Auszüge aus

Ägypten - Das Niltal von Kairo bis Abu Simbel

3. Auflage 2009

 

Im Folgenden können Sie in Leseproben aus dem Originaltext schmökern. Doch bitte bedenken Sie: Was auf dieser Internet-Seite uniform aussieht, ist im echten Buch viel lebendiger gestaltet und zum Lesen - auch Diagonallesen - viel besser geeignet als die relativ langen Zeilen dieser Seite. Aber wir wollen ja nur einen Eindruck von unterschiedlichsten Informationen vermitteln, die Sie im Reiseführer vorfinden werden. Und falls Sie genau wissen wollen, welche Themen behandelt werden, dann können Sie auch einen Blick auf das Original-Inhaltsverzeichnis werfen (am Ende dieser Schmökerecke).

Wenn Sie auch am optischen Eindruck interessiert sind, können Sie sich die 150 kB große PDF-Datei Leseprobe ansehen.

Inhalt dieser Seite:

Kreuzfahrten auf dem Nil und dem Nassersee

Kairo

Kairo / Umgebung

In Kairo zurechtkommen – Praktische Informationen

Minia

Tell el Amarna

Luxor kennen lernen

El Kab

Assuan

Nasser-Stausee

Inhaltsverzeichnis (des gesamten Buches)

 

Auszug aus Kapitel 1

Reiseziele

Ägypten bietet eine schier unübersichtliche Fülle von Reisezielen. Dieser Führer beschreibt Kairo und das Niltal bis Abu Simbel. In den Kapiteln der einzelnen Provinzen haben wir zur leichteren Auswahl ein Ranking mit 1-4 Sternen vorgenommen. Im Folgenden unsere ganz persönlichen Highlights für das gesamte Land – zunächst der Reise-Klassiker und anschließend themenbezogene Empfehlungen.


Der Reise-Klassiker

Kairo mit den weltberühmten Pyramiden von Giza und Saqqara, Ägyptischem Museum, Zitadelle und dem Khan el-Khalili-Bazar (Zeitbedarf 3-7 Tage, S. 99)
Luxor, das antike Theben, mit Karnak-Tempel, Memnon-Kolossen, Tempel der Hatschepsut und dem berühmten Tal der Könige (2-5 Tage, S. 348)
Assuan mit landschaftlich reizvollen Nilinseln, dem Unvollendeten Obelisken, Tempel­insel Philae, Assuan-Staudamm und Ausflug zu den Tempeln von Abu Simbel (2-3 Tage, S. 427)
Nilkreuzfahrten, klassisch zwischen Luxor und Assuan mit Stopps an den Tempeln in Esna, Edfu und Kom Ombo; die große Nilkreuzfahrt zwischen Kairo und Assuan besucht auch Sehenswürdigkeiten in Kairo, el-Minia, Sohag und Qena (S. 55). Alle Orte kann man leicht auch individuell besuchen.


Ägypten für Pharaonenfans

Ägyptisches Museum, Schatzkammer alt­ägyptischer Kunst mit der goldenen Totenmaske des Tutanchamun (Kairo S.  101)
Pyramiden von Giza, Saqqara und Dahschur, UNESCO-Weltkulturerbe und Weltwunder der Antike (Kairo S. 169)
Beni Hassan, Gräber der Gaufürsten aus dem Mittleren Reich mit einzigartigen Darstellungen (el-Minia, S.  242) 
Tiernekropole von Tuna el-Gebel, mit Abertausenden Tiermumien in unterirdischen Galerien (el-Minia, S.  253)
Tell el-Amarna, Stadtgründung des „Ketzerkönigs“ Echnaton (el-Minia, S.  244)
Abydos, Hauptkultzentrum des Gottes Osiris mit hochinteressanten Tempeln (Sohag, S.  287)
Tempel von Dendera, mit farbenfroher, astronomischer Decke und Tierkreis (Qena, S.  300)
Luxor, UNESCO-Weltkulturerbe mit den Tempeln in Luxor und Theben-West sowie weltbekannten Nekropolen wie z.B. das Tal der Könige (Luxor, S. 348)
Tempel von Edfu, der besterhaltene des Alten Ägypten (Edfu, S.  398)
Tempel von Philae und Abu Simbel, vor den Fluten des Stausees gerettete Meisterwerke der ägyptischen Baukunst (Assuan, S.  444)


Impressionen aus 1001 Nacht

Islamische Altstadt von Kairo (UNESCO-Weltkulturerbe), in ihren Palästen, Bazaren, Moscheen und auch Totenstädten wurden märchenhafte Pracht sowie bittere Armut gelebt (S.  99)
Saladins Zitadelle Wahrzeichen Kairos – mit der Alabastermoschee (Kairo S.  134)
El-Farghal-Moschee in Abu Tig, mit ihren berühmten Zwillingsminaretten (Assiut
S. 272)
El-Sini-Moschee in Girga, mit ungewöhnlichen Porzellankacheln (Sohag S. 296)
Palast des Prinzen Yussef Kamal in Nag‘ Hammadi, Zeuge einer längst vergangenen Zeit (Qena S. 304)
El-Qenawi-Moschee in Qena, alljährlich Ort des größten Mulids (Volksfest)in Oberägypten (Qena S.  298)
El-Amri-Moschee in Qus, die zurück bis in die Fatimidenzeit datiert (Qena S.  306)
Abu el-Haggag-Moschee im Luxor-Tempel, die in einzigartiger Weise das altägyptische Erbe mit dem muslimischen kombiniert (Luxor S. 345)
Fatimidischer Friedhof von Assuan, bedeutendste islamische Begräbnisstätte dieser Epoche in Ägypten (Assuan, S.  429)


Auf den Spuren der Heiligen Familie
und der Wüstenväter

Der biblischen Überlieferung zufolge floh die Heilige Familie nach Ägypten. Auf ihrer Reiseroute durch das Land rastete sie an verschiedenen Stellen, an denen sich das Jesuskind mit Wundern hervortat.
Noch heute gedenken v.a. die koptischen Christen an vielen Orten dieser Rastplätze:
In Kairo
Musturud (S. 163),
el-Zeitoun mit Marienkirchen (S.  156),
Shagaret Maryam – Marienbaum in el-Matariya (S.  156),
Alt-Kairo mit Kirchen und Klöstern (S.  145),
el-Maadi mit Anlegestelle am Nil (S.  162)  
Außerhalb Kairos
   Ischnin el-Nasara (el-Minia, S.  259) und
Deir el-Garnus mit hl. Brunnen (el-Minia, S.  259) 
Behnessa mit Marienbaum (el-Minia,
S. 258),
Gebel el-Teir mit Grotte (el-Minia, S. 251)
Sheikh Abada mit hl. Brunnen (el-Minia, S.  257),
Deir el-Anba Sarabam mit Marienbaum (Assiut, S.  277)
Deir el-Muharraq mit Grotte  (Assiut,
S.  270)
Höhlenkirchen des hl. Simeon sind ein wichtiger Pilgerort und bekannt für Exorzismen (Kairo, S.  160)
Deir el-Maimun, bedeutender Wallfahrtsort, an dem das christliche Mönchtum unter dem hl. Antonius seinen Anfang nahm (Beni Suef, S.  234)
Deir Abu Hennes, mit der Höhlenkirche des hl. Johannes des Kleinen und ihren Malereien aus dem späten 6. Jh. (el-Minia, S.  257)
Deir Durunka, an den Steilabhang gebaute Höhlenkirche (Assiut, S.  271)
Deir el-Ganadla, mit seiner Steinbruchkirche und den interessanten Wandmalereien (Assiut, S.  278)
Rotes und Weißes Kloster, mit einzigartigen Darstellungen in den Konchen (Sohag, S.  286)
Klöster von Naqada, die bis ins 7. Jh. zurückreichen (Qena, S.  310)
Simeons-Kloster, imposante Ruine aus dem 7. oder 8. Jh. (Assuan, S. 438)


Was ist beim Buchen zu beachten ?

Kabinenausstattung

Die Kabinen-Größe sollte mindestens 17, besser 18-20 qm für ein Zweibettzimmer betragen (Bad mitgerechnet!). Meistens stehen zwei Einzelbetten in der Kabine („Twin“), eine kleine Kommode und ein oder zwei Sessel. Familien mit Bedarf nach einem dritten Bett dürften in einer Suite besser aufgehoben sein.
Die individuelle Temperatureinstellung der Klimaanlage in der Kabine ist wichtig, weil die zentrale Vorgabe nachts häufig auf „Kühlschrank“ steht. In der Regel lassen sich die Fenster nicht öffnen, obwohl es vorteilhaft wäre. Einige Schiffe werben mit einer Veranda vor der Kabine; auf der eher winzigen Fläche wird man sich jedoch selten länger aufhalten. Ein Fernseher im Zimmer macht nur Sinn, wenn Satelliten-TV geboten wird.
Fragen Sie beim Buchen auch nach Sicherheitsvorkehrungen wie Schwimmwesten und Rettungsbooten.


Die besten Kabinen aussuchen

Möglichst weit oben und mittschiffs liegen die besten Kabinen, wenn (wie meistens) der Swimmingpool auf dem Vorderdeck untergebracht ist (laute Pumpen). Wer unter der Bar/Disco eingecheckt hat, sollte Ohrenstöpsel mitnehmen. Im hinteren Schiffsbereich dringen die Motorengeräusche eher durch und besonders ganz unten. Meiden Sie billigere Kabinen im Basisdeck (schlechte Aussicht, mitunter laute Motorengeräusche, Diesel- oder Abgasgestank, Kakerlaken wg. Küchennähe).
Bei Gruppenreisen werden häufig die Kabinen vom Reiseleiter verlost; auch in diesem Fall können Sie sich mit einer schriftlichen Bestätigung für Ihre bevorzugte Kabine aus einer (manchmal manipulierten) Verlosung ausklinken. Oder Sie beeinflussen selbst diese Manipulation, indem Sie bereits am Flughafen dem Reiseleiter ein gutes Bakschisch als Euro-Schein zustecken....

 

 

****Khan el-Khalili-Bazar

Der berühmte ****Khan el-Khalili-Bazar (خان الخليلي ) erstreckt sich ungefähr im Gebiet zwischen Md Hussein, Sh el-Muizz li-Din Allah, Sh Al Azhar und Sikket el-Badestan. Letztere beginnt an der vorderen linken Ecke der Hussein-Moschee am Midan Hussein (م. الإمام الحسين) und dient als Startpunkt für den Rundgang.
Der Khan el-Khalili mit seinen zahllosen, häufig winzigen Lädchen ist die Shopping-Adresse schlechthin für Touristen, die orientalische Souvenirs nach Hause schleppen wollen; er ist einer der bekanntesten Bazare Nordafrikas. Noch dazu hat er Tradition: 1382 wurde an dieser Stelle von Jarkas el-Khalili, Stallmeister des Sultans Barquq, eine Karawanserei (Khan) gegründet, in der vor allem fremde Kaufleute ihre Waren anbieten durften.
Heute erscheint der Bazar dem flüchtigen Besucher als eine große Nepp-Falle, wo ihm für jeden Einkauf der doppelte, dreifache oder zehnfache Normalpreis abgenommen werden soll. Die typischen Souvenirs wie Statuen, T-Shirts, Plastikkrempel finden Sie überall. Speziellere Angebote haben wir in der Karte markiert. Mit etwas Gespür können Sie unter all dem Ramsch auch heute noch Kostbarkeiten finden. Freilich dürfen Sie sich nicht im illusionären Glauben wiegen, dass auch nur einer der Händler Ihre Finanzkraft unterschätzt.
Die enge Gasse Sikket el-Badestan (سكة البادستان ) führt leicht bergab. Gehen Sie im oberen Bereich unbedingt auch in die schmalen Seitengassen und tauchen Sie vollends ein in die bunte Welt des Bazars mit seinem überreichlichen Angebot aller erdenklichen Souvenirs, die abseits der „Hauptgasse“ oftmals etwas günstiger zu erstehen sind. Zwischen den Läden können Sie an mehreren Stellen noch Steintore aus dem 16. Jh entdecken, die vom alten – nicht mehr vorhandenen – Nachfolgegebäude des ursprünglichen Khan el-Khalili stammen.
Der Bazar war früher strikt nach Art der dargebotenen Waren aufgeteilt und auch heute bestehen noch verschiedene Schwerpunkte im Angebot. Silberhändler finden Sie vor allem in der südlichen Parallelgasse zur Sikket el-Badestan, der Sikket Khan el-Khalili (سكة خان الخليلي ). Goldschmuck wird am Ende der Sikket el-Badestan verkauft, wo diese in die Sh el-Muizz li-Din Allah (ش. المعز لدين اللّه , kurz: Sharia el-Muizz) mündet (siehe weiter unten). Auch dort befinden sich Gold- und Silberhändler. Wenn Sie der Sh el-Muizz etwa 30 m nach rechts (Norden) folgen, erreichen Sie den Suq der Kupferschmiede (Suq el-nahasin). Spaziert man hingegen nach links (Süden), kreuzt nach gut 50 m die Sh el-Muski, die rechter Hand von zwei Moscheen flankiert wird.
Gehen Sie weiter geradeaus. Nach der Kreuzung haben sich mehrere Parfumhändler angesiedelt. Direkt nach der Moschee in der ersten Gasse rechts stehen Sie im jahrhundertealten Gewürzmarkt (Suq el-atarin). Direkt danach links werden in der Haret el-Sanadiqiya (حارة الصناديقية ) vor allem Haushalts- und Schreibwaren angeboten. In der ersten nach links abzweigenden Gasse (Midaq-Gasse) wuchs Ägyptens Literatur-Nobelpreisträger Nagib Machfus auf. Nur wenige Meter weiter liegt links die Wikalat el-Gallaba. Bis ins 19. Jh wurde hier einer der bekanntesten Sklavenmärkte Nordafrikas abgehalten.
Am Ende der Haret el-Sanadiqiya haben Sie den halblinks liegenden Md Hussein wieder erreicht.
Eine Verschnaufpause ermöglicht eins der Kaffee-/Teehäuser (oder der Restaurants) am Platz. Leider werden Touristen hier maximal geschröpft: Erfragen Sie zuvor unbedingt Preise. Wenn Sie stattdessen ins Fishawi in der ersten Parallelgasse zum Md Hussein gehen, landen Sie in der stimmungsvollsten und altbekanntesten derartigen Institution, in der sich früher Schriftsteller – darunter Nobelpreisträger Naguib Machfus – und Journalisten trafen.


Praktische Informationen

Hinkommen: Sammeltaxis vom Md Attaba (Fahrtziel Al Azhar, Ghuriya; الأزهر، غورية ; £E 1,5) an der Al Azhar-Moschee (مسجد الأزهر ) verlassen. Selbstfahrer folgen vom Md Attaba der von einer Hochbrücke in den Schatten gestellten Sh Al Azhar 1,2 km. Fußgänger könnten alternativ eine Wanderung durch ihre nördliche Parallelstraße Sh el-Muski (ش. الموسكي ) unternehmen; eine Bazarstraße mit dichtem Gedränge, die am Md Hussein endet. Zurück: wie Hinkommen, oder mit dem Sammeltaxi zum Md Ramsis (رمسيس ; £E 2,5 )


****Nördliches Islamisches Viertel

Vom Md Hussein kann man auf einem lohnenswerten Rundgang durch den nördlichen Teil des islamischen Viertels, das arabisch el-Gamaliya (الجامالية ) heißt, eine ganze Reihe Moscheen und historische Bauten besichtigen. Zur besseren Orientierung haben wir die in den Plänen auf S. 119 und S. 127 angegebenen Nummern den folgenden Sehenswürdigkeiten jeweils in Klammern hinzugefügt.
Zum Beginn des Rundgangs folgen Sie vom Md Hussein der Sh el-Muski (auch: Gawhar el-Qaed, ش. جوهر القائد ) bis zu einer Kreuzung mit zwei Moscheen. Links steht die 1425 von Sultan Ashraf Barsbay erbaute Madrasa [26] (مدرسة السلطان برسباي ). Sultan Barsbay hatte den Gewürzhandel verstaatlicht und nutzte das hohe Steueraufkommen aus diesem Zweig u.a. zum Bau religiöser Monumente (z.B. Mausoleum in der nördlichen Totenstadt (S. 140). Barsbay baute hier Madrasa, Mausoleum und ein Sabil-Kuttab, das gleich links vom Eingang zu sehen ist: unten der Brunnen, oben die Koranschule. Im Korridor zur Madrasa verbirgt ein Holzgitter (Maschrabiyya) den Wasserbehälter für den Brunnen. Im Nordwest-Iwan der Madrasa sind die Decken und marmorverkleideten Böden sehenswert. Werfen Sie auch einen Blick auf den Mihrab mit seinen schönen Intarsienarbeiten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite (rechts) erhebt sich die etwas angestaubte Ali el-Mutahar-Moschee [25] (مسجد علي المطهر ) mit Sabil-Kuttab (1744). Ihr Minarett und der Eingangsbereich stammen aus einer Moschee, die Abd el-Rahman Katkhuda im 12. Jh hier erbauen ließ……


 

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****Khan el-Khalili-Bazar

Der berühmte ****Khan el-Khalili-Bazar (خان الخليلي ) erstreckt sich ungefähr im Gebiet zwischen Md Hussein, Sh el-Muizz li-Din Allah, Sh Al Azhar und Sikket el-Badestan. Letztere beginnt an der vorderen linken Ecke der Hussein-Moschee am Midan Hussein (م. الإمام الحسين) und dient als Startpunkt für den Rundgang.
Der Khan el-Khalili mit seinen zahllosen, häufig winzigen Lädchen ist die Shopping-Adresse schlechthin für Touristen, die orientalische Souvenirs nach Hause schleppen wollen; er ist einer der bekanntesten Bazare Nordafrikas. Noch dazu hat er Tradition: 1382 wurde an dieser Stelle von Jarkas el-Khalili, Stallmeister des Sultans Barquq, eine Karawanserei (Khan) gegründet, in der vor allem fremde Kaufleute ihre Waren anbieten durften.
Heute erscheint der Bazar dem flüchtigen Besucher als eine große Nepp-Falle, wo ihm für jeden Einkauf der doppelte, dreifache oder zehnfache Normalpreis abgenommen werden soll. Die typischen Souvenirs wie Statuen, T-Shirts, Plastikkrempel finden Sie überall. Speziellere Angebote haben wir in der Karte markiert. Mit etwas Gespür können Sie unter all dem Ramsch auch heute noch Kostbarkeiten finden. Freilich dürfen Sie sich nicht im illusionären Glauben wiegen, dass auch nur einer der Händler Ihre Finanzkraft unterschätzt.
Die enge Gasse Sikket el-Badestan (سكة البادستان ) führt leicht bergab. Gehen Sie im oberen Bereich unbedingt auch in die schmalen Seitengassen und tauchen Sie vollends ein in die bunte Welt des Bazars mit seinem überreichlichen Angebot aller erdenklichen Souvenirs, die abseits der „Hauptgasse“ oftmals etwas günstiger zu erstehen sind. Zwischen den Läden können Sie an mehreren Stellen noch Steintore aus dem 16. Jh entdecken, die vom alten – nicht mehr vorhandenen – Nachfolgegebäude des ursprünglichen Khan el-Khalili stammen.
Der Bazar war früher strikt nach Art der dargebotenen Waren aufgeteilt und auch heute bestehen noch verschiedene Schwerpunkte im Angebot. Silberhändler finden Sie vor allem in der südlichen Parallelgasse zur Sikket el-Badestan, der Sikket Khan el-Khalili (سكة خان الخليلي ). Goldschmuck wird am Ende der Sikket el-Badestan verkauft, wo diese in die Sh el-Muizz li-Din Allah (ش. المعز لدين اللّه , kurz: Sharia el-Muizz) mündet (siehe weiter unten). Auch dort befinden sich Gold- und Silberhändler. Wenn Sie der Sh el-Muizz etwa 30 m nach rechts (Norden) folgen, erreichen Sie den Suq der Kupferschmiede (Suq el-nahasin). Spaziert man hingegen nach links (Süden), kreuzt nach gut 50 m die Sh el-Muski, die rechter Hand von zwei Moscheen flankiert wird.
Gehen Sie weiter geradeaus. Nach der Kreuzung haben sich mehrere Parfumhändler angesiedelt. Direkt nach der Moschee in der ersten Gasse rechts stehen Sie im jahrhundertealten Gewürzmarkt (Suq el-atarin). Direkt danach links werden in der Haret el-Sanadiqiya (حارة الصناديقية ) vor allem Haushalts- und Schreibwaren angeboten. In der ersten nach links abzweigenden Gasse (Midaq-Gasse) wuchs Ägyptens Literatur-Nobelpreisträger Nagib Machfus auf. Nur wenige Meter weiter liegt links die Wikalat el-Gallaba. Bis ins 19. Jh wurde hier einer der bekanntesten Sklavenmärkte Nordafrikas abgehalten.
Am Ende der Haret el-Sanadiqiya haben Sie den halblinks liegenden Md Hussein wieder erreicht.
Eine Verschnaufpause ermöglicht eins der Kaffee-/Teehäuser (oder der Restaurants) am Platz. Leider werden Touristen hier maximal geschröpft: Erfragen Sie zuvor unbedingt Preise. Wenn Sie stattdessen ins Fishawi in der ersten Parallelgasse zum Md Hussein gehen, landen Sie in der stimmungsvollsten und altbekanntesten derartigen Institution, in der sich früher Schriftsteller – darunter Nobelpreisträger Naguib Machfus – und Journalisten trafen.


Praktische Informationen

Hinkommen: Sammeltaxis vom Md Attaba (Fahrtziel Al Azhar, Ghuriya; الأزهر، غورية ; £E 1,5) an der Al Azhar-Moschee (مسجد الأزهر ) verlassen. Selbstfahrer folgen vom Md Attaba der von einer Hochbrücke in den Schatten gestellten Sh Al Azhar 1,2 km. Fußgänger könnten alternativ eine Wanderung durch ihre nördliche Parallelstraße Sh el-Muski (ش. الموسكي ) unternehmen; eine Bazarstraße mit dichtem Gedränge, die am Md Hussein endet. Zurück: wie Hinkommen, oder mit dem Sammeltaxi zum Md Ramsis (رمسيس ; £E 2,5 )

khankal

 

 

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Kreuzfahrten auf dem Nil und auf dem Nassersee

Hintergrund: Eine Laune der Natur schuf schon den frühen Bewohnern des Niltals nahezu ideale Verkehrsbedingungen: In ihren Booten konnten sie sich flussabwärts von Süd nach Nord treiben lassen, in Gegenrichtung mussten sie nur Segel setzen; der nahezu kontinuierlich von Norden nach Süden blasende Wind sorgte für den Antrieb gegen den Strom. Es mag daher nicht wundern, dass die alten Ägypter gar nicht auf die Idee kamen, Landfahrzeuge zu entwickeln und das Rad zu erfinden. Erst als ihnen Streitwagen fahrende Feinde, die Hyksos, das Leben schwer machten, übernahmen auch sie die holpernde Transportart. Dennoch blieb in ihrem Hinterkopf das Boot das Verkehrsmittel schlechthin: Götter wurden bei den Tempel-Ausflügen auch an Land in Barken getragen, Verstorbene bewegten sich per Boot (oder zu Fuß) durch die Unterwelt, die Nachtfahrt der Sonne fand im Boot statt.
So blieb der Nil bis zur Einführung der Eisenbahn Mitte des 19. Jhs die wichtigste durchgehende Verkehrsader des Landes, die schon vor der Gründung der Pharaonenreiche in Papyrusbooten befahren wurde. Aus diesen entwickelten sich Holzboote mit großflächigen Segeln, die Feluken, die zur Freude der Touristen bis heute überlebten. Für Bessergestellte, wie z.B. Pharaonen, war eine Feluke jedoch zu klein, eine vergrößerte Version ist als fast 5000 Jahre alte „Barke des Pharao“ im eigenen Museum neben der Cheops-Pyramide in Giseh zu bewundern. In jüngeren Zeiten entstand daraus ein Bootstyp mit zwei Masten, der Dahabiya (arabisch „Goldenes Boot“ wegen goldener Bemalung) genannt wurde und den Entdecker und Eroberer, wie z.B. Napoleon, seine Archäologen und auch die nachfolgenden Ägyptentouristen nutzten.

Ab 1860 begannen Dampfschiffe, den Nil unter den Bug zu nehmen und die Segler zu verdrängen; bis dahin warteten in Kairo 200-300 Dahabiyas auf Fahrgäste. Für Nostalgiker sind immer noch ein paar originale Zweimastsegler wie auch mehr und mehr Neubauten sowie ein echter Dampfer auf dem Fluss unterwegs, ebenso wie die malerisch anzusehenden Feluken, die heutzutage in der Mehrzahl touristischen Unternehmungen dienen, aber häufig genug auch noch für lokale Transporte eingesetzt werden.
Heute spielt der Fluss im alltäglichen Verkehrsgeschehen eine fast vernachlässigbare Rolle. Es ist erstaunlich, wie wenig Lasten, z.B. im Vergleich zu europäischen Wasserstraßen, dort transportiert werden. Abgesehen von Kairo und von Fährbooten zwischen den Ufern gibt es auch keine öffentlichen Motorboote, die Passagierdienste übernehmen. Nur auf dem kurzen Stück zwischen Luxor und Assuan, wie auch auf dem Nassersee, herrscht reger Verkehr. Hier kreuzen Hotelschiffe, derzeit mehr als 300 zwischen Luxor und Assuan sowie sieben auf dem Stausee. Es sind Luxusschiffe für Touristen, auf denen man sich für den Preis von Luxushotels einbuchen kann: vollklimatisiert mit entsprechend ausgestatteten, mehr oder weniger komfortablen Kabinen, Restaurant, Bar, Tanzfläche/Disko und kleinem Swimmingpool.
Die Nil-Kreuzfahrten zählen zu besonderen Erlebnissen, von denen die Besucher bereits zu Hause träumen. Man schwimmt in gepflegter Umgebung an den tiefgrünen Nilufern entlang, die aus dieser Perspektive über lange Strecken wie unbewohnt erscheinen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Felukenfahrt sitzt man hier sehr viel höher und kann herrliche Ausblicke in das Fruchtland mit der dahinter liegenden Wüste genießen. Zwar gleitet man nicht lautlos dahin, aber das Landleben mit fleißigen Bauern bei der Feldbestellung zu beobachten, winkende freundliche Menschen am Ufer oder in der Strömung treibende Anglerboote – eine Beschaulichkeit, die in keinem landgebundenen Verkehrsmittel zu erleben ist. Und abends verabschiedet sich die Sonne in einem pompösen, immer wieder wechselnden Lichterbad, das alle Fotoapparate klicken lässt.
Aber man lebt auch in einer anderen Welt, weit von der ägyptischen Wirklichkeit entfernt. Dass die Atmosphäre an Bord dem Niveau von Gruppenreisen angepasst ist und Unterhaltung mit sogenannter Folklore und Bauchtanz die Abende laut ausfüllt, muss man akzeptieren. Die Landgänge unterwegs zu den Besichtigungen der großartigen Tempelanlagen stellen informative Unterbrechungen der Reise dar.

Das Innenleben eines Nilkreuzers

Ein typischer Nile Cruiser wird von mindestens zwei Dieselmotoren angetrieben, zwei oder drei Generatoren sorgen für unterbrechungsfreie Elektrizität. Der Tiefgang liegt bei maximal 160 cm, die Länge ist wegen der Schleusen auf 150 m begrenzt, die Breite auf 16 m. Die Mehrzahl der Schiffe ist etwa 70 m lang, so dass zwei in die neuen Schleusenkammern von Esna passen. Ein solches Durchschnittsschiff verfügt über 60–70 Kabinen, je nach Luxusklasse von 16, 20 oder bis zu 25 qm Fläche einschließlich Bad; sogenannte Suiten bieten (selten) bis zu 40 qm Fläche.
Das Brauchwasser, auch das für die Kabinen, stammt aus dem Nil. Es wird gefiltert und desinfiziert. Dieses Wasser sollte dennoch nicht getrunken werden, es ist aber zum Duschen und auch Zähneputzen unbedenklich. Zumindest die besseren Schiffe verwenden Mineralwasser für Tee und Kaffee oder Mixgetränke.

Die Abwässer enden...
Allgemeine Einrichtungen an Bord

Zu jedem Nilkreuzer gehört eine Rezeption, die immer im so genannten Hauptdeck untergebracht ist, das bei allen Schiffen in etwa gleicher Höhe über dem Wasserspiegel liegt. Denn bei nebeneinander ankernden Booten schlängeln sich die Passagiere der weiter außen liegenden Schiffe beim Landgang durch diesen Bereich.
Wenn in Ihrer Kabine kein Safe eingebaut ist, sollte die Rezeption Wertsachen unterbringen können. Wichtiger Treffpunkt im klimatisierten Bereich ist die Lounge – ein Saal mit Tanzfläche und Bar -, in der nachts die Disko wummert oder Shows ablaufen. Einige Schiffe verfügen zusätzlich über einen Lese- und/oder Fernsehraum. Souvenirshops, auf die offenbar kein Nilkreuzer verzichten kann, helfen die größte touristische Sorge zu lindern.
Im großen Speisesaal – Restaurant ausgeschildert - finden alle Passagiere Platz. Hier werden alle Mahlzeiten gereicht, meistens als Buffet, aber auch mit individueller Bedienung. Für den Abend und die spätere Nacht gibt es in der Lounge eine Bar, an der man die international üblichen Alkoholika zechen kann. Auch bei Tisch sind Wein und Bier verfügbar, beides meist aus ägyptischer Produktion. Über den Geschmack der Inneneinrichter lässt sich streiten, in der Regel sollen die öffentlichen Räume einen feudalen Touch vermitteln.
Das oberste Deck – Sun Deck – gehört dem Tag, es ist der beliebteste Aufenthaltsort an Bord....

Essen und Trinken

Das Frühstück und die meisten Mahlzeiten werden als Buffets angeboten. Zu unterschiedlichen Anlässen wird aber auch am Tisch serviert. Die Küche aller Kreuzfahrer orientiert sich an internationalem Standard und den Gerichten des Landes, aus dem die meisten Gäste kommen – falls der Koch dies beherrscht. Das Essen ist daher nicht exotisch, nicht zu scharf und auch für verwöhntere Gaumen noch schmackhaft. In der Regel biegen sich die Buffets durch, auch bei individuellem Servieren wird es nicht an der Menge hapern – Schlankerwerden findet kaum statt an Bord.
Es sei denn, man hat das Pech und zählt zu den nicht wenigen Gästen, die sich mit Durchfall herumplagen. Ich habe noch keine Reise erlebt, auf der nicht Mitreisende oder ich selbst davon betroffen gewesen wären. Auch viele Leser berichten von Magen-/Darmproblemen. Nach allgemeiner Erkenntnis der Profis ist die Infektionsgefahr an Bord tatsächlich höher als an Land. Obwohl sich der hygienische Standard im Lauf der Jahre deutlich gebessert hat, scheint es den Crews nicht zu gelingen, das Problem vollends in den Griff zu bekommen. Gründe gibt es viele, und dies besonders bei älteren und bei einfachen Schiffen, aber auch die Luxusliner sind nicht unbedingt davor gefeit. Schlimmer als Durchfall sind Fleischvergiftungen, die wohl meist dadurch auftreten, dass der Strom und damit der Tiefkühler ausfiel. Also Vorsicht bei fiebrigem Brechdurchfall...

Entertainment

Die Ägypter bemühen sich nach Kräften, ihre Gäste so lange zu unterhalten, bis sie ermattet ins Bett fallen: mit schöner Aussicht vom Schiff, Sonnenbaden, Planschen im Pool, Tempelbesuch einschließlich Spalierlauf durch Souvenirshops, nicht zuletzt durch ständiges Essensangebot. Neben Frühstück, Mittag- und Abendessen wird nach guter englischer Sitte nachmittags zur Teatime geläutet, bei der Gebäck mit Tee oder Kaffee geboten wird.
Einmal während der Reise erfreut ein so genanntes Kerzenlicht-Dinner (oder ähnlich Phantasievolles) die Gäste: es wird an hübsch dekorierten Tischen serviert. Um die offensichtliche Mühe der Crew anzuerkennen und, sagen wir, festliche Stimmung zu verbreiten, ist eine entsprechende Garderobe sicher angebracht. Zu den weiteren Traditionen, wohl auf allen Schiffen, gehört eine Galabeya-Party, für die sich die Gäste in ägyptische Kleidung hüllen sollen. Die Bazaris in Esna oder Edfu sind bestens darauf eingerichtet und verkaufen vom hauchdünnen Bauchtanzkostüm bis zur bestickten Galabeya alles Notwendige; zur Not auch der bordeigene Shop, allerdings mit weniger Auswahl und höheren Preisen. Während der Party (oder an einem anderen Abend) tritt eine Bauchtänzerin und oft ein Derwish- oder Sufi-Tänzer auf. Beim Ankern in oder vor Assuan kommt häufig eine nubische Tanzgruppe an Bord.
An einem weiteren Abend stellt der Boat Manager - bei einem (Soft)Drink - seine komplette Crew vor, was höchstens eine halbe Stunde dauert. Aber die Geselligkeit lässt sich nach Belieben fortsetzen - manchmal sogar bei Live-Musik (oder auch hochgedrehten Lautsprechern) in der Disko.
Auf einigen Schiffen bemüht sich der Zimmerservice, den Kabinengast durch kunstvoll geknotete Handtücher in Form von Krokodilen, Schlangen oder anderen Fantasiegebilden zu erfreuen und Aufmerksamkeit (sowie Bakschisch) zu erlangen.

Unterwegs zwischen Luxor und Assuan

Grundsätzlich werden Sieben- oder Drei-/Viertagereisen angeboten, sowohl zwischen Luxor und Assuan als auch auf dem Nassersee. Die Dreitagefahrten starten in der Regel in Assuan, weil es flussab schneller geht. Von Luxor nach Assuan ist man vier Tage unterwegs; beide Strecken kombiniert ergeben den Sieben-Tage-Trip.
Angeblich starten viele Touristen am liebsten am Donnerstag in den Urlaub, daher werden die einfallenden Gäste direkt auf die Schiffe transferiert, und noch nach Ankunft oder spätestens um 6 Uhr am nächsten Morgen beginnen sie mit den Besichtigungen in Luxor oder Theben-West. Auch am Samstag heißt es früh aufstehen, denn am Vormittag gibt es noch Kulturprogramm. Um die Mittagszeit beginnt mit der Abfahrt nach Esna die Erholungsphase.

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Kairo

Zentrales Islamisches Viertel

Wenn Sie Lust haben, kann es im Islamischen Kairo weitergehen: Unterqueren Sie die Sharia Al Azhar durch den Fußgängertunnel. Auf der anderen Seite laufen Sie direkt in das Tor der wenig besuchten Abu Dahab Moschee aus dem Jahr 1772, eins der glanzvollen Gebäude der osmanischen Zeit. Über einem quadratisch angelegten Betsaal erhebt sich eine mächtige, schön verzierte Kuppel. Man kann auf das Dach hinaufgehen und den freien Blick auf den Midan Hussein und seine Umgebung genießen.
Vom Fußgängertunnel nach links schwenkend, führt der Weg direkt in das Tor der Barbiere der ***Al Azhar-Moschee [20] (manchmal für Touristen gesperrt, Frauen müssen ein Kopftuch tragen). Die Moschee wurde nach den Erdbebenschäden von 1992 komplett renoviert. Mit der angeschlossenen Universität ist sie als der religiös-intellektuelle Mittelpunkt der islamischen Welt bekannt.
Hintergrund: Der 970 von dem fatimidischen Eroberer Gawhar errichteten Moschee wurde bereits 988 eine Madrasa angegliedert, um die ägyptischen Sunniten im schiitischen Denken zu unterweisen. 1005 bestimmte El Hakim, dass auch naturwissenschaftliche Fächer in den Lehrplan aufzunehmen seien. Damit ist die Al Azhar die älteste (mindestens jedoch zweitälteste) Universität der Welt.
1961 wurde sie modernisiert; von den 37 Fakultäten stehen seither neun für Frauen offen. Als Hauptfächer werden Theologie, Islamisches Recht und Arabisch, als Nebenfächer Geschichte, Geografie, Mathematik, Chemie, Biologie und Astronomie gelehrt. Die durchschnittliche Studienzeit beträgt 15 Jahre, die Studienbewerber werden schon in frühester Jugend, u.a. nach ihrer Religiosität, ausgewählt, wobei ein wichtiges Kriterium die strenge islamische Einstellung der Väter ist. Die Studentenzahl der Al Azhar liegt bei über 100 000; viele ihrer Fakultäten und Institute sind über ganz Ägypten verstreut.
Als Rektor der Universität fungiert der Imam (Vorbeter der Moschee), der gleichzeitig hochrangige Staatsämter wahrnimmt (z.B. Religionsminister), woran der Einfluss der Institution Al Azhar gemessen werden kann. Wenn auch heute bei weitem nicht mehr alle Studenten in der großen Gebetshalle der Al Azhar - in Gruppen um den Lehrer lagernd - unterrichtet werden können, so ist die Moschee dennoch das Zentrum der Uni geblieben. In den 1930er Jahren entstand direkt östlich ein großer Universitätskomplex mit modernen Hörsälen, Laboratorien etc. 1950 wurden im Osten der Moschee eine Aula mit 4000 Plätzen und ein weiteres Gebäude für die juristische Fakultät errichtet.
Die Al Azhar-Moschee besitzt drei Minarette, von denen sowohl das El Ghuri- als auch das Quaytbay-Minarett gegen ein Bakschisch bestiegen werden können, der Ausblick über die Umgebung und die Studentenquartiere ist interessant. Beim Dekan der Universität (gegenüber der Moschee) gibt es deutschsprachige Literatur über den Islam.
Die tausend Jahre Geschichte sind nicht spurlos am Gebäudekomplex vorbeigegangen. Im Laufe der Zeit haben Um- und Anbauten die Originale überdeckt oder verdrängt, sodass es sogar für Kenner schwer ist, die einzelnen Bereiche korrekt zuzuordnen. Dennoch wirkt dieses Konglomerat an Bauten harmonisch, majestätisch, fern vom Lärm der Außenwelt. Der Eingang führt heute durch das Tor der Barbiere, so genannt nach den Friseuren, die früher den Studenten die Schädel kahl schoren. Links liegt die Madrasa El Akbughawija, die jetzt als Bibliothek genutzt wird, rechts die Madrasa El Taibarsija, die 1309 erbaut wurde und den Mihrab aus der Gründerzeit beherbergt. Dieser Mihrab gilt als ein ganz besonderes Juwel; leider sind beide Madrasas nur mit besonderer Genehmigung zugänglich.

Besucher werden gern von (selbsternannten) Muezzims der Moschee angesprochen, die Führungen anbieten....
Südliches Islamisches Viertel

Am Bab Zuwela verzweigen sich unsere Spazierwege; sowohl geradeaus als auch nach links führen je eine Straße zur Zitadelle. Es lohnt sich, zunächst den Spaziergang vom Bab Zuwela aus geradeaus weiter auf der zentralen Straße, der historischen Qasaba, fortzusetzen.
Gleich rechts am gegenüberliegenden schmalen Platz haben Händler von aparten Leinentaschen ihre Produkte ausgebreitet, hier findet man recht schöne Stücke als Souvenir (oder für die unterwegs erstandenen Schätze). Die Moschee auf der linken Seite wurde 1160 von Salih Talai [29] als letzte der fatimidischen Epoche errichtet. Sie besticht durch ihre Schlichtheit. Ihr Niveau liegt inzwischen unterhalb dem der Straße, die im Laufe der Jahrhunderte aufgeschüttet wurde. Schon damals war die Moschee durch Läden und Magazine in den Außenwänden in das Marktgeschehen mit einbezogen. Die große Eingangstür wird heute im Islamischen Museum ausgestellt, hier sehen Sie eine Kopie.
Der Weiterweg führt durch den überdachten Zeltmacher-(Kiyamiyya)-Bazar [28], in dem es bunte, teilweise handwerklich sehr gute Stoffapplikationen zu kaufen gibt, die in großen Bahnen zu Zelten zusammengeschnürt werden können. Gleich außerhalb des kurzen, überdachten Straßenstücks kann man die Sorglosigkeit der Ägypter betrachten: Rechts weist ein schmaler Weg in einen „Handwerkerhof“, althergebracht und nur mit ein paar neuen Maschinen angereichert. Die Luft ist von Sägemehlstaub geschwängert, man glaubt, in den Hallen auf der Stelle ersticken zu müssen. Die Arbeiter machen einen quicklebendigen Eindruck und begrüßen den Fremden mit freundlichem Hallo. Dieses „Ensemble“ wurde, ebenso wie auch der überdachte Zeltmacher-Bazar, 1650 von Ridwan Bey errichtet.
Sie sollten dieser mit Souks gesäumten Straße bis zur Sultan Hassan Moschee folgen, unterwegs werden Sie das tägliche Leben Kairos finden. Zunächst kann man nach dem überdachten Stück gleich links der Straße einen Blick auf die Moschee Mahmud el Kurdi [30] aus dem Jahr 1395 und nur etwa 70 m weiter die Madrasa von Imal el Yusufi (1392) werfen. Bald verbreitert sich die Straße etwas und der zusätzliche Platz wird gleich von einer Menge Händlern genutzt. In einer der rechts abzweigenden Querstraßen gibt es Marktstände mit Gemüse und Kräutern. Die links sich erhebende Madrasa mit Mausoleum (1426) stammt von Sultan Amir Gani Bak [33], der unter Sultan Barsbay in steiler Karriere aufstieg und sich so viele Feinde erwarb, dass er bereits mit 25 Jahren vergiftet wurde.

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Kairo / Umgebung

Mokattam-Berge

Von der Sharia Salah Salem zweigt in nördlicher Richtung hinter der Zitadelle eine Straße ab, die in Serpentinen auf die etwa 200 m hohen Mokattam-Berge hinaufführt. Am Rand des Steilabfalls liegen einige Restaurants. Die oben am Hügelrand entlang führende Straße bietet bemerkenswerte Ausblicke über Kairo, soweit der Smog dies zulässt. Auch können Sie von dort den langen Weg des Pyramiden-Baumaterials verfolgen: In den Steinbrüchen zu Ihren Füßen wurden Verkleidungsplatten gebrochen, quer durchs Niltal transportiert, dabei über den Nil übergesetzt und schließlich die Anhöhe zu den Pyramiden hinaufgeschafft.


Müllprojekt und koptische Kirchen St. Samaan (Höhlenkirchen)

Am Mokattam entstanden in den vergangenen Jahren zwei Projekte, die unter Touristen wenig bekannt, aber dennoch für diejenigen einen Besuch wert sind, die sich für die soziale Schattenseite des Lebens in Kairo interessieren und schließlich eine Fleißarbeit der Kopten kennenlernen wollen.
Hintergrund: Bis noch vor wenigen Jahren fuhren unförmige Eselskarren, randvoll mit Müll beladen und von Kindern gelenkt, quer durch Kairo zum Mokattam. Heute sind diese Karren weitgehend etwas betagten Kleinlastern gewichen, die ebenfalls, total mit Müll überladen, den Bergen zustreben. Auch diese Müllmenschen, Zabbalin genannt, sind ein Mosaiksteinchen im Bild Kairos. Es handelt sich hauptsächlich um Kopten, die im 19. Jh als Arbeitslose aus Mittelägypten, vornehmlich aus Assiut, nach Kairo zogen und keine andere Arbeit fanden. Sie schaffen gegen ein geringes Entgelt die Abfälle der Geschäfte, Restaurants und vieler Bürger in ihre Müllsiedlungen an der Peripherie Kairos. Dort sortieren sie per Hand den Unrat und verwerten ihn, so weit das möglich ist.
Der größte Teil der organischen Rückstände wird an die von den Zabbalin gehaltenen Schweine verfüttert, andere Abfälle gehen in die Hände von spezialisierten Altwarenhändlern. Insgesamt leben mehr als 60-70 000 Menschen in sieben Siedlungen am Stadtrand von Kairo, z.T. in primitiven Hütten inmitten der Müllberge und vom Müll - ein Los, das die ägyptische Gesellschaft kaum als besondere Tragik wahrnimmt.
Dieses System funktionierte jahrzehntelang perfekt, heute kommen die Zabbalin mit ihren klapprigen Lastwagen nicht mehr nach. Aber auch die städtische Müllabfuhr schafft die Aufgabe nicht, trotz modernerem Gerät und zu mehrfach höheren Preisen. So müssen, wie von alters her, Katzen, Ziegen, Ratten oder die (wenigen) streunenden Hunde bei der Stadtteilarbeit mitwirken.
Durch ausländische Hilfe wurden vor allem in der Zabbalin-Siedlung am Mokattam – in der heute 30-35 000 Menschen leben - die Hütten durch Beton/Ziegelhäuser mit Elektrizität, fließendem Wasser, Toiletten und Kanalisation ersetzt, in deren Erdgeschoss der angelieferte Müll geschüttet wird. Noch in morgendlicher Dunkelheit macht sich der Vater mit seinen Söhnen und kleineren Töchtern auf den Weg in die Stadt, um Müll einzusammeln. Sobald das Fahrzeug vollgeladen ist, geht es zurück. Nun folgt die Arbeit der Frauen und älteren Mädchen, die den angelieferten Unrat mit bloßen Händen nach Wertstoffen sortieren; Verletzungen und Infektionen sind stetige Begleiter dieser Arbeit, besonders Krankenhausmüll führt sehr häufig zu Infektionen mit der gefährlichen Hepatitis C.
Früher wurde der in großen Mengen in der Siedlung anfallende Schweinekot unbehandelt an Farmer verkauft. 1984 gründeten engagierte Ägypter die Association for the Protection of the Environment (A.P.E.; Tel 2510 2723, ape1@idsc.gov.eg, www.ape.org.eg), die zunächst eine Kompostierungsanlage baute, um vor allem den Schweinemist zu hochwertigem Dünger zu verarbeiten. Die Kompostierung wurde wegen der Geruchsbelästigung inzwischen an einen anderen Ort verlegt. Dr. Leila Iskandar initiierte unter dem Motto „Learning and Earning“ in einem neuen Gebäude am Rand des ehemaligen Kompostierungsfelds eine Papier-Recycling-Anlage, eine Teppich-Webschule und Patchwork-Unterrichtsräume für junge Mädchen, die hier Alphabetisierungskurse absolvieren, systematisches Arbeiten, Hygiene und nicht zuletzt Selbstbewusstsein erlernen. Denn das Gesamtprojekt trägt sich inzwischen selbst und kann die Mädchen je nach der Arbeitsleistung entlohnen; dies ermöglicht ihnen in ihrer Familie und künftigen Ehe mehr Selbstständigkeitund Unabhängigkeit. In einem eher provisorischen Kindergarten werden in zwei Schichten insgesamt 500 Kinder auf die Grundschule vorbereitet.
Beim Besuch des Projekts im Mai 2009 während der Recherche zu dieser Auflage standen diskutierende Menschen in den Straßen, schien das Leben gelähmt. Denn als Vorbeugemaßnahme gegen die als neue weltweite Gefahr aufgetretene Schweinegrippe hatte die ägyptische Regierung befohlen, alle Schweine im Land zu töten und in der Wüste zu „entsorgen“. Diese in vorauseilender Besorgnis mit großer Strenge durchgeführte Aktion traf die vom Müllrecycling lebende koptische Bevölkerung doppelt, denn einmal war ihnen schlagartig ein wichtiger Bestandteil ihres Speiseplans genommen, zum anderen – nicht weniger dramatisch – waren die unentbehrlichen Recycling-Helfer in der Wüste begraben worden. Was soll künftig mit den organischen Müllanteilen geschehen, wo nimmt die arme Bevölkerung das Ersatzfleisch her? Darauf blieben (bis zum Redaktionsschluss dieser Auflage) die Entsorger eine Antwort schuldig. Gemunkelt wurde, dass die Verwaltung die gesamte Müllverwertung mitsamt den um sie herum mühselig erbauten Siedlungen weit hinaus in die Wüste verlegen will.
In den 1970er Jahren begannen die Zabbalin oberhalb ihrer Siedlung mit dem Freilegen alter Felsenkirchen, die ab dem 4. Jh in aufgelassene Steinbrüche gebaut worden waren. Mit Spenden der koptischen Christen entstand in den 1990er Jahren ein religiöses Zentrum zu Ehren von St. Samaan mit heute sieben Kirchen, einem Kloster, einem Krankenhaus und Schulen. Der Legende zufolge hatte Samaan (Simon), ein Schuster, in der fatimidischen Zeit die Kopten vor dem Untergang bewahrt, indem er durch ein Wunder den Mokattam-Berg spaltete, um den fatimidischen Herrschern die Kraft des christlichen Glaubens zu demonstrieren. Heute, gut 1000 Jahre später, überrascht hier eine Open-Air-Kirche in Form eines Amphitheaters unter einem mächtigen Felsvorsprung, die 10 000 qm Fläche einnimmt und etwa 15 000 Gläubigen Sitzfläche bietet. Hier - rechts vom Altar - werden auch die Reliquien des St. Samaan in einem Glaskasten aufbewahrt. Andere Kirchen sind vollständig in den Berg hineingebaut, auch sie bieten meist Platz für einige Tausend Besucher. Denn St. Samaan ist eine Pilgerstätte geworden, die Gläubige aus ganz Ägypten anzieht. Direkt am Abhang wurden Pilgerrastplätze angelegt. Sie bieten einen fast herausfordernden Ausblick über das Müllviertel im Vordergrund und die quirlige Metropole mit ihren Hochhäusern und Minaretten gleich dahinter.
Es lohnt aus zwei Gründen, sich auf den Weg in die Müllstadt zu machen: einmal, um das A.P.E.-Projekt kennenzulernen am Ort der Entstehung handgemachte Souvenirs zu kaufen und damit die Frauen sowohl materiell als auch ideell zu unterstützen. Zum anderen lässt sich der Besuch mit dem des St.-Samaan-Zentrums verbinden, das in seiner frommen Zurückgezogenheit in krassem Gegensatz zu dem Viertel steht, durch das sich unzählige Pilgerbusse quälen. Vermeiden Sie allerdings das Wochenende wegen der vielen Pilger.

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****Pyramiden von Giseh

Die Pyramiden liegen direkt am Stadtrand, nicht mitten in der Wüste, wie raffinierte Taxifahrer glauben machen wollen! Von den beiden Eingängen zum Gelände sollten Sie für den Beginn den bei der Cheops-Pyramide oberhalb des Mena House-Hotels nehmen und das Gelände über den Eingang beim Sphinxverlassen.
Auf dem Weg vom Stadtzentrum her tauchen die Pyramiden, sobald man den Midan Giseh hinter sich gelassen und auf der Pyramid Road - Sharia el Ahram - ein Stück zurückgelegt hat, zunächst schemenhaft aus dem Dunst Kairos auf; bald wachsen sie in ihrer geometrisch klaren Form immer gewaltiger gegen den Horizont. Die Straße führt schnurgerade auf sie zu und erklimmt dann am Mena House-Hotel den Steilabfall der Wüste zum Fruchtland (Angaben zur Anfahrt siehe Praktische Informationen Seite §).
Es gibt kaum eine andere Stelle in Ägypten, an der Touristen mit so vielen Tricks und Lügen ausgenommen werden wie an den Giseh-Pyramiden; hier kann man wirklich den Glauben an die sonst so freundlichen Ägypter verlieren. Hier lauert eine Horde von Bakschischjägern: Dragomanen (Führer), Kamel- und Pferdevermieter, selbsternannte Ticketverkäufer (ohne gültige Tickets!), Souvenirverkäufer etc. Versuchen Sie, alle Leute abzuwimmeln, Sie brauchen wirklich keinen einzigen.
Passen Sie vor allem als Orient-Neuling auf; die Händler merken sofort Ihre Unerfahrenheit und „ziehen Sie bis auf die Unterhose aus“, wie ein Leser schreibt. Nur zwei von vielen Tricks: Sie sollen sich auf dem sitzenden Kamel fotografieren lassen, plötzlich steht das Kamel auf und Sie kommen nicht mehr ohne ein saftiges Bakschisch herunter. Oder: Taxis halten bereits in der Mena-House-Gegend an und den darin sitzenden Touristen wird erklärt, man könne um die Pyramiden nur reiten: Die Taxireise endet dann an einem der Reitställe. Ein Leser schreibt Ende 2005: „Leider haben Sie mit den Umschreibungen des Verhaltens der Ägypter bei den Pyramiden noch untertrieben…“
Fünftausend Jahre lang standen die Pyramiden einsam am Rand der Wüste, jedermann konnte sie - kostenlos - besichtigen, sie besteigen oder ganze Steine als Souvenir davontragen. Das ist alles nicht mehr möglich; der Gesamtkomplex ist umzäunt, die Pyramiden dürfen nicht mehr bestiegen werden, da immer mehr Steine zerstört wurden. Ganz abgesehen von den vielen Todesopfern und Verletzten dieser Kletterpartien: Es sind zahllose vom Sand schlüpfrige, über 1 m hohe Stufen zu überwinden, einmal abgerutscht, findet man keinen Halt und stürzt nach unten. Das Verbot ist also sinnvoll. Man sollte sich daran halten, auch wenn immer wieder selbsternannte Führer zum Aufsteigen ermuntern. Wen die Polizei erwischt, der zahlt eine saftige Strafe.

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In Kairo zurechtkommen – Praktische Informationen

Kairo für Fußgänger

Fußgänger in Kairo zu sein, hat etwas mit Überlebenskunst zu tun: Da jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer den jeweils Schwächeren aussticht, ist der am Ende der Kette laufende Fußgänger der Dumme - in Kairo lernt auch der Faulste, um sein Leben zu rennen (aber nur sehr selten). Trotzdem sollten Sie auf Spaziergänge, vor allem in den Souks, nicht verzichten; nur als Fußgänger mit Muße werden Sie Blicke hinter die Kulissen werfen können.
Wenn Sie als Neuling stark frequentierte Straßen überqueren wollen, halten Sie sich an ägyptische Fußgänger, am besten an solche mit Kindern, da reagieren die Autofahrer noch vorsichtiger und der „Windschatten“ ist breiter. Als Fortgeschrittener nehmen Sie Blickkontakt mit den Autofahrern auf, geben Sie ihnen eine Chance, auszuweichen oder zu stoppen. Wenn Sie sich plötzlich unsicher fühlen, bleiben Sie nach Möglichkeit stehen und winken abwehrend mit den Händen und der Einkaufstüte. Vermeiden Sie, in Panik zurückzulaufen.

Kairos Busse

Frauen sollten Busse meiden, weil Touristinnen-Grapschen beliebt ist und es im Gedränge kein Entkommen gibt. Busfahren hat in Kairo etwas mit Überlebenskampf zu tun: Da die Busse nur kurz halten, wenn überhaupt, springt man hinten hinein und vorne raus; der Kampf nach vorne ist notwendig, außerdem ist dort meist ein Hauch mehr Platz. Bleiben Sie in Türnähe und verteidigen Sie diesen Platz mit aller Standhaftigkeit, denn rauszukommen ist manchmal schwieriger als rein. Versuchen Sie, Ihre Mitfahrer von Ihrem Ziel in Kenntnis zu setzen, damit Sie rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht werden.
Die Liniennummern der weißroten oder weißblauen öffentlichen Busse stehen oberhalb der Windschutzscheibe und neben der vorderen Tür; allerdings in arabischen Ziffern. Mehr und mehr werden diese Busse durch grüne, d.h. umweltfreundlichere ersetzt. Die Haltestellen sind durch eine im Original rote Stange und, falls noch lesbar, ein Schild der haltenden Busnummer und meist eine Traube Wartender gekennzeichnet. Die meisten Busse verkehren von 6-24 Uhr, während des Ramadan bis 2 Uhr nachts. Der Fahrpreis in der gesamten Stadt beträgt 25 Pt.
Die wichtigsten innerstädtischen Busbahnhöfe:
Midan Abdel Minin Riyad: Unter der Hochstraßenbrücke zwischen der Rückseite des Ägyptischen Museums und dem Ramsis-Hilton-Hotel, wichtigster innerstädtischer Busbahnhof.
Midan Ramsis: Durchfahrende Linien vom Midan Tahrir halten in der Sharia Ramsis neben der großen Moschee; die in Richtung zum Midan Tahrir unter der Hochstraße in der Sharia Galaa; alle anderen auf dem Midan Ahmed Helmi direkt hinter dem Ramsis-Bahnhof (rechts neben der Kirche, vom Bahnhof aus gesehen). Gleichzeitig wird dieser Platz auch von Minibussen benutzt, die Ziele innerhalb der Stadt anfahren.
Midan Ataba: Normale Busse halten im Erdgeschoss des nördlicheren Parkhauses, während Minibusse das Parkhaus zwischen den beiden Hochbrückenrampen benutzen.
Die meisten Fernbusse - siehe weiter unten - starten vom Midan Turguman, siehe weiter unten.
Aus den mehr als 200 Buslinien haben wir eine Auswahl der für Fußgänger interessanten Linien zusammengestellt, siehe Kasten. (Vorsicht, die Liniennummern ändern sich immer mal wieder, fragen Sie unbedingt vor dem Einsteigen nach dem Ziel).
Eine Alternative zum normalen Bus sind die etwas teureren verbeulten weißen Linien-Minibusse, die tollkühn durch die Stadt rasen. Früher wurden nur Sitzplätze verkauft, heute ist dieses System „durchlöchert“. Der Fahrpreis beträgt normal 50 Pt; die Busse fahren allerdings an den Endpunkten erst dann los, wenn alle Plätze besetzt sind.
Daneben gibt es diverse Strecken, die von privaten Minibussen versorgt werden, z.B. auf der Pyramid Road durch VW-Transporter aller Altersklassen. Man winkt sie an und nennt das Fahrtziel; wenn die Richtung stimmt und Platz ist, steigt man zu und zahlt um 100 Pt. Man kann z.B. vom Midan Tahrir zu den Pyramiden, nach Heliopolis oder von der Sharia Qasr El Aini Richtung Maadi/Heluan fahren; doch sind die Busse meist total überfüllt.
Grundsätzlich ist man in der Regel besser in einem Taxi aufgehoben, als sich der hautnahen Enge im Bus oder Minibus auszusetzen.
Die Firma CTA fährt mit ihren komfortableren AC-Bussen quer durch die Stadt: Linie 356 startet am Flughafen zum Midan Abdel Minin Riyad alle 30 Minuten von 6.30-23.30 Uhr, die Nr. 355 und die Nr. 357 pendeln zwischen Heliopolis, Midan Ramsis, Midan Tahrir/Midan Abdel Minin Riyad, Manial und den Pyramiden (Mena House Hotel). Die Haltestelle in Tahrir-Nähe liegt östlich vom Ramsis Hilton Hotel, bei den Blumenständen an der Sharia Galaa.

Nähere Informationen zum Flughafen und seinen Busverbindungen finden Sie im Kapitel Ankunft, siehe Seite...

Einige Buslinien in Kairo

Fahrstrecke                                                                                                Linie

Md Ataba - Flughafen 948
Md Ramsis - Md Abdel Minin Riyad - Dokki ..................................................810
Md Ramsis - Md Abdel Minin Riyad - Maadi ...................................................412
Md Ramsis - Zamalek - Pyramiden ................................................................30
Md Ramsis - Zamalek - Pyramiden (AC Bus) ................................................357
Md Abdel Minin Riyad - Md Ramsis - Flughafen (Terminal 1, Tag/Nacht) .......400

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Minibusse
Md Ataba - Md Tahrir - Insel Roda .................................................................59
Md Ramsis - Sharia 26.July - Zamalek (Nordspitze) .......................................47
Md Abdel Minin Riyad (Tahrir) - Zamalek (Nordspitze) ...............................49

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Übernachten in Kairo

Beachten Sie bitte: Die Unterkünfte sind zunächst nach Ortsteil sortiert, dann nach Preisklassen (Sternen) und innerhalb der Preisklasse alphabetisch.

Zentrum (Stadtteile Taufikiyakia, Ezbekiya, Abdin und Khan el Khalili-Umgebung)

Die Zahlen in [ ] beziehen sich auf den Plan Hotels im Stadtzentrum (siehe rechts), die zusätzliche Angabe [ +] auf den Plan Midan Ramsis (siehe Seite137).
Luxushotels
Wie bei allen Luxushotels gilt auch hier, dass Gruppen bis zu 50 % weniger bezahlen als Einzelreisende. Wer also diese Klasse als Individualist subventionieren will, bucht sich hier ein. Zuvor sollte man allerdings versuchen, über ein Reisebüro einen Voucher zu bekommen, in jedem Fall einen Blick auf die Internetseiten zu werfen, denn dort gibt es häufig Sonderangebote. Daher geben wir für diese Kategorie keine Details und Preise an.
Hier nur eine - beliebige – Auswahl.
Four Seasons, 5*, Nile Plaza, 1089 Corniche, Garden City, Tel 2791 7000, Fax 2791 6900, sehr gut, sehr teuer
Grand Hyatt Cairo, 5*, Garden City (an der Südspitze der Insel Roda), Tel 2365 1234, Fax 2362 1927, cairo.grand.hyatt.com, sehr gut eingerichtet, Drehrestaurant auf dem Dach, gut und teuer
Conrad Cairo, 5*, 1191 Corniche, Tel 2580 5000, Fax 2580 8080, cairoinfo@conradhotels.com, www.conradhotels.com, großzügig eingerichtet, alkoholfreie gute Restaurants, bekannte Disko
Helnan Shephards, 5*, 1113 Corniche, Garden City, Tel 2792 1000, Fax 2792 1010, res@shepheard-hotel.com; unpersönlich, hat nichts mit dem 1952 abgebrannten Shephards gemein.
Nile Hotel, [29] 5*, Corniche (Md Tahrir), früher Nile Hilton, wird seit Juni 2009 für etwa 2 Jahre komplett renoviert und danach von Ritz gemanagt.
Ramsis Hilton, [18] 5*, 1115 Corniche, Tel 2577 7444, Fax 2575 2942, reservationramses@hilton.com, reservationramses@hilton.com, www.cairo-ramses.hilton.com; toller Blick
Semiramis Intercontinental, 5*, Corniche, Garden City (Nähe Md Tahrir), Tel 2795 7171, Fax 2796 3020, caiha-resvn@interconti.com, www.intercontinental.com; moderner Neubau, großzügige Lobby...

3*Hotels

Ambassador, [1] 31 Sh 26.July, (7.-10.St.), Tel 2578 3225, Fax 2574 3263; SatTV,
Kschr, se sa, la, fr, AC, empf, mF .................................................................. E+B 180-240, D+B 240-330
Cairo Khan, [9] Sh 26.July/Mohamed Farid, Tel 2392 2015, Fax 2390 6799,
cairokhan@link.net, info@cairokhan.com, sales@cairokhan.com; AC, SatTV, WLAN, tlw gr Zi, se sa, Kschr, mF                        E+B $90, D+B $120
Carlton, [2] 21 Sh 26.July, Tel 2575 5022, Fax 2575 5323, reserve@carltonhotelcairo.com,
www.carltonhotelcairo.com; zentral, Nähe Metro, fr, se sa, rel la, AC (häufig laut, defekt),
SatTV, Balkon, Dachterr. mit Rest, Zi unterschiedl. Qualität (eher 2*), HP E+B 150-200, D+B 225-300
City View, [30] 1 Sh Abdel Salam Arif, info@cityviewhotel.net, www.cityviewhotel.net; direkt am Md Tahrir, 2008 eröffnet, AC, SatTV, Safe, Kschrk, Internet, se sa, mF      E+B $45, D+B $55
Cosmopolitan, [26] 1 Sh Ben Taalab/Qasr el Nil, Tel 2392 3663, Fax 2393 3531, zentral,
stimmungsvolles altes Hotel, se sa,, ang, SatTV, AC, Kschr, Internet, mF ........ E+B $65, D+B $80
Fontana, [3+] Md Ramsis (genau Sh Seif el Din el Mahran), Tel 2592 2321, Fax 2592 2145, zentral, Dachterrasse mit Pool, Disco, AC, se la (Md Ramsis), se sa, fr, hb, TV, Kschrk, mF      E+B $35, D+B $52

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Einfache Hotels

Alle Hotels in der Sharia Talaat Harb und der Sharia 26.July sind sehr laut, Lärmempfindliche buchen Zimmer zum Hof.

African, [5+] 15 Sh Emad El Din, Tel 2591 7220, 3.St, africanhousehotel@hotmail.com, www.africanhousehostel.com; se sa, se hb, Kaffee und Tee kostenlos, große, hohe Zi, organisiert Trips, Airp-abh. ab 4 Nächten, SatTV, WLAN, Küche, Wäscheservice, mF E E 65-75, E+B 85-95, D 90-100, D+B 120
Amin, [34] 38 Md Falaki/Bab el Louk, Tel 2393 3813, 6./10.St., abgewohnt, rel sa, la, gut für alleinr. Frauen, Balkon, F £E 5, E 29, E+B 35, D 39, D+B 49, D+B+AC 5
Berlin, [21] 2 Sh Shawarby, Tel/Fax 2395 7502, berlinhotelcairo@hotmail.com, http://berlinhotelcairo.freeservers.com/homepage.Index.html; AC, in ehemals vornehmer Wohnung, se einfach, im Zi jeweils nur Dusche, 2 Gemeiinschaftstoiletten für max. 21 Gäste, rel teuer, sa, mF E 107, D 137Blue Bird, [11] 42 Sh Talaat Harb, 6.St., Tel 2575 6377, se einf, sa, hb, fr, WLAN, Küche, mF E 50, E+B 80, D 70, D+B 100
Brothers Hostel, [18] 34 Sh Talaat Harb, 4.St, Tel 2579 6946, hostelbrothers@yahoo.com, neue Räume im 2. Stock, Wäscheservice, WLAN, Airp-abh. ab 2 Nächten, AC, se sa, mF    E+B 90, D+B 120
Cairo Center, [19] 20 Sh Adly (gegenüber Synagoge), Tel/Fax 2393 5536, 2009 eröffnet, AC, SatTV, Kschr, WLAN, tlw Balkon, Airp-abh. x Nächteabolung ab 3 Nächte, gr Zi, gepflegt, se sa, fr, mF E+B $22, D+B $32
Cairo Inn, [24] 6 Md Talat Harb, Tel/Fax 2575 9213, cairoinn44@hotmail.com, Ende 2008 eröffnet, se sa, se gepflegt, se gut eingerichtet, AC, WLAN, tlw Balkon, Airp-abh. ab 3 Nächte, mF E/D 140, E+B 190, D+B 260
Canadian Hotel siehe The Canadian Hotel
Ciao, [1+] 2*, 28 Sh Ahmed Helmi, Tel 2235 2858, Fax 2236 9192, ciao@link.net, www.ciaohotel.com, (hinter Ramsis-Bhf, rechts neben Happy Dreams Hotel), Cafeteria im 12. St., Restaurant im 10. St, la, se sa, se hb, Balkon, AC, Internet, Wäscheservice, bestes Hotel in Bahnhofsgegend, (Studentenermäßigung möglich), mF E+B 110, D+B 160

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**Minia  

Hintergrund: Minia, die geschäftige Provinzhaupt- und Universitätsstadt mit etwa 250 000 Einwohnern, liegt inmitten einer vor Fruchtbarkeit strotzenden Region. Sie geht wahrscheinlich auf pharaonische Ursprünge zurück und ist, ähnlich wie Beni Suef, auf ca. 5 km Länge zwischen Ibrahimiya-Kanal und Nil eingequetscht. Dort prunkt sie mit einer breiten und erstaunlich gepflegten Uferpromenade, der Sharia El Nil (oder Corniche). Wie überhaupt fast alles in Minia einen Hauch gepflegter ist als anderswo in Ägypten. Vor der Nasser-Revolution residierten hier einige Baumwollbarone in Villen, die meist von italienischen Architekten gebaut worden waren. Zu deren Festen reisten angeblich sogar Gäste aus Kairo mit Freude an.
Vielleicht hat sich aus jener Zeit noch der Wunsch nach sauberen Straßen und Grünanlagen erhalten. Beste Beispiele sind der Midan Tahrir (laut offiziellem Stadtplan auch Midan Palace) auf der Sharia Gumhuriya vom Bahnhof zum Nil und die Sharia El Nil mit ihren schattigen Bäumen und der praktisch durchgehenden Grünanlage. Wenn Sie durch die Stadt bummeln, werden Sie vor allem an der Sharia Mahatta auf ein paar ehemalige Prachtbauten stoßen, die immer noch einen für ägyptische Verhältnisse guten Eindruck machen. Zusammen mit der Partnerstadt Hildesheim ist seit Jahren ein Museum geplant und nun am Ostufer des Nils im Bau, das hauptsächlich Objekte aus der Umgebung zeigen und auch die Ausstellungsstücke des Museums von Malaui aufnehmen wird. Präsident Mubarak sollte es 2008 (laut Tourist Office nun erst 2010) eröffnen.
Achtung: Da der Bereich von Minia als terroristisch aktiv gilt, stehen Besucher auch 2009 unter mehr oder weniger präsentem Schutz der Polizei, d.h. öffentliche Verkehrsmittel können kaum benutzt werden. Bei Besuchen der außerhalb Minias liegenden Sehenswürdigkeiten ist man auf Taxifahrten angewiesen, die meist von Polizeiwagen begleitet werden. Es gibt aber derzeit kaum noch Einschränkungen hinsichtlich der Ziele und Bewegungsfreiheit. Je nach Sicherheitslage kann man sich auch ohne Polizeibegleitung bewegen, wenn man schriftlich bestätigt, auf eigenes Risiko unterwegs zu sein und damit die Polizei - die vorher über alle Ziele informiert werden will – von der Verantwortung für eventuelle Zwischenfälle entbunden wird.
Die sehr sympathische Stadt lohnt ganz sicher einen Besuch. Der Verkehr ist nicht so hektisch wie in Kairo, aufdringliche Händler kommen praktisch nicht vor, die Bewohner sind einen Tick freundlicher und herzlicher als anderswo. Touristen werden in Minia viel eher ins normale Leben integriert als z.B. in Luxor, d.h. man lässt sie gewähren. Allerdings stößt man häufiger auf Verständigungsprobleme, weil weniger Leute englisch sprechen oder es erst üben. Der montägliche Wochenmarkt, der früher im Stadtzentrum stattfand, wurde in den Süden der Stadt verlegt und hat an touristischem Reiz verloren. Die Sharia Taha Hussini ist eine der Hauptgeschäftsstraßen vor allem im südlicheren Bereich.
Auf der Ostseite des Nils steht ein Museum, das Funde der Umgebung beherbergen wird, vor der Eröffnung, die voraussichtlich 2010 stattfinden wird.
Da Minia über eine erstaunlich gute Hotel-Infrastruktur verfügt, dient der Ort gern als Standort für Besuche in die Umgebung bis hin nach Tell el Amarna. Man sollte daher wenigstens zwei Tage in Minia einplanen.
Fußgängern/Radfahrern bietet sich ein Spaziergang bzw. Ausflug über die Brücke ans andere Ufer und durch die Felder des Ostufers an, was recht stimmungsvoll sein kann. Fahrräder vermieten u.a. das Palace und das Akhenaton Hotel.


Praktische Informationen

Telefonvorwahl 086
Das Tourist Office, Tel 2360 150 (8-18) liegt an der Corniche, südlich der fatimidischen Lamady Moschee, nicht weit von der Nilbrücke. Wer Glück hat, findet hilfsbereite Mitarbeiter, die sich Mühe geben, Besucher zu unterstützen. Man sollte hier Rat holen, wenn man die umliegenden pharaonischen Stätten besuchen will.
Das Telefonamt ist im Bahnhof untergebracht, die Post in der Nähe am Beginn der Sharia Gumhuriya.
Mini- und Bushaltestellen findet man etwa 400 m südlich vom Bahnhof, unterhalb der Auto-Eisenbahnüberführung, also nicht an der Fußgängerüberführung. Von hier fahren stündlich Busse nach Kairo oder nach Assiut; allerdings dringt die Polizei auf Eisenbahntransport der Ausländer.
Leser machten mit dem Taxifahrer George Yany, Tel 012 756 5351, für Ausflüge in die Umgebung sehr gute Erfahrungen, Tagespreis ca. £E 200. Sie engagierten zusätzlich John Ezat Fawzy, Tel 012 330 0816, als kompetenten Führer für ca. £E 100 pro Tag.
Die Bank Misr am Midan Saha hat einen Geldautomaten (ATM).

Am Nil sind die Restaurantschiffe Hamis und Nefertiti genau gegenüber der Einmün­dung der Sharia Gumhuriya in die Corniche vertäut, die bei entsprechender Nachfrage auch Nil aufwärts, z.B. nach Beni Hassan,
(2-3 Stunden) fahren. Einzelreisende können sich Gruppen anschließen, sofern noch Platz vorhanden ist (ca. £E 15 pP). Zwei kleinere Schiffe mit den Köpfen von Nofretete und Echnaton am Bug offerieren ebenfalls Ausflüge.
Zugverbindungen
Zur Zeit unserer Recherche und bis Redaktionsschluss war keine klare Auskunft zu erhalten, welche Züge für Touristen, die außerhalb Kairos zusteigen wollen, zugelassen sind. Im Zweifel steigt man ein und kauft das Ticket beim Schaffner.
Minia - Luxor – Assuan 01.30, 12.10 (nur Luxor), 16.10 (1./2Kl. £E 66/37)
Minia – Kairo 10.45, 20.10, 18.55, (£E 48/27)
Busse (Upper Egypt Co)
Kairo: jede volle Stunde, ab 7.00-01.00 (£E 15)
Assiut: 6.00, 9.00, 12.00 (£E 16); in Assiut gibt es Anschluss nach Luxor und in die Oasen.

Restaurants

Al Bedaya, Sh El Hussini, Tel 234 7264, ägyptisch, schnell, sauber, gut und preiswert
Al Khalil, Sh Abdel Molem, Tel 233 4433, klein, sehr sauber, sehr gut, freundlich, preiswert
KFC Kentucky Fried Chicken, Corniche, übliche Gerichte der amerikanischen Kette
ZAD, Restaurant und Café, Corniche, Tel 010 9207500, freundlich, sehr sauber, preiswert
Restaurant des Lotus Hotels, sehr gut, auch europäische Küche, freundlich, preiswert; das direkt am Nil gelegene Restaurant des Aton Hotels ist gut und relativ teuer

Übernachten

Akhenaton, 3*, Sh Moh. Tawfik Khashba/Corniche, Tel 236 5918, Fax 236 5917, kingakhenaton@hotmail.com, www.kingakhenaton.8m.com; Balkon, tlw Nilblick, AC, SatTV, Kschr, Internet, organisiert Trips, se sa, ang, hb, gutes Dachrest, empf, mF................................... E+B 107, D+B 145

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***Tell el Amarna

Hintergrund: Pharao Amenophis IV, der sich in Echnaton umtaufte, nannte seine auf einem Wüstenplateau am Ostufer des Nils neu gegründete Hauptstadt Achet-Aton; heute sind die wenigen Ruinen unter Tell el Amarna bekannt.
Echnaton war der Ketzerkönig, der mit der Göttervielfalt Schluss machte und sie auf einen einzigen Gott Aton (die Sonne) reduzierte, weil das Sonnenlicht die Quelle allen Lebens sei. Er stemmte sich mit seiner neuen monotheistischen Lehre gegen die mächtige Priesterkaste, die dadurch praktisch ihre Privilegien verlor und entmachtet wurde. Dies ging so weit, dass er sogar im Haupttempel von Amun in Karnak die Götternamen löschen und durch Aton ersetzen ließ. Einhergehend mit der neuen Lehre, setzte Echnaton auch neue Maßstäbe in der Kunst. Gegenüber den über viele Generationen gepflegten idealisierenden Darstellungen zieht jetzt Realität in die Bilder ein. Nicht zuletzt er selbst lässt sich so abbilden, wie er offenbar aussah: wulstlippig, mit lang gezogenem Kinn, Hängebauch über dünnen Schenkeln. Auch sein Familienleben ist nicht tabu; seine bildhübsche Frau Nofretete wird in nahezu intimen Szenen mit dem Pharao und häufig auch mit den Kindern dargestellt.
Echnaton führt eine neue Bautechnik mit wesentlich kleineren Steinen ein, aus denen sich Gebäude schneller errichten lassen. Im fünften Regierungsjahr verlässt er zusammen mit seiner Frau Nofretete Theben und erbaut hier im heutigen Amarna eine neue, prachtvolle Hauptstadt, Achet-Aton, mit Königspalast, großer Halle und Tempeln, die sich 2,5 km am Nil entlang zieht und in ihrer Blütezeit etwa 50 000 Menschen beherbergt. Es ist eine Gartenstadt, von Kanälen durchzogen, mit bis zu 40 m breiten Hauptstraßen. Sowohl der repräsentative Große Palast im Zentrum als auch der Wohnpalast im Norden sind bis ins kleinste Detail prachtvoll gebaut, Wände und Fußböden mit erlesenem Geschmack dekoriert; die noch wenige Jahre zuvor tote Wüstenebene am Ostufer des Nils ist voller Leben.
Die neue monotheistische Lehre überlebt allerdings ihren Gründer kaum. Nach dem Tod Echnatons kehrt Ägypten zum Pantheon der Götter zurück, tilgt, wo immer es geht, seinen Namen und lässt seine Hauptstadt schleifen und zerfallen. Daher sind heute nur noch Schutthügel im Raster der Grundmauern und eine Reihe von Felsengräbern mit interessanten Reliefs zu sehen.
Doch für den Besucher zählt eigentlich ein ganz anderes Erlebnis: Vom Eingang der Gräber fällt der Blick auf ein verlassenes Wüstenareal, das einst von prachtvollem Treiben erfüllt war, ins Leben gerufen einzig durch die Idee eines großen Mannes, der sich gegen die Übermacht von Traditionen stemmte und lange vor Buddha und Christus eine monotheistische Lehre verkündete - offenbar, bevor die Zeit reif für seine Erkenntnis war.
1912 entdeckte der deutsche Ägyptologe Ludwig Borchert bei Ausgrabungen in Tell el Amarna eine bemalte, wunderschöne Frauenkopf-Büste, die unzweifelhaft Echnatons Frau Nofretete zugeordnet werden konnte. Er brachte sie nach Berlin und bis heute zweifeln die Ägypter die Korrektheit der Fundteilung an. Aber Nofretete schaut nach wie vor im Ägyptischen Museum in Berlin aus ihrer Glasvitrine, majestätisch den Blick in die Unendlichkeit gerichtet.
Sie sollten zumindest die Nordgräber besichtigen (8-16, £E 25; vorsichtshalber Taschenlampe mitnehmen, falls Beleuchtung defekt), von den Südgräbern sind das des Eje sehr und das des Mahu sehenswert.
Etwa auf halbem Weg vom Nilufer zu den Nordgräbern bietet das Visitor Center Tickets, Erfrischungen, Toiletten, Souvenirs und Schatten. Kurz vor den Nordgräbern zweigt nach rechts eine später asphaltierte Straße zur Echnaton-Stele und zu seinem Grab ab (siehe weiter unten). Die Nordgräber wurden renoviert; die Reliefs zeigen neben dem jeweiligen Grabherrn viele, häufig private Szenen aus dem Leben am Hof. Deutlich ist der aufkommende Realismus in der darstellenden Kunst erkennbar. Nördlich der am meisten besuchten Grabstätten liegen:
Grab Nr. 1 Huje, Haremsvorsteher und Haushofmeister der Königsmutter Teje
Die Anlage besteht aus einer Säulenhalle mit einst zwei Säulen, einem Quertrakt, in dem rechts der Grabschacht eingelassen ist, und einer hinteren Kammer mit Hujes beschädigter Sitzstatue. Auf der linken Eingangswand sieht man Echnaton und Nofretete, denen Teje am Speisetisch gegenübersitzt, im unteren Regis­ter Musikantinnen und Höflinge. Auf der linken Seitenwand wird Echnaton in großem Gefolge vom Palast zu einer Empfangshalle getragen, um Tribute von Unterworfenen zu empfangen. Die ziemlich beschädigten Darstellungen der linken und rechten Rückwandhälfte zeigen jeweils das Königspaar, das dem Grabherrn Gold spendet.

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Luxor kennen lernen

****Tempel von Karnak

Anfahrt: Üblicherweise „reist“ man per Kalesche von Luxor nach Karnak. Das kostet heute etwa £E 20-30 hin und zurück, eine Taxifahrt kommt auf etwa £E 20-30 pro Fahrt. Sehr viel billiger (ca. £E 1) geht es per Mini-Linienbus. Dazu hält man Minibusse an, die nach Norden fahren. Die meisten haben das Dorf Karnak zum Ziel, was nicht stört. Wenn der Fahrer bei „Karnak“ nickt, liegt der Karnak-Tempel an seinem Weg. Nehmen Sie Getränke mit; im Tempel gibt es nur in der Cafeteria am See etwas gegen den Durst - ziemlich teuer.
Karnak braucht Zeit; suchen Sie sich ruhige Stunden z.B. nach 12 Uhr aus, um einen Eindruck von der Atmosphäre dieses „Roms des alten Ägypten“ gewinnen zu können.
Hintergrund: Im pharaonischen Ägypten wurde Karnak „Auserwählte der Stätten“ genannt, denn hier stand über zwei Jahrtausende das größte Heiligtum der Ägypter.
Aus seinen Anfängen um 2100 vC entwickelte sich der Tempel des Amun-Re, des Königs der Götter, schon bald zu seiner überragenden Bedeutung, und mit ihm Theben zum religiösen und geistigen Mittelpunkt des Landes. Über mehr als zwei Jahrtausende haben fast alle ägyptischen Könige in Karnak gebaut, angebaut, umgebaut, ließen Reliefs anbringen und Statuen aufstellen (oder abreißen). Im Dritten Pylon fanden sich z.B. Architekturfragmente von zehn früheren Epochen.
Von einem ursprünglichen Tempel im Mittleren Reich wuchs die Anlage immer weiter, teils nach Osten, hauptsächlich jedoch in westlicher Richtung. Daher stehen die jüngsten Gebäudeteile an der dem Nil nächsten Stelle, am heutigen Eingang. Dies zu wissen ist ein wichtiger Schlüssel für das Verständnis des verwirrenden Komplexes.
Tuthmosis I, zweiter Pharao der 18. Dynastie, leitete im großen Stil die Baugeschichte des Amun-Tempels ein, indem er das vorhandene Heiligtum um zwei Pylone und eine Kolonnade in westlicher Richtung erweiterte. Seine Tochter Hatschepsut setzte ihre beiden großartigen Obelisken davor. Ihr Mitregent und Nachfolger Tuthmosis III baute die Festhalle östlich des Sanktuars. Amenophis III, der sich als Erbauer des Luxor-Tempels ein Denkmal setzte, ließ den Dritten Pylon, Haremhab den Zweiten Pylon bauen. Im Raum zwischen diesen beiden Pylonen begann Sethos I mit der Errichtung der Säulenhalle, die schließlich von Ramses II vollendet wurde. Damit hatte der Amun-Tempel seine endgültige Form (fast) gefunden. Vor diesen Komplex stellten Sethos II und Ramses III je einen kleineren Tempel; die Bubastiden der 22. Dynastie fügten eine große Kolonnade hinzu, in der 25. Dynastie ließ der Kushite Taharqa einige große Säulen errichten, und schließlich begannen die Ptolemäer mit dem Bau des Ersten Pylons, der aber nie vollendet wurde.
Die Gesamtanlage ist von einem (teils modern rekonstruierten) Lehmziegelwall umgeben, der ein Quadrat von etwa 500 m Seitenlänge mit dem Amun-Tempel und weiteren Nebentempeln umschließt: am Nordtor der Tempel des memphitischen Schöpfergottes Ptah, am Osttor der Obeliskentempel von Ramses II, im Südosten der Heilige See, im Südwesten der Tempel des Gottes Chons, Sohn von Amun und Muth.

Der Amun-Tempel (6-18.30, Winter 17.30; £E 65) entwickelt sich hauptsächlich an einer West-Ost-Achse, die beim modernen Zugang an einer Kultplattform beginnt; gleich südlich davon lag die antike Bootsanlegestelle. Von hier führt eine Widder-Sphingen-Allee zum Ersten Pylon [1]. Er ist unfertig, wie die ungeglätteten Wände und die Reste des seit Jahrtausenden verlassenen „Baugerüsts“ aus Lehmziegeln auf der Süd-Innenseite zeigen, über dessen schiefe Ebene das Baumaterial hinaufgeschafft wurde (direkt davor ein informativer Übersichtsplan).
Durch das Pylontor betritt man den großen Ersten Hof Hier stehen zwei kleinere Tempel, die ursprünglich außerhalb des Amun-Tempelareals erbaut worden waren, aber bei der weit späteren Anlage dieses Hofes integriert wurden: links ein kleines dreiteiliges Heiligtum von Sethos II für Amun, Muth und Chons, auf der rechten Hofseite ein Tempel von Ramses III [2] mit zwei Kolossalstatuen seines Erbauers.

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Theben West

**** Tal der Könige

Das vollkommen vegetationslose Wadi Biban el Muluk mit den Königsgräbern liegt versteckt, westlich einer Gebirgskette (auf der die „Herrin des Westens, die das Schweigen liebt“, ihren Sitz hatte), unterhalb des pyramidenförmigen Berges Horn Den stärksten Eindruck von dem einsamen Wadi gewinnen Sie, wenn Sie von Deir el Bahri zu Fuß oder per Esel über eben jene Gebirgskette hinüber wandern. Oder, noch besser, wenigstens ein Stück den Berg Horn hinaufklettern (siehe „Bergsteigen“ bei Praktische Informationen). Doch auch die Straßenführung durch das enge Trockental vermag die Abgeschiedenheit dieser Totenwelt zu vermitteln. Seit dem Massenansturm der Touristen wird das Tal jedoch von Unruhe und Lärm erfüllt.
Vom Parkplatz geht man durch das neue Visitor Center, nach dessen Ausgang rechts die Eintrittskarten zu lösen sind, daneben die für den Shuttle-Zug (LE 4 Hin- und Rückfahrt, ca. 300 m). Zusatzkarten für das Grab Tutanchamuns gibt es am eigentlichen Eingang, der Endstation der Shuttlezüge.
Im Zentrum des Visitor Centers steht ein Modell des Tals, das für einen dreidimensionalen Überblick sorgen soll. Unterhalb der Oberfläche sind sogar die Grabgänge mit –kammern maßstabsgetreu angebracht (man muss sich bücken). Die relativ wenigen Info-Tafeln an den Wänden hängen hoch und sind daher nur schwer lesbar. Die Führer sollen die notwendigen Informationen zunächst hier sowie jeweils außerhalb der Grabanlagen vermitteln und dann die solchermaßen Belehrten allein in die Gräber entlassen.
Häufig stauen sich lange Schlangen vor den Gräbern, und in Zeitnot geratene Gruppenführer drängen Einzelreisende rücksichtslos zur Seite. Wer sich mit dem Eintrittsticket für drei Gräber zufrieden gibt, kommt mit der etwas ruhigeren Zeit von etwa 9-11 Uhr zurecht, sonst ist trotz größerer Hitze der mittlere bis späte Nachmittag vorzuziehen.
Und noch eins: Das Tutanchamun-Grab lässt zwar immer noch ein bisschen das Entdecker-Abenteuer nachempfinden, aber sowohl von der Anlage als auch Ausstattung her gibt es wesentlich interessantere Grabstätten zu besichtigen (bei Tutanchamun sehen Sie die allerwenigsten „Grabmeter“ pro Ticket).
Vorbemerkungen zu den Königsgräbern:
Ohne Verständnis für die Mythologie und Philosophie, die hinter diesen Grabanlagen stehen, sehen die Gräber aus wie bemalte Bergwerksstollen. Versuchen Sie dennoch, sich stimmungsmäßig in die hier dokumentierte Gedankenwelt versetzen zu lassen.
Unter dem Ansturm schwitzender Touristen verändern sich die klimatischen Bedingungen in den Kammern grundlegend. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die eindrucksvollen Bilder zerstört sind. Denken Sie an diese spezielle Umweltbelastung und vermeiden Sie, die Reliefs z.B. durch Berühren zusätzlich zu belasten. Denken Sie auch daran, dass zum vollen Erleben Ruhe und Stille gehören.
Gegenüber dem Tutanchamun-Grab wurde eine Art Rastplatz mit Schattendach und Ventilatoren errichtet, an dem man sich gut ausruhen kann. Dort wird aber nichts verkauft, daher Getränke und eventuell Verpflegung mitnehmen.
Stecken Sie einen Tagesvorrat an Kleingeld ein. Andernfalls einem der Bakschischjäger z.B. eine Zwanzigpfundnote zum Wechseln geben; die Leute haben meist genug Einpfundnoten.

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**Totentempel von Sethos I

Der von Sethos I begonnene und von seinem Sohn Ramses II fertig gestellte Tempel steht am nordöstlichen Rand des Fruchtlandes. In jahrelanger Ausgrabung gelang es dem Deutschen Archäologischen Institut, den Grundriss der Gesamtanlage wieder sichtbar zu machen und die erhaltenen Ruinen zu restaurieren.
Man betritt das Tempelareal von der Nordseite über einen Nebeneingang und erreicht die zentrale Achse direkt hinter dem weitgehend zerstörten 1. Pylon. Das Tempelvorfeld ist vom heutigen Dorf überbaut. Über das moderne Pflaster der Tempelachse führt der Weg zwischen hier gelagerten Reliefblöcken durch die Reste des 2. Pylons auf die Tempelfassade zu, vor der acht Papyrusbündelsäulen stehen. Auf dem Architrav berichtet Ramses II, dass er den Tempel für seinen Vater Sethos I fertig gestellt hat.
Ganz links führt eine Nebenachse in eine Kapelle, in der Ramses I, der Vater von Sethos I, verehrt wurde. Auf der Unterseite des Architravs der Eingangstür ist der Himmel dargestellt: Die Sterne bestehen zum Teil aus den Namen von Ramses I. Über der Innenseite der Eingangstür ist zweimal Ramses I zu sehen.
Die Mittelachse führt zum Barkenraum. Seine linke Längswand trägt ein prachtvolles Reliefbild der Götterbarke des Amun. Nach rechts führt eine Tür in den großen Hof des Sonnenheiligtums. Der Sonnenaltar zeigt auf der Nordseite ein Relief der Paviane, die die Sonne anbeten. Auf einer Wand links hinten ist der Gott Osisris auf der Totenbahre zu sehen, von Klagefrauen flankiert. Auf seinem erigierten Phallus lässt sich (nur schwer erkennbar) Isis als Falke nieder und empfängt so den Horus.
Südlich des Tempels liegt ein mit Wasser gefülltes unterirdisches Heiligtum. Es ist, ähnlich wie in Abydos, ein Osirisgrab (siehe Seite 282). Die Grundrisse der Nebengebäude rings um den Tempel sind nach ihrer Ausgrabung durch das Deutsche Archäologische Institut durch Ziegelmauern angedeutet worden.

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****Deir el Bahri, Hatschepsut-Tempel

Hatschepsut, die mächtigste Frau auf dem Pharaonenthron, ließ etwa ab 1475 vC ihren Totentempel direkt an den Gebirgsrand bauen: Er breitet sich wie eine überdimensionale Bühne aus, die mit ihrer Hintergrundkulisse aus senkrecht in den Himmel wachsenden Felsen verschmolzen ist. Bereits 700 Jahre zuvor hatte Mentuhotep II, ein König der 11. Dynastie, seinen Totentempel hier angelegt; direkt daneben ließ Hatschepsut bauen. Übrigens konnte nach Pressemeldungen in 2007 im Ägyptischen Museum die Mumie von Hatschepsut angeblich zweifelsfrei identifiziert werden. Ob sie irgendwann zu sehen sein wird, ist noch offen.
Der Totentempel besteht aus zwei Terrassen. Vom Vorhof führt eine Rampe zur Unteren Terrasse, von dieser eine weitere zur Oberen Terrasse. Wenn Sie etwas Zeit haben, machen Sie zunächst auf der Vorhofebene einen Abstecher zur Rückwand der linken Kolonnade. Ihre Reliefbilder zeigen, wie im Auftrag der Königin die großen Granitobelisken von Assuan nach Theben transportiert wurden. Einer von ihnen steht noch heute im Tempel von Karnak.
Sobald Sie auf die Untere Terrasse hinaufgestiegen sind, gehen Sie nach rechts außen zum Anubis-Heiligtum. Die Architektur dieser Kapelle ist typisch für Deir el Bahri. Der vordere Tempelteil steht frei, der hintere wurde als Höhlenheiligtum in den gewachsenen Felsen getrieben. In der Vorhalle ist rechts ein Reliefbild des Anubis vor einem großen Opfertisch, links das des Amun am Opfertisch, beide farblich gut erhalten.
Die ausgehackte Gestalt in beiden Bildern zeigte die Königin Hatschepsut. Sie war um 1480 vC auf den Pharaonenthron gekommen, weil ihr Gemahl Tuthmosis II früh verstarb und der legitime Erbe, ihr Stiefsohn Tuthmosis III, noch ein Kind war. Hatschepsut nahm für ihn die Regierungsgeschäfte wahr und ließ sich später als männlicher Pharao darstellen. Dieser Anspruch widersprach der auf Dualität des Mann-Weiblichen aufgebauten Vorstellung vom Königtum. Ihr Andenken wurde daher von Tuthmosis III am Ende seiner Regierungszeit systematisch ausgelöscht.
Wir gehen vom Anubis-Heiligtum weiter nach links zur Kolonnade, auf deren Rückwand die göttliche Geburt der Hatschepsut gezeigt wird. Leider sind die so interessanten Reliefs nur noch aus einiger Entfernung zu besichtigen, weil Holzbarrieren zwischen den Pfeilern die Zuschauer zurückhalten. Das ist sicher gut für die historischen Relikte, aber für den Besucher extrem nachteilig. Waren viele Szenen schon aus direkter Ansicht nur noch schwer zu erkennen, so verschwinden sie jetzt im Halbdunkel.
Nach dem siebten Pfeiler von rechts ist das Reliefbild der schwangeren Königin Jahmes zu sehen, der Mutter von Hatschepsut. Sie wird von der froschköpfigen Göttin Heket und von dem widderköpfigen Gott Chnum bei den Händen genommen und zur Geburt geführt. Unmittelbar links ist eine Szene, die in der Chronologie dem vorigen Bild vorangeht: Der ibisköpfige Gott Thot, der Götterbote, verkündet der Königin Jahmes den Besuch des göttlichen Kindsvaters Amun und die bevorstehende Geburt eines menschlich-göttlichen Kindes. Analogien zur neutestamentarischen Geburtslegende drängen sich auf.

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**El Kab

Hintergrund: El Kab, das pharaonische Necheb, war während der Vorzeit, also vor Gründung des altägyptischen Reichs, Hauptstadt des oberägyptischen Reichs, später dann Hauptstadt des dritten oberägyptischen Gaues. Mit Hierakonpolis (beim heutigen Kom el Ahmar gegenüber auf dem Westufer) bildete es ein politisches Zentrum Oberägyptens.


Etwa 1 km nach einem Bahnübergang und einem bald folgenden ziemlich groß ausgebauten Checkpost zweigt links eine asphaltierte Straße in das Wadi Hilal ab (rechts ein eher kleines weißes Schild El Kab), die bald an einem Tickethaus endet (£E 30 Eintritt). Das Ticket gilt nur für die östlich im Wadi liegenden Stätten, nicht für die sehr alte Siedlung Necheb, um deren Nekropole es sich hier größtenteils handelt.
 
Direkt östlich vom Tickethaus ziehen sich viele Felsengräber der Gaufürsten von El Kab am Berg entlang, zu den besterhaltenen und sehr sehenswerten führt eine neu gemauerte Treppe hinauf. Im Prinzip sind sie ähnlich angelegt: ein schmaler gewölbter Raum mit einer Statuten-Nische am Ende und häufig einer seitlichen Grabkammer.
Zunächst stößt man auf das Grab Nr. 3 des Paheri, des Stadtpräfekten von Nechbet und „Oberbuchhalters“ der Getreidelager vermutlich in der Zeit von Thutmosis III. Die Wände sind reichlich und mit gut erhaltenen, sehr lebendigen Bildern ausgeschmückt. Die linke Wand ist hauptsächlich der Tätigkeit des Grabherrn gewidmet: von der Feldarbeit über Vogeljagd, Fischfang bis hin zum Beladen der Schiffe. Danach folgen Begräbnisrituale. Auf der rechten Wand handeln viele Reliefs vom Familienleben, u. a. ein Bankett mit Harfenspielerinnen und Flötistinnen. In der Nische in der hinteren Wand stehen die arg beschädigten Statuen von Paheri, seiner Frau und seiner Mutter.
Das nächste Grab, das des Setau, des Hohepriesters von Nechbet in der 20. Dynastie, ist nicht so gut erhalten und auch nicht so reich bebildert. Außen neben dem Eingang sieht man Setau mit seiner Frau Khepri, im Inneren auf der linken Wand teilweise beschädigte Szenen aus der Landwirtschaft, auf der rechten Wand der Grabherr mit Frau und sein Schwiegersohn als Priester mit Pantherfell.
Es folgt das Grab Nr. 5 des Oberhaupts (Admiral) der Seeleute, Ahmose (Schild „Ahmes“), Großvater des Paheri, mit wichtigen historischen Texten. Sehr bekannt ist die detaillierte Schilderung von der Vertreibung der Hyksos (gleich rechts vor dem Bild des Grabherrn mit seinem Enkel).
Das letzte sehenswerte Grab ließ Reneni (18. Dynastie) anlegen. Es ist relativ groß, an der linken Wand sieht man wiederum Szenen aus der Landwirtschaft, in der Nische der Rückwand seine Statue, auf der rechten Wand hauptsächlich Totenrituale und, beim Blick auf die Decke, einen schönen Sternenhimmel.

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****Assuan

Blauer Nil, weiße Felukensegel, schwarze Kataraktfelsen, goldgelbe Wüste - die Attribute der Stadt ließen sich noch fortsetzen. In Assuan sollte man diese Stimmungen, die sich je nach Tageslicht anders mitteilen, genießen, sollte in Ruhe mit einer Feluke segeln, von den diversen Aussichtspunkten die ungewöhnliche Landschaftskulisse betrachten, vom Ufer den sich ständig neu bildenden Strudeln im Kataraktwasser zuschauen; kurz: sich Zeit nehmen und ein bisschen träumen.

Hintergrund: Assuan ist von alters her wegen seines trockenen und ausgeglichen warmen Klimas als Kurort bekannt. Wichtiger für die Bedeutung der Stadt waren die Stromschnellen im Nil, die ersten Katarakte von der Mündung her gesehen. Sie schützten Ägypten gegen von Süden eindringende Boote und stellten daher eine Art natürliche Grenze dar. Für unzählige Generationen von Ägyptern endete an den Katarakten die Vorstellung von der Bewohnbarkeit der südlichen Erde; in der Mythologie entsprang in dem „Grenzgebiet“ sogar der Nil. Eroberungslustige Pharaonen schoben die Grenze dann immer weiter nach Süden ins Land der Nubier vor - die vielen im heutigen Stausee versunkenen Tempel beweisen derartige Aktivitäten.
Assuan war auch wegen seiner Granitsteinbrüche für die pharaonischen Ägypter von erheblicher Bedeutung. Im Gegensatz zum weiter nördlich vorkommenden Sand- und Kalkstein konnte der besonders widerstandsfähige Granit in den hiesigen Brüchen gewonnen, zu Kolossalstatuen oder Obelisken verarbeitet und ohne lange Landtransportwege verschifft werden.
Interessant ist, dass einst der Wendekreis des Krebses durch Assuan verlief, denn sonst hätte der Ptolemäer Eratosthenes keinen schattenlosen Brunnen finden können. Im Lauf der seither verflossenen zwei Jahrtausende hat sich der Wendekreis ein ganzes Stück nach Süden verschoben.
Nach fast jahrtausendelangem „Dornröschenschlaf“ wachte Assuan mit dem Bau der Nilstaudämme auf und erlangte Weltberühmtheit: Der gegen Ende des 19. Jh von den Engländern errichtete alte Nilstaudamm zählte lange zu den größten seiner Art und regulierte die Fluten des Nils durchaus wirkungsvoll. Der neue Hochdamm wurde von den Russen in den 1960er Jahren gebaut und sollte Ägypten in eine neue fruchtbare, von den Launen der Natur unabhängige Oase verwandeln.

Sehenswertes

****Assuan, eine sehr lebendige orientalische Stadt mit bunten Souks und viel Atmosphäre, für viele Besucher die angenehmste Stadt Ägyptens
****Abu Simbel, Tempelanlage von Ramses II, rd. 280 km südlich von Assuan
****Insel Philae, einst als „Perle Ägyptens“ apostrophierte Tempelinsel, heute, nach Versetzen auf die Insel Agilka, immer noch sehr sehenswert
****Nubisches Museum mit 1200 Exponaten einer fast untergegangenen Kultur
*** Insel Elephantine mit Museum, pharaonischer Stadt Elephantine und Nubierdorf
***Nilstaudämme, d.h. besonders der Hochdamm: Sieg des Menschen über die Wassergewalten
**Kalabsha- und Beyt el Wali Tempel, ebenfalls vor den Fluten des Stausees gerettete Bauwerke
**Unvollendeter Obelisk in den Granitbrüchen, an dem deutlich die Arbeitsweise der pharaonischen Steinmetze zu erkennen ist
** Pflanzen-Insel (Kitchener Island), üppiger Botanischer Garten
**Ausflug mit einer Feluke durch die Kataraktlandschaft
** Gräber von Gaufürsten des Alten und Mittleren Reiches am westlichen Steilufer
**Simeonskloster, gut erhaltene Klosterruine in der westlichen Wüste
*Skulpturenpark, urwüchsige Ausstellungslandschaft mit den Skulpturen, die während der jährlichen Bildhauersymposien in Assuan geschaffen wurden

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Nasser-Stausee

***Tempelgruppe New Sebua (auch Al Subu)

Hintergrund: Auch das Wadi Sebua versank in den Fluten des Stausees, sein Tempel wurde aber von den Ägyptern um 4 km nach Westen auf sicheres Land versetzt (N22°47,55’ E32°32,75’), ebenso wie die weiter nördlich gelegenen Tempel von Dakka und Maharraka ganz in der Nähe wieder aufgebaut wurden. Zwischen dem südlicher gelegenen Sebua-Tempel und den beiden letzteren sind etwa 600 m zu marschieren (Eintritt £E 35 für alle Tempel).
Wadi Sebua bedeutet Tal der Löwen nach der Löwen-Sphingen-Allee, die zum Tempel führt. Setau, unter Ramses II Gouverneur von Kush, ließ den Tempel für seinen König bauen. Ihm unterstand ebenfalls der versunkene Tempel von Gerf Hussein, dessen Plan hier als Vorbild diente. Der Sebua-Tempel war Re-Harachte und Amun-Re geweiht, später wurde er in eine koptische Kirche umgewidmet. Die figürlichen wie bildlichen Darstellungen sehen häufig etwas grob aus; sie stehen für einen nubisch beeinflussten Stil mit schwereren, massiven Proportionen Interessant ist, dass sich Ramses II hier, fernab der Heimat, selbst als Gott, in einer Reihe mit den Hauptgöttern, darstellen lässt und diesen, also auch sich selbst, Opfer darbringt. Außerdem überragt er mehrfach als Opfernder die Götter ganz deutlich. All dies wäre im Umkreis von Theben undenkbar gewesen.

Sebua

Ursprünglich war der Tempel von Sebua von einer Lehmziegelmauer umgeben, deren Lage hier am neuen Platz nur durch eine Steinmauer angedeutet ist. Schon von weitem wird der Besucher von zwei großen Ramses II-Statuen begrüßt, die - ungewöhnlich - vor Sphingen auf hohen Steinpodesten stehen und den Eingang markieren. Diese Sockel sind mit gefangenen Afrikanern (links) und Asiaten sowie Libyern (rechts) dekoriert. Eine Stele von Setau in Abu Simbel berichtet übrigens, dass dort wie auch hier libysche Gefangene beim Tempelbau beschäftigt wurden.
Man betritt den Ersten Hof, in dem rechts und links je drei Löwensphingen mit Ramses II-Kopf mit Doppelkrone stehen. Auf den Podesten sind, wie am Eingang, Gefangene dargestellt. Durch die spärlichen Reste eines Pylons gelangt man in den Zweiten Hof. Dort setzt sich die Sphingenallee fort, allerdings mit (einst) vier verschiedenen falkenköpfigen Formen des Horus-Kopfes; zwischen den Vordertatzen steht jeweils eine Königsfigur.
Der Weiterweg führt dann auf eine Terrasse, auf der sich ein 20 m hoher Steinpylon als Eingang zum Tempelhaus mit ehemals vier kolossalen Figuren von Ramses II erhebt. Nur noch eine der Statuen ist erhalten, einen Stab mit Widderkopf als Symbol von Re-Harachte haltend. Reste der zweiten Figur liegen etwa 200 m entfernt am Weg zum Dakka-Tempel im Sand herum.
Die Front des Pylons ist mit verschiedenen und typischen Ramses-Reliefs geschmückt, bei denen der König Feinde vor Re-Harachte (rechts) und Amun-Re (links) erschlägt. Durch das Portal, das außen wie innen mit Reliefs von Ramses II und Opferdarstellungen dekoriert ist, betritt man einen Offenen Hof mit fünf Pfeilern auf jeder Seite, an denen Kolossalstatuen von Ramses lehnen, die Ähnlichkeit mit Osirisfiguren haben. Auf den ziemlich verwitterten Reliefs der Seitenwände kann der aufmerksame Betrachter insgesamt 53 Prinzen und 54 Prinzessinnen als Kinder von Ramses II zählen. Wieder führen ein paar Stufen auf ein höheres Niveau mit einer schmalen Terrasse, auf der rechts und links je ein kleiner, beschädigter Sphinx steht. Auf der Dekoration der dahinter stehenden Wand tritt der König von außen mit der unterägyptischen Krone im Süden, der oberägyptischen im Norden in den Tempel ein; ihm entgegen kommen die Götter des Tempels, links Amun-Re, rechts Re-Harachte, denen wiederum Ramses II als Gott folgt, die Hand auf die Schulter legend. Diese unbotmäßige Gleichsetzung (sogar Erhöhung, rechtes Bild) mit den Göttern leistet sich Ramses II nur hier in Nubien.
Jetzt betritt man die Pfeiler-Halle mit zwölf Pfeilern. Vor den Mittelpfeilern standen Osirisfiguren, die von den Kopten entfernt wurden, als sie diesen Raum als Kirche benutzten. Die Wände waren mit Bildern von Ramses II und Göttern geschmückt, aber nur wenige sind noch vorhanden. In den folgenden Räumen haben sich die Farben am besten erhalten.
Man geht weiter in eine schmale Querhalle mit Seitenräumen rechts und links, die sehr wahrscheinlich als Lager bzw. Schatzkammern für Wertobjekte wie nubisches Gold dienten. Auf der Rückseite der Eingangswand sieht man in gut erhaltenen Reliefs, wie Ramses II mit der Räucherpfanne Göttern opfert, wobei er selbst wieder vergöttlicht und gleichrangig (jeweils als Zweiter) dargestellt ist.
In Verlängerung der Tempelachse führt der mittlere Durchgang ins Sanktuar, rechts und links liegt noch je eine Kapelle, von denen die linke ausgeschmückt ist. In die Rückwand des Sanktuars wurde eine Nische eingelassen, in der ursprünglich die drei Gottheiten Amun, Ramses II und Re-Harachte als Statuen standen. Hier ist noch ein Teil des koptischen Gipsüberzugs zu sehen; dadurch ergibt sich das etwas absurde Bild, dass Ramses II dem Petrus zu opfern scheint; vor der Versetzung war noch ein Teil der Apsis erhalten, der aber nicht wieder eingebaut wurde. An der linken Wand opfert der König vor der Barke des Amun-Re, rechts vor der des Re-Harachte.
Zum Tempel von Dakka führt ein als Damm aufgeschütteter Weg, den man auch auf Kamelrücken bewältigen kann.

Dakka

Hintergrund: Der Tempel von Dakka, auf einem Hügel wieder aufgebaut, beherrscht mit seinem hohen Pylon die Szene. Bevor er von den Ägyptern hierher versetzt wurde, stand er 40 km flussabwärts. Er war dem Gott Thot (Weisheit), genauer dem Ortsgott Thot von Pnubs, geweiht und - ungewöhnlich - in Nord-Süd-Richtung parallel zum Nil ausgerichtet. Gegründet im 3. Jh vC vom meroitischen König Arkamani (Ergamenes), wurde er unter Ptolemäeus IV um den Quersaal und von Ptolemäus VII um die Vorhalle erweitert. Die Römer fügten schließlich den Pylon und das Sanktuar hinzu. Diese Entwicklung zeigen auch seine Reliefs, die zunächst fein ausgearbeitet waren und sich später zu eher groben Darstellungen entwickeln.

Der 12 m hohe Pylon war ursprünglich durch Ziegelmauern, die nicht mehr existieren, mit dem Tempel verbunden. Er ist in klassischer Manier mit Rundstab und Hohlkehle dekoriert, zwei schmale Wandnischen sind für die Flaggenmasten vorgesehen. Über dem Portal ist eine geflügelte Sonnenscheibe zu sehen, die anderen Dekorationen sind eher skizzenhaft. Auf jeder Seite führen Treppen auf das Dach.
Auf den Pylon folgte ein Hof, von dem aber nichts erhalten ist. Man betritt danach eine Vorhalle, deren Seitenwände mit Szenen von ptolemäischen Pharaonen bei Opferhandlungen dekoriert sind, an der rechten und linken Seitenwand ist Kaiser Augustus verewigt. An der Decke erkennt man geflügelte Kobras. Auf einen Quersaal, in dem hinten rechts eine Treppe zum Dach hinaufführt (nicht mehr zugänglich), folgt die Kapelle des Ergamenes. Ihre Wände tragen zahlreiche Reliefs religiösen Inhalts, die sich hauptsächlich um den Windgott Schu (mit Feder auf dem Kopf, auch als Thot) und die löwenköpfige Göttin des Wassers, Tefnut, drehen. Denn es waren diese beiden, die nach der altägyptischen Sage den Sonnengott nach Ägypten zurückholten, der sich enttäuscht von der Schlechtigkeit der Menschen nach Süden (dem Ursprung des Lebens) begeben hatte. In die linke Seitenwand wurde während der römischen Epoche eine schmale, ebenfalls dekorierte Kapelle gebrochen. An der Rückwand, links vom Eingang zum Sanktuar, hat Ergamenes festhalten lassen, dass er das Land von Assuan bis Takompso (Insel Nähe Maharraka) der Isis von Philae schenkt.
Ein Durchgang führt zum hinteren Ende des Tempels in das in römischer Zeit gebaute Sanktuar mit einem Granitschrein. Die groben Reliefs, die in starkem Kontrast zu denen der vorherigen Kapelle stehen, sind versenkt ausgeführt, eine Technik, die normalerweise nur an Außenwänden angewandt wurde. Es sind auch keine Namen angegeben, sondern nur noch Pharao. Die Reliefs beschäftigen sich wiederum mit religiösen Themen; meist bringt ein römischer Kaiser, als Pharao gekleidet, den verschiedenen Göttern Opfergaben dar.

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****Die Tempel von Abu Simbel

Einlaufen in Abu Simbel

Der Blick vom See auf die immer imposanter aus der Umgebung hervortretenden Tempel ist schon allein die Schiffsreise von Assuan her wert. Die Bordlautsprecher untermalen den Eindruck mit Aida-Musik - fast läuft einem eine Gänsehaut über den Rücken. Während der Schiffsbug auf Ramses II zuhält, meint man (zumindest bei Hochwasser), dem Steinkoloss die Hand reichen zu können - wir haben kaum jemals eine spektakulärere Schiffsankunft erlebt.
Die Schiffe bleiben über Nacht in Abu Simbel vertäut, abends kann man die unbedingt sehenswerte Light and Sound Show betrachten. Während die meisten Passagiere zurück nach Assuan fliegen, nutzen andere die Chance und kehren per Schiff zurück. Dieser Gesamttrip dauert dann sieben Tage.

****Die Tempel von Abu Simbel

Hintergrund: Ramses II ließ mitten in der Einsamkeit der nubischen Wüste einen großen Tempel für sich und, wenige Schritte entfernt, einen kleineren für seine Gemahlin Nefertari in den vollen Fels eines Steilabfalls am Nilufer hauen. Bisher fanden sich keinerlei Hinweise, warum diese monumentalen Bauwerke an einem Platz errichtet wurden, der nicht besiedelt war und weit entfernt vom Mutterland lag. Dem selbstbewussten Herrscher ging es wohl darum, die gigantische Bauleistung zur Demonstration seines Einflussbereiches und auch zur politischen Sicherung der nubischen Provinz erbringen zu lassen. Nicht zuletzt lässt sich Ramses II hier – wie wir schon auf den weiter nördlich liegenden Tempeln sahen – als Gott darstellen. Hier, weit entfernt von den Priestern Thebens, ging dies umso unverblümter.
Nicht zuletzt stellte er die technologischen Fähigkeiten und die Finanzkraft Ägyptens unter Beweis, um es in heutiger Terminologie zu sagen. Denn hier wurden hochgradige Ingenieurleistungen erbracht: Man stelle sich nur die Aufgabe vor, ein derart umfangreiches, harmonisch gestaltetes Bauwerk fast 50 m tief in den Berg hineinzutreiben, den gewachsenen Fels in großen Volumina so zu entfernen, dass am Ende z.B. vollendete Kolossalstatuen stehen blieben, und zwar nicht nur eine, sondern vier identische - ein paar Meiselschläge zu viel hätten das Gesamtbild massiv beeinträchtigen können.
Die Bauarbeiten begannen unter dem Vizekönig Iuny von Nubien während der ersten Dekade der Ramses II-Herrschaft, die Einweihung fand im Jahr 24 der Ramses II-Zeit (etwa 1250 vC) unter Vizekönig Hekanakth statt, wie Stelen dokumentieren. Schließlich geriet die Anlage in Vergessenheit, Sandverwehungen bedeckten sie. Jedoch wurden Stille und Einsamkeit Jahrtausende später nachhaltig gestört; 1813 entdeckte der Schweizer Forscher Ludwig Burckhardt die Tempel wieder, von denen nur ein Ramseskopf aus einer Sanddüne ragte. Eineinhalb Jahrhunderte danach drohten die Fluten des Nilstausees die Heiligtümer für immer zu versenken. Durch eine 40 Millionen Dollar teure Hilfsaktion der UNESCO gelang schließlich ihre Rettung. Das war keine leichte Aufgabe, denn hier handelte es sich nicht um ein Stein für Stein aufgeschichtetes Bauwerk, das man ebenso Stein für Stein abtragen und wieder zusammensetzen konnte. Sondern es ging um zwei monolithische Gebilde, die zunächst auch als Monolithe aus dem Fels getrennt und dann mit Hilfe von 440 Hydraulikpressen (Großer Tempel) 60 m angehoben werden sollten, eine nicht finanzierbare Lösung. Ein ägyptischer Bildhauer, Ahmad Osman, trug die Idee vor, die Tempel in transportfähige Stücke zu zersägen, auf Lkw zu verladen und am Bestimmungsort wieder aufzubauen. Gegen den Widerstand vieler Experten wurde dieser Vorschlag umgesetzt, und tatsächlich kam es zu keiner Katastrophe, nicht einmal zu einer nennenswerten Beschädigung einzelner Elemente.
Als 1964 die Bauarbeiten mitten in der Wüste begannen, stieg der See bereits unaufhörlich. Die Tempel mussten zunächst in einem Wettlauf gegen die steigende Nilflut durch einen künstlichen Damm geschützt werden. Dann galt es, die Bauwerke aus dem umstehenden und darüber liegenden Fels zu befreien, sie in handliche Blöcke zu zersägen, an einen sicheren und höheren Platz zu transportieren und wieder zusammenzusetzen. Diese gewaltige und rundum erfolgreich bewältigte Arbeit von zeitweise 3000 Menschen - unter der Bauführung der deutschen Firma HochTief, in Zusammenarbeit mit einer ägyptischen und weiteren vier europäischen Firmen - wurde im September 1968 mit der Wiedereröffnung der Tempel besiegelt. Man sieht den Bauten die Reise praktisch nicht an.
Da die Mittelachse des Großen Tempels genau nach Osten zeigt, beleuchtet die aufgehende Sonne am 21. Februar und 21. Oktober (vor der Versetzung jeweils am 20.) die Götterbilder im Allerheiligsten, ein etwa zehnminütiges, atemberaubendes Erlebnis. Diese Gelegenheit lassen sich viele Touristen, aber auch Tausende Ägypter nicht entgehen. Selbst aus anderen afrikanischen Ländern kommen Folkloregruppen und machen aus dem Ereignis ein Volksfest. Doch der Rummel verleidet inzwischen das Erlebnis, wer nicht spätestens um 3.30 Uhr dort ist, hat kaum eine Chance, das Schauspiel im Tempel zu erleben.
In Abu Simbel begründen Tempelführer diese Daten mit dem Geburtstag von Ramses am 21. 2. und seiner Krönung am 21.10.; das erstere ist völlig unbekannt, für das zweite Ereignis gibt es nur die vage Zeitangabe zwischen Juli und Oktober. Auch ist kaum anzunehmen, dass die Götterbilder im Sanktuar das eigentliche Ziel der Beleuchtung waren, denn sie wurden von der sehr großen Barke mit dem Kultbild förmlich in den Schatten gestellt. Das im Vordergrund stehende Kultbild selbst sollte wohl im frühen Morgenlicht erstrahlen.

Der Große Tempel ist den Göttern Amun-Re (südlicher Teil) und Re-Harachte (nördlicher Teil) geweiht, den Hauptgöttern von Ober- und Unterägypten, der Kleine Tempel der Göttin Hathor. Zuvor waren die beiden Felsen lokalen Gottheiten bestimmt, ungewiß ist jedoch, ob sich bereits Vorgängerbauten hier befanden.

Der Große Tempel
Die 33 m (13 Stockwerke!) hohe Tempelfassade soll mit Hohlkehle- und Rundstabdekoration sowie der typischen Abschrägung den Tempelpylon darstellen. Vor ihr dominieren vier, im wörtlichen Sinn kolossale Sitzstatuen von Ramses II [1], die aus dem anstehenden Fels herausgeschlagen wurden, wobei die zweite von links ihren Oberkörper vermutlich bei einem Erdbeben um die Zeitenwende verlor; er liegt zu ihren Füßen. Trotz ihrer Höhe von 20 m wirken die Statuen nicht plump, sondern eher leicht und freundlich. Das Gesicht des Königs mit seinen weichen Zügen ist beim ganz linken Sitzbild am besten erhalten. Unter dem rechten Arm der dritten Figur ließ Sethos II bei Ausbesserungsarbeiten eine Stützmauer als Lehne anbringen. Im Bereich der Beine kamen die Familienmitglieder des Königs unter: seine Mutter Tui, seine Lieblingsfrau Nefertari und seine bis dahin geborenen Kinder.
Über dem Eingangsportal wacht eine falkenköpfige Statue, die mit der rechten Hand einen Stab mit Schakalskopf (Hieroglyphe „User“), mit der linken eine Figur der Göttin Maat und auf dem Kopf eine Sonnenscheibe („Re“) trägt. Daraus setzt sich der Thronname „User-Maat-Re“ („Stark ist die Gerechtigkeit des Re“) von Ramses II zusammen. Damit sagt der König, wer der Herr des Heiligtums ist: Ramses II. Links daneben sind Amun, rechts Re-Harachte sowie die Vornamen von Ramses II in den Fels geschlagen. Ganz oben begrüßen Paviane mit erhobenen Armen den Aufgang der Sonne. Besucherinschriften lassen sich von der griechisch-römischen Epoche bis in jüngste Zeit zurückverfolgen. Unter ihnen findet sich Fürst Pückler-Muskau mit Herzog Franz von Bayern einträglich vereint.

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Inhaltsverzeichnis von

Ägypten - Das Niltal von Kairo bis Abus Simbel

 

Einlesen, eindenken, vorbereiten... 11
Kommen Sie mit in den Orient.......................... 11
Ägypten verstehen .............................................. 12
Was man falsch machen kann ......................... 13
Bakschisch............................................................... 18
Erste Eindrücke
in und von Ägypten .............................................. 19
Als alleinreisende Frau in Ägypten ................. 21
Geschäft mit den Gefühlen argloser Urlauberinnen                23
Mit Kindern in Ägypten ...................................... 23
Als Behinderte in Ägypten ................................ 24
Reisen mit Hund ................................................... 25
Arbeiten in Ägypten ............................................ 25
Wichtige Adressen............................................... 26
Papierkram (Visum, Impfungen etc.) ............... 26
Übliche Einreise................................................. 26
Impfungen .......................................................... 28
Zollbestimmungen ........................................... 28
Literatur, Karten, Internet................................... 29
Internetlinks........................................................ 33
Ägyptische Museen im deutschsprachigen Raum                       34
Kleidung, Ausrüstung ......................................... 35
Allgemeine Tipps............................................... 35
Tipps für Pechvögel.......................................... 36
Geld, Preise und Kosten ..................................... 37
Reisezeit ................................................................. 39
Anreise .................................................................... 41
Rabatte nutzen: teilorganisierte Reisen ... 42
Reiseziele im Niltal .............................................. 42
Zeitbedarf in Tagen ......................................... 42
2 In Ägypten zurechtkommen................. 45
Ankunft und Abreise............................................ 45
Ankunft Kairo-Flughafen (Heliopolis) ......... 45
Abflug vom Flughafen Kairo.......................... 47
Ankunft/Abreise in Luxor................................ 47
Fortbewegen.......................................................... 48
Mit der Eisenbahn reisen............................... 48
Bus, Minibus, Sammeltaxi ............................. 50
Innerägyptische Flugverbindungen ............ 51
Mietwagen ........................................................ 51
Fahrrad fahren................................................... 53
Übernachten........................................................... 54
Tipps für Billighotels......................................... 56
Essen und Trinken................................................. 56
Vorspeisen und Hauptgerichte..................... 56
Nachspeisen....................................................... 58
Getränke.............................................................. 58
Gesundheit.............................................................. 59
Sicherheit, Polizei.................................................. 62
Die Medien ............................................................ 63
Telefon und Post................................................... 64
Telefonieren ins Ausland ............................... 64
Telefonieren im Inland..................................... 65
Post........................................................................ 65
Email- und Internetsicherheit unterwegs.. 65
Souvenir- und Einkaufstipps ............................. 66
Generelle Einkaufstipps.................................. 68
3 Kreuzfahrten auf dem Nil und dem Nassersee          69
Kreuzfahrtschiffe.................................................. 69
Leben an Bord........................................................ 72
Essen und Trinken............................................. 72
Entertainment.................................................... 73
Ankern.................................................................. 74
Unterwegs zwischen Luxor und Assuan.... 74
Kreuzfahrten auf dem Nasser-Stausee.... 76
Was beim Buchen zu beachten ist.................. 76
Kabinenausstattung........................................ 76
Die besten Kabinen aussuchen.................... 77
Welches Schiff nehmen?................................ 78
Wo buchen? ....................................................... 79
Unterwegs mit einer Dahabiya......................... 80
Buchen................................................................. 81
Per Feluke nilabwärts........................................... 82
Ein paar Tipps zum Segelvergnügen ......... 83
4 Land, Leute und Vergangenheit........ 85
Die Landschaft....................................................... 85
Der Staat und seine Probleme.......................... 89
Schule, Bevölkerungsexplosion........................ 91
Wirtschaft, Öl und Energie................................. 93
Die Menschen und ihr Alltag ............................ 95
Städtische Bevölkerung.................................. 95
Fellachen.............................................................. 95
Koptische Bevölkerungsgruppe................... 96
Beduinen............................................................. 96
Nubier................................................................... 97
Täglich Freud und Leid......................................... 99
Die Stellung der Frauen.................................... 100
Als alleinlebende Europäerin in Kairo...... 101
Der Islam - Religion der Mehrheit................. 104
Mohammed und seine Zeit......................... 105
Grundsätze des Islam.................................... 106
Koptische Christen............................................. 109
Die längste Vergangenheit der Welt –
im Eilgang durch die Geschichte.................... 111
Weltmacht am Nil........................................... 111
Pharaonische Zeit........................................... 113
Fremdherrschaft.............................................. 114
Islamisch-arabische Epoche........................ 115
Europäischer Einfluss ................................... 116
Nach dem Zweiten Weltkrieg..................... 116
Geschichtstabelle............................................... 118
Frühgeschichte................................................ 118
Altes Reich (AR)............................................... 119
Erste Zwischenzeit......................................... 120
Mittleres Reich (MR)..................................... 120
Zweite Zwischenzeit ..................................... 120
Neues Reich (NR)........................................... 120
Dritte Zwischenzeit........................................ 121
Spätzeit............................................................. 121
Ptolemäische Zeit........................................... 121
Römische Zeit.................................................. 121
Islamisch-arabische Epoche ....................... 121
Engländer ......................................................... 122
Republik............................................................. 122
Zur Religion der alten Ägypter....................... 123
Zur Architektur altägyptischer Tempel......... 126
Islamische Architektur....................................... 127
Koptische Kirchen.............................................. 130
5 Kairo und Umgebung kennenlernen 131
Ein paar Worte voraus ..................................... 131
Stadtgeschichte ............................................. 131
Sehenswertes................................................. 132
Orientierung in Kairo..................................... 134
Modernes Kairo.................................................. 136
Midan Tahrir und Umgebung..................... 136
Ägyptisches Museum.................................... 139
Downtown........................................................ 146
Midan Ramsis, Bahnhof, Sharia Ramsis. 148
Insel Gezira - Botanischer Garten - Zoo... 150
Insel Roda......................................................... 153
Kairos Altstadt: Islamisches Viertel............... 154
Khan el Khalili-Bazar
und umliegende Souks................................. 156
Nördliches Islamisches Viertel.................... 160
Zentrales Islamisches Viertel ..................... 168
Al Azhar Park.................................................... 169
Südliches Islamisches Viertel,
Zentraler Bereich............................................ 173
Südöstliches Islamisches Viertel................ 174
Zitadelle............................................................. 176
Sultan Hassan-, Rifai-Moschee................. 180
Sharia Souk el Silah...................................... 181
Ibn Tulun-Moschee,
Gayer-Anderson-Haus.................................. 182
Die Totenstädte.................................................. 185
Nördliche Totenstadt.................................... 187
Südliche Totenstadt...................................... 188
Alt-Kairo und Umgebung................................. 191
Alt-Kairo............................................................ 191
Koptisches Museum ..................................... 192
Fustat.................................................................. 194
Andere Attraktionen Kairos............................ 195
Pharaonic Village und Papyrus Institut ... 195
Mokattam-Berge............................................ 196
Müllprojekt und koptische Kirchen
St. Samaan (Höhlenkirchen)........................ 196
Engere Umgebung von Kairo.......................... 199
Wissa-Wassef-Werkstatt............................ 199
Weberdorf Kerdassa..................................... 200
Kamelmarkt...................................................... 201
October War Panorama................................ 201
Heliopolis und der Obelisk von Sesostris. 202
Heluan................................................................ 203
Delta-Staudamm (Barrages du Nil)........... 204
Die Pyramiden...................................................... 205
Pyramiden von Giseh..................................... 208
Pyramide von Abu Roash  ........................... 216
Pyramiden von Abusir.................................... 216
Pyramiden von Sakkara ............................... 218
Memphis........................................................... 224
Pyramiden von Dashur ................................. 225
Pyramiden von Lisht....................................... 226
Pyramide von Medum................................... 227
Halboase Fayum.................................................. 228
Von Nord nach Süd durch die Oase......... 230
Medinet Fayum  ............................................. 233
Rundreise durchs westliche Fayum........... 234
Tempel von Medinet Madi ........................ 235
Nazla ................................................................. 236
Lahun-Pyramide.............................................. 237
Zum Wadi Rayan und Wadi Hitan............. 238
6 In Kairo zurechtkommen
– Praktische Informationen –.............. 241

Kairo für Fußgänger.......................................... 241
Kairos Busse.................................................... 241
Die Metro - Kairos U-Bahn.......................... 243
Taxi...................................................................... 244
Fernverkehr........................................................... 246
Züge.................................................................... 246
Innerägyptische Flüge................................... 247
Fernbusse.......................................................... 247
Autofahren in Kairo........................................... 248
Mitschwimmen im Verkehr,
Tipps für Selbst-(Mietwagen-)fahrer ...... 248
Das Straßennetz ........................................... 250
Nützliche Adressen ........................................... 251
Botschaften...................................................... 251
Kultur, Archäologie........................................ 251
Fluggesellschaften......................................... 252
Banken............................................................... 252
Medizinische Versorgung............................ 252
Reiseagenturen ............................................. 253
Reiseführer....................................................... 254
Reiseagenturen für Individualtouristen... 254
Mietwagen ...................................................... 254
Shopping .............................................................. 255
Was man alles unternehmen kann............... 259
Kunstgalerien, Kino, Theater...................... 260
Nightlife ............................................................ 262
Hotels mit Dachterrassenbar...................... 264
Diskos................................................................. 264
Sport................................................................... 264
Restaurants.......................................................... 265
Zentrum............................................................. 265
Khan el Khalili.................................................. 268
Gezira und Zamalek....................................... 268
Agouza und Mohandissin............................ 269
Dokki und Giseh............................................... 269
Übernachten ....................................................... 270
Zentrum ............................................................ 270
Zamalek ............................................................ 276
Westlich des Nils (Agouza, Mohandissin, Dokki, Giseh, Sakkara)               276
Heliopolis und Maadi.................................... 277
6th October City.............................................. 278
Camping............................................................ 278
7 Im Niltal von Kairo nach Luxor......... 279
Streckenbeschreibung...................................... 280
Mögliche Straßen.......................................... 280
Die Route.......................................................... 281
Beni Suef ........................................................ 281
Minia............................................................ 282
Kuppelgräber von Sawjet el Maitin ........ 285
Felsengräber von Beni Hassan ................. 286
Praktische Informationen ............................ 288
Techna el Gebel, Fraser Tombs, Kloster Deir el Adra, Siririya                      288
Hermopolis ..................................................... 290
Tuna el Gebel................................................. 290
Tell el Amarna.............................................. 292
Assiut................................................................ 298
Sohag.............................................................. 301
Abstecher nach Achmin................................ 301
Abstecher zum
Weißen und Roten Kloster......................... 302
Abydos.............................................................. 304
Tempel von Dendera.................................... 308
Qena.................................................................. 312
Kuft .................................................................... 312
Qus.................................................................... 314
Nagada (auch Naqada, Negade)............. 314
8 Luxor, Karnak und Theben-West... 315
Luxor kennenlernen .......................................... 318
Tempel von Karnak ....................................... 318
Obelisken-Historie.......................................... 323
Luxor-Tempel .................................................. 328
Museen in Luxor............................................. 331
Theben-West kennenlernen .......................... 334
Tal der Könige ................................................ 336
Privatgräber (auch Noblen-Gräber)........... 351
Arbeitersiedlung Deir el Medina............... 356
Königinnengräber.......................................... 358
Grab- bzw. Totentempel................................... 359
Totentempel von Sethos I............................ 360
Deir el Bahri, Hatschepsut-Tempel........... 360
Ramesseum...................................................... 363
Totentempel des Merenptah .................... 364
Medinet Habu - Ramses III Tempel........... 366
Memnon-Kolosse .......................................... 368
Praktische Informationen zu Luxor
und Theben-West.............................................. 370
Wichtige Adressen......................................... 370
Fernverkehr....................................................... 371
Fortbewegen in Luxor.................................... 373
Fortbewegen in Theben-West................... 374
Besichtigungsprogramm.............................. 376
Wo gibt es Eintrittskarten?.......................... 377
Eintrittspreise für Theben-West................ 377
Shopping........................................................... 377
Relaxen in Luxor ............................................. 378
Bazar/Souk, Tiermarkt.................................. 380
“Bergsteigen“.................................................. 381
Tagesausflüge ................................................ 381
Restaurants.......................................................... 382
Übernachten ....................................................... 384
Luxus- und bessere Hotels in Luxor........... 384
3* Hotels in Luxor........................................... 385
Einfachere und Billig-Hotels in Luxor........ 386
Hotels in Theben-West ................................ 388
Ferienwohnungen.......................................... 389
Camping............................................................ 390
9 Von Luxor nach Assuan....................... 391
El Tod  ............................................................... 392
Moalla   ............................................................ 392
Esna ................................................................... 392
El Kab ................................................................ 393
Edfu ................................................................... 395
Gebel el Silsila ................................................ 400
Kom Ombo Tempel ....................................... 403
Darau ................................................................ 405
10 Assuan – Nasser-Stausee– Abu Simbel..........407
Die Stadt kennenlernen............................... 408
Nubisches Museum (Mathaf el Nuba).... 410
Die Stadt........................................................... 412
Insel Elephantine ........................................... 415
Pflanzen-Insel (Gezira el Nabatat)............. 419
Das Westufer................................................... 419
Die Staudämme.............................................. 422
Insel Philae........................................................ 425
Tempel von Kalabsha und Beyt el Wali .. 428
Katarakt-Ausflug mit einer Feluke............. 431
Praktische Informationen............................. 432
Restaurants.......................................................... 434
Übernachten........................................................ 435
Unternubien,
Nasser-Stausee, Abu Simbel......................... 438
Kreuzfahrt auf dem Nasser-See .............. 440
Tempelgruppe New Sebua......................... 440
Tempelgruppe New Amada........................ 444
Qasr Ibrim.......................................................... 447
Einlaufen in Abu Simbel............................... 447
Weltweite Rettungshilfe.............................. 447
Die Tempel von Abu Simbel........................ 448
Sonnenspektakel............................................ 448
Der Große Tempel.......................................... 450
Der Kleine Tempel.......................................... 452
Toshka - das Jahrhundertprojekt ................. 455
11 Anhang......................................................... 457
Glossar................................................................... 457
Mini-Sprachführer ............................................ 458
Schreiben Sie uns bitte.................................... 462
Index....................................................................... 467
Verzeichnis der Karten und Pläne................. 473
Atlas........................................................................ 477

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