allem die Verlegung der Landkarawanen auf Schiffstransporte und der Untergang Palmyras waren die Auslöser. In der Mitte des 5. Jh war die Christianisierung, mit Gerasa als Bischofssitz, mit Kathedrale und Kirchen abgeschlossen, zu denen unter Justinian (527-565) weitere hinzugefügt wurden. Doch 614 fielen die Perser plündernd über die Stadt her, wenig später kamen muslimische Eroberungsheere; 747 besorgte das schlimmste Erdbeben der Region fast den Rest. Gerasa dämmerte dahin, 1120 eroberte es Balduin II, König von Jerusalem.
Danach erlosch das Leben in den Ruinen vollständig, bis die Osmanen, 1878, Tscherkessen östlich des Wadi Jerash ansiedelten. Diese benutzten zunächst die Ruinen als willkommene Spender von Baumaterial, unhandliche Säulen wurden kurzerhand zersprengt. Zum Glück überbauten sie nur den weniger wichtigen ehemaligen Wohnbereich (“Schlafstadt”) im Osten Gerasas.
Seit 1925 wird die Stadt systematisch erforscht und ausgegraben; man schätzt allerdings, dass erst etwa 10 Prozent der möglichen Funde geborgen sind.
Topografie der Stadt: Das Gebiet von Gerasa, auf das sich heute die Besucher konzentrieren, war damals das Geschäfts- und Repräsentationszentrum. Der „Goldfluss“ Chrysorhoas – heute Wadi Jerash – teilte die Stadthälfte, die Sie besichtigen werden, vom Wohn- und Villenviertel ab, das sich östlich des Wadi ausbreitete, verbunden durch zwei Brücken, von denen die Südbrücke bis heute erhalten ist. Die Hauptverkehrs- und Repräsentationsstraße (Cardo Maximus) verlief über etwa 700 m Länge vom repräsentativen Südtor zum einfacheren Nordtor, war von Kolonnaden gesäumt und auf der gesamten Länge mit Steinplatten belegt, die einen Abwasserkanal verdeckten. Zwei von West nach Ost weisende Querstraßen (Decumani) kreuzten den Cardo Maximus und führten über die beiden Brücken in den Ostteil von Gerasa. Zwischen den Nebenstraßen verliefen weitere Gassen, die der Stadt ein eindeutig rechtwinkliges Raster gaben.
Man stellt sich unwillkürlich die Frage, warum Gerasa ausgerechnet an dieser Stelle entstand, wo noch nicht einmal die Topografie günstige Voraussetzungen bot. Denn der stellenweise ziemlich starke Geländeabfall Richtung Flussbett setzte bei größeren Bauten eine Geländenivellierung voraus, die mit vielen Mühen und Kosten verbunden war.
Den Historikern ist es bisher nicht gelungen, eine befriedigende Antwort zu finden. Sicherlich spielte der stets Wasser führende Bach eine wichtige Rolle, aber auch Zufallsentscheidungen können beigetragen haben.
Kennenlernen: Von Amman kommend fällt bereits bei der Anfahrt, links der Straße, der 129 nC errichtete und immer noch imposante Triumphbogen für Kaiser Hadrian auf. Kurz zuvor biegt man nach einer Ampel links ab zum neuen Visitor Center. Aller Anschein spricht dafür, dass dieses Center angelegt wurde, um die Besucher zusätzlich zu melken: Wie bei einer deutschen Tankstelle muss man an allen möglichen Auslagen/Shops vorbeimäandern, um sein Ticket zu lösen (8-19, Winter 8-17, JD 8).
Das dreiteilige Hadrianstor – 129-130 nC “zur Erinnerung an den Besuch des Kaisers errichtet”, wie eine Inschrift an der Nordseite besagt – erreichte einst die stattliche Höhe von 21,5 m (fast neun heutige Stockwerke!) und nahm für seine drei Tore eine Breite von 25 m ein. Der mittlere Bogen öffnet sich, bei 6 m Breite, 11 m hoch, die beiden kleineren seitlichen sind gute 5 m hoch. Die Anlage wurde erst kürzlich aus den herumliegenden Trümmern wieder komplett zusammengesetzt.
Zwar ist stets die Rede vom Triumphbogen für Hadrian, tatsächlich ist das Bauwerk zumindest auch als Stadttor konzipiert worden, denn die baulichen Anschlüsse für die Stadtmauer wurden nur verblendet. Vermutlich war geplant, die Stadt bis zu diesem Tor nach Süden zu erweitern, wozu es aber nie kam.
Auf dem Weiterweg folgt das Hippodrom, in dessen Areal ein paar Sitzreihen erhalten blieben. Die 244 m lange Pferderennbahn bot immerhin 15 000 Zuschauern Platz, für römische Verhältnisse eine eher kleine Anlage.
Hier finden täglich ziemlich spektakuläre römische Gladiatoren- und Wagenrennen-Vorführungen (Tel 02 634 2471, info@jerashchariots.com, www.jerashchariots.com) statt, die etwa 45 Minuten dauern. Sa-Do jeweils um 11 und 14, Fr 10 Uhr, zusätzlicher Eintritt JD 12 pP, Kinder unter 12 Jahren JD 2.
Der Weg zum Südtor führt am JERASH RESTAURANT UND RESTHOUSE sowie am alten Visitor Center vorbei (gutes Modell von Gerasa).
Die eigentliche Besichtigung beginnt mit dem ebenfalls unter Hadrian erbauten und ebenfalls imposanten Südtor. Es ist dem Hadrianstor bis hin auf kleine Details ähnlich, wenn auch nicht ganz so monumental wie das offensichtliche Vorbild. Es wird daher angenommen, dass es die Spende Hadrians an die Stadt war, die ihm einen solch aufwendigen Triumphbogen errichtet hatte.
Das Südtor war eines von insgesamt vier Toren in der 3,5 km langen Stadtmauer, die im 1. Jh nC errichtet wurde. Die Mauer war bis zu 2,5 m breit und wurde auf ihrem Weg um die Stadt von einer Vielzahl quadratischer Türme zusätzlich verstärkt. In der Nähe des Südtors ist noch ein Stück der Stadtmauer erhalten.
Wir wollen uns zunächst mit den gleich links vom Tor und direkt vor dem Ovalen Forum liegenden Bauwerken beschäftigen. Der Weg führt an einer imposanten Mauer entlang, die ein Tor aufweist. Dort sollte man unbedingt hineingehen, nicht nur der Kühle wegen. Die mächtigen Gewölbe dienten als tragende Konstruktion und zum Geländeausgleich des darüber liegenden Temenos, des heiligen Bezirks. Sie wurden erst kürzlich renoviert und dienen nun als interessante Ausstellungshalle mit Mauerdetails, restaurierten Farben etc. Rechts hinten steht ein komplettes Modell des ehemaligen Zeustempels, das sehr gut die oberhalb des Gewölbes liegenden, eher schwierig zu interpretierenden Bruchstücke lebendig macht.
Nur wenige Schritte nach den Gewölben führt links eine breite, rekonstruierte Treppe zum Temenos hinauf. Er diente als Sakralplatz vor dem im 2. Jh nC errichteten Zeustempel, der wiederum auf ein älteres Bauwerk aus dem 1. Jh nC zurückgeht. Ursprünglich war der Platz gepflastert, von zwei Mauern umgeben, die einen Korridor bildeten und schön dekoriert waren. Im Hof stand ein Altar.
Der flächenmäßig kleinere Zeustempel erhebt sich oberhalb des Temenos, zu dem eine breite, heute weitgehend verschüttete Treppe hinaufführte. Die beim Erdbeben eingestürzten Mauern ragen noch immer gute 10 m auf. Von den ehemals 15 m hohen Säulen – 38 an der Zahl – wurden drei wieder aufgerichtet, angeblich nicht ganz korrekt. Sie vermitteln aber einen Eindruck von den Ausmaßen des Tempels.
Direkt neben dem Zeustempel ist das Südtheater in den Berg gebettet bzw. von Tonnengewölben abgestützt. Es gehört zu den schönsten Bauwerken der Stadt. Der im 1. Jh nC erbaute und zumindest teilweise von wohlhabenden Bürgern finanzierte Komplex wurde wahrscheinlich ebenfalls durch das katastrophale Erdbeben 747 zerstört und ab 1925 restauriert. Er ist, wie die meisten römischen Theater, nach Norden ausgerichtet, damit die Zuschauer nicht von der Sonne geblendet werden.
Die Anlage bietet etwa 4 000 Besuchern auf 32 Sitzreihen Platz, die in zwei Ränge unterteilt sind. Die Sitzplätze waren offenbar nummeriert, noch heute sind – vor allem rechts der Bühne – griechische Zahlen zur Kennzeichnung der Sitze zu entdecken. Die Zuschauer gelangten entweder durch Seiteneingänge neben der Orchestra zu den Plätzen der unteren Ränge oder durch die Gewölbegänge auf der Rückseite zu den oberen Sitzreihen. Der Zuschauerbereich wird durch eine profilierte Barriere von der Orchestra getrennt. Die Bühnenkulisse war ursprünglich zwei Stockwerke hoch, wurde aber nur bis zum ersten Stock wieder aufgebaut. Von den obersten Sitzreihen können Sie den besten Aus- und Orientierungsblick über Gerasa genießen.
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Die Wüstenschlösser
Sehenswertes
****Qasr al Amra, ungewöhnlichstes der Wüstenschlösser mit aufschlußreichen Fresken
***Azraq, relativ gut erhaltene Anlage aus blauschwarzem Basalt in großer gleichnamiger Oase, in der auch ein Besuch der Shaumari Reserve wegen ihres Wildbestandes lohnt
**Qasr el Kharanah, zwar besterhaltenes Wüstenschloß, aber wenig Atmosphäre
**Qasr el Hallabat , ziemlich stark zerstörtes Wüstenschloß mit besser erhaltenem kleinen Badeschlößchen Hamman es Sarakh
**Qasr el Mushatta, unvollendetes Wüstenschloß, welches das schönste hätte werden können; interessantestes Bauteil, die Südfassade, im Museum in Berlin() Qasr el Tuba, einst größtes Wüstenschloß, heute sehr stark zerstört, sehr abseits in der Wüste gelegen
*Qasr el Tuba, einst größtes Wüstenschloß, heute sehr stark zerstört, sehr abseits in der Wüste gelegen
Hintergrund: Die Wüstenschlösser verbanden Lust und (Verteidigungs-)Last – jedenfalls teilweise – miteinander. Als Verteidigungsanlagen entstanden einige Forts unter den Römern bzw. in byzantinischer Zeit. Eine Theorie über den Ursprung der Anlagen besagt, dass sich die arabischen Eroberer schwer ans Stadtleben zwischen einengenden Mauern gewöhnten. Sie zogen nur zu gern in die Festungsmauern mitten in der Wüste, wo sie der Jagd und sonstigen Genüssen ungestört frönen konnten. Andere wiederum nehmen an, dass sich die Herrscher zur Meditation und zum Beten in die Wüste zurückzogen. Die Historiker scheinen sich auf die Mitte zu einigen, dass es hier um beides ging: sowohl nostalgisch dem alten Lebensstil nachzuhängen als auch andererseits dem Ernst des islamischen Lebens Tribut zu zollen. Weitere Theorien besagen, dass die omayadischen Herrscher hier besseren Kontakt zu den ihnen treu ergebenen Beduinenstämmen fanden oder dass die Schlösser komfortable Stationsunterkünfte auf dem Pilgerweg nach Mekka waren.
Ob es tatsächlich ein mehr oder weniger gemeinsamer Hintergrund war, der über 20 Wüstenschlösser – hier eher als Gattungsbegriff auch für Anlagen in fruchtbarem Gebiet gemeint – im heutigen Syrien, Libanon, Jordanien und Israel entstehen bzw. wiedererstehen ließ, wird wohl noch länger für Diskussionsstoff sorgen.
Zwar werden die Wüstenschlösser als gewaltige Attraktion angepriesen, doch darf man sich kein “Schloss” unserer Vorstellungswelt ausmalen, weder von der Ausdehnung noch vom Prunk her. In den meisten Fällen handelt es sich um zusammengestürzte Mauern, die vergleichsweise kleine Flächen umschlossen. Selbst wenn man die Perle, das Amra-Schlösschen, betrachtet, kann kein eigentliches “Schlossgefühl” aufkommen.
Erwarten Sie also unter der Kombination “Wüste” und “Schloss” nichts Sensationelles, so interessant dies auch klingen mag. Es handelt sich lediglich um eine relativ charakteristische Wohnform einer bestimmten Herrscherelite einer bestimmten Zeit. Die im Folgenden beschriebene Rundreise kann man bequem in einen Tag packen (wenn man kein Archäologe oder einschlägiger Fan und per Auto unterwegs ist); sie ist gleichzeitig ein Trip in die Wüste – obwohl Wüstenstimmung auch nicht so recht aufkommt: Diese Gegend ist immer wieder genutzt, ob von Militär oder Steinbrechern oder sonstigen Betrieben. Da beide Straßen in die Nachbarländer führen, rollt ununterbrochener Schwerverkehr vorbei; Wüstenstille gibt es nicht mehr. – Wenn Sie weitere Details erfahren wollen, dann kann The Desert Castles empfohlen werden, eine preiswerte Publikation, die in Amman erhältlich ist.
Wer wenig Zeit hat, sollte sich wenigstens Qasr el Amra anschauen, das auf einer schnellen Asphaltstraße 80 km von Amman entfernt ist. Bei etwas mehr Zeit läge Azraq nur 16 km weiter entfernt.
Praktische Informationen
Jeweils drei Schlösser kosten im Sammelticket JD 2 Eintritt. Während Ramadan sind alle Wüstenschlösser bereits um 16 Uhr geschlossen.
Busverbindungen: Man kann die komplette Rundfahrt nur per Taxi buchen; es gibt keine öffentlichen Direktverbindungen.
Nach Qasr el Hallabat nimmt man von der El Mahatta Busstation in Amman zunächst einen Bus (ab 6 Uhr alle 10 Minuten, JD 0,30) nach Zarqa, der an der Rashid Busstation endet. Dort geht es mit einem Shuttle-Minibus weiter zur Abdullah Busstation, von der ab 6 Uhr die Minibusse nach Hallabat starten, die auch beim Hammam es Sarakh vorbeikommen. Auch nach Azraq (16 Busse ab 6 Uhr, JD 1,15) geht es nur von Zarqas Abdallah-Station aus. Wer von Qasr el Hallabat nach Azraq weiterkommen will, nimmt den Minibus zurück Richtung Zarqa, steigt aber an der Straße Zarqa - Azraq aus und winkt den Azraq-Minibus an. Von Azraq nach Amra und wieder zurück geht es nur per Taxi, das einschließlich Wartezeit etwa JD 10-15 kostet. Daher empfiehlt sich wirklich die folgende Möglichkeit.
Traveller-Hotels in Amman wie Cliff, Nasser, Farah und andere organisieren Taxi-Trips, die immer wieder gelobt werden und per Fahrzeug JD 60-90 kosten, oder rufen Sie direkt Wa’el Salih an (siehe Seite 153), dann sparen Sie die Hotelprovision. Leser berichten auch, dass man auf der Strecke recht gut trampen könne, was wir mit allem Vorbehalt als eher letzte Möglichkeit weitergeben.
Per Auto verlässt man Amman in östlicher Richtung und folgt der Autobahn nach Zarqa, der zweitgrößten Stadt des Landes. Sie ist ganz offensichtlich auf dem besten Weg, mit Amman zusammenzuwachsen.
Zarqa ist eine reine Industriestadt, in der die einzige Raffinerie Jordaniens steht. Neben Erdölprodukten wird in der Nähe Phosphat abgebaut und z.T. weiterverarbeitet.
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Hammam es Sarah
Das Bad stammt aus dem 8. Jh nC. Die Jordanier rekonstruierten und restaurierten es, vermutlich war es Jagd- und Badeschloss. Das eigentliche Bad wird von einer Rippenkuppel auf Stützbögen überwölbt, dies war das Heißbad. Über das anschließende Lauwarmbad spannt sich ein Kreuzgewölbe, dann folgt der Auskleideraum unter einem Tonnengewölbe. Sehr gut ist das Heizungssystem zu erkennen. Vom ehemaligen Audienzsaal sind nur noch die Grundmauern erhalten.
Links neben dem Bad sorgte der 27 m tiefe Brunnen für das Badewasser.
Nach 3 km (im nächsten Ort):
*Qasr el Hallabat
Hintergrund: Die Ursprünge der Anlage gehen wahrscheinlich auf die Nabatäer zurück; die Römer übernahmen nur zu gern Lage und Anlage, um die nordöstlichen Wüstengebiete zu kontrollieren. Vermutlich war es Marcus Aurelius, der im 2. Jh mit diesem Fort die von Trajan gebaute Handelsstraße Via Nova Trajana von Damaskus zum Roten Meer (Aila, heute Aqaba) schützen wollte. Eine Inschrift berichtet über eine Erweiterung zwischen 211 und 215. So wuchs im Laufe der Jahrhunderte eine massive Festung heran. Aus einer anderen Inschrift geht hervor, dass die Anlage in der byzantinischen Zeit als christliches Kloster diente, bis es die Omayaden im 8. Jh nC in ein repräsentatives Schlösschen verwandelten, geschmückt mit Mosaiken sowie Fresken auf Stuckwänden. Zusätzlich erbauten sie eine durchdachte Wasserversorgung und eine Moschee.
Die Anlage wurde in jüngster Zeit von einem spanischen Team sehr gut restauriert. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich zumindest in die Zeit der Omayaden zu versetzen.
Kennenlernen: Der Komplex, ist weiträumig eingezäunt und von 8-18 Uhr geöffnet. Vom neu gebauten Visitor-Center, das keine Information außer dem üblichen Wüstenschlösser-Prospekt bietet, geht man den Hügel hinauf. Oben wird man von einem der Wächter erwartet, der verschlossene Türen öffnet und in holprigem Englisch auf Details aufmerksam macht.
Als Erstes erwartet den Besucher die von den Omayaden neben den Palast gebaute Moschee, die weitgehend rekonstruiert ist. Der Mihrab wurde offenbar komplett erneuert, in der Mitte stehen vier Säulenbasen. In seiner Schlichtheit, mit den hellbraunen Steinen unter blauem Himmel, macht das kleine Gebäude einen positiven Eindruck.
Daneben sind die Überreste der Palastanlage zu sehen, deren quadratischer Grundriss deutlich den Ursprung als römisches Kastell zeigt. Im Innern lassen sich sowohl die römischen Ursprünge als auch die omayadischen Einbauten an ihren meist schwarzen Steinen nachvollziehen. Diese Steine tragen häufig griechische Inschriften aus ihrem Ursprungsort Umm el Jimal. In der linken Ecke ist ein Raum erhalten, der eine Toilette und/oder Dusche gewesen sein könnte. Etwa in der Mitte links sind in einem Raum noch Reste von Marmorverkleidung an der Außenwand und auch Mosaikreste zu entdecken. In der linken hinteren Ecke wurde ein Kastellturm teilrekonstruiert, von dem aus man unterhalb des Palastes Häusergrundmauern und ein großes Wasserbecken erkennt.
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Das Tote Meer
(erklärender Kasten zur Ortsbeschreibung)
Obwohl es sich eigentlich als das ungast-lichste Gewässer auf Erden ausgibt, geht vom Toten Meer doch ein ganz eigener Reiz aus.
Es liegt immerhin 410 m unter dem Meeresspiegel und hat selbst noch einmal eine Tiefe von 390 m. Im südlichen Teil schiebt sich die jordanische Halbinsel Lisan (Zunge) weit nach Westen in den See; von dort bis zum südlichen Ende erreicht die Wassertiefe nur noch 9-12 m. Je nach Wasserstand dehnt sich das Tote Meer 75–80 km von Nord nach Süd und bis zu 17 km von West nach Ost aus. Lisan wie auch der westlich des Sees gelegene Mount Sedom entstanden, weil sich Felsen und Steine auf dem Meeresboden absetzten und schließlich das dort eingelagerte Salz empordrückten. In der Antike soll es möglich gewesen sein, von der Halbinsel über eine Furt zum Westufer zu gelangen, vielleicht bildete diese Möglichkeit den Hintergrund für Wundergeschichten in der Bibel.
Der ostafrikanische Grabenbruch, dem es seine Existenz verdankt, bildet hier einen Felsenkessel mit ziemlich steilen Flanken zwischen den bis zu 1014 m hohen judäischen Bergen im Westen und den bis zu 1285 m hohen moabitischen Gebirgszügen im Osten. Vom südlichen Ufer aus steigt die Senke des Grabenbruchs langsam im Wadi Araba an, um nach ca. 130 km wieder Meereshöhe zu erreichen.
Das hauptsächlich vom Jordan einfließende Wasser verdunstete früher in einer Menge, die den Wasserspiegel im Jahresmittel konstant hielt (im Sommer kann der Pegel des Sees täglich um bis zu 25 mm durch Verdunstung sinken!). Heute wird vom Jordan so viel Wasser abgezweigt, dass wegen der geringeren Zuflussmengen der Wasserspiegel stetig sinkt, inzwischen um bis zu 1 m jährlich. Etwa ein Drittel des Sees ist bereits verlandet. 1976 tauchte dadurch aus dem Wasser eine Erhebung auf, die den südlichen Teil des Sees abtrennte. Um das Südbecken überhaupt nass zu halten, musste auf israelischer Seite vom nördlichen Teil ein Kanal gebaggert werden, der den Zufluss sicherstellt.
Vor etwa 100 000 Jahren war der gesamte Jordangraben bis zum heutigen Tiberias (in Israel) hinauf vom Indischen Ozean angefüllt, dessen Wasseroberfläche damals 200 m höher als heute lag. Nach Abfallen des Wasserspiegels, vor 50 000 Jahren, blieben nur der See Genezareth und das Tote Meer als Wasserbecken übrig. Dessen Salzkonzentration stieg kontinuierlich an. Zur Zeitenwende lag sie bei etwa 8 Prozent, gute 1000 Jahre später trafen die Kreuzfahrer schon auf 15 Prozent, ab 1967 nahm sie wegen der immer geringeren Süßwassereinspeisung des Jordans von 30 auf die heutigen 33 Prozent zu (im Mittelmeer 3,5 Prozent).
Diese Konzentration ist eine für alle Lebewesen todbringende Brühe – nomen est omen. Dennoch konnte ein Ökosystem aus Mikroorganismen und Algen bis Mitte der 1970er Jahre existieren, dann hatte der Salzgehalt dermaßen zugenommen, dass auch diese hartgesottenen Organismen aufgaben, das ökologische Gleichgewicht des Sees kippte um; seither trifft der Name auch unter dem Mikroskop zu - es ist alles tot. (Bei Wikipedia ist zu lesen, dass immer noch Salpeter, Schwefel und Zellulose abbauende Bakterien lebensfähig sind sowie bestimmte Pflanzen mit großer Salztoleranz.)
Für den Menschen hat der Salz- genauer Mineralgehalt den Vorteil, dass der Körper nicht untergehen kann. Doch laugt das Wasser die Haut aus, daher muss man sich unbedingt nach einem Salzbad mit Süßwasser abduschen. Neben Salz sind Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Brom, Kalium und Schwefel im Wasser gelöst, von denen jedes heilende Kräfte für den Menschen aufweist. Bekannt ist die Heilwirkung für z.B. Rheumakranke oder bei bestimmten Hautkrankheiten wie Schuppenflechte. Die Luft ist außerdem stark mit Bromin angereichert, das zur Entspannung des Nervensystems verhilft. Auch der schwarze Uferschlamm tut der Gesundheit gut, indem man sich, durchaus vergnüglich, damit einreibt und ihn nach dem Antrocknen abduscht.
Die tiefe Lage und der damit verbundene 10 Prozent höhere Sauerstoffanteil sowie die Verdunstung des Wassers wirken als starke UV-Filter – man bekommt nicht so leicht einen Sonnenbrand, sollte sich aber dennoch gegen die immer noch vorhandene Strahlung schützen. In einer solchen Atmosphäre umgibt sich die Sonne beim Untergehen mit einer ungeahnten Farbenpracht. Daher planen Sie das Sonnenuntergangserlebnis in Ihren Besuch mit ein.
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Madaba
Der 730 m hoch gelegene Ort mit ca. 90 000 Einwohnern ist als die Mosaikstadt schlechthin bekannt, vor allem auch, weil hier die berühmte Palästina-Landkarte einen Kirchenboden ziert. Darüber hinaus bieten sich Ausflüge nach Mount Nebo (schöne Mosaike, schöne Aussicht) an oder nach Hammamat Ma’in (heiße Quellen); auch noch ein paar andere interessante Ziele liegen in der Nähe. Daher drängt sich die Stadt als Standort für mehrere Tage förmlich auf. Auch die Investoren erkannten die Zeichen der Zeit und ließen seit etwa 1995 diverse neue Hotels im Ort entstehen.
Als kleiner Tipp: Die letzte Nacht vor einem Abflug mit der allerersten Maschine kann man auch in Madaba verbringen, denn der Flughafen liegt nur 20-30 Minuten entfernt.
Überhaupt bietet sich Madaba als Standort für den an, der dem Lärm und der Hektik Ammans ein Schnippchen schlagen will. Das Leben hier ist billiger und gemütlicher, Minibusse pendeln ständig zwischen Madaba und der Hauptstadt, als Fahrzeit muss man 30 Minuten rechnen. Die Busse fahren sowohl zum Wahadat-Terminal als auch direkt nach Downtown.
Wenn auch beim Namen Madaba immer die vielen Mosaike im Vordergrund stehen, so besitzt die Stadt auch einen landesweit bekannten Ruf wegen ihrer Teppichweber, die ihre Kunst gern in offenen Werkstätten dem Publikum zeigen. Aber auch die nicht weit entfernt, in der Gegend von Mukawir, lebenden Beduinenfrauen vom Stamm der Bani Hamida (siehe auch Seite 235) haben großen Anteil an der Teppichwebkunst.
Und noch ein Tipp: Wenn Sie es einrichten können, besuchen Sie Madaba oder zumindest die St. Georgskirche möglichst nicht sonntags, weil dann das Mosaik wegen der langen Messen abgedeckt ist.
Hintergrund: Bereits das Alte Testament erwähnt öfters Madaba als Medeba. Von den Makkabäern über die Nabatäer bis hin zu Herodes lässt sich verfolgen, wie sich Madaba, nachdem es 106 nC in die römische Provinz Arabia eingegliedert worden war, schließlich zu einer römischen Verwaltungsstadt entwickelte. In christlich-byzantinischer Zeit, im 5. und 6. Jh, war der Ort ein blühendes Gemeinwesen mit Bischofssitz. Viele Kirchen mit ihren Mosaiken wurden in dieser Zeit gebaut. Trotz der persischen Invasion (611-614) konnte Madaba seine wirtschaftliche Bedeutung noch bis in die Frühzeit der islamischen Eroberungsfeldzüge erhalten.
Das Erdbeben von 747 trug stark zum Niedergang bei, unter den Osmanen wurde die Siedlung schließlich ganz aufgegeben. Als im 19. Jh Forschungsreisende über Madaba berichteten, soll die Stadt mit Kolonnaden, Tempeln und Stadtmauerresten einen ähnlichen Eindruck wie Gerasa gemacht haben. 1880 siedelten sich Christen aus Kerak wegen der dortigen Auseinandersetzungen mit den Muslimen in Madaba an, denen die historischen Ruinen willkommene Steinbrüche waren. Sie legten dabei aber auch die Kirchenmosaike aus byzantinischer Zeit frei und verschonten zufällig viele, indem sie sie entweder mit Häusern oder neuen Kirchen überbauten. Aus byzantinischer Zeit sind heute 15 Kirchen bzw. deren Reste bekannt. Die Spuren der älteren Vergangenheit wurden bis auf wenige, zufällige Ausnahmen überbaut oder verwischt.
Kennenlernen: Das berühmteste Mosaik ist die Palästina-Landkarte, die 1896 mit der St. Georgskirche (7-20, JD 1) überbaut wurde. Diese Kirche ist insofern gut zu finden, als Schilder in der Stadt auf Mosaic Map hinweisen. Die 6 x 15,5 m große Karte stellte ursprünglich das Gebiet von Unterägypten bis zum heutigen Libanon, zwischen Mittelmeer und etwa der Linie Amman – Petra in eher panoramaartiger Ansicht dar. Leider wurden große Teile infolge von Feuerbestattungen in der ursprünglichen Kirche, aber auch infolge des Neubaus der Georgskirche beschädigt.
Die Karte stammt aus dem 6. Jh, etwa 2,3 Mio Steinchen mussten zum Gesamtbild zusammengesetzt werden. Mitte der 1960er Jahre wurde das gesamte Mosaik von deutschen Restauratoren plattenweise abgehoben und auf neuem Bett verlegt. Ganze Partien hatten sich durch Misshandlungen aufgewölbt, z.B. von früheren Touristenführern, die die Steine mit Wasser besprengten, um sie schöner leuchten zu lassen.
Das Mosaik geht auf das sogenannte Onomastikon des Bischofs Eusebius aus Caesarea aus dem 4. Jh zurück, obwohl es selbst erst im 6. Jh entstand, wie “Aktualisierungen” zeigen. Es ist z.B. die Nea-Kirche in Jerusalem dargestellt, die erst im 6. Jh gebaut wurde. Wenn auch der Laie viele Details nicht zu interpretieren vermag, so sind im Zentrum die Altstadt von Jerusalem mit dem Cardo Maximus und der Stadtmauer gut zu erkennen, aber z.B. auch das Tote Meer und der Jordan. Achtung: Die Karte zeigt, wie die Kirche, nach Osten, d.h. Norden liegt links.
Wenn man die St. Georgskirche verlässt und links der etwas schmalen Straße namens Al Hussein Ibn Ally St folgt, stößt man – kurz nach einem Teppichweber – auf der rechten Seite auf einen Souvenir-Shop der National Society for the Preservation of the Heritage of Madaba. Hier werden u.a. recht gute Handicrafts aus lokaler Produktion, aber auch Bücher und Karten verkauft. Die Gewinne kommen der Erhaltung Madabas zugute.
Man sollte hinter diesen Shop gehen und den sogenannten Burnt Palace (Fr+Sa geschlossen) besuchen, der von hier aus zugänglich ist (unterhalb eines modernen Hauses). Bei dem verbrannten Palast handelt es sich um ein großzügig angelegtes ehemaliges Wohnhaus, das vermutlich bei dem verheerenden Erdbeben von 747 einstürzte und ausbrannte. Bisher sind noch nicht alle Teile freigelegt, aber die sichtbaren Bodenmosaike verschiedener Räume zeigen sehr unterschiedliche Motive und Muster – von rein geometrischer Gestaltung bis hin zum Kampf eines Löwen mit einem Bullen oder der römischen Stadtgöttin Tyche –, zeugen aber auch vom Wohlstand des ehemaligen Besitzers.
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Petra
Was den Besucher erwartet
Das Erlebnis Petra (griechisch Fels) besteht aus bizarrer Landschaftskulisse und einer Felsarchitektur, bei der, mit unglaublicher Fleißarbeit der nabatäischen Steinmetze, wunderschöne Fassaden geschaffen wurden. Die Innenräume dagegen weisen nur wenige Besonderheiten auf, meist sind sie nahezu leer. Aber auch das Stadtzentrum, hauptsächlich eine römische Schöpfung aus Steinarchitektur, ist sehr sehenswert.
Vor Ihnen liegt eine der Weltsensationen der Antike, jedenfalls die interessanteste und faszinierendste historische Stätte Jordaniens, die mit Recht in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und die der modernen Sieben Weltwunder aufgenommen wurde. Vor Ihnen liegt aber auch harte Besichtigungsarbeit, vor allem, weil Sie sich zu Fuß ans Werk machen müssen. Wer Petra in Muße oder detailliert kennenlernen will, sollte einige Tage dafür einplanen. Es gäbe etwa 1000 Gräber bzw. historische Stätten oder insgesamt ca. 3000 in den Fels gehauene Räume zu sehen; allerdings vermittelt ein Bruchteil davon bereits einen guten Eindruck. Unterwegs sollte man sich immer mal wieder eine Ruhepause gönnen, auch um die Fantasie spielen und Bilder vom einstigen Leben und Treiben in Petra an sich vorbeiziehen zu lassen.
Petra kann bei plötzlichem Regen gefährlich werden, sogar lebensgefährlich, wenn Wassermassen den Siq auffüllen. Sobald die Behörden im Winter mit Wassergefahr rechnen, bleibt der Zugang aus Sicherheitsgründen verschlossen. Bei Regen empfiehlt es sich daher, im Visitor Center anzurufen, Tel 03 215 6017, und nach dem Stand der Dinge zu fragen.
Vorbereitung
Zumindest für Wege außerhalb des touristisch frequentierten Bereichs (im Folgenden ab der Beschreibung unter B, siehe Seite 296) sollte man eventuell eine kleine Wegzehrung und Mineralwasser mitnehmen, denn es gibt nicht überall Getränke zu kaufen. Aber innerhalb des engeren Gebiets können Sie sich an Getränkeständen versorgen und in Restaurants stärken, die natürlich deutlich teurer sind als draußen. Denken Sie auch an bequeme, rutschfeste Schuhe mit Gummisohlen, ein Muss nach Regen, aber auch wegen der häufig steilen Pfade und Treppen bei Normalwetter zu empfehlen. Und Sonnenschutz für Kopf und Haut ist wichtig.
Will man Zeit und Kräfte optimal nutzen, muss der Besuch gut geplant und vorbereitet sein. Wer Petra etwas gründlicher kennenlernen will und größere Ausflüge im Sinn hat, sollte sich zuvor im Visitor Center eine der größeren Karten kaufen, um die Geografie im Detail zu studieren und auch Entfernungen besser abschätzen zu können.
Behinderte müssen mit erheblichen Schwierigkeiten in Petra rechnen. Zwar kommt man mit einer (ziemlich holprigen) Pferdekutsche gerade mal bis zum Ausgang des Siq, ist dann aber auf Esel- oder Kameltransport für den Weiterweg angewiesen; auf besonderen Antrag hin kann man auch weiter mit der Kutsche fahren. Wer diesem Transport nicht gewachsen ist, kann versuchen, eine Ausnahmegenehmigung für den Besuch per Auto zu bekommen. Entweder spricht man bereits mit dem Tourismusministerium in Amman oder mit den Beamten im Visitor Center.
Verkehrsmittel
Für ein Stück des langen Siq-Weges könnten Sie die eigenen Füße schonen. Bis zur Khazne Faraun und wieder zurück kann man einen Kutschwagen engagieren, was JD 20 für maximal drei Personen kostet. Man mietet das Gefährt gleich nach der Ticketkontrolle und verabredet dann eine Zeit für die Rückfahrt. Das hat den Nachteil, dass man während der Besichtigung stets auf die Uhr schauen muss, um den Kutscher wiederzutreffen.
Bis zum Damm am Beginn der Schlucht (Siq) sollen, wie schon erwähnt, für jeden Besucher kostenlose Pferderitte ermöglicht werden; ob das wirklich funktioniert, konnte bis Redaktionsschluss dieser Auflage nicht geklärt werden. Ab Herbst 2010 sollen dann Shuttlebusse, ebenfalls kostenfrei, für den Rückweg vom Restaurant aus durchs neue Beduinendorf zum Visitor Center „shutteln“.
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A) Standardbesichtigung
Wir gliederten die Beschreibung Petras in “Module”, eine Standardbesichtigung und verschiedene Ergänzungen. Schon dieser Basisrundgang kann die Kräfte und auch die Zeit eines Tages kosten, obwohl eilige Fremdenführer sehr viel schneller durch das Gelände hetzen. Unsere Zeitangaben sind eher großzügig kalkuliert. Wenn Sie schneller vorankommen, können Sie diese Relation auch auf die anderen „Module“ übertragen und mehr oder weniger in einen Tag packen.
****Der Siq
Der Ausflug ins antike Petra beginnt quasi hinter dem Visitor Center, am Ba es Siq (Tor zum Siq). Folgen Sie nach der Ticketkontrolle am Eingangstor dem breiten Weg, der vom meist trockenen Bach Musa und einer “Pferderennbahn” begleitet wird. Dieser Parallelweg für Pferde und Kutschwagen wurde erst Ende der 1990er Jahre angelegt und schützt die unbedarften Fußgänger vor den Pferdetreibern, die früher ziemlich rücksichtslos und wie wild durch die Fußgängergruppen rasten.
Nach wenigen hundert Metern stehen rechts drei Block- oder Turmgräber, aus dem Fels gehauene Würfel, in deren Dach vermutlich Tote bestattet wurden. Die Einheimischen nennen sie Djin Blocks, weil sie den Erzählungen nach von (bösen) Geistern geschaffen wurden. Gegenüber, auf der linken Wegseite, sind unten das sog. Barock-Triklinium und darüber das Obeliskengrab in den Fels gehauen. Im Triklinium (ein Raum mit Steinbänken an drei Seiten) wurde das Totenmahl eingenommen (wenn Sie später zum Hohen Opferplatz gehen, schauen Sie das dortige, bessere Triklinium in der Farasa-Schlucht an). Im Obeliskengrab mit seinen 7 m hohen obeliskartigen Türmen fanden fünf Tote Platz. Vor dem Eingang zum Grab – zu dem seitlich links eine Felsentreppe hinaufführt - befinden sich zwei Wasserbecken mit den Konturen einer Kochstelle für das Totenmahl.
Etwa 100 m nach dem Obeliskengrab sieht man, links des Bachbettes, einen schmalen Weg abzweigen, der nach Medras führt, eine etwa 15 Kletterminuten entfernte Kultstätte mit Altar, Votivnischen, Wasserbecken und -leitungen auf einem Hochplateau. Die selten besuchte Stätte vermittelt umso mehr die Ruhe der Felslandschaft.
Der Eingang zum Siq ist mit einem Damm gegen Überschwemmung gesichert, den bereits die Nabatäer als Schutz angelegt hatten. Er wurde 1964 erneuert, nachdem 23 Touristen im April 1963, nach einem Wolkenbruch, im urplötzlich anschwellenden Bach Musa innerhalb des Siq mitgerissen wurden und ertranken. Weitere Schutzmaßnahmen wurden Ende der 1990er Jahre gebaut. Der Bach wird hier nach Norden (rechts) in einen Tunnel geleitet, der bereits 50 nC von den Nabatäern angelegt worden war. Der Tunnel ist – außer bei bzw. nach Regenfällen – begehbar, es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen. Man kann auch durch den Tunnel weitergehen und dann dem sogenannten Kleinen Siq oder Wadi Muthim bis zum Wadi Metaha folgen (niemals bei Regengefahr, dann lebensgefährlich!) und dort links zur Königswand gehen (genaue Beschreibung unter E), siehe Seite ).
Die Felsen des (großen) Siq rücken nach dem Damm zu einer fast bedrohlich engen Schlucht zusammen, die nicht vom Wasser geschaffen wurde, sondern durch tektonische Verschiebungen entstand und später von gelegentlichen Hochwassern zusätzlich ausgewaschen wurde. Dies lässt sich auch vom Laien nachprüfen: Die Felsschichtungen der einen Seite setzen sich manchmal gegenüber fast deckungsgleich fort. Der 1216 m lange Siq ist an der engsten Stelle nur 2,19 m breit, an der weitesten 16 m, dabei haben teilweise die Nabatäer nachgeholfen. Seine Felswände ragen nahezu senkrecht bis zu 100 m gen Himmel. Den Eingang überspannte bis ins 19. Jh ein Bogen; einer der Ansätze am Fels sowie die beiden Seitennischen sind noch erkennbar.
Der Siq-Boden war ehedem gepflastert; diese Pflasterung ist stellenweise noch erhalten. Im Lauf der Jahrhunderte hatten Regenfälle Sand und Steine in die enge Schlucht gespült. Der Schutt wurde Ende der 1990er Jahre bis auf den Originalboden entfernt. Gleichzeitig befreite man die Wände von alten, dicken Staubschichten. Außerdem stinkt der Siq nicht mehr, seit durchrasende Pferde vor dem Eingang umkehren müssen; die Äpfel der Kutschpferde sammelt ein fleißiger Mann ständig ein.
Auf der linken Seite begleitet uns ein Wasserkanal, der später auf die rechte Seite wechselt und dort in stellenweise noch vorhandenen Tonröhren weitergeleitet wurde. Den heute offenen Kanal hatten die Nabatäer abgedeckt, um die Wasserverdunstung zu verringern. Über 30 Votivnischen sind in die Wände des Siq eingehauen; auf der linken Wand, in der letzten Biegung, wurde während der jüngsten Restaurierungsarbeiten ein Relief entdeckt, das vier Kamele und ihren Treiber zeigt.
Nach etwa 20 Minuten Fußweg durch die schattige Schlucht mit ihren fantastischen Felsformationen öffnet sich, von einer Sekunde auf die andere, der Felsspalt. Geblendet von der Lichtfülle und – nicht minder – von der Schönheit der gegenüberliegenden, beeindruckendsten Fassade Petras werden Sie einen Moment staunend innehalten: Sie stehen vor ****Khazne Faraun (auch Firaun), dem sogenannten Schatzhaus des Pharao, das meisterhaft, sowohl von der handwerklichen Seite als auch von seinen Proportionen her, in den roten Fels gearbeitet wurde. Den Namen erhielt es von Beduinen, die an einen pharaonischen Schatz glaubten und vergeblich versuchten, ihn zu heben.
Ein ziemlich großer Platz vor den Felsen gibt genug Raum und zwischen etwa 9 und 11 Uhr oder 17 und 18 Uhr auch Sonnenlicht, um das 43 m hohe und 25 m breite Schatzhaus in seinen Dimensionen erfassen zu können. Vielleicht finden Sie ein Eckchen auf den – viel zu wenigen – Bänken neben dem Siq-Ausgang, um den Eindruck auf sich wirken zu lassen.
Die Khazne Faraun besteht aus zwei Stockwerken. Die Front des unteren wird durch sechs Säulen mit blumenverzierten Kapitellen bestimmt, die ein ebenfalls verziertes Gesims mit einem niedrigen Giebel tragen. Die Front des oberen Stocks ist dreiteilig gegliedert. Der Blick wird – nicht zuletzt durch den geteilten Giebel auf den Seitenbauten - von dem weitgehend freistehenden mittleren Rundbau (Tholos) angezogen. Auf seinem Pavillondach thront eine riesige, von Gewehrkugeln angeschossene Steinurne, in der die Beduinen den Schatz des Pharao vermuteten. Mit dem Trick des sogenannten gesprengten Giebels gewinnt die Urne ihre optische Dimension. Zwischen den Säulen des Tholos steht eine verwitterte Statue, in der man die Göttin Tyche oder – je nach Gesamtinterpretation des Bauwerks – Isis vermutet. Die ebenfalls sehr sorgfältig gearbeiteten Innenräume sind leer.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit entstand die Khazne um die Zeitenwende. Nicht zuletzt, weil Stileinflüsse auf ägyptische und hellenistische Elemente weisen. Der gesprengte Giebel z.B. wie auch der Tholos sind durchaus typisch für die Architektur Alexandrias zu jener Zeit. Nachdem in den letzten Jahren Ausgrabungen jordanischer Archäologen vor dem Schatzhaus eine 13 m tiefe Treppe, Gräber und Opferplätze für Weihrauch freilegten, gehen jüngere Interpretationen davon aus, dass die Anlage wohl zunächst als Grab und später als Tempel benutzt wurde.
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Wadi Rum (Ram)
Aktivitäten
Die Hauptbeschäftigung besteht aus Trips in die Wüste, sei es zu Fuß, per Kamel oder Auto (wenn, möglichst 4WD). Bergsteigen bzw. Klettern in den Schluchten des Wadis wurde durch den britischen Kletterer Tony Howard eingeführt und bekannt gemacht. Für schwierigere Partien sollte man einen Führer anheuern.
Für viele Besucher, die noch nie in der Wüste nächtigten, kann es das größte Abenteuer sein, einfach einmal unter dem Sternenhimmel mit seinen Milliarden glimmenden Lichtern zu schlafen. Möglichkeiten dazu werden zahlreich angeboten - legen Sie Wert auf einen Platz weitab vom Dorf Rum mit seinem Streulicht und entfernt genug von lauten Camps, um die Lautlosigkeit der Wüste „hören“ zu können. Wer nicht allein losziehen will, sollte das relativ komfortable Angebot nutzen, in einem Bedu-Camp zu übernachten, siehe weiter unten.
Die vielen kleinen und großen Schönheiten der Wüste erlebt man am besten vom Kamelrücken aus; im wiegenden Schritttempo findet man genug Muße, auch die Details am Wegesrand zu entdecken. Wenn Sie etwas Zeit mitbringen, ziehen Sie einen Kameltrip dem Jeepausflug vor. Die Beduinen stellen in der Regel nur die Kamele, Verpflegung muss man selbst mitbringen bzw. in Rum kaufen.
Neben den üblichen Kameltrips werden auch Pferderitte angeboten, siehe weiter unten. Auch Drachenfliegen ist vom Jebel Rum oder anderen Hängen möglich.
Interessantes im Wadi Rum
Das Wadi Rum überrascht den Besucher mit einer ganzen Reihe von Sehenswürdigkeiten. Die bekanntesten sind im Folgenden kurz skizziert.
Graffiti
Die Felsen des Wadi Rum dienten vielen Durchreisenden als “Schwarze Bretter”, an denen sie Mitteilungen hinterließen oder Bilder ihrer Tiere. Besonders fleißig waren thamudische Beduinen, die, erstmals im 8. Jh vC in der Gegend von Mekka erwähnt, in der Nabatäerzeit auch hier lebten und offenbar in guter Nachbarschaft mit den inzwischen sesshaften Nabatäern. Viele Graffiti geben den Historikern Hinweise auf Lebensweise und Religion der Urheber. Manche geben schlicht den Namen des Schreibers auf dem Fels bekannt, andere sind nach unserem heutigen Empfinden einfach grafisch schön. Neben thamudischen Felszeichnungen (eigentlich Felsritzungen) findet man auch nabatäische und (selten) minäische aus der früharabischen Zeit.
Säulen der Weisheit
T.E. Lawrence taufte die Bergformation am Eingang des Wadis “The seven pillars of wisdom”. Sie liegen “gleich um die Ecke” des Visitor Center, d.h. südöstlich am ersten Bergmassiv. Mit einem brauchbaren Teleobjektiv sind sie bereits von hier gut zu fotografieren.
Nabatäer Tempel
Am Fuß des Jebel Rum (ein paar hundert Meter hinter dem Resthouse) bauten einst die Nabatäer einen Tempel, dessen Relikte noch zu sehen sind. Er entstand im 1. Jh nC und wurde im Laufe der Zeit in drei Bauabschnitten umgebaut und erweitert, im letzten mit einer Umfassungsmauer versehen. Das vermutlich der Göttin Allat geweihte Bauwerk wurde später noch von den Römern benutzt. Nordöstlich vor dem Tempel konnte ein vornehmes nabatäisches Wohnhaus ausgegraben werden, das sogar ein Bad enthielt. Dieses ist mit prinzipiellen Einrichtungen ausgestattet, wie man sie später bei den Römern bzw. in Wüstenschlössern findet, es ist jedoch die älteste in Jordanien bekannte Badeanlage.
Ain Shelaleh (auch Lawrence Spring)
Die ergiebigste Quelle des Wadis entspringt am Jebel Rum, ca. 1 km bergauf; ein paar Bäume lassen den Platz vom Resthouse aus erkennen. Die Quelle ist heute so ummauert, dass man nicht mehr, wie Lawrence, dort schwimmen kann. In der Umgebung sind viele Felszeichnungen und Inschriften zu sehen, auch Reste einer nabatäischen Wasserleitung, die einst zum Tempel hinunterführte. Jetzt verläuft eine Rohrleitung zu einem Tank am Fuß des Jebel; dort versorgen die Beduinen sich selbst und ihr Vieh mit dem wertvollen Nass.
Tempel und Quelle lassen sich bei einem etwa anderthalbstündigen Spaziergang erschließen (falls noch erlaubt): vom Resthouse direkt Richtung Jebel Rum zum Nabatäertempel gehen, dann in südlicher Richtung zum weißen Wassertank; von dem aus windet sich ein Pfad den Berg hinauf zur Quelle.
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Aqaba
Aqaba kennenlernen
Zentraler Bereich
Im Souk – der keineswegs eng und verwinkelt ist wie eine typische arabische Medina – kann man von Souvenirs bis zu alltäglichen Lebensmitteln einkaufen. Das relativ kleine Gebiet wird oberhalb, östlich, von der Zahran St und unterhalb von der Raghadan St begrenzt. Nördlich ist es die Yarmuk St und südlich Al Razi St. In diesem relativ kleinen Gebiet pocht das Herz der Altstadt, sofern man den Begriff in der jungen Stadt überhaupt gebrauchen will. Hier finden Sie fast alles für das tägliche Leben und das meiste für das Gepäck in die Heimat. Am besten beginnen Sie mit einem Bummel entlang der Zahran St mit ihren vielen Shops. Immer wieder führen enge Gassen zur Raghadan St. Besondere Höhepunkte konnten wir nicht registrieren, lassen Sie sich einfach treiben. Für eine Pause bieten sich jede Menge Restaurants an.
Vielleicht wollen Sie sich auf Jordanien noch einmal besonders einstimmen. Am Ayla Circle der Al Malek al Hussein St, zwischen Souk und Strand, wurde auf der Seeseite das Erlebniscenter Gateway, Tel 202 2200, errichtet, dessen Außenfront (leider) sehr schreiend vor allem von McDonalds beherrscht wird, obwohl sich dahinter sehr viel mehr verbirgt. Höhepunkt ist „The Jordan Experience“, ein Multifunktionskino (JD 8), das ab 12 Uhr (nur bei mindetsens 4 Gästen) jede volle Stunde bis 19 Uhr Jordanien zunächst mit einem Gang durch den „nachgebauten“ Siq von Petra zu erschließen beginnt und die Rolle der Nabatäer erläutert, dann zu weiteren geschichtlich bedeutenden Ereignissen kommt. Richtig spektakulär wird es beim Flug über die interessantesten Sehenswürdigkeiten, wenn sich die Sitze entsprechend der Flugsituation mit bewegen…
Historisches Aqaba
Die reale Geschichte Aqabas finden Sie z.B. nur ein paar Schritte westlich entfernt vom Gateway bei den Grundmauern von *Ailah. Gegenüber dem Hotel Aqaba Gulf wurden 1987 Teile der antiken Stadt gefunden und seither ausgegraben, vor allem Stadtmauerreste, Fundamente von Häusern und einer Moschee. Eine Inschrift besagt, dass Ailah unter dem ägyptischen Sultan El Guri im 16. Jh erbaut wurde.
Dem Besucher sagt all das nicht sehr viel. Den besten Eindruck gewinnen die Gäste mit Straßenseiten-Zimmern des Aqaba Gulf Hotels, die von ihrem Fenster aus einen Teil der Grundmauern betrachten können. Ailah war von einer 2,5 m dicken Stadtmauer umgeben, die vier Ecktürme und zusätzliche Zwischentürme besaß. An der heutigen Corniche lagen das Syrische Tor und dahinter die Moschee der Stadt. Das Ägyptische Tor – gegenüber dem Mövenpick-Hotel – hat im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Veränderungen durchlaufen, dabei wurde es immer schmaler. In der letzten Phase hat man es ganz geschlossen, nur eine Abwasserleitung führte noch hinaus. Das Hijaz-Tor liegt im heutigen Royal Yacht Club, ein See-Tor führte zum Strand. Im Zentrum der alten Stadt, dort, wo sich die vier von den Toren kommenden Straßen kreuzten, stand ein sogenanntes Pavillon-Gebäude, das großzügig ausgestattet war, ein Bad enthielt und daher wohl öffentliche Funktionen wahrnahm. Eine Besichtigung von Ailah ist durchaus lohnenswert, zumal alle wichtigen Plätze mit (noch gut lesbaren) Tafeln erklärt sind.
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Von der Festung bis zur Saudi-Grenze
auf der South Costal Road
Die folgenden km-Angaben sind GPS basiert, sie decken sich nicht mit Angaben auf Prospekten etc., die sich vielleicht auf den alten, kürzeren Straßenverlauf beziehen.
Folgt man der Corniche vom Abzweig zum Museum (hier starten auch die Minibusse Richtung Saudi-Grenze und zum Passenger-Terminal im Hafen) nach Süden, erreicht man bei km 1 den (ersten ausgeschilderten) Passenger-Terminal des Hafens, der allerdings nur einen Duty Free Shop zum Einkauf bietet. Weiter nach Süden folgen diverse Hafenanlagen, bei km 9 trifft die Straße – die dem Hafengebiet ausweicht - wieder auf die Küste. Am Abzweig weist ein Schild nach rechts zum Container Port, Marine Science Station, Ferry Station, Royal Scientific Station. Hier starten das sog. Speedboat und das normale Schiff nach Nuveiba/Ägypten (siehe Seite 341).
Wenn Sie Elat mit seinem Superaquarium nicht besuchen, dann ist das Aquarium der *Marine Science Station (8-17; JD 3) einen Blick wert, das ein kurzes Stück nördlich des o. g. Abzweigs liegt. Es handelt sich um eine Forschungsstation der Universitäten von Amman und Irbid. Es gibt durchaus sehenswerte Seewasserbecken mit Fischen aus dem Roten Meer zu besichtigen; Fotografieren ist erlaubt. Trotz der eigentlich kleinen Anlage gewinnt man einen guten Überblick über die Vielfalt des Unterwasserlebens im Roten Meer.
Da tummeln sich die wunderschönen, in allen erdenklichen Farben schimmernden Fische zwischen nicht weniger schönen Korallen. Dann hocken fast reglos einige Steinfische in einem eigenen Becken. Sie gelten nicht nur als die giftigsten Fische der Umgebung, sondern sie zählen zu den denkbar hässlichsten Geschöpfen dieser Welt. Wie ihr Name sagt, gleichen sie perfekt den Steinen ihres natürlichen Umfelds. Schauen Sie diese Kreaturen genau an. Wenn sie Ihnen beim Waten z.B. über die Riffplatte zu nahe kommen, kann dies fatale bis tödliche Folgen haben (im Fall eines Giftstichs: Wunde sofort mit ganz heißem Wasser auswaschen, das tötet die Giftzellen ab, und sofort zum Arzt).
Ab km 10,5 beginnt rechts Badestrand, der offiziell als Familienstrand ausgewiesen wird. Rechts liegt das derzeit geschlossene AQUAMARINA V Hotel und der Seastar Watersport Club mit Tauchzentrum, Liegeflächen am Strand und Restaurant. Hier kann man sich Schnorchel und Zubehör ausleihen oder auch tauchen.
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Baden, Schnorcheln, Tauchen und andere Aktivitäten
Der Strand im direkten Stadtbereich von Aqaba ist entweder in staatlichen, privaten oder Hotel-Händen. Nur der Strandabschnitt zwischen dem Royal Yacht Club und dem Flaggenmast – El Hafayer Beach – ist öffentlich zugänglich. Freitags trifft sich halb Amman und halb Aquaba dort, das Baden macht dann noch weniger Spaß als an anderen Tagen. Westliche Frauen sollten an diesem Strand – wenn überhaupt - auf keinen Fall im Bikini auftauchen, schon im Badeanzug fallen sie exotisch genug auf, gegenüber den in allen Kleidern badenden Jordanierinnen. Hinzu kommt, dass erst südlich des Hafens Korallenstrände beginnen, im Stadtbereich hat man es stets mit relativ flach abfallendem Sandstrand zu tun, der noch dazu ziemlich verschmutzt ist. „Tolles Erlebnis am Public Strand. Wirklich nicht zum Baden für Touris geeignet, aber interessant zu beobachten, wie die Einheimischen in Kleidung in‘s Wasser gehen“, schreibt ein Leser.
Die (wenigen) Hotelstrände werden gepflegt und sind meist nur den Hausgästen zugänglich. Allerdings bietet derzeit das Strandhotel Aquamarina Beach Fremden verbilligten Zugang, das winzige Strandstück kostet JD 5 Eintritt. Das Interkonti Hotel verlangt für seinen gepflegten Strand JD 50 Tagesgebühr für Nichthotelgäste, wobei JD 25 an der Bar verbraucht werden können. Der Mövenpick-Strand kostet JD 40 Gebühr (5 JD Voucher für Drinks), man hat zusätzlich zum Sandstrand die Wahl unter vier Pools.
Die weitaus bessere Alternative liegt leider ein ganzes Stück außerhalb, südlich der Hafenanlagen, an der Straße nach Saudi-Arabien. Der Aqaba Marine Park wurde vorbildlich mit Toiletten, Duschen und Sonnenschutz ausgebaut, Details siehe Seite 333. Dort findet man an diversen Stellen Holzstege, um das Begehen des Riffs zu vermeiden und es, vor allem, dadurch zu schonen. Auch hier scheinen Frauen im Bikini immer noch als Sensation zu gelten, die Mann anstarren muss. Auch Männer in knappen Badeshorts bleiben nicht unbeobachtet. Nehmen Sie unbedingt Badeschuhe mit, um sich wenigstens etwas gegen Seeigel zu schützen. Wer keinen Schnorchel mitgebracht hat, kann ihn sich z.B. in einem der Bedouin Villages (siehe Seite 345) ausleihen.
Komfortabler geht es kurz zuvor und fast am Ende der Straße zu: Je einen großen Pool mit Liegeflächen, einem Restaurant und einem Tauchzentrum bieten bei km 10 (aus der Stadt kommend) das Hotel Aquamarina V (vorübergehend wegen Renovierung geschlossen) und der gleich nebenan liegende Seastar Watersport Club, Schnorchel-Equipment kann geliehen werden. Ganz im Süden, beim Royal Diving Club, finden Sie noch etwas mehr Komfort und (ummauerte) Exklusivität, siehe Seite 334. Am jordanischen Wochenende (Freitag/Samstag) sind die Strände von Einheimischen überlaufen.
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Inhaltsverzeichnis des Reiseführers
Zu diesem Buch 5
1 Alles über Reisen in Jordanien 15
Verstehen und Verständnis 15
Was man alles unternehmen kann 16
Reisevorbereitung 17
Literatur 17
Jordaniens Highlights 17
Internetlinks 18
Karten und Pläne 20
Verständigung 21
Touristische Informationen 21
Botschaften 21
Papierkram (Pass, Visum etc.) 21
Visabestimmungen 21
Impfungen 22
Autopapiere 22
Reiseziele und -routen 23
Die Top-Ten-Ziele 23
Der „Rest“ 25
Biblische Orte besuchen 25
Gesund werden – Kuren in Jordanien 26
14-Tage-Rundreise für Eilige 27
Teilorganisierte Reisen 27
Klima und Reisezeit 28
Klima 28
Reisezeit 28
Zeitverschiebung 29
Ausrüstung 29
Kleidung 29
Sonstige Ausrüstung 30
Ausrüstung für Wohnmobile 31
Ausrüstung für Radfahrer 31
Fotografieren 31
Reisen mit Kindern, Behinderten, Tieren 33
Mit Kindern unterwegs 33
Behinderte 33
Tiere 34
Wie kommt man nach Jordanien,
wie weiter 34
Anreise per Flugzeug 34
Anreise per Bus, Bahn 34
Anreise per Auto 35
Weiterreise nach Ägypten 35
Weiterreise nach Syrien 36
Ein- oder Ausreise Israel 36
2 In Jordanien zurechtkommen 37
Ankunft/Abreise per Flugzeug 37
Ankunft per Flugzeug 37
Vom Airport nach Amman 37
Abflug 38
Ein- und Ausreise mit anderen
Verkehrsmitteln 39
Einreise im Bus/Service-Taxi 39
Ein- und Ausreise mit privatem Auto 39
Ein- und Ausreise von/nach Israel 39
Fähre nach Ägypten 41
Sich in Jordanien informieren 41
Sich richtig verhalten 42
Begrüßung 42
Adäquat gekleidet sein 42
Einladungen 43
Aufgeschlossen sein 43
Religiöses Verhalten respektieren 43
Schuhe ausziehen 43
Fastenzeit Ramadan tolerieren 43
Kein Alkohol in der Öffentlichkeit 43
Keine Drogen 44
Trennung der Geschlechter 44
Taktvoll fotografieren und filmen 44
Fußsohlen nicht zeigen 44
Gastgeschenke 44
Sich nicht übers Ohr hauen lassen 44
Homosexuelle, Lesbierinnen 44
Unterwegs in Jordanien 45
Öffentliche Verkehrsmittel 46
Unterwegs mit Chauffeur 47
Ein paar grundsätzliche Ratschläge 47
Hitchhiking 48
Mietwagen 48
Autofahren in Jordanien 49
Mit dem Fahrrad unterwegs 51
Übernachten 52
Rabatte 52
Abkürzungen bei Hotelinformationen 53
Camping 54
Essen & Trinken 55
Bei einer arabischen Familie zu Gast 56
Wie man gesund bleibt 58
Sport/Aktivurlaub 59
Sicherheit, Notruf, Hilfe 61
Sicherheit 61
Email- und Internetsicherheit unterwegs 63
Tipps für Pechvögel 63
Post, Telefon 64
Telefon-Vorwahlen, Notruf 64
Medizinische Hilfe 64
Elektrischer Strom 65
Geld, Währung, Preise 65
Geld 65
Preise 66
Einige Preisbeispiele 66
Shopping, Öffnungszeiten 68
Shopping 68
Öffnungszeiten 68
Rundfunk, Fernsehen 69
Nachrichten 69
3 Land und Leute 71
Im Eilgang durch die Geschichte 71
Die Geschichte Jordaniens – Langfassung 73
Von der Steinzeit bis zur Eisenzeit 74
Einige der ältesten Siedlungen der Welt 75
Die Perser und Griechen 76
Weihrauch 78
Die Nabatäer 78
Die Römer und Byzantiner 79
Die Muslime 80
Die Kreuzfahrer 81
Kreuzzüge 81
Mamluken und Osmanen 82
Die Engländer 82
Unabhängiges Königreich 83
Die Hashemiten 84
Abdullah II 87
Jordanien heute 88
Der Staat 88
Militär 89
Religionszugehörigkeit 89
Bildung 89
Die Menschen 90
Die Palästinenser 91
Die Beduinen 92
Frau und Ehe 93
Wirtschaft 95
Natur 97
Die Landschaft Jordaniens 97
Der Jordan 98
Flora und Fauna 99
Nature Reserves 100
Die Umwelt 101
Der Islam, die staatstragende Religion 101
Die Araber – einst den Europäern weit voraus 103
Christen in Jordanien 106
Kunst und Kultur 107
4 Amman und Umgebung 109
Amman 109
Klarstellungen 109
Amman – seit 10 Jahrtausenden
nachweisbar 110
Sehenswertes 111
Topografie der Stadt 113
Amman kennenlernen 113
****Die Zitadelle (auch Castle) 113
Die acht Circles 114
****Das ehemalige Römische Zentrum 118
***Downtown 121
**Jebel Amman 124
Abdali, Jebel Weibdeh 125
Shmeisani 126
Der Norden 126
Der Westen 128
Der Süden 130
*Kan Zaman Village 132
*Höhle der Siebenschläfer 134
***Wadi es Sir, Qasr el Abd,
Iraq el Amir 135
*Fuheis 138
**Salt und Zai Nationalpark 138
5 In Amman zurechtkommen –
Praktische Informationen 141
Touristische Informationen 141
Verkehrsverbindungen 141
Öffentliche Verkehrsmittel 141
Innerstädtische Busverbindungen 141
Service-Taxis 141
Bus-Bahnhöfe für außerstädtische Ziele 143
Außerstädtische
Komfort-Busverbindungen 144
Eisenbahn 144
Flugverbindungen 144
Sich im Straßennetz von Amman
zurechtfinden 145
In die Stadt hineinfahren 146
Aus dem Stadtzentrum heraus 146
Nützliche Adressen 148
Notfall; öffentliche Institutionen 148
Botschaften 149
Aufenthaltsgenehmigung verlängern 149
Medizinische Hilfe 150
Krankenhäuser 150
24-Stunden-Apotheke 150
Institute und Institutionen 150
Banken 151
Geldwechsel, Geldautomaten 151
Airlines 152
Reisebüros, Reiseführer 152
Ausflüge, Trips per Taxi oder Minibus 153
Internet-Cafés 153
Mietwagen 154
Shopping, Souvenirs 154
Buchhandlungen 157
Veranstaltungen, Nightlife, Sport 157
Kulturelle Veranstaltungen 157
Kino 158
Vergnügungsparks 158
Nightlife 158
Sport 159
Essen & Trinken 159
Downtown 159
Jebel Amman 160
Etwas weiter entfernt 161
Übernachten 161
Downtown 162
Marka 163
Jebel Amman 164
Abdali und Jebel Weibdeh 164
Geschäftsviertel Shmeisani 165
University of Jordan 166
Sweifiyeh Umgebung 166
6 Der Norden 167
Sehenswertes 167
Jerash – Ajlun – Irbid – Umm el Jimal 167
Dekapolis 168
****Jerash 168
Jordan Festival 176
Praktische Informationen 177
Übernachten 178
Anjara 178
**Ajlun 179
Praktische Informationen 180
Abstecher nach Mar Elias 180
Ajlun Forest Reserve 181
***Irbid 182
Praktische Informationen 184
Übernachten 185
Mafraq 186
**Umm el Jimal 186
Umm es Surab 188
Durchs Jordantal über Pella nach Norden 189
Sehenswertes 189
Das Jordantal 190
As Shouna South 191
*Deir Allah 191
*Tell el Ammta 192
**Pella 192
Praktische Informationen 194
Übernachten 194
Tagesausflug von Pella aus 195
*El Hamma (auch El Himmeh) 196
Übernachten 196
***Umm Qays (Gadara) 196
Neuere Entdeckungen und Grabungen
im Norden Jordaniens 200
Praktische Informationen 201
Übernachten 201
*Abila (auch Quelba) 202
Die Wüstenschlösser 204
Praktische Informationen 205
Sehenswertes 205
Die Omayaden 206
Hammam es Sarah 207
*Qasr el Hallabat 208
***Oase Azraq 209
Praktische Informationen 211
Übernachten 212
Azraq als Basis für Tagestrips 212
****Qasr el Amra 212
**Qasr el Kharanah 214
Muwaqqa 216
**Qasr el Mushatta 216
Ausflüge von Azraq aus 218
Ausflug nach Süden 218
*Qasr el Tuba 218
Abstecher nach Norden 218
Jawa 219
Die Wüste Badia 219
Qasr Burqu 220
7 Wege nach Süden 221
Auf der King’s Road von Amman
nach Petra 221
King’s Road 221
Sehenswertes 222
*Hisban 222
****Madaba 223
Praktische Informationen 228
Übernachten 229
Abstecher zum ***Mount Nebo und
nach Khirbet el Mekhayat 230
Abstecher nach *Hammamat Ma’in 232
Drei Rundreisen von Madaba aus 233
Praktische Informationen 234
Übernachten 234
Libb 234
Abstecher nach Mukawir und
zur **Festung Machärus 234
Die Mescha- oder Moab-Stele 235
Wadi Wala 236
Dhiban 236
Abstecher nach *** Umm er Rasas,
Khirbet Arair und Lahun 237
***Umm er Rasas 237
***Wadi Mujib 238
Mujib Nature Reserve 240
Qasr 240
Rabba 241
***Kerak (auch Al Karak) 242
Praktische Informationen 245
Übernachten 245
Abstecher zum Toten Meer 246
Mutah (Mautah) 246
El Mazar 246
Abstecher nach *Dhat Rass 247
Talsohle des Wadi Hasa 247
Abstecher nach
Hammamat Borbatah und Afra 248
*Khirbet ed Dharih 248
Tafila 249
Abstecher nach **Es Sela 249
Abstecher zum Rummana Camp 250
Jebel Atata 251
Abstecher nach ***Dana 251
Dana Biosphere Reserve 252
Praktische Informationen 253
Trekking 253
Übernachten 254
**Shaubak (Shobeq) 255
Übernachten 257
Amman – Totes Meer – Aqaba 257
Sehenswertes 258
Busse zum Toten Meer 258
Abstecher zum Taufplatz ***Bethania 259
****Das Tote Meer 260
Praktische Informationen 263
Übernachten am Toten Meer 264
Amman Tourism Beach 264
Ain Zarqa 265
Ungeahnte Gefahr im hochkonzentrierten Salzwasser 265
***Mujib Nature Reserve 266
Trekks im Wadi Mujib 266
Praktische Informationen 267
Übernachtung 267
Halbinsel Lisan 268
***Wadi Nimrim (Numeira) 268
*Lot’s Höhle (Deir Ain Abata) 268
*Wadi Araba 270
Safi 270
***Abstecher zum Wadi Feynan 271
***Wadi Feynan 271
Übernachten 273
Amman – Aqaba
auf dem Desert Highway 274
Sehenswertes 274
*Qasr Bushir 275
Lejjun (auch Lajun) 276
Ma’an 276
Praktische Informationen 277
Azraq – Ma’an: ein dritter, seltener Weg
in den Süden 277
8 Die Nabatäerstadt Petra 279
Gut zu wissen 279
Sehenswertes 280
Die Nabatäer – ein erstaunliches Volk 280
Nabatäische Könige 282
Die Gewürzstraße von Petra nach Gaza 283
Petra kennenlernen 284
Eintrittspreise 284
Was den Besucher erwartet 286
Vorbereitung 286
Verkehrsmittel 286
A) Standardbesichtigung 287
****Der Siq 287
Felsmalerei 287
Von Khazne Faraun bis Qasr el Bint 291
Götter und Idole 292
Vom Museum zur Königswand 294
B) ***Großer Opferplatz und östliche Farasa-Schlucht 296
C) *El Habis und Wadi Syagh 298
D) ****Ed Deir 299
E) Durchs Wadi Muthim
zur Königswand 301
F) Entferntere Abstecher: El Hupta,
Umm el Biyara, *Jebel Haroun 301
G) Außerhalb Petras:
El Wueira, *El Barid und El Beidha 302
Straße ins Wadi Araba 303
Was Petra noch bietet 304
**Petra bei Nacht 304
Praktische Informationen 305
Busverbindungen 306
Nützliche Adressen 306
Reiseagenturen 307
Essen & Trinken 307
Übernachten 308
9 Der “tiefe Süden” 313
Petra – Wadi Rum 313
Sehenswertes 314
Humaimah 314
Quweira 315
Diseh (auch Deiseh oder Disi) 315
Wadi Rum Visitor Center 315
Jordaniens Kamele sind Dromedare 318
Aktivitäten 319
Interessantes im Wadi Rum 320
Tourist Code 322
Rum (Ram) Village 322
Praktische Informationen 323
Busverbindungen 323
Organisierte Trips, lokale Veranstalter 324
Übernachten 325
Aqaba 327
Sehenswertes 327
Aqaba kennenlernen 328
Das Rote Meer und seine Korallen 334
Baden, Schnorcheln, Tauchen
und andere Aktivitäten 335
Was man sonst noch
unternehmen kann 337
Ausflüge 338
Praktische Informationen 339
Verkehrsverbindungen 339
Wichtige Adressen 340
Jordanisch-israelischer Grenzübergang 340
Von Jordanien nach Ägypten 341
Essen & Trinken 342
Übernachten 342
10 Anhang 347
Glossar 347
Mini-Sprachführer 348
Index 351
Schreiben Sie uns bitte 361
Lesen lassen 362
Atlas 364
Verzeichnis der Karten und Pläne
Amman vorderer Umschlag innen
Jordanien hinterer Umschlag innen
Übersichtskarte Jordanien 7
Jahrestemperaturverlauf 28
Historischer Überblick 71
Routen des Ersten Kreuzzugs 81
Amman 115
Historisches Amman 119
Amman Downtown 121
Jebel Amman 122
Amman, Jebel Weibdeh 124
Amman, Sweifiyeh 128
Amman, King Hussein Park 129
Amman, Umgebung 133
Salt 139
Amman, Straßennetz 145
Amman, Wild Jordan Lageplan 155
Route Nordwesten 167
Gerasa, Geländequerschnitt 169
Ajlun, Burg 179
Irbid 183
Umm el Jimal 186
Route Jordantal, Umm Qays, Abila 189
Pella 193
Umm Qays/Gadara 197
Abila 202
Route Wüstenschlösser 205
Azraq 208
Qasr el Amra 212
Qasr el Kharanah 215
Qasr el Mushatta 216
Route King‘s Road 221
Madaba 224
Madaba Zentrum 226
Machärus Palast 235
Kerak, Festung 242
Kerak 244
Dana Biosphere Reserve 251
Shaubak 256
Route Amman - Totes Meer - Aqaba 257
Bethania 263
Route Amman - Aqaba auf dem
Desert Highway 274
Qasr Bushir 275
Nabatäische Handelsstraßen 283
Petra 285
Wadi Musa Hotels 310
Route Petra - Aqaba 313
Wadi Rum 316
Aqaba 329
Aqaba Süd 333
Atlas
Kartenschnitte, Übersicht 364
Karte I, Osten, Umgebung Azraq 365
Karte II, Nordwesten, Jerash, Irbid 366
Karte III, Norden, Mafraq 367
Karte IV, Westen, Totes Meer, Madaba 368
Karte V, Mitte, Alia Airport,
Desert Highway 369
Karte VI, Süden, Tafila, Feynan, Petra 370
Karte VII, Süden Mitte, Desert Highway, Ma‘an 371
Karte VIII, „Tiefer Süden“, Wadi Rum,
Aqaba 372
